Seit Jahresbeginn ist sie Mitglied des Vorstandes der DONAU Versicherung und hat sich viel vorgenommen. Dr. Edeltraud Fichtenbauer im Austrian Business Woman-Porträt.

 

Nach dem Jus-Studium war sie als selbstständige Rechtsanwältin tätig. Zu ihren Kunden zählten namhafte Banken und Versicherungen. Von 2007 bis September 2016 war sie Aufsichtsratsmitglied des Wiener Städtischen Versicherungsvereins. Seit 2016 leitet sie die Rechtsabteilung der Vienna Insurance Group. Und nun der nächste Karriereschritt: Seit Jahresbeginn ist sie im Vorstand der DONAU Versicherung. Dr. Edeltraud Fichtenbauer im ABW-Porträt.

Neben jenen Bereichen, für die der Gesamtvorstand zuständig ist, fallen in meine Verantwortung die Gebiete Recht, Compliance, Geldwäscheprävention, Leben- und Krankenversicherung. Für diese Bereiche gilt, dass die ständige Veränderung und Weiterentwicklung die einzige Konstante ist. Die Notwendigkeit tagesaktuell informiert zu sein und die Bereitschaft unverzüglich die erforderlichen Schritte einzuleiten, machen diese Tätigkeit besonders spannend und interessant. Meine positiven Erwartungen in Bezug auf diese Tätigkeiten haben sich voll und ganz erfüllt“, so Dr. Fichtenbauer, die seit Anfang des Jahres im Vorstandsteam der DONAU Versicherung ist. 

Gute Erträge bei hoher Sicherheit

Die größte Herausforderung sieht sie ich in dem Erfordernis als Unternehmen rasch und flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Dazu brauche es eine schlanke Organisation, höchstmögliche Fachkompetenz sowie Einsatzfreude bei den Mitarbeitern. „Unsere Produkte müssen den Kundenbedürfnissen gerecht werden, die sich ebenso wie die Marktbedingungen laufend ändern“, sagt die Vorständin

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen könne man im Bereich der Lebensversicherung den Kunden gute Erträge bei gleichzeitig hoher Sicherheit bieten. „Statistiken zeigen, dass in Zukunft die Problematik des Gender Pension Gaps, also die Pensionslücke bei Frauen, ein ansteigendes Pflegeerfordernis und im Gesundheitsbereich der Vorteil einer privaten Krankenversicherung besondere Bedeutung erlangen. Die DONAU Versicherung ist hier ausgezeichnet positioniert. Mit unserer Produktvielfalt treffen wir die Kundenbedürfnisse sehr genau“, so Fichtenbauer, die sich auch für neue Technologin – sofern diese für die Versicherung und die Kunden nützlich sind – interessiert.

In den unterschiedlichen Bereichen, wie etwa der Cybersicherheit und der Risikobeurteilung sei es bereits möglich, dank neuer Technologien eine laufend verbesserte Effizienz herzustellen. Künstliche Intelligenz werde in Zukunft immer mehr helfen, die Risikokosten exakt zu kalkulieren, damit könne man in absehbarer Zeit die Produkte noch besser an die Kundenbedürfnisse anpassen. 

In manchen Sparten, wie zum Beispiel der Reiseversicherung, sei der digitale Vertrieb bereits verwirklicht. Wo es aber um langfristige, sensible Entscheidungen gehe, etwa bei der Pensionsvorsorge mit einer klassischen Lebensversicherung, sollte alleine schon im Interesse der Kunden der Wert, den die persönliche Beratung bietet, erkannt werden. „Als Versicherung haben wir höchstes Interesse daran, unseren Kunden die beste Lösung anzubieten. Unser Ziel sind langfristig zufriedene Kunden, persönliche Beratung ist dafür ein wesentliches Erfordernis.“

Die DONAU habe eine regionale Strategie, die die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stelle, umfassende Versicherungslösungen zur Absicherung der Kunden und sie biete Sicherheit gepaart mit langjähriger Erfahrung.

„Eine Versicherung muss einfach erreichbar  und für ihre Kunden da sein“, bringt es Fichtenbauer auf den Punkt. Die Donau sei gerade in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung ein Ansprechpartner unmittelbar vor Ort. Das könne man mit neun Landesdirektionen in allen Landeshauptstädten und 70 Geschäftsstellen garantieren. Das umfangreiche Serviceangebote reiche von Assistanceleistungen im Schadenfall bis hin zur Beratung über das beste Fondsveranlagungsprodukt, sagt Dr. Fichtenbauer, die ihr Jus-Studium als ein ausgezeichnetes Fundament für die Aufgaben im Top-Management sieht. Denn die Versicherungsbranche war gerade in rechtlichen Bereichen in den letzten Jahren einer sehr herausfordernden Entwicklung ausgesetzt. 

Foto: Petra Spiola

 

Die österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) zeichnete zum 33. Mal die besten Projekte und Vorbilder im Bereich Nachhaltigkeit aus.

 

Mit dem Preis in der Kategorie „Frauen in der Umwelttechnik“ wurde Dorothea Sulzbacher, Geschäftsführerin und Gründerin der Lite-Soil GmbH (Wien) ausgezeichnet. Das 2015 gegründete Unternehmen entwickelt innovative wassersparende Bewässerungssysteme. Die Jury beeindruckte vor allem der eindrucksvolle Karriereweg der Juristin und Wirtschaftswissenschafterin. Sie schaffte es, sich in einem männerdominierten Technologieunternehmen durchzusetzen und ist heute Erfinderin mit eingetragenem Patent. Das Preisgeld von 5.000 Euro wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zur Verfügung gestellt.

Niederösterreich soll durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu einer führenden Green Smart Region in Europa werden.

 

„Niederösterreich setzt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Mit diesen Schwerpunkten soll das Bundesland zu einer der führenden Green und Smart Regions in Europa werden. Der digitale Wandel und der effiziente Umgang mit Ressourcen, insbesondere durch Kreislaufwirtschaft, stehen dabei im Mittelpunkt. Der sparsame Umgang mit Steuergeldern ist dabei unerlässlich. Dennoch sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen notwendig, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Wir investieren gezielt in Kinderbetreuung und Wohnbau, da diese Bereiche von großer Bedeutung sind“, so Doris Schmidl, die darauf hinweist, dass ein effizientes Steuersystem entscheidend für eine gesunde Wirtschaft ist.

„Die Abschaffung der kalten Progression durch die Bundesregierung sorgt dafür, dass die Steuerstufen automatisch an die Inflation angepasst werden. Das bedeutet, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedes Jahr mehr Netto vom Brutto haben, was eine gerechte Entlastung darstellt“.

Ein aktuelles und zukünftiges Thema sei die Förderung der Vollzeitbeschäftigung. „Angesichts des Arbeitskräftemangels braucht es Anreize, um Teilzeitbeschäftigte in Vollzeit zu bringen. Dies ist wichtig, um den Wohlstand der Gesellschaft zu sichern, denn nur durch eine gerechte Teilhabe aller kann ein nachhaltiger Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet werden“, so die Abgeordnete, die auch ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der sozialen Gerechtigkeit fordert. „Junge Frauen sollen ermutigt werden, technische Berufe zu ergreifen, da diese besser bezahlt sind. Außerdem sollte die Selbstständigkeit gefördert werden, indem Frauen mit guten Ideen unterstützt werden. Die Politik spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, wie etwa der Verbesserung der Kinderbetreuung und der Förderung von Unternehmensgründungen. Dank dieser Maßnahmen entsteht in Niederösterreich jedes fünfte neue Unternehmen.

Foto: ÖVP NÖ

Seit Beginn des Wintersemesters verstärkt sie die Geschäftsführung der FH Campus Wien als Chief Operating Officer. Ihr Ziel: Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung noch stärker auf allen Ebenen der Organisation zu verankern.

 

Können Sie uns bitte kurz Ihren beruflichen Werdegang schildern?

Ich habe Bauingenieurwesen mit Vertiefung in Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Wien studiert. Anschließend habe ich das Doktoratsstudium an der University of Nottingham und an der Technischen Universität Wien absolviert. Danach war ich in verschiedenen Funktionen in der Baubranche tätig, etwa als Stabsstellenleiterin und Gruppenleiterin im STRABAG-Konzern, in dem ich die Stabsstelle Claims & Controlling geleitet und als Projektleiterin das österreichweite Großprojekt LKW-Maut Bau verantwortet habe. Darüber hinaus war ich Mitglied im Aufsichtsrat der Asfinag BMG.

Ich habe die Ziviltechnikerprüfung abgelegt, eine Ausbildung zur Qualitätsmanagerin, Diplomierten Mentaltrainerin und Diplomierten Resilienztrainerin abgeschlossen und war gerichtlich eingetragene Mediatorin für Bau- und Wirtschaftsmediation. An der FH Campus Wien habe ich seit 2004 den Masterstudiengang Bauingenieurwesen-Baumanagement und seit 2011 das übergeordnete Department Bauen und Gestalten mit zuletzt acht Studiengängen und Hochschullehrgängen geleitet. Seit September 2023 bin ich als COO Teil der Hochschulleitung der FH Campus Wien. Aktuell bin ich zudem noch geschäftsführende Gesellschafterin bei Construction Solution Holding GmbH und Geschäftsführerin bei der ECC-Bauprozessmanagement GmbH aus. 

Was schätzen Sie an Ihrer neuen Tätigkeit in der Geschäftsleitung?

Ich war viele Jahre in leitender Funktion an der FH Campus Wien im Department Bauen und Gestalten tätig. Dass sich an der FH eine neue Herausforderung für mich ergab, hat sich einfach gut gefügt. Meine Aufgaben zuvor waren auch abwechslungsreich, aber eben auf das Thema Bau/Baumanagement und Architektur fokussiert.

Als COO habe ich ein wesentlich breiteres Tätigkeitsfeld, was mir sehr zusagt. Ich kann den guten Spirit hier an der FH nun in einer anderen Rolle weitertragen. Und ich kann in meiner neuen Funktion einen Beitrag dazu leisten, die FH Campus Wien in eine gute Zukunft zu führen, aber auch die Zukunft des Studierens an der FH aktiv mitgestalten. 

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Ich pflege einen sehr kooperativen Führungsstil. Im akademischen Umfeld bin ich von Experten ihres jeweiligen Fachs umgeben. Es versteht sich für mich von selbst, diese Expertise wahrzunehmen, anzuerkennen und wertschätzend sowie auf Augenhöhe zu führen. Es ist mir wichtig, meinem Gegenüber Vertrauen zu signalisieren und Freiräume für Kreativität und Innovation nicht nur zuzulassen, sondern auch zu fördern.

Welchen Rat haben Sie für Frauen, die im Bildungsbereich Karriere machen wollen? 

Ich wünsche mir, dass Frauen das Selbstvertrauen entwickeln, das Männer oft ganz selbstverständlich an den Tag legen und dass Frauen sich mehr zutrauen und aktiv mitgestalten. Ich denke, es ist erfüllend, eine hohe Identifikation und Begeisterung für die Tätigkeit mitzubringen, seine Berufung zum Beruf zu machen, intrinsische Motivation zu entwickeln. Wenn das passiert, kann man auch leichter Selbstvertrauen entwickeln, deshalb ein Appell an alle Frauen: „Traut euch und traut es euch zu!“ 

Ihre Ziele für 2024? 

Mein erklärtes Ziel ist, das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben und Aus- und Weiterbildungsangebote an der FH Campus Wien und an unserer Campus Wien Academy zu erweitern. Und natürlich, den aktuell laufenden Standortausbau reibungslos zu einem guten Ende zu bringen. Wünschen würde ich mir eine Basisfinanzierung für die so wichtige Forschung an den Fachhochschulen.

Außerdem wünsche ich mir, dass weiterhin viele begeisterungsfähige junge Menschen ihr Studium mit Interesse und Engagement verfolgen und erfolgreich an der FH Campus Wien abschließen. Denn der Arbeitsmarkt braucht unsere perfekt ausgebildeten Absolventen dringend.

Foto: FH Campus Wien/Schedl

Die Glaubwürdigkeit der Politik wurde durch Skandale und Kurs-Krisen schwer erschüttert. Dennoch ist Doris Bures überzeugt: Wir haben eine starke und stabile Demokratie.

 

„Die multiplen Krisen unserer Zeit, die vielen Korruptionsskandale und die einfachen Antworten populistischer Vereinfacher haben Ansehen und Glaubwürdigkeit gekostet. Nur Integrität und eine Politik, die sich an den realen Lebensproblemen der Menschen orientiert, kann hier substanzielle Verbesserungen bringen“, so Bures, die zugleich betonte, dass wir eine starke und stabile Demokratie haben. Politik müsse durch Klarheit, Transparenz und Konsequenz überzeugen. Hier gebe es noch viel zu tun.

Unser Land habe den heutigen Wohlstand nur auf der Basis von sozialem Frieden, Solidarität und Leistungsgerechtigkeit erreicht. Wenn dieser soziale Zusammenhalt brüchig werde, sei es auch um unseren Wohlstand und die gesellschaftliche Stabilität schlecht bestellt, so Bures, die sich für eine solidarische Verteilung der enormen Kosten der Pandemie, der Klimakrise und der Kriegsfolgen des Ukraine-Konflikts einsetzt.

„Die Regierung hat hier mit einer undifferenzierten Gießkannenpolitik das Bundesbudget extrem strapaziert. Die Gegenfinanzierung dieses waghalsigen Kurses ist offen. Deshalb brauchen wir eine gerechtere Steuerstruktur, die Arbeit entlastet, aber Vermögen und ökologisches Fehlverhalten belastet“. Die Klimakrise erfordere einen gigantischen Transformationsprozess, der unsere Art zu leben und zu wirtschaften grundlegend verändern werde. „Dieser Weg wird aber nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn wir die Menschen in Österreich mitnehmen und überzeugen können. Weder mit Verboten noch mit irritierenden Provokationen wird das gelingen“.

Foto: Rigaud

Sie geht auf die Menschen zu und es ist ihr wichtig, das Vertrauen in demokratiepolitische Prozesse zu erneuern und zu definieren.

 

Bitte beschreiben Sie uns Ihre politische Arbeitsweise?

Besonders wichtig ist mir der ständige Austausch mit den Menschen, um zu erfahren, welche Wünsche und Sorgen sie haben und wo ihre Probleme liegen. Ich will mich ernsthaft bemühen, den Menschen konkret zu helfen und immer mein Bestes zu geben, auch wenn die Lösung vielleicht nicht immer dem gewünschten Ergebnis entspricht. Aus diesen Rückmeldungen und Informationen sollen dann gesellschaftspolitische Maßnahmen abgeleitet und demokratiepolitische Prozesse und Entscheidungen entwickelt werden.

In den vielen Gesprächen und Diskussionen, die ich führen darf, mache ich immer wieder bewusst, dass unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen sein dürfen und ihre Berechtigung haben. Diskussionen darüber sind auf einer wertschätzenden Basis erwünscht und Meinungen dürfen auch geändert werden, basieren auf Grundlagen, die sich oft ändern oder auf zusätzlichen Erkenntnissen, die man sich in der Folge oft noch aneignet.

Was ist zu tun, um die Chancengleichheit zu verbessern?

Unsere Politik darf nicht weiter zu einer „Bittsteller-Situation“ führen, nicht die wirtschaftlich Schwachen müssen bekämpft werden, sondern die Armut an sich. Dazu braucht es mehr Verteilungsgerechtigkeit, insbesondere bei Vermögen und Einkommen. Vor allem Bildung darf nicht vom Elternhaus und vom Geburtsort abhängen. Wir brauchen in Österreich dringend eine Vermögenssteuer und eine Wertschöpfungsabgabe und dafür trete ich ein.

Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Parteien verbessert werden?

Es ist wichtig, das Vertrauen in unsere demokratischen politischen Prozesse wiederherzustellen und zu definieren. Eine Art ethnischer Rat, dem Mitglieder aller politischen Parteien, der Medien und der Bürger angehören, könnte hier Abhilfe schaffen. Dieser könnte Parameter für die Zusammenarbeit festlegen und deren Einhaltung laufend überprüfen und weiterentwickeln. Ich selbst bemühe mich um einen respektvollen und sachlichen Umgang mit den Kollegen der eigenen Partei und der Konkurrenz.

Ihr Ansatz zum Thema Klimakrise?

Das Thema Klimakrise betrifft uns in vielen Lebensbereichen und ist eine Querschnittsmaterie, die ich grundsätzlich in meine Entscheidungen und Diskussionen einbeziehe und in den Mittelpunkt meiner täglichen Arbeit stelle. Klima-, Umwelt- und Artenschutz sowie Nachhaltigkeit und ressourcenschonender Umgang sind Aufgaben für jeden Einzelnen, wobei Umfang und Form sehr unterschiedlich sein können und im Rahmen der individuellen Möglichkeiten liegen müssen. Wir Erwachsene tragen Verantwortung dafür, dass wir unseren Kindern und Jugendlichen, aber auch allen anderen Menschen eine lebenswerte Welt hinterlassen, jeden Tag und in jedem Augenblick.

Foto: Mec Greenie

In einer Zeit, in der multiple Krisen tiefe Gräben in unsere Gesellschaft gerissen haben, braucht es Verantwortung, um die Anliegen und Bedürfnisse der Landsleute in den Mittelpunkt zu stellen.

 

„Ich engagiere mich politisch – um Verantwortung zu übernehmen und die Anliegen der Leute, die ich tagtäglich treffe mit in den niederösterreichischen Landtag zu nehmen. Ich verstehe mich selbst als ein Sprachrohr für meine Region im Landesparlament“, sagt Doris Schmidl. Politik bedeutet für die Landwirtin, zuhören und sich für die Anliegen aller einsetzen zu können – über Parteigrenzen hinweg. Polemik und Polarisierung hält sie für den falschen Weg, um Stabilität und Zusammenarbeit sicherzustellen. „Die Leute wollen, dass gearbeitet wird – dass wichtige Maßnahmen angepackt und Projekte umgesetzt werden“, so Schmidl.

Sie sei kein Mensch, der nur zusieht und abwartet. Sie höre zu und arbeite an Lösungen. Dafür sei es auch wichtig, über den Tellerrand zu blicken um neue und auch andere Sichtweisen zuzulassen. „Als Politikerin ist es mir wichtig, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, die uns in Niederösterreich Lebensqualität sichern. Wir können uns im Land auf ein engmaschiges Netz an freiwilligen Vereinen verlassen, die Zusammenarbeit zwischen den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern funktioniert also. Unsere Aufgabe ist es, diesen Zusammenhalt auch weiterhin zu fördern. Politische Gräben, die entstanden sind, versuchen wir durch konsequente Arbeit zuzuschütten.“

Maßnahmen für Familien

Österreich sei eines der reichsten Länder auf einem der reichsten Erdteile. Niederösterreich sei wiederum das Bundesland mit den höchsten Einkommen und der niedrigsten Armutsgefährdung. „Wovor wir aber auch nicht verschont bleiben, sind globale Krisen und Trends. Unsere Arbeitswelt ändert sich, auch aufgrund dessen sind Themen wie Familie und Kinderbetreuung eine wesentliche Zukunftsfrage. Für mich soll es keinen Unterschied machen, ob jemand in der Stadt oder am Land lebt. Jede Familie soll die gleichen Voraussetzungen vorfinden – das beginnt bei leistbarem Wohnraum und endet bei einem Betreuungsplatz für die Kleinsten. Auch aus diesem Grund haben wir uns in den letzten Jahren bei diesen beiden Themen stark gemacht – mit unseren Maßnahmen für leistbares Eigentum und der blau-gelben Betreuungsoffensive für unsere Kleinsten. Wir werden aber auch in Zukunft zielgerichtete Maßnahmen setzen, um unsere Familien zu unterstützen – und damit die Chancen künftigerer Generationen zu fördern.“

Zielsetzung Energieunabhängigkeit

Als Bäuerin haben Klima und Umwelt für sie einen hohen Stellenwert. Umwelt und Landwirtschaft seien eng miteinander verwoben. Regionale Landwirtschaft, landwirtschaftliche Betriebe als Energielieferanten – all das seien Themen, die eine gute und sichere Zukunft liefern können. „Aber natürlich sind wir auch beim Thema Energieunabhängigkeit auf einem guten Weg in Niederösterreich – den wir weiter forcieren. Wir nehmen hier bundesweit heute bereits eine Vorreiterrolle ein. Wir produzieren mehr als die Hälfte der österreichischen Windenergie und rund ein Viertel der Photovoltaik-Energie. Beim Wind werden wir die Leistung bis 2035 verdreifachen und bei der Photovoltaik bis 2030 vervierfachen. Damit schonen wir nicht nur die Umwelt, sondern machen uns auch unabhängiger von Energie-Importen.“

Foto: Doris Schmidl/ÖVP NÖ

Sie ist Lehrerin und Bundesrätin – beide Jobs bedeuten ihr viel, denn sie gestaltet in beiden Bereichen die Zukunft des Landes.

 

Wie gestalten Sie die Zukunft des Landes?

Ich bin ja nicht nur Bundesrätin, ich unterrichte weiterhin mit einer halben Lehrverpflichtung an einer Mittelschule in Niederösterreich. Wenn man es so formulieren will, gestalte ich im übertragenen Sinne jeden Tag ein bisschen die Zukunft des Landes mit. Gerade als Pädagogin hat man eine große, verantwortungsvolle Aufgabe – die Kinder und Jugendlichen von heute ein Stück auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes, geglücktes Leben als Erwachsene von morgen zu begleiten. Egal ob Bundesrätin oder Lehrerin: Beides wunderschöne Aufgaben, die ich so gerne und mit viel Freude und Power angehe.

Ihre Einschätzung der aktuellen politischen Lage? Wie gehen Sie damit um?

Gesamtgesellschaftlich nehme ich einen immer stärker werdenden Opportunismus wahr. Bestimmte politische Kräfte – besonders aus dem rechten und konservativen Lager – nutzen dies aus, um ihr politisches Kleingeld damit zu wechseln. Sie nehmen bewusst in Kauf, dass die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet.

Um dies aufzuzeigen und dagegenzuhalten braucht man mitunter schon sehr viel Energie. Aber ich bin ein optimistischer Mensch und mir sicher, dass es auf lange Sicht ein solidarisches Zusammenspiel der Gesellschaft geben wird. Für mich persönlich ist es momentan eine große Challenge, auf kurze Auszeiten zu achten. Phasenweise muss ich achtgeben, nicht in eine Art Hamsterrad zu geraten. Ich arbeite daran.

Was ist Ihnen bei der politischen Arbeit wichtig?

Es mag vielleicht nicht mehr modern klingen, aber es sind immer noch die Grundwerte der Sozialdemokratie, die mich auf meinem politischen Weg ständig begleiten und an denen ich mich orientiere. Denn diese sind aktueller und moderner denn je. Besonders wichtig sind mir Solidarität und Zusammenhalt: Das Wir ist immer stärker und kräftiger als das Ich allein.

Oder umgekehrt ausgedrückt: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo jene des Anderen beginnt. Gerechtigkeit ist ein ebenso hohes Gut für mich. Das war auch mein ursprünglicher Anreiz, mich schon früh politisch zu engagieren. Ungerechtigkeiten sind mir schon als Jugendliche auf die Nerven gegangen. Ein weiterer Antrieb von mir ist das Ziel dazu beizutragen, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Und im Moment gibt es eben viel, dass es zu verbessern gilt. Das merkt, wenn man den Menschen zuhört. Da kommen viele Sorgen und Herausforderungen ans Tageslicht. Ich bin grundsätzlich lösungsorientiert veranlagt und versuche, meine Ideen und Ansätze einzubringen, wo es geht. 

Wie kann die Politik ihr Image verbessern?

Das Bedürfnis nach Sicherheit und Vertrauen muss wieder befriedigt werden. Politik darf auch niemals dem Selbstzweck dienen. Politiker haben eine starke Vorbildwirkung und sollten das ihre dazu beitragen. Ich bin für einen Wettbewerb der besten Ideen und gegen ein gegenseitiges Abwerten. Mein Rat: Hören sie den Politikern stets genau zu. Nicht immer sind die einfach klingenden Botschaften und Slogans jene mit den besten Absichten. Im Zweifel halte ich es mit einem einfachen Prinzip, das ich jedem nur ans Herz legen kann: Aufregen alleine ist mir zu wenig, ich will mitgestalten und Alternativen aufzeigen.

Foto: Friedl und Schmatz
 

Ihr Vater hat sie politisch geprägt. Er war Gewerkschafter und Gemeinderat. Als Kind hat sie ihn dabei begleitet, wenn er Wahlplakate aufgehängt hat.

 

Sie engagierte sich in der Jugend-Politik, später ist sie in die Landespolitik eingetreten.

„Als Soziallandesrätin bin ich ganz nah am Leben der Menschen und ihren Nöten und Sorgen. Ich setze mich dafür ein, dass wir, jeder einzelne, aber auch als Gesellschaft hin- und nicht wegschauen. Jede und jeder hat eine zweite Chance verdient. Moderne Sozialpolitik hilft den Betroffenen dabei, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und durchs Leben zu gehen“, sagt Doris Kampus, die als gute Politikerin die Augen und Ohren stets bei den Menschen hat, mit beiden Beinen im Leben steht und allen mit Respekt und Wertschätzung begegnet.

Ihr Mittel gegen Politikverdrossenheit: „Meine Erfahrung und Überzeugung ist, dass es die Menschen sehr schätzen, wenn man ihnen offen und ehrlich sagt, was Sache ist. Die Menschen erwarten das von Politikern, und sie halten es auch aus.“ Ihr vorrangigster politischer Wunsch: „Ich wünsche mir und setze mich für eine gerechte Gesellschaft ein, in der Frauen tatsächlich die gleichen Lebenschancen und sozialen Sicherheiten haben wie Männer.“

Foto: Peter Drechsler

Doris Hofstätter kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Seit mehr als dreißig Jahren arbeitet sie bei der BKS Bank und ist – auch dank Frauenkarriereprogramm – erfolgreich in einer Führungsposition. 

 

"Seit Februar 1989 arbeite ich bei der BKS Bank. Ich war 25 Jahre lang in einer Filiale in St. Veit an der Glan tätig und wechselte 2013 in eine andere Filiale“, erzählt Doris Hofstätter. Nach Absolvierung des hauseigenen Frauenkarriereprogramms übernahm sie vor vier Jahre die Leitung der Pörtschacher Filiale. Seit Juni des Vorjahres steht die erfahrene Bank-Expertin der Filiale „Ost“ in Klagenfurt vor – eine der größten und erfolgreichsten BSK-Zweigstellen in Kärnten mit mehr als 5.000 Kunden.

Das Geheimnis des Erfolgs? „Ich denke, es hat etwas damit zu tun, dass die BKS Bank einen sehr guten Ruf genießt und das wir über viele Jahre hinweg das Vertrauen der Kunden gewinnen konnten“, so Hofstätter. Auch durch positive Mundpropaganda und nicht zuletzt dank der vermittelten Kompetenz und des intensiven Kundenkontaktes punkte man bei den Menschen. 

Doris Hofstätter, Leitern von Kärntens größter BKS-Filiale

Im Gespräch mit Austrian Business Woman fordert die zweite Nationalratspräsidentin, dass den heimischen Unternehmen wesentlich schneller und unbürokratischer geholfen werden müsse.

 

Welche Folgen der Corona-Krise fürchten Sie am meisten?

Davor, dass wir die Hoffnung aufgeben und uns von Angst leiten lassen. Angst ist ein schlechter Berater. Das gilt in der Politik genauso wie in der Wirtschaft. Unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker ist es nicht Angst zu machen, sondern Ängste zu nehmen. Viele Menschen sind arbeitslos geworden oder in Kurzarbeit beschäftigt, zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer wissen nicht wie es weitergehen soll. Sie alle machen sich berechtigte Sorgen um ihre Zukunft und ihre Familie. Wir dürfen sie jetzt nicht alleine lassen, sondern ihnen Hoffnung, Mut und Zuversicht geben.

Prok. Doris Ragetté ist Head of Research & Communications des Audiovermarkters RMS Austria. Ein ABW-Porträt über eine Frau, die genau weiß, welche Zutaten für geschäftlichen Erfolg wichtig sind.

 

Doris Ragetté startet ihre berufliche Laufbahn 1987 in der Marketingabteilung der Tageszeitung „Kronen Zeitung“. Danach folgte sie ins Marktforschungsinstitut Fessel-GfK als Studienleiterin der Medienforschung. 1995 erfolgte ein Wechsel wieder auf Medienseite als Marktforschungsleiterin des Trend-Profil-Verlages.

Im Jahr 1998 – mit dem flächendeckenden Start der Privatradios in Österreich – zieht es Doris Ragetté zum Privatradio-Vermarkter RMS Austria, wo sie als Head of Research & Communications verantwortlich ist. Mit Dezember 2011 wurde Ragetté als Prokuristin der RMS Austria bestellt. Weiters ist Ragetté Mitglied der Technischen Kommission Radiotest, Mitglied im Programm-Ausschuss der Media- Analyse sowie Mitglied der Technischen Kommission des Media Servers. Darüber hinaus ist sie als Lehrbeauftragte an diversen Ausbildungsstätten tätig. An ihrer Tätigkeit schätzt sie besonders die Abwechslung. Und den Austausch, die Gespräche mit Kollegen/-innen – sowohl intern als auch extern.

Donauschifffahrten boomen, nicht zuletzt dank attraktiver Angebote. Austrian Business Woman sprach darüber mit Mag. Doris Größ-Menzinger, Leiterin des Bereichs Charter und Events der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH.

 

Wo sehen Sie in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen für die DDSG?

Mehr als 300.000 Passagiere sind jährlich auf den DDSG Blue Danube Schiffen zwischen den touristischen Hot Spots Melk, Krems, Wien und Bratislava unterwegs, Tendenz steigend. Da ist es für uns natürlich wichtig, den Gästen ein einzigartiges Erlebnis an Bord bieten zu können und den Kontakt auch zu neuen, jungen Zielgruppen aufrecht zu erhalten. Daher investieren wir fortwährend in die Renovierung unserer Flotte. Soeben wird unsere MS Wachau komplett umgestaltet und in neuem Chic mit maritimem Flair ausgestattet. Dabei setzen wir darauf, unsere Gäste die Donau tatsächlich erleben zu lassen: Wir bauen das Heckfreideck zur „Donauterrasse“ zum Chillen & Relaxen um, entlang der Reling bieten sich einzigartige Ausblickspunkte auf die Landschaft und das von den Schiffsschrauben aufgewühlte Wasser.

Zudem denken wir darüber nach, wie wir auch zukünftige Generationen für das Thema Schifffahrt begeistern können. In einem Zeitalter, wo sich die Passagierschifffahrt auf der Donau zu einem reinen Freizeitthema entwickelt hat, ist unser Mitbewerb vielfältig geworden. Da gilt es, den Kontakt zum Kunden nicht zu verlieren. Man muss sich jeden Tag aufs Neue Fragen: Was macht die Schifffahrt mit der DDSG Blue Danube einzigartig und attraktiv für die Gäste? Natürlich verändert sich da auch der Markenauftritt. Wir arbeiten daran, das Thema Schifffahrt aus einer vielleicht etwas verstaubten, altbackenen Ecke zu holen und in ein neues Licht zu setzen. Die Themen Spaß und Genuss sollen dabei im Vordergrund stehen, wir möchten, dass unsere Gäste „Glücksmomente am Schiff“ erleben.  

Bereits im Alter von 18 Jahren war Doris Bures eine überaus engagierte, politische Frau. Sie ist es bis heute geblieben und setzt sich als Nationalratspräsidentin für ein offenes, lebendiges arbeitendes Parlament ein.

 

Vor zehn Jahren übten Sie Ihr erstes Ministeramt aus – was ist Ihnen von damals besonders stark in Erinnerung geblieben?

Dass es eine große Ehre und vor allem auch sehr große Verantwortung ist, für Österreich an so exponierter Stelle zu arbeiten.

Hätten Sie sich vor zehn Jahren vorstellen können, einmal Nationalratspräsidentin zu sein?

Nein. Damals investierte ich meine ganze politische Kraft und Energie in meine Aufgabe als Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst.

Sie sind seit bald drei Jahren Nationalratspräsidentin – Ihr bisheriges Resümee?

Zu meinem Amtsantritt habe ich mich für ein lebendiges, selbstbewusstes und arbeitendes Parlament ausgesprochen. Das hat sich bis jetzt erfüllt. Und auch wenn die kommenden Monate im Zeichen der Neuwahl am 15. Oktober stehen, wird im Parlament bis dahin weitergearbeitet. 

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die man als Nationalratspräsidentin haben sollte?

Man soll die Bereitschaft und Fähigkeit zum Kompromiss als Stärke sehen und man sollte sich auf den Wettstreit um die bessere Idee mit Freude, Fairness und Respekt einlassen.

Sie sind eine Kämpferin für Frauenrechte – was möchten Sie diesbezüglich gerne sofort in die Tat umsetzen?

Ich denke, es ist höchste Zeit für einen Mindestlohn von 1500 Euro. Denn Frauen arbeiten besonders oft in Branchen, in denen im Durchschnitt weniger bezahlt wird. 

Welche Tipps haben Sie Ihrer Tochter auf den (beruflichen) Lebensweg mitgegeben?

Dass sie mutig und unbeirrt ihren eigenen Weg gehen soll. Und das hat sie zum Glück auch sehr erfolgreich getan.

Sind Sie für eine Frauenquote in Aufsichtsräten?

Es ist eine ganz zentrale frauenpolitische Forderung, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Kultur mit am Tisch sitzen sollen, wenn Entscheidungen getroffen werden. Unsere Gesellschaft kann nicht auf das Potential von 50 Prozent der Bevölkerung verzichten, das gilt für die Wirtschaft und für die Politik. Die Diskussion über die Quote ist daher sicherlich zu führen.

Aufgrund Ihrer eindrucksvollen Karriere sind Sie Vorbild für viele Menschen – welche Tipps würden Sie Frauen geben, die im Berufsleben Erfolg haben wollen?

Glaubt an euch, unterstützt euch gegenseitig und folgt dem beruflichen Weg, den ihr für euch selbst als am besten erachtet – auch wenn ihr dabei auf Widerstände stößt.

Wie beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise?

Ich bemühe mich, effizient und effektiv vorzugehen und rasch Wichtiges von weniger Wichtigem zu trennen.

Wie gehen Sie mit Widerstand und Kritik um?

Kritik ist wichtig, wenn sie konstruktiv ist. Sie kann dann eine sehr wertvolle Rückmeldung und Unterstützung sein. Wenn ich sie für falsch oder unbegründet halte, versuche ich, sie zu entkräften. 

Was fasziniert Sie an der Politik?

Politik bietet die Möglichkeit, gestaltend tätig zu sein und unser Land damit zum Besseren zu verändern.  

Was benötigt man (als Frau) in der Politik eher: Kampfgeist oder Ausdauer?

Ich würde sagen: Sportsgeist UND Ausdauer. Das brauchen aber auch Männer.

Was sind Ihre Ziele für die kommenden Jahre?

Ich bin mit großer Leidenschaft Nationalratspräsidentin und konzentriere mich voll und ganz auf diese Aufgabe.

Foto: SPÖ

 

Zehn Positionen in zwölf Jahren: Diliane Snackers kann man getrost als „Highflyer“ bezeichnen. Begonnen hat sie ihre Karriere bereits während ihres Wirtschaftsstudiums beim IT-Unternehmen Tomtom als Content Analyst.

 

„Damals habe ich erkannt, dass mein Herz für Technologiebranche schlägt“, erzählt sie im Interview. Heute managt sie ein globales Sales-Team von rund hundert Mitarbeiter/-innen weltweit für den Cloudanbieter Netapp in Amsterdam.

Unglaubliche zehn Positionen innerhalb von zwölf Jahren hat sie für Netapp bisher innegehabt – zum Teil in den USA. Von Channel Business Analyst für EMEA über den Job als Sales Operations Manager bis hin zu ihrer jetzigen Position als Senior Director Go-To-Market Strategy and Customer Success ist sie sukzessive aufgestiegen. In ihrer derzeitigen Funktion beschäftigt sie mit dem Aufspüren und der Kapitalisierung neuer Marktchancen.

„Wir müssen smart sein und weiterdenken. Wir müssen permanent unser Business Modell und unsere Strategien adaptieren. Worauf soll der Fokus in den nächsten drei Jahren liegen, wo brauchen wir Investment, wo Weiterentwicklung? Innerhalb der Sales Organisation haben wir 2000 Mitarbeiter/-innen weltweit. Wir müssen sicherstellen, dass die Maschine läuft“, sagt sie.

Als Frau in der Tech-Branche möchte Diliane Snackers Mädchen und jungen Frauen mitgeben: „Nutzt eure Chancen und macht einfach. Es wird sich lohnen.“ Der herCAREER hat sie ein exklusives Interview zu ihrer besonderen Karriere, der Unternehmenskultur bei Netapp und ihren Learnings für junge Frauen gegeben.

Frau Snackers, zehn Funktionen in zwölf Jahren ist sehr ehrgeizig. Wie kommt das?

Diliane Snackers: Das stimmt, allerdings sagt das auch einiges über das Unternehmen aus. Wir agieren in einem hochdynamischen Umfeld: NetApp ist darauf spezialisiert, Kunden mit marktführenden Cloud-Datenservices, Storage- Systemen und Software dabei zu unterstützen, das Beste aus ihren Daten herauszuholen.

Denken Sie an Covid-19 und die damit einhergehenden Beschränkungen. Von zuhause zu arbeiten: wie soll das ohne Technologie, ohne Daten möglich sein? Wir arbeiten in einer superspannenden Welt. Ich habe von 2015 bis 2018 für Netapp in den USA gearbeitet und ganz anderes Umfeld erfahren. Dann kam ich zurück und nach einer Restrukturierung habe ich die Leitung für den Sales Strategy and Ops für EMEA übernommen.

Ihr Team ist also sehr global verstreut. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Diliane Snackers: Mein Team aus hundert Mitarbeiter/-innen ist rund um die Welt verstreut, von Amsterdam nach Indien bis in die USA und Kanada. Das ist eine sehr diverse Gruppe hinsichtlich des Geschlechts, ihrer Erfahrungen und ihrer Position in ihrer Karriere.

Wie würden Sie die Kultur bei NetApp beschreiben? Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als collaborative.

Diliane Snackers: Es gibt immer Luft nach oben. Das hängt weniger von der Branche, sondern mehr von den Menschen ab. Allerdings erkennt Netapp das Potenzial, wenn Mitarbeiter/-innen kollaborieren. Das Unternehmen hat eine neue Initiative gestartet: Diversity, Inclusion and Belonging. Das nehmen wir sehr ernst und ist auch Teil der Unternehmensstrategie. Die Philosophie dahinter ist: Wir können niemals als einzelner Soldat einen Krieg gewinnen. Daher müssen wir die ganz unterschiedlichen Fähigkeiten der Leute anerkennen. Als Organisation ist es wichtig, ein kollaboratives Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter/-innen zu schaffen. Ich finde wir machen das sehr gut. Die Talenteförderung hat mich auch stets im Unternehmen gehalten.

Inwiefern ist die GenY hier ein Thema?
Diliane Snackers: Als Organisation haben wir die Verantwortung, Talente anzuziehen, ihnen Perspektiven zu bieten und jungen Leuten zu ermöglichen, bei uns ihre Karriere zu starten. Dafür bieten wir ihnen geeignetes Programm. Wir 

haben bei Netapp ein tolles Programm für Studienabsolventen, die noch keine Erfahrung haben. Wir bringen etwa die jungen Sales-Einsteiger erfahrenen Account Executives zusammen, damit sie von ihnen lernen können. Sie betreuen gemeinsam unsere Kunden, das ist sehr erfrischend. Wir sind kein Startup mehr, haben wenig Fluktuation – unsere Belegschaft altert natürlich. Daher ist es so wichtig für uns, junge Mitarbeiter/-innen anzuziehen.

Was sind die drei Dinge, die Ihnen helfen, den Arbeitstag zu starten?

Diliane Snackers: Ich lebe in Amsterdam und liebe die urbanen Vibes. Früh am Morgen genieße ich meinen Kaffee und den Blick auf die Stadt. Ich bin ein Early Bird, auch Struktur ist mir sehr wichtig. Ich habe eine Assistentin, die sehr hilfreich ist und mein Kalender ist super gemanagt. Ich gehe auch zweimal die Woche ins Gym, um gesund und in Balance zu bleiben. Ich habe meine Gewohnheiten während des Lockdowns kaum verändert. Die einzige Veränderung ist, dass die Arbeitsumgebung immer zuhause ist. Vor der Pandemie bin ich häufig quer durch die Welt gereist.

Sie sind in Ihrer zehnten Position in zwölf Jahren. Haben Sie Ihre Karriere geplant?

Diliane Snackers: Schon als junges Mädchen habe immer gesagt: irgendwann will ich Geschäftsfrau werden, Rechtsanwältin. Ich habe das wirklich vor meinen Augen gesehen – ich wollte die Welt regieren (lacht). Den Plan habe ich abgeschrieben. Wenn man Karriere machen will, ist wichtig zu verstehen, was der nächste Schritt ist. Es ist wichtig, Chancen zu identifizieren, um den nächsten Meilenstein zu erreichen. Man sollte niemals aufhören zu lernen.

Was tun Sie, um weiterzulernen?

Diliane Snackers: Derzeit recherchiere ich viel, lese viele Bücher und beobachte Menschen, die es richtig gut machen. Je höher man in einer Organisation aufsteigt, desto schwieriger wird das Umfeld. Da gibt es einige harte Nüsse. Es ist nicht rau und respektlos, sondern oft einfach nur anders. Man muss neue Techniken entwickeln und Selbstvertrauen haben. Ich denke nicht, dass ich eine scheue Person bin, aber es ist nicht Teil meiner Komfortzone, laut Dinge anzusprechen.

Es ist immer wieder zu lesen, dass Frauen in der Tech-Branche durchaus zu kämpfen haben – Stichwort Sexismus im Silicon Valley. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Diliane Snackers: Ich habe in meiner Karriere nie negative Erfahrungen in Bezug auf das Geschlecht gemacht oder Nachteile empfunden, weil ich eine Frau bin. Das liegt vor allem daran, dass es bei Netapp eine wertschätzende, respektvolle Kultur gibt. Das Wichtigste ist der gegenseitige Respekt für Unterschiede, denn: Frauen und Männer sind sehr unterschiedlich.

In Ihrem LinkedIn-Profil hat ein Geschäftspartner über Sie geschrieben, Sie seien eine „natürliche Problemlöserin“. Netapp sucht auf seiner Karriereseite nach Problemlösern. Ist das eine zunehmend wichtige Fähigkeit für Sie und die Tech-Branche?

Diliane Snackers: Ich bin definitiv kein Troublemaker. Ich bin wahrscheinlich eine Problemlöserin und brauche in meiner Organisation definitiv auch Problemlöser/- innen. Ich denke sehr analytisch, das hilft dabei, bestimmte Muster und Anomalien festzustellen. Es ist meine natürliche Tendenz, auf Herausforderungen lösungsorientiert zu reagieren, um sie zu überwinden. Kreativ und lösungsorientiert zu sein, ist bei uns wichtig. Wenn Mitarbeiter/-innen ständig Hürden und Probleme sehen, bringt uns das nicht weiter. Besser ist zu sagen: ok, das ist nicht cool, wie können wir das ändern?

Ein sinnvolles Mindset für Führungskräfte, um besser mit großen Veränderungen und Krisen umzugehen?

Diliane Snackers: Ja, ich denke, das wird helfen. Es gibt immer ein Für und Wider. Aber in dem Moment, in dem wir vor den Schwierigkeiten weglaufen, bremsen wir den Fortschritt und das künftige Potenzial. Die erste Frage ist immer: wohin wollen wir? Und dann muss man sehen, ob es das Investment wert ist und wie man dahin kommt.

Netapp unterstützt auch die globale Initiative Women in Technology mit Events. Warum?

Diliane Snackers: Ja, ich habe dieses Jahr erstmals bei einem Event mitgemacht. Nicht, weil ich glaube, dass unsere Organisation einen negativen Gender-Bias gegen Frauen hat – meine Kolleginnen und ich werden gleichwertig wie Männer behandelt –, sondern weil es eine Gelegenheit ist, die Wichtigkeit von Inklusion und unterschiedlichen Ansichten in Organisationen hervorzuheben. Hier geht es nicht nur um Frauen, sondern prinzipiell darum, Andersartigkeit zuzulassen. Das beginnt bei unterschiedlichen Perspektiven auf individueller Ebene, die wir in Unternehmen zulassen sollten. Nicht jeder hat die ermutigenden Vorbilder, daher ist es gut, der jungen Generation, aber auch gleichaltrigen Frauen zeigen, dass es möglich ist, seine Ziele zu erreichen.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen und Mädchen?

Diliane Snackers: Beschränkt euch niemals selbst, was eure Ziele und Wünsche angeht. Verfolgt euren Weg und macht einfach. Schaut auf eure Stärken, Fähigkeiten und Potenziale und überlegt euch gut, wo ihr hinwollt. Lasst euch niemals durch andere Leute von eurem Weg abbringen. Und taucht in die Technologien ein: das ist unglaublich spannend, mit Daten ist so vieles möglich. Das Gesundheitssystem, das Finanzwesen, alles basiert auf Daten und Technologie. Es ist nicht langweilig, sondern supercool.

Über Diliane Snackers

Nach ihrem Wirtschaftsstudium an der Inholland Universität begann Diliane Snackers nach einem kurzen Abstecher in die Bankenbranche im Jahr 2006 ihre Tech-Karriere beim Navigationstechnologie-Anbieter TomTom als Content Analyst und Reporting Specialist. 2008 wechselte sie zum Cloudanbieter NetApp in Amsterdam in die Funktion des Channel Business Analyst EMEA und stieg rasant auf.

Seit Mai 2020 ist Diliane Snackers als Senior Director GTM Strategy and Customer Success für die Evaluierung der Marktchancen und der Markteintritte für NetApp weltweit zuständig.

Weltweit beschäftigt der im Jahr 1992 gegründete IT-Pionier mit Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien, rund 10.500 Mitarbeiter/-innen, in der Sales-Organisation arbeiten global rund 2000 Mitarbeiterinnen.

Foto: NetApp, Quelle: herCAREER

Mag. Daniela Colleoni ist Director People & Culture bei ISS Österreich, dem erfolgreichen Marktführer für integrierte Facility Services. Ein ABW-Interview über die Rolle von Führungskräften und warum ohne strategisch verankertes HR kein Unternehmen zukunftsfähig bleibt.

 

Wenn Sie an Ihre berufliche Laufbahn zurückdenken: War es Zufall oder Überzeugung, dass Sie im HR-Bereich gelandet sind?
Ich bin überzeugt, dass nichts im Leben reiner Zufall ist. Ich glaube, dass sich Gelegenheiten bieten, die frau erkennen und nützen muss. Ich habe sehr früh in meiner Karriere erkannt, dass es der HR-Bereich ist, in dem ich arbeiten möchte.

Schon als Jugendliche habe ich im Familienunternehmen gesehen, dass in erster Linie die Mitarbeitenden dazu beitragen, wie erfolgreich ein Unternehmen ist. In den ersten Rollen nach Abschluss des Studiums habe ich dann erkannt, dass ein Unternehmen das entsprechende Umfeld, die Kultur und die Entwicklungsmöglichkeiten schaffen muss, damit die Mitarbeitenden ihren Beitrag leisten können und wollen. Für mich war früh klar: HR ist mein Weg – und die Gelegenheiten, die sich boten, habe ich ergriffen.

Was bedeutet für Sie persönlich der Begriff People & Culture und worin unterscheidet sich dieser Zugang vom klassischen Personalmanagement?
Ganz allgemein gesprochen: Die Funktion hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig verändert. Ich erinnere mich noch daran, dass Mitarbeitende in erster Linie ins „Personalbüro“ gegangen sind, wenn sie einen Krankenschein brauchten oder um einen Urlaubsantrag auszufüllen. Das hat sich zum Glück komplett geändert und spiegelt sich auch in den verschiedenen Bezeichnungen wider, die die Funktion über die Jahre hatte.

Bei ISS heißt die Abteilung schon lange People & Culture – weil wir früh erkannt haben, dass es um weit mehr geht als um administrative Prozesse. Natürlich müssen Payroll und Vertragsmanagement fehlerfrei laufen, das ist die Basis. Aber heute verstehen wir uns als gleichwertiger, strategischer Partner im Unternehmen – eng verzahnt mit der Unternehmensstrategie.

Das ist besonders bei uns, einem Dienstleistungsunternehmen, dessen Services ausschließlich von Menschen erbracht werden, essenziell. Unser Auftrag ist es, die gesamte „People Journey“ – egal ob Bewerberinnen und Bewerber, Mitarbeitende oder ehemalige Mitarbeitende - positiv zu gestalten: vom Employer Branding über Recruiting, Onboarding, Training & Development bis hin zum Offboarding. Entscheidend sind Erlebnisse, die zählen – durch effiziente Prozesse, einfache Tools, offene Kommunikation, Entwicklungsmöglichkeiten, Flexibilität und Führung auf Augenhöhe.

 

„Ich bin überzeugt, dass nichts im Leben reiner Zufall ist.“

 

ISS Austria zählt zu den größten Dienstleistungsunternehmen des Landes. Wie gestaltet man in einem so großflächigen, vielfältigen Unternehmen eine einheitliche Kultur oder ist gerade Vielfalt Teil der Kultur?
Wir sind Marktführer, größter Arbeitgeber in unserer Branche und einer der größten Arbeitgeber Österreichs. Das verpflichtet uns, eine klare, einheitliche Kultur im Sinne von gemeinsamen Werten vorzuleben. Gleichzeitig ist Vielfalt Teil unserer Identität und genau das, was uns ausmacht und wovon wir profitieren: Wir beschäftigen über 90 Nationen. Diese Diversität bringt unterschiedliche Perspektiven, aber natürlich auch Arbeitsweisen und Herausforderungen mit sich.

Wir machen sie sichtbar und erlebbar, etwa bei unserem Nationentag, wo Mitarbeitende landestypische Speisen mitbringen oder ihre Bräuche vorstellen. So fördern wir Bewusstsein für Unterschiede – und zeigen, dass Vielfalt uns stärker macht. 

Neben der Vielfalt an Nationalitäten zeichnet uns auch aus, dass wir beinahe zu drei Viertel Frauen beschäftigen. Darauf sind wir stolz und treiben aktiv Themen wie Vermeidung von Altersarmut, Kinderbetreuungsangebote und Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach der Karenz voran, mit dem Ziel langfristig als einer der frauenfreundlichsten Arbeitgeber in der Branche wahrgenommen zu werden.

Sie sind Teil des Leadership-Teams. Wie wichtig ist es für Sie, dass HR nicht „mitläuft“, sondern strategisch mitgestaltet?
Auf einer Skala von 1 bis 10: eine klare 10! HR ist kein Mitläufer im Hintergrund, sondern ein entscheidender Gestalter unserer Zukunft – von Kultur und Leadership über Talentmanagement bis hin zu Transformationen. Ohne strategisch verankertes HR lassen sich Unternehmensziele nicht nachhaltig erreichen. Genau das leben wir bei ISS mit unseren aktuellen strategischen Initiativen bereits intensiv vor.

 

„Wertschätzung muss also auf allen Ebenen gelebt werden.“

 

In einer Organisation mit tausenden Mitarbeitenden: Wie schafft man es, dass sich jeder Einzelne gesehen und wertgeschätzt fühlt?
Das ist in der Tat eine große Herausforderung – bei 7.000 Mitarbeitenden, für mehr als 1.600 Kunden an rund 5.000 Standorten in ganz Österreich. Es ist nicht allein die Größe unseres Unternehmens, sondern auch die Tatsache, dass unsere Mitarbeitenden weit verstreut tagtäglich agieren und dabei auch die DNA unserer Kunden bestmöglich verstehen sollen und möchten.

Hier kommt den direkten Vorgesetzen eine ganz zentrale Verantwortung zu und nehmen eine Schlüsselrolle ein: Sie müssen vor Ort sein, zuhören, Feedback geben und Wertschätzung ausdrücken. Auch unsere Kunden tragen dazu bei. Es macht für Mitarbeitende einen großen Unterschied, ob sie tagsüber sichtbar sind und Teil der Kundenorganisation werden oder ob sie in Randzeiten arbeiten, wo ihre Leistung unsichtbar bleibt. Wertschätzung muss also auf allen Ebenen gelebt werden.

Wenn Sie den Satz „Gute Unternehmenskultur beginnt für mich bei …“ vervollständigen müssten – wie würde er lauten?
…beim Vorleben an der Unternehmensspitze.

Und abschließend: Welche Eigenschaften braucht eine HR-Führungskraft in der heutigen Zeit unbedingt und welche darf sie ruhig über Bord werfen?
Unverzichtbar sind unternehmerisches und strategisches Denken, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Neugierde und Offenheit für Neues – insbesondere im Hinblick auf Digitalisierung und den Einsatz von KI. Nur wer technologische Entwicklungen versteht und integriert, kann moderne People-&-Culture-Arbeit gestalten. Im Umkehrschluss sollte die Beschäftigung mit administrativen Aufgaben reduziert und so effizient wie möglich gestaltet werden und das Denken in starren Strukturen und Abläufen über Bord geworfen werden. Der Fokus gehört auf die Gestaltung der Zukunft.

Foto: Sandra Oblak

Die Geschäftsführerin der PR-Agentur REICHLUNDPARTNER über Kommunikationskonzepte, die zum Erfolg führen. 

 

„Die facettenreiche Digitalisierung brachte in den letzten Jahren einiges an Veränderung. Wir sind stets dahinter, durch eine ganzheitliche und integrative Herangehensweise unseren Kunden einen messbaren Mehrwert zu bieten. Das beginnt mit einer individuellen digitalen Zielgruppen- und Potentialanalyse, um folglich die bestmögliche Strategie und den effizientesten Media-Mix herauszuarbeiten – denn digitale Maßnahmen haben nicht bei jedem Kunden in der Kommunikation dieselbe Priorität. Konkret geht es hier um die Analyse der bisherigen digitalen Berichterstattung als auch um das Social Echo, Blogs oder Influencer Aktivitäten. Der Stimmungsbarometer, die erhobenen Trendthemen und viele weitere Aspekte dienen als Basis für den Workshop zum Maßnahmenplan“, so Daniela Strasser.

Ein modernes 360 Grad Kommunikationskonzept benötige demnach ein klares Bild über die geeigneten Kanäle und Inhalte, um ein fortlaufendes Content-Seeding zu erhalten. „Wir müssen dazu breiter denn je denken – vom Agenda Setting am LinkedIn Kanal des Geschäftsführers über den Podcast bis hin zur Newsletter-Textierung. PR ist viel mehr als der Artikel in der Zeitung.“

Jedes Unternehmen braucht einen Außenminister

Um größtmöglichen Vertrauensaufbau zu schaffen, setzt man bei REICHLUNDPARTNER in der Kommunikation auf fünf wesentliche Säulen: Authentizität, Transparenz, Qualität, Relevanz und Kontinuität. Nur wenn diese fünf Faktoren erfüllt werden, stoße man auf Gehör.

„Um in den Köpfen hängen zu bleiben, braucht jedes Unternehmen einen Außenminister. Kunden, Mitarbeiter und Journalisten wünschen sich authentische und sichtbare Leitfiguren, mit denen sie sich identifizieren können – was uns wieder zum Stichwort Authentizität führt. Transparenz und Qualität sind dann wesentliche inhaltliche Anforderungen“, sagt die Agentur-Chefin.

Individuelle Priorisierung 

Eine gründliche Analyse der Zielgruppe sei unerlässlich, um zu verstehen, wo sich diese aufhalte, welche Kanäle sie bevorzuge und welche Inhalte sie ansprechen. Je nach Unternehmensfeld und Produkt gelte es dann die effektivste Strategie zu eruieren – und vor allem zu priorisieren! Ist es die persönliche Redaktionstour bei Journalisten oder doch die reine Influencer Kampagne, die zum Erfolg führt?

„Klarerweise ist es immer unser Anspruch, den effektivsten medialen Output zu generieren. Ein pauschales Erfolgsrezept dafür gibt es aber nicht. Denn während der Lebensmittelkunde bei einem Neuprodukt eine durchdachte Samplingstrategie samt Social Media Begleitung benötigt, ist vielleicht beim Block Chain Start-Up im ersten Schritt ein ausführliches Interview im wichtigsten B2B-Branchenmedium der richtige Weg. Die individuelle Priorisierung innerhalb der ganzheitlichen Jahresstrategie ist also entscheidend.“

Foto: REICHLUNDPARTNER

Warum KI den Arbeitsalltag im Kommunikationsbusiness erleichtern wird und welche Grenzen und Risiken noch länger Thema sein dürften, weiß die Geschäftsführerin der PR-Agentur REICHLUNDPARTNER.

 

Es ist unumstritten: KI bringt sehr viel Potential für die PR. Allerdings heißt es zurzeit noch abwarten, bis die vorhandenen Tools zu tauglichen Kommunikationswerkzeugen ausgereift sind. Was wir zurzeit beobachten, ist ein großer Technologiewettbewerb, dessen Vorreiter sich noch weisen wird“, so Daniela Strasser, die seit bald fünf Jahren Geschäftsführerin der erfolgreichen PR-Agentur ist.

Gute Strategie ohne KI 

Die größten Chancen sieht Strasser in der Unterstützung administrativer und operativer Aufgaben. Etwa beim Monitoring, bei datengetriebenen Kommunikationskampagnen oder bei der Suche nach den richtigen Journalisten. „Für uns ergibt sich daraus der Vorteil, dass wir mehr Zeit gewinnen, um kreative Ideen und Kommunikationsstrategien für unsere Kunden zu entwickeln. Denn das Herzstück unserer Kommunikationskonzepte ist die passgenaue Strategie - und die kann uns keine KI liefern“, so die PR-Expertin.

Ein Risiko sei sicherlich, dass es derzeit keine direkte Regulierung von KI gebe. KI durchforste beim Schreiben das Internet, ohne die Quellen zu überprüfen. Dadurch seien Fehlinformationen oder diskriminierende Texte möglich. Menschen müssten daher immer als letzte Instanz die Daten überprüfen und die Einhaltung der Pressegrundsätze kontrollieren.

Chat-GPT ist bereits im Testeinsatz 

KI ist für die Kommunikationsprofis mit Büros in Wien und Linz kein Neuland. „Als zukunftsorientierte Agentur testen wir laufend den Einsatz von KI in der Pressearbeit. Wir setzen KI projektweise zur Auswertung von Medienberichten ein und testen laufend weitere Tools. So basiert beispielsweise unser Monitoring auf KI-Systemen. Außerdem setzen wir Chat-GPT testweise bei der Formulierung von Pressetexten zu einfacheren Themen ein. Dabei können einzelne Sätze aus dem Chat-GPT als Anregung für den Pressetext dienen. Allerdings fehlen Kompetenzen wie Feingefühl, Sprachnorm und Formulierungen im Wording des Kunden“, sagt Daniela Strasser.

Foto: REICHLUNDPARTNER