Seit mehr als fünf Jahren gehört Sie zu den wenigen Frauen im obersten Banken-Management. ABW sprach mit Michaela Keplinger-Mitterlehner über Finanztipps für Frauen, junge Kunden und die Technik von morgen.

 

Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Geschäftsjahr?

Trotz einer abgeschwächten Konjunkturentwicklung hat die Raiffeisenlandesbank OÖ ihre nachhaltig erfolgreiche Entwicklung im ersten Halbjahr 2019 weiter fortgesetzt. So konnten wir im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ das Finanzierungsvolumen um 808 Millionen Euro auf 23,2 Milliarden Euro (+ 3,6 Prozent gegenüber Ende 2018) steigern. Darüber hinaus ist es uns gelungen, die intensive Partnerschaft mit unseren Unternehmens- und Privatkunden weiter auszubauen. Die Anzahl der Firmenkunden ist mit einem Plus von 2,7 Prozent von Jänner bis Juni 2019 auf 15.898 abermals spürbar gestiegen. 

Im Vorjahr haben Sie mit der Vorsorge-Beratung eine große Offensive gestartet und das Thema Altersvorsorge Erwachsenen und Jugendlichen nähergebracht. War diese Offensive erfolgreich? 

Grundsätzlich bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine breite und an jede Lebenssituation individuell angepasste Palette an Vorsorgelösungen an. Diese reicht von Sparprodukten über Versicherungen und Wertpapieren bis hin zur Begleitung bei der Weitergabe von Vermögen. Im Vorjahr haben wir zusätzlich zahlreiche Kundenveranstaltungen zur Altersvorsorge organisiert und uns dabei auch auf das Thema Immobilien fokussiert. Es wurde dabei beispielsweise erläutert, was beim Übergeben, Schenken und Vererben einer Immobilie zu beachten ist. Und wie wir am regen Interesse unserer Kundinnen und Kunden festgestellt haben, ist die Altersvorsorge bzw. die Absicherung der Zukunft ein Thema, das die Menschen intensiv beschäftigt. 

Wie gut kommt die Raiffeisen FondsPension an?

Dass sich oberösterreichweit bereits mehr als 1.000 Kundinnen und Kunden für eine „Meine Raiffeisen FondsPension“ entschieden haben, zeigt deutlich, wie gut diese bei unseren Kundinnen und Kunden ankommt. Die Raiffeisen FondsPension kombiniert die Vorteile der klassischen Lebensversicherung als Fundament einer soliden Pensionsvorsorge mit den Ertragschancen der Wertpapierfonds der KEPLER-FONDS KAG, die eine der renommiertesten Fondsanbieter im deutschsprachigen Raum ist.

Haben Sie spezielle Finanz- und Vorsorgetipps konkret für Frauen? Welche Veranlagungsstrategie empfehlen Sie?

Gerade wenn es um die persönliche Absicherung und Vorsorge geht, haben Frauen oftmals andere Bedürfnisse als Männer. Dies ist insbesondere auf geschlechtsspezifisch hervorgerufene Umbrüche im Lebenslauf, wie etwa durch Karenzzeiten oder Teilzeitarbeit, zurückzuführen. Ein geringerer Lebensverdienst führt auch zu einer niedrigeren staatlichen Pension. Daher hat für Frauen oftmals auch eine Scheidung oder der frühzeitige Tod des Partners weitreichende finanzielle Folgen. Das alles verdeutlicht die Notwendigkeit der richtigen Eigenvorsorge, um den gewohnten Lebensstandard im Falle des Falles halten zu können. Hier wollen wir ein größeres Bewusstsein schaffen. Unsere Beraterinnen und Berater sind entsprechend geschult und erstellen gemeinsam mit unseren Kundinnen eine individuelle und maßgeschneiderte Veranlagungsstrategie, die auf die unterschiedlichen Lebensphasen Rücksicht nimmt.  

Wie erreichen Sie die Zielgruppe der jungen Bankkunden, womit sprechen Sie diese an?

Der Raiffeisenbankengruppe OÖ ist es ein großes Anliegen, in die jüngere Generation zu investieren und sie auf ihrem Lebensweg zu fördern. Dazu zählt auch, dass wir Kinder und Jugendliche möglichst bald mit Finanzthemen vertraut machen wollen – und das dem Trend der Zeit entsprechend überwiegend online und über Social Media. Unter dem Titel „Financial Education“ bietet Raiffeisen OÖ für die verschiedensten Altersgruppen online eine breite Palette an Lernunterlagen und Videos, die umfassende Informationen rund ums Geld enthalten. Auch auf boerse-live.at und auf der Website sowie den Social Media-Kanälen unserer Fondstochter KEPLER-FONDS KAG erläutern wir in Videos die Welt der Wertpapiere und Börsen. Darüber hinaus setzen wir mit zahlreichen Aktionen und Projekten wie Lese- und Malwettbewerben oder dem Börsespiel Akzente, um junge Menschen zu fördern und die Bedeutung von wirtschaftlichen Themen zu vermitteln.

Welche Möglichkeiten bietet die RLB OÖ jungen Menschen beim Vermögensaufbau?

Beim Vermögensaufbau für junge Menschen eignen sich Fondssparpläne sehr gut, bei denen regelmäßig Anteile eines Wertpapierfonds nach Wahl in Höhe von mindestens 50 Euro erworben werden. Der Kunde bestimmt, worin, wie lange und wieviel er veranlagen möchte und sorgt so in kleineren oder größeren Schritten für die Zukunft vor. Als zweites Produkt bieten wir den TopZins Sparplan an, mit dem bereits ab 70 Euro monatlich in eine Raiffeisen-Anlage angespart werden kann und der Anleger am Ende der Laufzeit einen fixen Auszahlungsbetrag, der bereits im Vorhinein bekannt ist, erhält. Derzeit bietet die Raiffeisenlandesbank OÖ zwei Laufzeiten mit sieben und 15 Jahren an.

Welche Herausforderungen erwarten Sie, angesichts der anhaltenden politischen Unsicherheiten, im Finanzsektor im kommenden Jahr?

Global betrachtet werden Themen wie der Brexit oder der Handelsstreit zwischen den USA und China weiterhin großen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben. Herausforderungen bestehen aber auch beispielsweise in den gesetzlichen Regularien, die Banken erfüllen müssen und die sicherlich überzogen sind. Im Sinne einer Herausforderung fragen wir uns aber auch selbst: Wo können wir noch besser werden? Wie kann sich die Raiffeisenlandesbank OÖ noch klarer als der Mitbewerb positionieren?

Wird der digitale Vertrieb die persönliche Beratung in absehbarer Zeit ablösen?

Viele alltägliche Geldgeschäfte erfolgen bei Raiffeisen Oberösterreich bereits digital: 94 Prozent aller Transaktionen werden online abgewickelt. Bei der persönlichen Veranlagungsstrategie setzen unsere Kundinnen und Kunden aber nach wie vor auf die kompetente Beratung in den regionalen Raiffeisenbanken. Raiffeisen in Oberösterreich steht daher für die intelligente Vernetzung von innovativen Online-Angeboten und einem starken Bankstellen-Netz mit persönlicher Betreuung, und das wird auch in Zukunft so bleiben. 

Wie wichtig sind die Themen künstliche Intelligenz und Blockchain für das Finanz-Business?

Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft nicht nur die Finanzbranche, sondern viele andere Bereiche unseres Lebens nachhaltig verändern. Sie hat das Potenzial, Prozesse einfacher, schneller und sicherer zu machen. Die Raiffeisenlandesbank OÖ will diese Entwicklung aktiv mitgestalten und beschäftigt sich aktuell intensiv mit einer Reihe von neuen Möglichkeiten, die sich aus der digitalen Transformation ergeben. Dazu haben wir einen eigenen Innovation Hub installiert, dessen Aufgabe die Analyse und Bewertung von Trends, Marktumfeld, Start-ups und Fin-Techs sowie die Begleitung von Innovationsprozessen in der Raiffeisenlandesbank OÖ ist.

Zur Person

1983: Matura am BRG Rohrbach

1988: Sponsion an der Universität Wien (Studium Geschichte, Philosophie, Psychologie und Pädagogik) 

1988: Eintritt in die Österreichische Länderbank AG als Trainee

Anschließend verschiedene Stationen in der Bankbranche

Seit 07/2007: Mitglied des Vorstandes der Raiffeisenlandesbank OÖ 

Seit 01/2014: Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank OÖ

Foto: RLB OÖ

Mit knapp 2.000 Mitarbeitern sorgt die die café + co International Holding für den Betrieb und das Service von Getränkeautomaten in Österreich sowie Mittel- und Osteuropa.

 

ABW sprach mit der Marketingleiterin über Herausforderungen, Perspektiven und Ziele im neuen Jahr.

Zwei Jahre Corona, jetzt ein nicht einschätzbares politische Schockszenario in der Ukraine – mit welchen Marketingaktionen erreichen Sie verunsicherte Kunden?
Die letzten beiden Jahre waren auch für café+co eine Herausforderung. Wir haben jedoch die Zeit genutzt um bei Kunden und Konsumenten nachzufragen, was sie sich von einem Vollversorger in der Betriebsverpflegung wünschen. Die Studienergebnisse zeigen ganz deutlich, dass höchste Qualitätsstandards und bester Geschmack von den Konsumenten verlangt wird.

Das gilt nicht allein für den Kaffee, sondern gleichermaßen für frische Snacks und Kaltgetränke. Als Qualitäts- und Serviceleader im Bereich Automaten-Catering bestärkt uns dies, unseren eingeschlagenen Weg weiter zugehen und konsequent auszubauen.

Dazu zählt auch die Herkunft der Produkte, die in unseren selbst produzierten frischen Weckerln in den Snack-Automaten angeboten werden. Daher legen wir ganz besonders Wert auf enge und langfristige Partnerschaften mit lokalen Produzenten aus dem Umkreis unserer Produktionsstandorte Graz und Linz.

Unter dem Motto „Gutes kommt von Nah!“ werden täglich rund 8.500 frische Weckerl eigenhändig von den Teams der café+co-Frischeproduktionen hergestellt und bereits bis zum Start der Bürozeiten in die Automaten gefüllt. Durch die regionalen Zulieferer ist auch die Vielfalt und Abwechslung in unseren Snack-Geräten garantiert.

Ihr Leitmotiv in nicht immer einfachen Zeiten?
Positiv in die Zukunft blicken und sich auch an kleinen Dingen erfreuen! Nach jeder schwierigen Zeit kommt auch wieder ein Hoch und auf dieses gilt es zielstrebig hinzuarbeiten.

Die Marketingbranche ist äußerst dynamisch und orientiert sich natürlich an Kundenwünschen. Was ist derzeit besonders gefragt? Welchen Vermarktungsschienen gehört die Zukunft?
Wir erleben derzeit eine Veränderung der Arbeitswelt. Homeoffice wird bis zu einem gewissen Grad bleiben, daher haben wir auch neue Geschäftsmodelle entwickelt, wie die mocca manufaktur – hier kann man auf Mietbasis eine Top-Kaffeemaschine mieten und wir liefern den Kaffee und die Füllprodukte wie Kakaomischungen. Die Befüllung und Reinigung erledigt der Kunde selbst und auf Wunsch bieten wir ein technisches Service. Die kleinen Tabletop-Geräte produzieren hervorragenden Kaffee, frisch gemahlen und sogar mit Frischmilch für einen perfekten Latte Macchiato. Also feinste Kaffeequalität für kleine Officeeinheiten.

Auch unserer Snack-Linie wird von Unternehmen immer stärker nachgefragt und war in Pandemiezeiten ein wichtiger Ersatz für geschlossene Gastronomie oder Kantinen.

Für uns ist hier in erster Linie die Kommunikation über online-Plattformen (wie unsere Website und Social Media) eine wichtige Schiene um mit dem Kunden in Erstkontakt zu treten – zusätzlich zu Empfehlungsmarketing. 

Eine Frage an Sie, als anerkannte Marketingexpertin: Welche Themen sollten Unternehmen keinesfalls unterschätzen?
Ganz wichtig ist für uns die Betreuung der Kunden und Konsumenten auch nach der Aufstellung der Geräte. Dabei erfährt man aus erster Hand, ob der Service und die Qualität passen, was besonders geschätzt wird, was es zu optimieren gilt und was sich der Kunde wünscht.  Dies sind wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.

Ihre Pläne für dieses Jahr?

Unseren eingeschlagenen Weg weiterhin konsequent zu verfolgen und auf beste Qualität- und Service setzen. Bei der Kaffeeversorgung stehen die Lösungen für die neuen kleineren Büroeinheiten im Fokus sowie dem Konsumenten das Bezahlen so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Also über Karte oder die café+co- SmartPay-App.

Regionalität ist bei unseren selbst produzierten Snacks ein wichtiger Faktor. Beim Kaffee unterstützen wir beispielsweise mit dem Direktimport der grünen Bohnen für unseren Premium-Kaffee BULUNGI nach wie vor die Kooperative in Uganda.

Foto: cafe + co

Die Generaldirektor-Stellvertreterin im Vorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich über Kundenzufriedenheit in Corona-Zeiten, nachhaltige Veranlagung und den Stellenwert von Bargeld.

 

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Geschäftsjahr ausgewirkt?

Wir sind mit dem Jahresergebnis vor dem Hintergrund eines äußerst herausfordernden Umfelds sehr zufrieden. Der Großteil unserer Kunden ist gut durch die Krise gekommen, hat auch 2020 mutig in die Zukunft geblickt und kräftig investiert. Das zeigt sich bei den um 6,9 Prozent gestiegenen Investitionsfinanzierungen. Wir konnten 2020 ein erfreuliches Betriebsergebnis mit einem Plus von 19,4 Prozent aufweisen und auch eine Steigerung bei der Kernkapitalquote erreichen. Diese Eigenkapitalstärke bringt die so wichtige Stabilität für die Begleitung unserer Kunden.

Oberösterreich punktet als Standort von Leitbetrieben und mit Wirtschaftskompetenz – in welcher Weise unterstützt die RLB OÖ die Betriebe in diesen herausfordernden Zeiten?

Wir haben klar gesehen, dass die persönliche Beratung gerade in Krisenzeiten extrem wichtig und wertvoll ist und auch von unseren Kundinnen und Kunden entsprechend geschätzt wird. Das bestätigt uns auch eine aktuelle Auszeichnung: Die Raiffeisenlandesbank OÖ wurde kürzlich mit dem Recommender-Award des Finanz-Marketing Verband Österreich für herausragende Kundenorientierung in der Kategorie Großbanken ausgezeichnet. Damit verzeichnen wir die höchste Weiterempfehlungsbereitschaft und die zufriedensten Kunden in ganz Österreich. Das freut uns sehr und ist eine klare Bestätigung für unseren eingeschlagenen Weg.

Die Spezialisten in der RLB OÖ und den oberösterreichischen Raiffeisenbanken kennen einerseits genau die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden und stehen andererseits in engem Austausch mit den Förderstellen. So können wir eine umfassende Beratungsleistung und eine hohe Kompetenz im Bereich Förderfinanzierung bieten – von der zeitgereichten Antragsstellung bis zur optimalen Finanzierungsstruktur. Diese Rolle wurde uns auch im aws-Bankenranking bestätigt: Raiffeisen Oberösterreich hielt 2020 den größten Marktanteil bei erp-Krediten und war damit österreichweit die stärkste Förderbank.

Wie hat sich das Kundenverhalten durch die Krise verändert?

Klar ist, die Krise hat den ohnehin unaufhaltsamen Trend der Digitalisierung weiter verstärkt! Aber auch Regionalisierung und Personalisierung haben einen Schub verliehen bekommen. Daher haben wir es immer mehr mit hybriden Kunden zu tun. Vielen von ihnen nutzen unser umfassendes digitales Angebot bevorzugt für die alltäglichen Bankgeschäfte, die auch immer häufiger über das Smartphone abgewickelt werden.

Deshalb entwickeln wir unsere digitalen Services und Innovationen permanent weiter, um unseren Kundinnen und Kunden das Wirtschaftsleben zu erleichtern. Für größere finanzielle Vorhaben und die Umsetzung von persönlichen Zukunftsinvestments schätzen die Kundinnen und Kunden die persönliche Beziehung zu ihrem Kundenberater, der ihre Anliegen kennt und immer erreichbar ist. Als finanzieller Nahversorger in der Region bieten wir hier einen entscheidenden Mehrwert.

Wie sieht die Kundenberatung der Zukunft aus?

Das Angebot verschiedener Kanäle ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Wir haben unser Angebot diesbezüglich auch während der Corona-Pandemie kontinuierlich ausgebaut und zum Beispiel die Videoberatung oder die digitale Signatur sowie die digitale Vermögensverwaltung mit dem Namen WILL etabliert. Das wird gut angenommen und wird auch in Zukunft ein Bestandteil unserer Kundenbegleitung bleiben. Aber unsere Stärke ist nach wie vor und auch in Zukunft die persönliche, vertrauensvolle Beratung unserer Kundinnen und Kunden!

Mit welchen Branchen-Trends rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Ein Trend, der gekommen ist, um zu bleiben, ist die nachhaltige Veranlagung. Deren Stellenwert hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dies hat einerseits mit einem gestiegenen Bewusstsein und der Sensibilisierung der Gesellschaft, andererseits aber auch mit konkreten regulatorischen Maßnahmen zu tun. Die KEPLER-FONDS KAG, die Fondstochter der RLB OÖ, beschäftigt sich seit 20 Jahren mit nachhaltiger Geldanlage und zählt damit zu den Pionieren bei grünen Investments. Aktuell verwaltet die KEPLER-FONDS KAG von den rund 18 Milliarden Euro an Kundengeldern schon rund 2,7 Milliarden Euro nach ethisch-nachhaltigen Kriterien. 

Im Private Banking sind ethisch-nachhaltige Investments bei jedem Portfoliogespräch ein Thema und ein Großteil unserer Kundinnen und Kunden investiert in Veranlagungen mit nachhaltigem Schwerpunkt. Auch im Firmenkundenbereich spielt das Thema Nachhaltigkeit sowohl im Bereich Reporting als auch im Bereich grüne Finanzierungen eine immer größere Rolle.

Ein weiterer Trend, der gerade durch die Corona-Pandemie einen neuen Schub verliehen bekommen hat, ist Regionalität. Das ist ebenso wie die Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil unserer Raiffeisen-DNA! Umso mehr gilt es diese Erfolgsprinzipen jetzt hochzuhalten und neu zu denken. So wollen wir unsere Kundinnen und Kunden künftig noch stärker vom System Raiffeisen, also von der Füreinander-Kultur und unserem Netzwerk und damit von umfassenden Angeboten und Dienstleistungen, profitieren lassen.

Wie stehen Sie zu Plänen der Abschaffung des Bargeldes?

Über dieses Thema wird immer wieder mal in der Öffentlichkeit diskutiert. Ich kenne aber keine ernsthaften Überlegungen von relevanten Stellen wie etwa der Europäischen Zentralbank, das Bargeld abzuschaffen. Unser Standpunkt in der Raiffeisenlandesbank OÖ ist ganz klar: Die Kundinnen und Kunden sollen die Wahlfreiheit haben, wie sie bezahlen möchten.

Vorgaben oder Verbote sind hier sicherlich der falsche Ansatz. Und auch wenn die bargeldlosen Zahlungen aufgrund der komfortablen Möglichkeiten, wie etwa dem kontaktlosen Bezahlen an der Kassa, immer beliebter werden, hat Bargeld gerade in Österreich eine große Bedeutung für die Menschen. Ich glaube nicht, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

Stichwort „Kreditausfälle“ – wie gut ist die RLB OÖ darauf vorbereitet?

Corona-bedingt mussten 2020 deutlich mehr Risikovorsorgen gebildet werden – konkret 157,5 Millionen Euro im Jahr 2020 im Vergleich zu 18,2 Millionen Euro im Jahr 2019. Rund zwei Drittel sind auf Portfoliovorsorgen zurückzuführen, die aufgrund von gesetzlichen Vorgaben für mögliche Ausfälle in der Zukunft gebildet werden mussten.

Wir gehen aber davon aus, dass wir diese Risikovorsorgen nicht brauchen werden. Denn wenn wir unsere Firmenkunden als Indikator heranziehen, dann sehen wir aktuelle keine große Insolvenzwelle auf uns zukommen. Es gibt sicher herausfordernde Branchen, aber gerade die großen und global agierenden Firmen haben aus der Finanzkrise 2009 gelernt und entsprechende Eigenkapital- und vor allem Liquiditätsreserven aufgebaut. 

2020 lag die NPL-Ratio (Non Performing Loans Ratio), die Kreditausfälle beschreibt, bei 1,79 Prozent und damit auf sehr niedrigem Niveau und war sogar leicht rückläufig gegenüber 2019 (1,83 Prozent).

Wir sind also gut vorbereitet und gleichzeitig auch optimistisch!

Wie hat sich Corona auf den Arbeitsalltag ausgewirkt, welche Änderungen bzw. Neuerungen gibt es?

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie gut wir auch dezentral arbeiten können. Dies war vor allem deshalb möglich, weil wir die Weichen in der Raiffeisenlandesbank OÖ unabhängig von der Pandemie in die richtige Richtung gestellt haben, indem wir etwa die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen haben. SMART Office, also das Arbeiten von Zuhause oder anderen Orten aus, wird daher auch künftig ein Teil unseres Arbeitsalltags sein.

Allerdings nicht ausschließlich: Gerade für kreative Prozesse, für Projektarbeit oder mit Blick auf den internen Informationsfluss und auch die Loyalität dem Unternehmen gegenüber ist die Anwesenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter förderlich. Die virtuelle Teilnahme an Terminen wird sicherlich weiterhin möglich sein – denn es hat sich schon gezeigt, dass Video- und Telefonkonferenzen eine echte Alternative zu persönlichen Meetings sein können, weil sie auch Ressourcen sparen. 

Darüber hinaus haben wir bereits vor Corona in ausgewählten Konzernbereichen „New Ways of Working“ getestet, die sich unter anderem durch moderne Arbeitsumgebungen, mehr Flexibilität oder durch nahezu papierloses Arbeiten auszeichnen. Dieser Trend wird nachhaltig bleiben. Zur Unterstützung haben wir Prozesse angepasst, wie etwa die Digitalisierung der internen Hauspost, aber auch neue IT-Systeme eingeführt, die die interne Zusammenarbeit oder die Dokumentenablage vereinfachen, und vieles mehr.

Die neuen Formen und Adaptierungen im Arbeitsalltag und der Zusammenarbeit, die uns auch nach der Pandemie tagtäglich begleiten werden, schlagen sich darüber hinaus in der Planung unserer neuen Konzernzentrale am Linzer Europaplatz nieder: Es wird weniger persönliche Arbeitsplätze geben, dafür aber mehr Platz für flexibles Teamarbeiten und Projektmeetings. Das war allerdings schon vor der Pandemie so geplant, hat uns aber in unseren Überlegungen bestätigt. 

Ihre angepeilten Ziele für 2021?

Das übergeordnete Ziel ist klar, dass wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden gut durch das laufende Geschäftsjahr kommen und ihnen als verlässlicher, stabiler Partner bei allen Vorhaben und Herausforderungen zur Seite stehen. Dabei begleiten wir ja nicht nur über das klassische Kreditgeschäft, sondern unterstützen auch als starker Partner mit Eigenkapitalfinanzierungen über unsere Raiffeisen Invest Private Equity-Gruppe. 250 Millionen Euro sind für Beteiligungen reserviert, mehr als ein Drittel davon wurde bereits im ersten Halbjahr investiert.

Beteiligungen sind ein wesentliches strategisches Standbein der Raiffeisenlandesbank OÖ und eröffnen auch unseren Kunden neuen Perspektiven. Ein weiterer Meilenstein heuer ist die Fusionierung der HYPO Salzburg mit der Raiffeisenlandesbank OÖ, die im September – vorbehaltlich aller aufsichtsrechtlichen Genehmigungen – vollzogen werden soll. Damit stärken wir uns für die Zukunft, indem wir Synergien heben und Kräfte bündeln. Davon profitieren unsere Kundinnen und Kunden, und die stehen 2021 so wie sonst auch im Mittelpunkt all unserer Überlegungen und Aktivitäten.

Foto: RLB OÖ

Wie die Raiffeisenlandesbank OÖ mit Corona und den Folgen umgeht, erzählt die Generaldirektor-Stellvertreterin im ABW-Interview.

 

Dass wir unseren Kunden, gerade in herausfordernden Zeiten wie jetzt, Sicherheit und Stabilität geben können, setzt voraus, dass wir selbst entsprechend gerüstet sind – das ist insbesondere durch unsere gute Eigenkapitalausstattung der Fall. Die guten Bilanzergebnisse aus dem Jahr 2019 und auch unsere Struktur sind die besten Voraussetzungen, um diese Krise gemeinsam mit unseren Kunden zu meistern“, versichert Mag. Keplinger-Mitterlehner und sieht es als wichtige Aufgabe, für Stabilität zu sorgen. 

Man setze alle zur Verfügung stehenden Mittel ein, damit die Kunden und der gesamte Wirtschaftsstandort so gut wie möglich aus dieser noch nie da gewesenen Situation kommen können. 

Bei den Unternehmen ging es anfangs vor allem darum, die Liquidität sicherzustellen. Dort, wo es notwendig ist, wurden und werden auch Zinsen und Kreditrückzahlungen nach hinten geschoben. „Uns ist dabei besonders wichtig, möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen. Wir erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden die besten Lösungen im Zusammenhang mit den staatlichen Förderungen. Hierbei kommt den Kunden unsere Finanzierungs- und Förderkompetenz besonders zugute“, so die Finanzexpertin.

Die Stimmung ist von Unsicherheit geprägt

Jedes Unternehmen und jeder Einzelne sei in irgendeiner Form von der COVID-19-Pandemie betroffen. Weil sich derzeit nur schwer abschätzen lasse, wie sich die nächsten Monate wirtschaftlich entwickeln werden, ist auch die Stimmung der Unternehmer von Unsicherheit geprägt. Bereiche wie etwa der Dienstleistungssektor und besonders Tourismus-Betriebe würden auch über den Sommer hinaus enorme Herausforderungen bewältigen müssen. Aufgabe als Bank sei es, die gesamte Schlagkraft zugunsten der positiven Entwicklung einzelner Unternehmen und des gesamten Wirtschaftsstandortes einzusetzen. 

Michaela Kauer ist Leiterin des Wien-Hauses in Brüssel. In einem Interview erzählt sie von der Geschichte des Hauses und der Wichtigkeit von Netzwerken innerhalb der EU.

 

Frau Kauer, können Sie als Leiterin des Wien-Hauses in Brüssel in kurzen Sätzen erklären: Worum handelt es sich dabei? Seit wann existiert es? Was sind seine Aufgaben? Warum wurde es ins Leben gerufen?

Das Wien-Haus ist offiziell das Verbindungsbüro der Stadt Wien zur EU und gehört organisatorisch zur Abteilung für Europäische Angelegenheiten des Magistrats. In Brüssel gibt es rund 300 solcher Büros von Städten und Regionen aus ganz Europa. Wir sind "Auge und Ohr" der Stadt Wien, wenn es um neue Gesetze und Förderungen geht, die Wien betreffen, und wurden 1996 eröffnet, ein Jahr, nachdem Österreich der EU beitrat. 

Die VBV-Vorsorgekasse hat sie zum Veranlagungsvorstand berufen. Michaela Attermeyer zählt zu den gefragtesten Persönlichkeiten im europäischen Altersvorsorge- und Pensionskassengeschäft.

 

Ich habe als Vorständin in der VBV-Vorsorgekasse die Verantwortung für die Veranlagung. Gleichzeitig bin ich in der VBV-Pensionskasse Bereichsleiterin – ebenfalls für den Bereich Veranlagung“, erörtert Mag. Michaela Attermeyer ihre neue Funktion. Für die betriebliche Altersvorsorge von 3,4 Millionen Menschen zu sorgen und so viel Sozialkaptal treuhändig zu veranlagen ist für sie eine wunderbare Herausforderung

„In der VBV-Gruppe veranlagen wir über unsere Pensionskasse und Vorsorgekasse mehr als zehn Milliarden Euro für unsere Kunde. Mein Ziel ist es – wie schon bereits in der Vergangenheit – langfristig für unsere Berechtigten eine sehr gute Performance zu erzielen“, so Attermeyer. Die Energie, die Dynamik und die Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders schätzt. „Man spürt im Unternehmen, dass wir seit Jahren führend am Markt sind – da wird bewusst weiter gedacht, da gibt es den Mut Neues zu probieren und nach vorne zu blicken.“

Demokratisch und fordernd

Ihr Business-Highlight 2018 war eindeutig ihre neue Aufgabe. „Mir ist es persönlich sehr wichtig gewesen, hier rasch einen guten Überblick zu bekommen um mit meinen Mitarbeitern optimal arbeiten zu können und die notwendigen Entscheidungen fundiert treffen zu können“, so die Finanzexpertin, die an ihren Mitarbeitern schätzt, wenn diese ihre Verantwortung wahrnehmen und bestmöglich umsetzen. „Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, von Kollegen und Teams zu sprechen und auch so zu führen: Jeder muss bereit sein, Entscheidungen in seiner Zuständigkeit auch selbst zu treffen und mit voller Kraft an den gemeinsamen Zielsetzungen mitzuwirken.“ Als Vorgesetzte beschreibt sie Ihren Führungsstil als demokratisch und fordernd. Sie höre sich stets Meinungen an, analysiere und treffe auf dieser Basis ihre Entscheidungen.

Welche Eigenschaften sind nötig, um als Managerin im Finanzbereich erfolgreich zu sein? „Neben der guten Ausbildung, der beruflichen Disziplin und Durchsetzungskraft in einer immer noch recht männlich dominierten Branche braucht man vor allem Hartnäckigkeit – und wenn man in der Veranlagung tätig ist zudem eine gewisse Ruhe und einen strategischen Weitblick für langfristige Entscheidungen. Bei uns geht es um nachhaltige Investments mit langfristiger Auswirkung“, so Attermeyer, die stets das große Ganze vor Augen hat – optimal für die Kunden zu arbeiten und den Berechtigten einen entsprechenden Nutzen zu bieten.

Zur Person

Prok. Mag. Michaela Attermeyer CPM ist seit Oktober 2018 Vorständin der VBV-Vorsorgekasse AG. Nach ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie in einer der Vorgängergesellschaften der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, zunächst als Mitarbeiterin in der Kundenberatung, später als Leiterin des Vertriebs tätig. Bereits 1998 wechselte sie ins Investment-Controlling und übernahm ab 2000 die Funktion der Bereichsleitung Veranlagung. 2005 leitete sie übergangsweise den Bereich Veranlagungsrisikomanagement der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, bevor sie 2006 zur Bereichsleiterin Veranlagung der VBV-Pensionskasse bestellt wurde. Von 2013 bis 2018 war Michaela Attermeyer auch Geschäftsführerin der VBV-Asset Service GmbH. 

Foto: VBV-Vorsorgekasse

Ein ABW-Karriereporträt von Mag. Michaela Pedarnig, Head of Marketing and Communications Wiener Volkshochschulen (VHS).

 

Nach dem Studium der Anglistik und Publizistik in Wien und Mainz war Mag. Michaela Pedarnig beim Echo/VWZ-Verlag tätig. Im Jahr 2000 startete sie ihre Karriere bei den Wiener Volkshochschulen als Pressesprecherin, fokusierte sich jedoch rasch auf Marketing.

Was sie besonders an ihrer Tätigkeit schätzt, ist der Umstand, dass kein Tag wie der andere ist. „Es gibt im Marketing der Wiener Volkshochschulen immer wieder spannende Projekte, bei denen neue Ideen und Kreativität gefragt sind. Es macht auch einen großen Unterschied aus, für wen man Marketing macht – bei der VHS weiß ich, dass es für eine gute Sache ist, nämlich Bildung für alle. 

Michaela Keplinger-Mitterlehner hat eine beachtliche Karriere im Bankensektor gemacht. ABW sprach mit der Finanzexpertin über jene Themen, die die Branche derzeit besonders beschäftigen.

 

Welche Veranlagungsstrategie empfehlen Sie?

Welche Spar- und Veranlagungsprodukte zum Einsatz kommen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Sparziel, der persönlichen Risikobereitschaft und der Laufzeit ab. Ein Muss ist die „eiserne Reserve“ am Sparbuch, mit der für unvorhersehbare Ereignisse vorgesorgt wird. Darüber hinaus sollte man auf ertragsorientierte Anlageformen wie Fonds oder Anleihen setzen.

Hier ist eine entsprechende Streuung wichtig. Das gilt für die Produkte ebenso wie für die Laufzeiten. Bei einem entsprechend langen Veranlagungshorizont von mehreren Jahren kann man durchaus einen Teil des Vermögens auch in Aktien oder Aktienfonds investieren. Bei Investitionen in Einzelaktien sollte allerdings sehr selektiv vorgegangen werden. Generell sollte man sein Geld aber nur dann in risikoreichere Produkte veranlagen, wenn man zumindest einen teilweisen Verlust auch verschmerzen kann.

Wo sehen Sie künftig die größten Herausforderungen für die RLB OÖ? 

Neben dem weiterhin historisch niedrigen Zinsniveau und den überbordenden Regularien ist und bleibt sicherlich die Digitalisierung die größte Herausforderung. Sie wird das Bankgeschäft weiter rasant verändern. Gleichzeitig werden damit die Anforderungen und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zunehmend differenzierter.

Der Zahlungsverkehr stellt hier eine besondere Innovations-Speerspitze dar, weil Neuerungen in diesem Bereich für die Kundinnen und Kunden unmittelbar nutz- und erlebbar werden. Wir setzen uns daher hier sehr intensiv mit neuen Entwicklungen auseinander, um mit innovativen Produkten einen echten Mehrwert zu bieten. Erfolgreich wird jene Bank sein, die eine Digitalisierungsstrategie und die damit in Zusammenhang stehende Aufbau- und Ablauforganisation erfolgreich umsetzen kann. Es werden verstärkt Synergien zu nutzen sein. Dazu braucht es Kooperationen – innerhalb eines Bankensektors, aber auch darüber hinaus, beispielsweise mit FinTechs. Darüber hinaus gehen wir auch mit neuen Bankstellenkonzepten neuen Wege.

 

 

Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner verrät im ABW-Talk, warum nicht nur das neue staatliche Pensionskonto Anlass sein sollte, sich intensiv mit der eigenen Zukunftsvorsorge zu beschäftigen.

 

Raiffeisen OÖ hat mit der Vorsorge-Beratung eine groß angelegte Offensive gestartet. Warum ist ihnen dieser Bereich so wichtig?
Wir wissen aus den unzähligen Kundengesprächen, die wir bei Raiffeisen Oberösterreich pro Jahr führen, dass die finanzielle Altersvorsorge sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen ein zentrales Thema ist. Als wichtigster finanzieller Nahversorger sehen wir es als unsere Verpflichtung an, mit unseren Kunden gemeinsam eine individuelle Strategie zu entwickeln um optional für die Zukunft vorzusorgen.

Stichwort neues staatliches Pensionskonto: Was bedeutet das für jeden einzelnen?
Das neue staatliche Pensionskonto bringt jetzt erstmals Klarheit und Transparenz. Es zeigt ganz genau, wie hoch der bisher erworbene Pensionsanspruch ist. Auf dieser Basis lässt sich hochrechnen, wie groß der Unterschied zwischen Einkommen und Pensionshöhe bei Pensionsantritt sein wird. Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass die Höhe der staatlichen Pension in den überwiegenden Fällen nicht dem entspricht, was sich die Menschen als Einkommen im Alter wünschen. Zusätzlich sind damit auch viele Unsicherheiten verbunden, was z.B. den Nachkauf von Versicherungszeiten betrifft. Daher bieten wir jetzt bei Raiffeisen OÖ eine umfassende Vorsorge-Beratung an, die Klarheit schafft, was nun wirklich zu tun ist, damit man später seine Wunsch-Pension erhält.

Mit der Vorsorge-Beratung zur Wunsch-Pension – wie kann man sich das vorstellen?
Die Vorsorge-Beratung wird kostenlos von unseren Spezialisten in den Raiffeisenbanken durchgeführt. Bei dieser Beratung wird der zu erwartende Pensionsanspruch ermittelt und eine eventuell bereits bestehende, private Vorsorge ermittelt. Im Gespräch wird dann ein realistischer Plan für die Zukunft erstellt. Die Differenz zwischen der staatlichen Pension und der Wunschpension ist der Vorsorge-Bedarf. Um diesen zu decken, entwickeln unsere Spezialisten einen umfassenden strategischen finanziellen Plan, der sich an den individuellen Zielen und Bedürfnissen jedes einzelnen Kunden orientiert. Dieser beinhaltet aufeinander abgestimmte Vorsorgelösungen, die den Kapitalaufbau für die später gewünschte private Zusatzpension ermöglichen.

Was beinhaltet eine richtige Vorsorgelösung?
Welche Vorsorgeprodukte zum Einsatz kommen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Absicherungswunsch, der Risikobereitschaft und der Laufzeit ab. Man muss auch nicht gleich seinen gesamten errechneten Vorsorge-Bedarf decken. Generell gilt aber: Je früher, desto besser! Denn schon mit kleinen monatlichen Beträgen kommt bei einer entsprechenden Laufzeit ein ansehnliches Kapital zusammen. Zusätzlich empfehlen wir in regelmäßigen Abständen den Vorsorge-Bedarf unter Einbeziehung des aktuellen Standes des staatlichen Pensionskontos und der aktuellen Lebenssituation neu zu berechnen, um die Vorsorge schrittweise zu erweitern und zu optimieren.
 
Foto: RLBOÖ

 Die Vorständin der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich im Austrian Business Woman-Gespräch.


Wien-2008  Seit 2007 sind Sie im Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ? Was ist für Sie die größte Stärke Ihres Instituts?
Die Stärke liegt darin, dass wir ein finanzieller Nahversorger mit internationaler Kompetenz sind, sehr regional orientiert. Auch für die Zukunft wollen wir diese kundenorientierte Organisation bleiben, auch in einem sich verändernden Wettbewerb. Denn wir setzen auf langfristige Kundenbeziehungen und nicht auf die kurzfristige Ergebnismaximierung.
 
Das empfinde ich als sehr positiv, auch für meine Arbeit. Dadurch ist es möglich, auch Strategien umzusetzen, die sich nicht von heute auf morgen in der Ergebnisrechnung niederschlagen müssen, sondern sich nach ein paar Jahren positiv auswirken. Und die regionale Orientierung ist ein Vorteil, weil man vor Ort für den Kunden da ist und Innovationen sehr schnell umgesetzt werden können.

Wenn wir ein neues Produkt kreieren wollen, brauchen wir keine langen Entscheidungswege. Diese Entwicklungskompetenz für innovative Dienstleitungen wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen. Ein Studium der Geschichte, Philosophie, Psychologie und Pädagogik – im Grunde ist das keine Ausbildung, die auf eine Karriere als Bankerin verweist.

Ich kam zufällig durch einen Einstieg als Werkstudentin ins Bankwesen. Ich habe bereits während des Studiums gemerkt, dass mich die Branche interessiert und deshalb auch Schwerpunkte auf Wirtschaftsthemen oder Werbepsychologie gelegt. Mein Studium sieht außerdem von außen betrachtet exotischer aus, als es in der Praxis ist, es hat viel mit Volkswirtschaft oder Nationalökonomie zu tun. Das Bankfachwissen musste ich in den ersten Jahren nachlernen, bei Lehrgängen in BWL zum Beispiel, vieles davon natürlich in der Freizeit.

Hatte das „exotische“ Studium auch Vorteile?
Ich habe festgestellt, dass mir etliche Dinge, die ich in meiner Führungsausbildung gelernt habe, schon aus dem Studium heraus bekannt waren.
 
Etwa, dass jeder unterschiedliche Wirklichkeiten hat, bei denen man ihn abholen muss. Das kommt mir in Kundengesprächen zugute, wo man Bedürfnisse herausfiltern und darauf eingehen muss. Durch mein „exotisches“ Studium, die weiteren Ausbildungen und die Praxis kann ich sehr viele Bereiche kombinieren und vernetzen.

Das klingt nach sehr viel Einfühlungsvermögen – ist das auch ein grundsätzlicher Unterschied im Führungsstil von Männern und Frauen?
Ich glaube nicht, dass es einen prinzipiellen Unterschied im Führungsstil von Frauen und Männern gibt. Meiner richtet sich danach, mit welchem Mitarbeiter ich es zu tun habe. Manche brauchen wenig Spielraum, einige viel, denen kann ich die „lange Leine“ lassen. Aber natürlich gibt es auch Situationen, in denen man nicht diskutieren kann, in denen Entscheidungen gefragt sind. Die Kunst ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Was bedeutet Geld eigentlich für Sie privat?
Geld bedeutet für mich Sicherheit und Freiheit. Bei Geldanlagen war ich früher spekulativ, jetzt werde ich älter und erfahrener, setze auch auf Aktienfonds. Ich bemühe mich, sehr diszipliniert zu sein, so wie ich es meinen Kunden empfehle, setze ich auf Aktiensparpläne und habe genauso einen Bausparer. Früher habe ich ein bisschen „ausprobiert“, was die Geldanlage betrifft.

Was war Ihre „eigenwilligste“ Geldanlage?
Ich glaubte früher, als Beraterin müsse man in etwas ganz Besonderes investieren. Bei der Wiedervereinigung Deutschlands dachte ich, dass die jetzt wahrscheinlich Häuser bauen wollen, aber nicht aus Ziegel. Deshalb habe ich Aktien von einem Spanplattenhersteller im ehemaligen Osten gekauft. Binnen kurzem hat sich deren Kurs halbiert. Mein Mann meinte damals, das seien Wertpapiere „zum Vererben“. Nach drei bis vier Jahren aber konnte ich sie sogar mit einem kleinen Gewinn verkaufen.
 

Foto: RLB OÖ

 

Ein effizientes Steuersystem ist für die Unternehmerin und Politikerin der Schlüssel zu einer gesunden Wirtschaft.

 

„Durch gezielte Investitionen in Forschung, Technologie und Digitalisierung können neue Wachstumsfelder erschlossen und die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft gestärkt werden. Besonders wichtig ist die Unterstützung von KMUs bei der Digitalisierung“, so Melanie Eckhardt. Gerade im Burgenland sollten regionale Unternehmen und nachhaltige Tourismusprojekte gefördert werden, um Arbeitsplätze zu sichern und die lokale Wertschöpfung zu erhöhen. Auch eine effizientere Verwaltung und der Abbau unnötiger Bürokratie können Unternehmen entlasten und öffentliche Mittel einsparen.

Eine strikte Kontrolle der öffentlichen Ausgaben und die Vermeidung unnötiger Verschuldung sind unerlässlich. Eckhard spricht sich klar für eine Senkung der Einkommensteuer und der Abgabenquote für mittlere Einkommen aus, um die Kaufkraft zu stärken und den Konsum anzukurbeln. Auch steuerliche Anreize für Unternehmen, die in Forschung, Entwicklung und nachhaltige Technologien investieren, können Innovationen fördern und langfristig zu einem höheren Wirtschaftswachstum beitragen.

Trotz Fortschritten gibt es leider immer noch große Ungleichheiten in der Arbeitswelt. Um die Gleichstellung der Geschlechter und die soziale Gerechtigkeit zu fördern, schlägt Eckhardt folgende Maßnahmen vor: Flexible Arbeitszeitmodelle könnten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, was insbesondere Frauen zugute käme, die häufig den Großteil der Familienarbeit übernehmen. Gezielte Förderprogramme und Mentoring sollen den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen und ein Netzwerk für weibliche Führungskräfte aufbauen. Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen sind entscheidend. Spezielle Programme zur Förderung von Mädchen und Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sollen eingeführt werden.

Foto: Privat 

Melanie Erasim vertritt eine klare Position: Runter mit den Steuern überall dort, wo tatsächlich Leistung für Österreichs Wirtschaft und Österreichs Arbeitnehmer generiert wird. 

 

Die ungebremste Vermögensanhäufung einiger Weniger müsse endlich gerecht besteuert werden, so Melanie Erasim. Ähnlich sieht es bei Unternehmen aus: „Es gibt unzählige kleine und mittlere Unternehmen, die brav relativ hohe Steuern zahlen. Und dann gibt es internationale Konzerne, die sich mit verschachtelten Geschäften über Irland und die Niederlande fast jeder Besteuerung entziehen. Hier muss vor allem die Europäische Union diesem unionsinternen Steuerwettbewerb einen Riegel vorschieben“, so Erasim, die sich auch für eine Re-Industrialisierung ohne rauchende Schlote ausspricht.

Mit dem Transformationsfonds habe die SPÖ dazu bereits eine wichtige Maßnahme vorgeschlagen. Darüber hinaus brauche es auch eine Trendwende in der Verkehrspolitik. „Die grüne Ministerin Gewessler hat zwar immer wieder markige Überschriften präsentiert, das von uns geforderte Klimaticket umgesetzt, aber letztlich zu wenig für die Verbesserung der Situation der Pendlerinnen und Pendler getan. Die Klimawende ist vor allem eine Verkehrswende, und daher müssen nicht nur attraktive Ticketpreise, sondern auch zuverlässige und pünktliche Zug- und Busverbindungen gewährleistet sein.“ Die nächste Bundesregierung müsse vor allem den Scherbenhaufen der Verteuerung aufräumen, die Klientelpolitik für Reiche und grüne Parteifreunde beenden und in Zukunftsbranchen und die Qualifikation der Arbeitnehmer investieren. „Was nicht passieren darf, ist ein Kaputtsparen der Wirtschaft durch pauschale Sparmaßnahmen“, so Erasim.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung

Ein wichtiges Thema ist für die Politikerin auch der Gender Pay Gap - also der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Während dieser in Wien bei 3,2 Prozent liege, verdienen Frauen in Niederösterreich im Schnitt immer noch mehr als 11 Prozent weniger als Männer.

Dafür gebe es Gründe: „In Wien ist der Gratiskindergarten längst verwirklicht, Niederösterreich hinkt hinterher, Wiens Frauen sind mobiler, vor allem durch das einzigartige Öffi-Netz, auch die Förderung von Frauen in Spitzenpositionen in der Stadt und im stadtnahen Bereich wird dort viel konsequenter verfolgt als bei uns. Was sicher ein bisschen wirken würde, wäre zum Beispiel eine radikale Lohntransparenz in den Betrieben, aber letztlich geht es immer um die tatsächlichen Rahmenbedingungen, die Frauen an ihrem Wohnort, an ihrem Lebensmittelpunkt vorfinden“.

Natürlich könne auf Bundesebene einiges getan werden, wie etwa der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr. Als Tourismussprecherin der SPÖ im Nationalrat weiß Melanie Erasim aus vielen Gesprächen mit Frauen, die in der Hotellerie oder im Gastgewerbe tätig sind, dass die Frage der Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor die größten Sorgen sind und damit auch jene Themen, um die sich die Politik in erster Linie kümmern muss. Im Hinblick auf die bevorstehende Nationalratswahl rät die Politikerin allen, nicht auf ihre Stimme zu verzichten. „Denn dann bekomme ich mit ziemlicher Sicherheit ein schlechteres Ergebnis für meine Anliegen, als wenn ich meine Stimme einsetze. Wählen gehen ist also eine Frage der Vernunft und des Hausverstandes. Wer nicht wählen geht und hinterher jammert, braucht sich auch nicht über die Politik zu beschweren“.

Foto: SPÖ

Mag. (FH) Melanie Wallner ist seit Anfang Juli 2019 Leiterin der Marketingabteilung bei STIHL Österreich. Ihre Pläne: Neuausrichtung der Kommunikationsstrategie und Ausbau des Online Bereichs. 

Der international tätige Motorsägen- und Motorgerätehersteller STIHL blickt auf mehr als 50 erfolgreiche Jahre in Österreich zurück und betreut aktuell rund 800 nationale Fachhändler. Mag. (FH) Melanie Wallner (34) verantwortete die Presse- und Medienarbeit von STIHL Österreich agenturseitig als PR-Expertin bereits seit dem Jahr 2014. Nun folgte der Wechsel ins Unternehmen. Mit dem Neueinstieg von Wallner sichert sich das Traditionsunternehmen langjährige Expertise im PR-, Marketing- und TV-Bereich.

„Ich freue mich auf die neue Herausforderung und auch darauf, ab sofort für eine Marke mein gesamtes Know-how und 100 Prozent Leistung zu geben“, sagt Wallner. Auch Mag. Alexander Hembach, Geschäftsführer STIHL Österreich, blickt motiviert in die Zukunft: „Mit Melanie Wallner kommt frischer Wind in unser Marketing. Sie wird auch die digitalen Themen in unserem Haus vorantreiben und ausbauen.“


Breit gefächerte Expertise in der Medienbranche
Die gebürtige Wienerin begann ihre Erfolgsgeschichte als Redakteurin für bekannte TV-Formate. 2014 wechselte sie in die PR-Branche, in der sie zuletzt als Gesellschafterin einer Kommunikationsagentur tätig war. Bereits vor dem Einstieg bei STIHL Österreich war Wallner mitverantwortlich für die Konzeption des aktuellen Online Video-Magazins „STIHL Insight“, das sich an Profis und Händler richtet, und über den unternehmenseigenen YouTube Kanal ausgestrahlt wird.

„Bewegtbild hat mich im wahrsten Sinne des Wortes schon immer „bewegt“. Dank meiner jahrelangen Erfahrung in der TV- als auch Agenturbranche habe ich mich schon früh mit Trends auseinandergesetzt und konnte meine Expertise und Kompetenzen vielfältig ausbauen. Diese werde ich nun auch in der neuen Position gekonnt zum Einsatz bringen“, so Wallner. 

Mission Zukunft in der Kommunikationsarbeit
Die Erweiterung eines ganzheitlichen Marketingkonzepts für den B2B- als auch B2C-Markt, kombiniert mit erfolgsversprechender Pressearbeit und dem Einsatz von digitalen Medien, stehen im Fokus der neuen Marketingleiterin. Durch die Erarbeitung von Kernstrategie-Themen wird sie gemeinsam mit ihrem Team die Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit umsetzen. Dabei werden neben den Profi-Produkten wie der STIHL Motorsäge, für die das Unternehmen weltweite Bekanntheit erlangt hat, speziell Gartengeräte, wie Akku-Produkte, in den Fokus der Arbeit rücken.

„Wir sind in der glücklichen Lage, auf eine hohe Markenbekanntheit und -relevanz aufbauen zu können. Doch unsere Zielgruppen werden immer differenzierter. Als Traditionsunternehmen können wir Sicherheit und Qualität garantieren, aber nun gilt es auch aufzuzeigen, dass wir flexibel und zukunftsorientiert handeln – und das sowohl in unserem Produktportfolio, als auch in der Marketingarbeit“, erklärt Hembach und Wallner ergänzt: „Die Branche verändert sich immer rascher, speziell durch den Online Handel findet ein großer Wandel im Kauf von Gartengeräten statt. Wir müssen hinsehen und unsere Zielgruppen noch besser kennenlernen, um zu wissen, wo ihr Bedarf in der Gartenarbeit liegt.“ 

Foto: Stihl Österreich

Als Wahlkreisabgeordnete steht sie in engem Kontakt mit den Menschen. Ihr Appell: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.

 

„Für die Zukunft setzen wir auf eine Kombination aus deregulierenden und leistungsfördernden Maßnahmen. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der dualen Berufsausbildung, wie die Lehre in Fachkreisen genannt wird. Hier haben wir in den letzten Jahren schon einiges erreicht und ich setze mich dafür ein, dass wir jetzt auch die Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung kostenlos bekommen. Mit der Höheren Berufsbildung haben wir auf gesetzlicher Ebene bereits einen Meilenstein gesetzt und für einen geradlinigen Bildungsweg innerhalb der beruflichen Ausbildungsschiene gesorgt“, sagt Martina Kaufmann.

Warum ihr das so wichtig ist? Weil unser duales Ausbildungssystem weltweit einzigartig und erfolgreich ist. Aber wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen das System weiterentwickeln. Dazu gehört für mich auch, dass wir über die Schaffung von Fachkräfteakademien nachdenken, die flexible Kursstrukturen, digitale Angebote und Kooperationen mit Fachhochschulen und Unternehmen bieten und damit die Berufsschulen weiterentwickeln. Diese Akademien können dazu beitragen, eine modernere und noch praxisnähere Ausbildung zu gewährleisten, von der sowohl die Jugendlichen als auch die Unternehmen profitieren.

Keine Steuern auf Überstunden

Ein gerechtes und effizientes Steuersystem, das Leistung und Innovation fördert, ist für Kaufmann der Schlüssel für eine starke Wirtschaft und eine zukunftsfähige Gesellschaft. „Wir wollen die arbeitende Mitte entlasten. Das sind die rund fünf Millionen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, denen mehr Netto vom Brutto auf dem Lohnzettel bleibt. Zum einen wollen wir den Eingangssteuersatz von 20 Prozent auf 15 Prozent senken, wovon insbesondere auch Pensionistinnen und Pensionisten sowie Menschen mit geringerem Einkommen profitieren. Zum anderen forcieren wir die Abschaffung des Spitzensteuersatzes von 48 Prozent, um jene zu entlasten, die den größten Beitrag zum Steueraufkommen leisten. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu stärken und Beschäftigungsimpulse zu setzen, sollen die Lohnnebenkosten bis 2030 jährlich um 0,5 Prozentpunkte gesenkt werden."

„Außerdem braucht es klare steuerliche Anreize für Vollzeitarbeit in Form eines jährlichen steuerlichen Vollzeitbonus von 1.000 Euro für alle Vollzeitbeschäftigten. Auch Überstunden sollten vollständig steuerfrei gestellt werden, um zusätzliche Anreize für mehr Leistung zu schaffen. Wer über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeitet, soll keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr zahlen müssen“, fordert die Politikerin, der es ein großes Anliegen ist, das in den schwierigen Zeiten von Pandemie, Krieg und Oppositionshetze teilweise verloren gegangene Vertrauen der Bürger in die Politik wiederherzustellen.

Die Bürger müssen motiviert werden, sich politisch zu engagieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Das geht nur gemeinsam. Für mich als Wahlkreisabgeordnete ist es selbstverständlich, mit den Grazerinnen und Grazern im Gespräch zu sein. Als Vertreterin des Wirtschaftsbundes stehe ich aber natürlich auch in engem Kontakt mit den Unternehmerinnen und Unternehmern - schließlich sind sie es, die das unternehmerische Risiko tragen und die Arbeitsplätze schaffen, die unseren Wohlstand sichern.

Foto: PHOTO-SIMONIS

Der Schuldenrucksack der Republik wird immer schwerer. Dennoch ist die Abgeordnete überzeugt: Das Einsparpotenzial ist groß und beläuft sich auf rund zehn Milliarden Euro.

 

Martina Künsberg Sarre betont die Notwendigkeit einer umfassenden Steuer- und Strukturreform in Österreich. Derzeit fließen 43 Cent jedes erwirtschafteten Euros in Abgaben, was die höchsten Steuerniveaus aller Zeiten markiert. Trotz dieser Rekordeinnahmen des Finanzministers tragen zukünftige Generationen aufgrund ineffizienter Strukturen einen immer größer werdenden Schuldenrucksack. Künsberg Sarre sieht vor allem in der Verwaltung und bei Doppelgleisigkeiten zwischen Bund und Ländern erhebliche Einsparpotenziale, die sich laut Studien auf über zehn Milliarden Euro belaufen könnten. Diese Einsparungen sind dringend notwendig, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und gleichzeitig in Zukunftsprojekte zu investieren.

Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und sozialen Gerechtigkeit

Um soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben, setzt Künsberg Sarre auf eine grundlegende Reform des Bildungssystems. In Österreich werde der Bildungsweg bereits im frühen Kindesalter vorgezeichnet, der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung habe nicht den notwendigen Stellenwert. Sie betont, dass Kindergarten und Schule die Startrampen für ein selbstbestimmtes Leben sind. Die Tatsache, dass fast 25 Prozent der 15-Jährigen nicht sinnerfassend lesen oder einfache Rechenaufgaben lösen können, sei alarmierend und zeige den dringenden Handlungsbedarf. Große Herausforderungen erfordern große Antworten, eine klare Vision und den Mut zu tiefgreifenden Bildungsreformen.

Reform des Steuersystems und Förderung individueller Leistung

Künsberg Sarre kritisiert die derzeitige Steuerpolitik, die auf eine breite Umverteilung abzielt, ohne den Arbeitnehmern die notwendige Entlastung zu bringen. In Österreich werden Durchschnittsverdiener wie Spitzenverdiener besteuert, was die Anreize für individuelle Leistung und Innovation mindert. Zudem seien Unternehmen aufgrund des unterentwickelten Kapitalmarktes fast ausschließlich auf Bankfinanzierungen angewiesen. Hier werden bessere Rahmenbedingungen gefordert, um Unternehmen und Einzelpersonen durch ein gerechtes Steuersystem zu entlasten und die Leistungsbereitschaft zu fördern.

Motivation zur politischen Beteiligung

Die Abgeordnete betont die Bedeutung der politischen Partizipation und die Notwendigkeit, dass die Politik Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit anbietet. Politikverdrossenheit entstehe oft aus dem Gefühl, dass politische Prozesse und Entscheidungen nicht die Interessen der Bevölkerung widerspiegeln. Sie ruft dazu auf, das Privileg des Wahlrechts zu nutzen, um Veränderungen herbeizuführen. Gemeinsames Handeln und der Glaube an die Kraft der Demokratie sind unerlässlich, um die Zukunft positiv zu gestalten. Wählen zu gehen ist ein großer und nicht selbstverständlicher Luxus, den es zu nutzen gilt, um die eigene Stimme und Meinung in den politischen Prozess einzubringen.

Foto: NEOS

Modernität, aber vor allem Verantwortungsbewusstsein zählen für sie zu den wichtigsten Elementen in der Politik. Darüber hinaus spielt Nachhaltigkeit für sie persönlich eine große Rolle.

 

Die derzeitige größte Herausforderung ist die mit der hohen Inflation einhergehende Teuerungswelle. Hier werden laufend neue Maßnahmen ergriffen, um den Menschen in Österreich gezielt zu helfen. Wir nehmen die Ängste und Sorgen sehr erst und ergreifen aktiv Maßnahmen, um den Menschen zu helfen. Neben dem Anti-Teuerungspaketen kommt nun auch die Strompreisbremse, welche eine echte Entlastung werden wird“, sagt Martina Kaufmann.

Fokussiert und akribisch arbeiten

Als Bereichssprecherin für die Berufsausbildung und Lehre, sei es ihr Hauptanliegen diese zu fördern und auch zu stärken. Man habe in der Vergangenheit schon einige große Sprünge machen können, aber habe auch noch einiges an Arbeit vor. Durch das steigende Wirtschaftswachstum brauche Österreich in den kommenden Jahren deutlich mehr Fachkräfte als bisher. Diese seien unerlässlich für den Erhalt des Wohlstandes im Land. Daher würden laufend Lehrberufsbilder modernisiert und an die Herausforderungen der heutigen Zeit angepasst, das Berufsausbildungsgesetz wurde novelliert und die Lehre habe heute einen wesentlich höheren Stellenwert als noch vor einigen Jahren.

Darüber hinaus werde, mit der Einführung der Höheren Beruflichen Bildung, ein Weg geschaffen, welcher für eine nahtlos an die Lehre anschließende berufspraktische Höherqualifikation bis auf tertiäres Niveau ermöglicht. Dies eröffne dem bewährten System der dualen Berufsausbildung eine neue Dimension, die persönliche Weiterentwicklung und fachspezifische Weiterbildung in den Mittelpunkt stelle.

„Es liegt schließlich an uns, eine gesicherte Zukunft unserer Kinder zu schaffen und Bildung ist das Fundament für ein sinnerfülltes Leben“, sagt Kaufmann, an der auch die derzeit weitverbreiteten Negativ-Schlagzeilen nicht spurlos vorbei gehen. „Wichtig ist aber einmal mehr, sich davon nicht irritieren zu lassen, sondern weiterhin fokussiert und akribisch zu arbeiten. Die derzeitige Bundesregierung kämpft mit allerlei Problemen, die es bis dato in der Zweiten Republik noch nicht gegeben hat. Unter Berücksichtigung dieser Umstände bin ich der Meinung, dass wir angemessen auf die Probleme unserer Zeit reagieren. Politik lebe, so Kaufmann, nach wie vor vom offenen Diskurs. „Kontinuierliches Schlechtreden jeglicher Ideen ist meines Erachtens wenig zielführend. Vielmehr rate ich allen Menschen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Es liegt an jeder und jedem Einzelnen etwas zu bewegen beziehungsweise zu ändern.“

Foto: Parlamentsdirektion/Photo Simonis

Sie ist eine der besten Journalistinnen des Landes, ihre Arbeitsweise wird geschätzt, ihre Energie bewundert. Ein ABW-Interview mit Dr. Martina Salomon, ab 1. Oktober 2018 KURIER-Chefredakteurin.

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Was macht für Sie die Faszination „Zeitung“ aus?

In keinem anderen Job ist man so nah dran am Lauf der Welt. Kein Tag gleicht dem anderen.

Wie würden Sie Ihre Arbeitsweise beschreiben?

Strukturiertes Chaos.

Sie ist seit zwölf Jahren im Unternehmen, jetzt übernahm sie die Verantwortung für das Kongress- und Veranstaltungsgeschäft der Reed Exhibitions Österreich Gruppe.

 

Austrian Business Woman sprach mit der neuen Frau an der Spitze.

Was waren Ihre bisherigen beruflichen Stationen? Seit wann sind Sie im Unternehmen tätig?

Ich habe von 1998 bis 2004 in San Diego, Kalifornien, gelebt und dort in mehreren großen Kongress-Hotels in unterschiedlichen Positionen gearbeitet. Angefangen habe ich als Assistentin der Verkaufsabteilung und war später operativ bei der Durchführung von Veranstaltungen sowie im Verkauf. 2004 bin ich nach Wien zurückgekehrt, seit 2005 bin ich im Unternehmen tätig.

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