Interviews

Das US-amerikanische Technologieunternehmen ServiceNow erleichtert das Arbeitsleben durch Cloud-basierte Lösungen. Seit Februar 2024 an der Spitze in Österreich: Country Managerin Vesna Glatz.

 

Im ABW-Interview erzählt sie von ihrer eindrucksvollen Karriere im Tech-Business, von Demut und Neugier und worauf Frauen bei der Karriereplanung achten sollten.

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren bisherigen Werdegang.

Ich bin seit jeher sehr technikaffin, daher war es für mich schon sehr früh klar, dass ich gerne ein technisches Studium anstreben möchte. Ich habe mich dann zunächst für den Studiengang Electronics Engineering entschieden. Bereits während dieser Zeit wurde ich in das Top Student Programm der Siemens AG Österreich aufgenommen. Nach meiner Diplomarbeit zum Thema „Inquiry Culture in geographically distributed software development projects“ und zahlreichen internationalen Konferenzen, habe ich dann die Möglichkeit bekommen, das Führungskräfte-Nachwuchsprogramm bei Siemens zu absolvieren. 

Die zahlreichen internationale Erfahrungen in leitenden Positionen, die ich im Folgenden bei Siemens innehatte, wurden immer von starken Mentoren begleitet. Allgemein hat diese Zeit mich als Person und Führungskraft, mit einem starken Fokus auf Werteorientierung und systemische Führung, sehr geprägt. Auch das Thema Nachhaltigkeit hat für mich an großer Bedeutung gewonnen, daher schloss ich parallel zu meiner Arbeit bei Siemens ein weiteres Studium im Bereich erneuerbare urbane Energiesysteme ab. 

Anschließend wechselte ich zu Microsoft, wo ich im Jahr 2014 als Quereinsteigerin in die IT-Welt eintrat. Dort startete ich zunächst als Führungskraft im Bereich Solution Sales und wurde nach kurzer Zeit zum Head of Manufacturing & Infrastructure ernannt. Abschließend leitete ich hauptverantwortlich den Bereich Partner Development, bevor ich 2022 zu ServiceNow wechselte. Hier bin ich seit Anfang 2024 als Country Manager Österreich für den Aufbau des Standorts Wien sowie für das Wachstum in der Region zuständig. Meiner großen Leidenschaft, der Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung unter ständiger Berücksichtigung des Menschen, versuche ich nun auch bei ServiceNow weiterhin nachzugehen. 

Was schätzen Sie besonders an Ihrer neuen Tätigkeit?

Das Besondere an meiner aktuellen Tätigkeit bei ServiceNow ist die Arbeit mit den äußerst talentierten Menschen, sowie mit den Technologien, die aktuell zu den innovativsten der Welt gehören. Wir beschäftigen uns seit geraumer Zeit mit den Entwicklungen rund um generative KI, die nicht nur zukunftsweisend, sondern auch extrem spannend sind. Sie haben die Kraft, die Art und Weise, wie wir arbeiten fundamental zu verändern. 

Zusätzlich finde ich es besonders wertstiftend, die Themen voranzutreiben, die für die österreichischen Unternehmen in der digitalen Transformation von signifikanter Relevanz sind. Das Gefühl zu haben einen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu leisten, erfüllt mich jeden Tag mit Freude. 

Was unterscheidet ServiceNow von anderen Anbietern – etwa Salesforce?

ServiceNow steht für „Hungry & Humble“. Das macht uns intern und extern aus. Die Herausforderungen dieser Zeit meistern zu können, verlangt viel Demut und Neugier. Es gibt kein Unternehmen der Welt, das alle Herausforderung unserer Zeit allein lösen kann. Ich bin ein großer Fan von Partnerschaften und Kooperationen und bin daher der festen Überzeugung, dass wir Öko-Systeme benötigen, die Zusammenarbeit fördern.

Unsere Plattform bei ServiceNow, die Now Platform, steht für diese Vernetzung und Zusammenarbeit, die wir fördern möchten. Zudem sind unsere Mitarbeitenden authentisch und aufrichtig in jeglicher Interaktion – sei es intern oder mit unseren Kunden. Eine herausragende Unternehmenskultur ist notwendig, um kontinuierliche Bestleistungen für unsere Kunden abrufen zu können. Diese Werte und Ambitionen sind genau das, was ServiceNow einzigartig macht.  

Wie würden Sie Ihre Arbeitsweise und Ihren Führungsstil beschreiben?

Mein Führungsstil ist sehr partizipativ und ich binde meine Mitarbeitenden gerne in Entscheidungen mit ein. Das Empowerment von jedem Einzelnen ist mir immer wichtig, denn das ist für mich die Grundlage, um sinnstiftend arbeiten zu können. Zudem bin ich der Überzeugung, dass Freiräume zusätzlich Kreativität anfeuern. Ich bin ein großer Fan von systemischem Leadership, daher sind die systemischen Prinzipien meine Leitplanken. Das Gefühl einer größeren Vision anzugehören, sowie Transparenz über Ursachen und Wirkung zu haben, Klarheit und authentische wertebasierende Leidenschaft zu vermitteln, sind aus meiner Sicht die wichtigen Fähigkeiten in der heutigen Zeit, um erfolgreich im Team arbeiten zu können.  

Welche Tipps haben Sie für junge Frauen, die bei ServiceNow/im Vertrieb Karriere machen wollen?

Der einzige Ratschlag, den ich geben kann, ist auch wirklich ein aufrichtiges Interesse und eine Leidenschaft für die Sache zu haben – was immer diese Sache ist. Schließlich muss man sich im Arbeitsalltag permanent damit beschäftigen. Brennt man nicht dafür, fällt es schwer authentisch und mitreißend zu sein. Deshalb sollten sich junge Frauen bewusst machen, welche Interessen und Ziele sie haben und diese verfolgen.

Der Vertrieb hat für einige noch immer einen Beigeschmack in der Wahrnehmung. Dabei sehe ich Vertrieb nicht als Beruf, sondern eher als Tätigkeit. Ich war und bin immer schon interessiert an den Innovationen, Geschäftsmodellen und dem Erfolg der Kunden - und das bei allen Unternehmen, für die ich gearbeitet habe. Aus einem starken Interesse entsteht eine Meinung, aus einer Meinung entsteht eine Haltung. Das finde ich wichtig.

Was sind Ihre beruflichen Pläne und Ziele für 2024?

Das Jahr 2024 steht für den Durchbruch von ServiceNow in Österreich. Wir werden unser Engagement in dieser Region noch weiter verstärken, eine eigene Identität aufbauen und einen sichtbaren Beitrag, intern in EMEA Central, sowie extern bei vielen bestehenden und neuen Partnern und Kunden leisten. Ich freue mich sehr auf diese spannende Zeit!

Foto: Acapulco

Die Logistikexpertin ist seit Oktober Geschäftsführerin für die Bereiche Betrieb und Vertrieb der Hafen Wien-Tochter WienCont verantwortlich und will den weiteren Erfolgsweg mitgestalten.

 

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihr neues Aufgabengebiet.

Seit dem 1. Oktober 2021 habe ich die Funktion der technischen Geschäftsführerin der WienCont Container Terminal GmbH übernommen und werde mich als Logistikexpertin in Zukunft verstärkt den Bereichen Vertrieb und Betrieb des größten österreichischen trimodalen Terminals widmen.

Was macht für Sie den Reiz der Logistikbranche aus?

Meine berufliche Laufbahn hat mich durch viele Bereiche des Logistiksegments geführt - einen Sektor, der an Vielfältigkeit und interessanten Herausforderungen kaum zu überbieten ist. Mein besonderes Interesse galt immer dem sogenannten Intermodalverkehr, in dem man mit allen Arten von Verkehrsträgern - Schiffen, Bahn, LKW’s - und mit Menschen in der ganzen Welt zu tun hat. Es freut mich, in meine neue Tätigkeit meine Erfahrung und mein Netzwerk einbringen zu können und im Rahmen dieser Position daran mitzuarbeiten, dass unser Unternehmen den steigenden Anforderungen des Logistikmarktes als leistungsstarkes Trimodal-Terminal mit einem zeitgemäßen, attraktiven Serviceportfolio entspricht. Die ambitionierten Klimaziele und die aktuell positive Marktentwicklung erfordern, dass WienCont ausreichende Kapazitäten und Ressourcen bereitstellt und die Infrastruktur unseres Terminals für das prognostizierte Wachstum der kommenden Jahre fit bleibt. Meine Position ermöglicht mir, den bereits eingeschlagenen, erfolgreichen Weg dieses Wiener Vorzeigeunternehmens mitzugestalten und gemeinsam mit einem professionellen, hochmotivierten Team motiviert weiterzugehen. Wir können einen wesentlichen Beitrag zum #greendeal leisten - das ist mir wichtig und macht mir große Freude.

Ihre Wünsche und Ziele für 2022?

Ich möchte weiterhin den unternehmerischen Erfolg der WienCont mit verantwortungsvollem Handeln verbinden und wesentliche Themen, wie die Digitalisierung und aktiven Einsatz für die Erreichung der Klimaziele vorantreiben. Die Entwicklung des größten, österreichischen Trimodalterminals auch im kommenden Jahr unterstützen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein. Es geht bereits jetzt um Lösungen für die klimaverträgliche Mobilität von morgen.

Foto: WienCont

Seit zwei Jahren ist sie Rektorin der FH Technikum Wien. ABW sprach mit der promovierten Wirtschaftsinformatikerin über Ihre Pläne, Ziele und Wünsche.

 

Endlich weitere Studienplätze! Die Rektorin ist mit dem bisherigen Verlauf des Jahres sehr zufrieden und möchte einen Meilenstein besonders hervorheben: „Von den heuer vom Bildungsministerium neu ausgeschriebenen 360 Studienplätzen im FH-Sektor wurde uns als einer von insgesamt 21 Fachhochschulen in Österreich die Hälfte zugesprochen. Ausschlaggebend dafür war sicherlich, dass wir aufgrund der großen Nachfrage der Bewerberinnen und Bewerber diese Plätze auch tatsächlich besetzen könneb und damit der Wirtschaft und Industrie, die dringend technische Fachkräfte benötigt, noch mehr Absolventinnen und Absolventen zur Verfügung stellen können. Aber noch immer müssen wir jedes Jahr über 1.000 qualifizierten Bewerbern eine Absage erteilen, weil kein Studienplatz zur Verfügung steht. Deshalb werden wir uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass insbesondere der MINT-Bereich im FH-Sektor weiter wächst“, so Sylvia Geyer.

Studien mit Perspektive

Das Portfolio der Studiengänge unterliegt einer ständigen dynamischen Entwicklung. Technologische Innovationen werden genau verfolgt und die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Wirtschaft und Industrie sowie auf die entsprechenden Berufsfelder werden laufend überprüft.

„Das betrifft jede einzelne Lehrveranstaltung, aber auch die Curricula und das Studiengangsportfolio. Ganz aktuell planen wir für das Studienjahr 2023/24 einen massiven Innovationsschub für unser Studienangebot. Mit vier neuen Studiengängen zu den Zukunftsthemen Wasserstoff, Umwelt- und Bioverfahrenstechnik, Klimabewusste Gebäudetechnik und Quantum Engineering zeigen wir, dass wir im Bereich der Technik, in dem Wandel, Veränderung und Innovation sehr rasch stattfinden, immer bestrebt sind, am Puls der Zeit zu sein und den Studierenden und der Wirtschaft genau jene Ausbildung anzubieten, die aktuell gebraucht wird und auch in Zukunft gefragt sein wird“, so Geyer.

Gleichzeitig beschäftige man sich intensiv damit, wie Wissensvermittlung gelingen kann und fördere die didaktische Methodenvielfalt in der Lehre. Über das Teaching and Learning Center haben Studierende Zugang zu einem umfangreichen Serviceangebot, das vom kostenlosen Warm-up-Kurs für Erstsemestrige bis zur Lernberatung oder der Schreibwerkstatt für Studierende reicht.

Förderung von Frauen

Größte Herausforderung auch in Zukunft: Möglichst viele junge Menschen für ein technisches Studium an der FH Technikum Wien zu begeistern. „Denn nur wenn uns das gelingt, können wir unser Ziel erreichen, der österreichischen Wirtschaft und Industrie jene technischen Fachkräfte in jener Qualität zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um den Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern. Darüber hinaus haben wir als FH Technikum Wien schon vor vielen Jahren die große Chance und das Potenzial erkannt, insbesondere Mädchen und Frauen verstärkt für technische Ausbildungen und Berufe zu interessieren“, so die Rektorin. Vor diesem Hintergrund werden jedes Jahr herausragende Studentinnen im Rahmen der Initiative WeCanTech" ausgezeichnet.

„Wir stellen ihnen Mentorinnen zur Seite, veranstalten Sommerschulen für Mädchen und unterstützen die Vernetzung von Frauen im technischen Umfeld. Auch wenn auf diesem Weg noch viel zu tun ist, freuen wir uns, dass wir die Marke von 1.000 Studentinnen an unserer Hochschule bereits deutlich überschritten haben“.

Attraktive Fachkräfte für die Wirtschaft

Die FH Technikum Wien wurde vor fast 30 Jahren von der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie gegründet und kooperiert seither erfolgreich mit zahlreichen Industriezweigen, insbesondere der Metallindustrie.

Darüber hinaus bestehen Kontakte zu hunderten nationalen und internationalen Unternehmen, die Lehrbeauftragte und Praktikumsplätze zur Verfügung stellen und mit den Studierenden im Rahmen von dualen Studien, Forschungs- und Auftragsprojekten, Masterarbeiten etc. zusammenarbeiten.Rund 150 Unternehmen werden im Rahmen der „Unternehmenspartnerschaften“ im Bereich Recruiting unterstützt, wodurch ein „Matching“ mit den 4.500 Studierenden und rund 17.000 Absolventen ermöglicht wird.

Jeweils im Frühjahr und im Herbst findet an der FH Technikum Wien eine Karrieremesse statt, bei der sich die Unternehmen den Studierenden und Absolventen präsentieren können. „Wir sind sehr stolz darauf, dass insbesondere unsere Recruitingmesse im Oktober mit über 130 Ausstellern die größte technische Karrieremesse Österreichs ist. Darüber hinaus betreiben wir eine digitale Jobplattform, auf der jährlich rund 2.500 Stellenanzeigen geschaltet werden. Damit bieten wir Unternehmen einen exklusiven Zugang zu potenziellen neuen Mitarbeitern direkt an der Quelle“.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Alumni

Mit Recruiting-Partnerschaften und der digitalen Jobbörse werden die Karrierewege der 17.000 Absolventinnen und Absolventen auch nach dem Studium unterstützt.

„Wir begleiten unsere Alumni aber auch nach dem Studium im Bereich Lifelong Learning mit unserer Technikum Wien Academy. Sie ist die Weiterbildungs- und Digitalisierungsakademie der Fachhochschule Technikum Wien und bietet Seminare, Zertifizierungen, akademische Lehrgänge, postgraduale Master-Studiengänge, Pre-College-Programme für internationale Studierende sowie maßgeschneiderte Inhouse-Trainings für Unternehmen an. Darüber hinaus hat die Technikum Wien Academy seit 2005 Erfahrung in der Abwicklung von Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für den österreichischen Arbeitsmarkt“, erklärt die Rektorin.

Förderung der interkulturellen Kompetenz

Als international ausgerichtete Hochschule wird die interkulturelle Kompetenz der Studierenden und des Personals gefördert. Dies geschieht durch die Integration internationaler Inhalte in Curricula und Lehrveranstaltungen und vor allem durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Hochschulen im Bereich der Studierenden- und Mitarbeitermobilität. Darüber hinaus bietet die FH Technikum Wien dreizehn gemeinsame Studienprogramme (Double Degrees) mit acht Partnerhochschulen an und beteiligt sich an zahlreichen internationalen Forschungsprojekten. Ein Highlight in diesem Bereich ist beispielsweise, dass alle Studierenden im Rahmen der Bachelor-Studiengänge Internationalisierungskompetenzen erwerben - maßgeschneidert auf ihre Bedürfnisse, Anforderungen und Neigungen.

Zeichen für die Umwelt setzen

„Ein weiteres Thema, das uns sehr bewegt, ist die Nachhaltigkeit, die wir über unser Studienangebot hinaus stärker in unserer Organisation verankern wollen. Deshalb streben wir als FH Technikum Wien das Österreichische Umweltzeichen für Bildungseinrichtungen an. Damit wollen wir unser Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstreichen. Außerdem bereiten wir uns damit schon jetzt auf die nichtfinanziellen Berichtspflichten ab 2026 vor. Abschließend noch ein ganz wichtiger Punkt: An der FH Technikum Wien arbeiten und studieren jeden Tag 4.500 Studierende aus 90 Nationen, 500 Mitarbeiter und rund 800 externe Lektoren friedlich zusammen. Gerade vor dem Hintergrund internationaler Konflikte und Krisen wollen wir uns dafür einsetzen, dass dieses Miteinander an unserer Hochschule auch in Zukunft gelebt wird“.

Foto: Felix Büchele

Sie ist selbständige Finanzkommunikationsberaterin und war Mitglied des PRVA-Vorstands von 2011-2017, im Vorjahr wurde sie Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Senats des PRVA.

 


Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihr neues Aufgabengebiet?

Mit meiner Finanzkommunikationsagentur UKcom Finance GmbH betreue ich österreichische Unternehmen am Kapitalmarkt in der Kommunikation zu Ihren Investoren. Meine Ansprechpersonen auf Unternehmensseite sind in diesem Bereich Vorstände und IR-Manager.

Vom Börsegang bis hin zu Kapitalerhöhungen und der Regelpublizität biete ich gemeinsam mit strategischen Agenturpartnern das gesamte Spektrum der Kapitalmarktkommunikation ab. Das Feld ist sehr spezifisch und die Stakeholdergruppen sind Investoren, Analysten, Rating-Agenturen, die regulierenden Behörden sowie die die Finanzmedien. Zusätzlich bin ich noch an drei Fachhochschulen als externe Lektorin tätig, bin Vorstandsmitglied einer Familienprivatstiftung und führe seit Mai dieses Jahres ehrenamtlich die Geschäfte des Wissenschaftlichen Senats des PRVA.

Sie sind seit Kurzem Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Senats des PRVA – Ihr bisheriges Résumé?

Der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis nimmt eine zentrale Rolle ein – egal ob in der PR oder in anderen Branchen und Segmenten. So kann die Wissenschaft ohne die Praxis nicht forschen und sich die Praxis ohne die Wissenschaft nicht fundamental und strategisch weiterentwickeln.

Mit dem Wissenschaftlichen Senat des PRVA wollen wir diese Brücke im PR-Bereich bauen und die Praktiker eng mit der Wissenschaft verbinden. Bereits gelungen ist es meiner Vorgängerin Dr. Ingrid Vogl, dass beinahe alle österreichischen PR- und Kommunikationsinstitute über unseren Think Tank mit im Boot sind und sich untereinander austauschen.

Der Franz Bogner Wissenschaftspreis für PR zeichnet auch die besten wissenschaftlichen PR-Arbeiten in Österreich aus und stellt die ausgezeichneten Studierenden vor den Vorhang. Was uns jedoch noch fehlt, sind mehr Senatoren, die wir aus der Praxis auf CEO und Kommunikationsleiterebene gewinnen wollen, die die Plattform des Wissenschaftlichen Senats als ihr Tor zur Wissenschaft nutzen und sich hier Trends und aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse abholen. Daran arbeite ich gerade mit einem kleinen Kernteam.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrer Tätigkeit?

Am meisten fasziniert mich an meiner Arbeit, dass sie so vielfältig und abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere und in der Früh weiß ich oft noch nicht, was alles auf mich zukommt. Die Ergebnisse der Investor Relationsberatung lassen sich über die Monate und Jahre gut im steigenden Aktienkurs und höheren Marktkapitalisierung ablesen.

Damit ist die Börse ein klares Spiegelbild von klarer Investorenkommunikation. Weiters finde ich an meinem Aufgabengebiet besonders wertvoll, dass ich mit sehr vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten zu tun habe. Den Austausch mit den Studierenden schätze zusätzlich sehr.

Diese Vielfältigkeit inspiriert mich und ich entdecke für mich immer wieder neue Vorbilder. Das Dreieck Kommunikationsarbeit – Investor Relationsarbeit – Wissenschafts-PR bildet für mich das große Ganze. 

Welche Herausforderungen haben für Sie in den kommenden Jahren Priorität? 

Wie auch die großen Konzerne und Industrieunternehmen steht auch die IR und PR-Branche vor dem großen Thema des Vorantreibens und Voranschreitens der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang wird es in den nächsten Jahren große Veränderungen geben, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz auch zur weiteren automatisierten Erstellung von Inhalten und Publikationen führen wird.

Weiters ist die Kommunikationsbranche gesamt auch stark gefordert, dem Thema Nachhaltigkeit einen Fokus zu geben. Ob in der integrierten Unternehmenskommunikation oder in der Investor Relations Arbeit: Das Thema Nachhaltigkeit wird uns jeden Tag treiben und wir sind gefordert, die strategischen Ansätze des TOP-Managements sowie die operative Umsetzung einzelner Maßnahmen in die Kommunikationsarbeit aufzunehmen und mit der richtigen Vision, Positionierung und den richtigen Botschaften die Wachstums-Story der Unternehmen zu untermauern! Bei dieser Themensetzung kann uns die Wissenschaft auf Basis von wissenschaftlichen Studien gute Unterstützung bieten.

Ihre Wünsche und Ziele für 2022?

Ich hoffe, dass es uns gesellschaftliche gelingt, die COVD-19-Pandemie lokal und global wieder stark in den Griff zu bekommen und wir die positiven Veränderungen aufgrund der Krise in der Arbeits- und Kommunikationswelt auch zukünftig mitnehmen sowie den Digitalisierungsschub nicht wieder einschlafen lassen.

Dennoch würde es mich freuen, wenn Kommunikationsarbeit in vielen Bereichen auch wieder stark auf persönlicher Ebene stattfinden kann, denn PR- und IR-Arbeit ist Beziehungsarbeit und baut auf Emotionen. Um diese zu transportieren, bedarf es jedoch der persönlichen Gespräche!

Foto: Ute Greutter

Mit 1. September hat Lydia Gepp die Geschäftsführung von Ankerbrot übernommen. Sie ist die erste Frau an der Spitze des Unternehmens. Gepp ist auf die Restrukturierung und Neuausrichtung von Unternehmen spezialisiert. 

 

Ich bin sehr glücklich, die letzten zehn Jahre auf einige außergewöhnliche Highlights zurückblicken zu dürfen“, sagt Gepp und weiter: „Etwas Besonderes wird für mich immer die Neuausrichtung von Österreichs ältestem und damals noch größtem Weingut „Stift Klosterneuburg“ sein. In der mehr als 900-jährigen Geschichte des Stiftes bin ich bis dato die einzige Frau, die ein Weingut der Chorherren führen durfte.“ 2008 bis 2012 agierte sie privat als Sportmanager im Spitzensport in der Disziplin Biathlon.

„Gemeinsam mit meinem Partner betreuten wir herangehende Biathleten aus sehr vielen unterschiedlichen Nationen welche sich in dieser Disziplin im IBU Cup, und in weiterer Folge Weltcup, etablieren wollten. „2010 ist es mir gelungen, meinen Partner als Nationaltrainer der finnischen Biathlon Nationalmannschaft zu platzieren. Wir feierten mit der Finnin Kaisa Mäkäräinen den Gesamtweltcup-Sieg in dieser Saison und den Weltmeistertitel“, erzählt die Managerin.

Beraterin Lilian Gehrke-Vetterkind begleitet Frauen mit ihrem aktuellen Buch auf dem Weg an die Spitze.

 

Ein Mann, nennen wir ihn Christian, und eine Frau, Tanja, betreten gleichzeitig das große Unternehmensgebäude. Beide haben gerade ihr BWL-Studium abgeschlossen – Tanja mit deutlich besseren Noten. Beide möchten heute in Firma X ihre berufliche Karriere starten. Den Weg von der Lobby hinauf zur Chefetage markieren blaue und rote Pfeile. Der blaue Weg für Männer führt Christian direkt zum Aufzug, die weibliche Route leitet Tanja Richtung lang gezogenes Treppenhaus.

So oder so ähnlich fühlt sich Karriere für Frauen mitunter an. Das bildhafte Beispiel um Christian und Tanja im aktuellen Buch „Frau kann Chef“ zeigt eindrücklich, wie die Realität in Unternehmen oft aussieht. Mit bekannter Konsequenz: Die Frauenquote in Führungspositionen sieht nach wie vor nicht besonders gut aus. Von Parität keine Spur.

Eine beliebte Ausrede der Entscheider: „Wir finden keine Kandidatinnen. Frauen wollen nicht ins oberste Stockwerk.“ Beraterin Lilian Gehrke-Vetterkind, die sich den Themen Diversity und Female Empowerment verschrieben hat, erlebt die Lage anders. Frauen wollen durchaus führen – aber unter anderen Vorzeichen. Das belegt auch ihre gleichnamige Studie. Dafür befragte sie diverse Kandidatinnen nach ihren Präferenzen zum Thema Führung. Das aus den Antworten entwickelte Präferenzen-Modell zeigt klar, worauf Frauen Wert legen, wenn sie eine Führungsposition einnehmen würden. 

Frauen führen anders

Dass sich weibliche Topkräfte oft unbemerkt Stufe um Stufe durchs Karrieretreppenhaus kämpfen, während Neuling-Christian im Aufzug Chef-Christian trifft, der ihn noch während der Fahrt zum Tennispartner und „Head of irgendwas“ ernennt, ist nur eine Erklärung für frustrierte Kandidatinnen. Wenn Frauen schwer nach oben kommen, liegt das oft an der gelebten Kultur, den inneren Strukturen und bewussten wie unbewussten Vorurteilen im Unternehmen.

Frauen wollen keine Ellenbogenkarrieren, sind nicht auf Schmeicheleien aus und sehen in 70-Stunden-Wochen kein Statussymbol. Sie reizt weder die komplette Selbstaufopferung für Job und Firma noch Command-and-Control- Hierarchien oder Grabenkämpfe. 

Ein Buch wie ein Coach

Was Frauen aber durchaus wollen, ist gestalten. Wirken. Ihr volles Potenzial entfalten. Sie haben Lust, Einfluss zu nehmen, schöpferisch in Unternehmen tätig zu sein und Menschen zu führen. Frauen wollen und können führen – und das nicht als besserer Mann, sondern nach weiblichen Regeln, im eigenen Stil und unter veränderten Bedingungen.

Mehr denn je fordern sie die gleiche Teilhabe und Verantwortung wie ihre Kollegen. All diese Kandidatinnen stehen entschlossen vor dem Aufzug in die Chefetage und lassen sich nicht mehr dazu bewegen, die Treppe zu nehmen. Sie möchten genauso selbstverständlich wie Christian den direkten Weg nehmen. 

„Frau kann Chef“ liefert einen handfesten Leitfaden, wie Frauen in einer männerdominierten Arbeitswelt auftreten können. Ob introvertiert oder gesellig, ob ruhig oder extravertiert, ob unerfahren, teilerfahren, mit positiven oder negativen Führungserlebnissen: Dieses Buch dient allen Frauen als Coach, die mit Freude und Gelassenheit in Führung gehen wollen. 

Es skizziert unterschiedlichen Persönlichkeitstypen einen passgenauen Fahrplan zum Female Way of Leadership. Die Autorin begleitet ihre Leserinnen im Aufzug nach oben und vermittelt das notwendige Wissen und Selbstbewusstsein. Mit konkreten Handlungsempfehlungen gibt der motivierende Ratgeber jede Menge Sicherheit, um gezielt in die Führungsaufgabe hineinwachsen zu können. Um Leadership nach eigenen Vorstellungen zu lernen, zu leben und zu genießen. Und um eine Führungskraft zu sein, die mit weiblichen Eigenschaften glänzt und nach eigenen Regeln die Richtung bestimmt. 

Foto: Lilian Gehrke-Vetterkind

Eine Katastrophe jagt gefühlt die nächste, der Klimawandel schlägt immer stärker durch, Ressourcenknappheit sorgt für neue Konflikte, kurz: Die Welt scheint nicht mehr zu retten zu sein. Oder doch? 

 

ABW hat darüber mit der Experimentalphysikerin und Autorin Prof. DI Dr. Ille C. Gebeshuber gesprochen.

In welchen Bereichen liegen Ihre Forschungsschwerpunkte?

Ich bin Experimentalphysikerin mit den Schwerpunkten Bionik und Nanotechnologie an der Technischen Universität Wien. Als Bionikerin lerne ich von der belebten Natur, wie wir bessere Technologien herstellen können, die dem Menschen und der Umwelt nicht schaden. Die Nanotechnologie, also die Technologie des sehr Kleinen, ist auch in der Bionik von fundamentaler Bedeutung, da viele der beeindruckenden Funktionalitäten, die wir in der belebten Natur haben, auf nanoskaligen Phänomenen beruhen und in die Technik übertragen werden können. Aber was ist eigentlich klein? Die Größenordnung, in der wir arbeiten, ist der Nanometer. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter

Darunter kann man sich schwer etwas vorstellen, aber der Durchmesser eines menschlichen Haares beträgt ungefähr 100.000 Nanometer; im Bereich von wenigen Nanometern sehen wir schon einzelne Moleküle. Nun haben zum Beispiel die Flügel von einigen Zikadenarten eine speziell geformte Oberfläche, die wie das Nagelbett eines Fakirs aussieht. Allerdings sind die einzelnen Nägel nur einige hundert Nanometer hoch. Wir untersuchen gerade, wie Abdrücke dieser Oberflächen rein mechanisch, also ohne potentiell giftige Chemikalien, es schaffen, Bakterien und vielleicht sogar Viren unschädlich zu machen. In diesem unvorstellbar kleinen Bereich tut sich also sehr viel, und die Ausnutzung dieses Phänomens kann langfristig sogar zu neuen keimfreien Oberflächen für die Medizintechnik führen. 

Haben wir, sollte die bisherige Lebensweise der Menschheit beibehalten werden, überhaupt eine Zukunft?

Es gibt immer eine Zukunft. Und auch die bisherige Lebensweise der Menschheit muss nicht unbedingt zu einer sofortigen Katastrophe führen. Allerdings liegt es in unserer Hand, ob die Zukunft, die wir uns erträumen, nur noch für einige wenige Realität wird, oder ob wir möglichst vielen den Lebensstandard bieten, den unsere Gesellschaft im Idealfall bieten könnte. Und um letzteres zu erreichen bedarf es eines Umdenkens. Es geht hier nicht darum, dass die Reichen arm werden, sondern darum, dass die Armen reich werden, und die Reichen reicher. 

Dr. Karin Garber leitet das Vienna Open Lab, ein Mitmachlabor im 3. Wiener Gemeindebezirk.Betrieben wird das Labor vom Verein „Open Science-Lebenswissenschaften im Dialog“ für den Garber als Geschäftsführerin tätig ist. 

 

„Mein Arbeitsalltag umfasst also vor allem Managementtätigkeiten, aber auch die Entwicklung neuer Praktika und Experimentierangebote. Dabei profitiere ich besonders vom Forschungsumfeld hier am Vienna BioCenter. Denn obwohl meine Arbeit vor allem organisatorische sowie strategische Tätigkeiten umfasst, muss ich auch über aktuelle Forschungsthemen und Methoden Bescheid wissen“, so Dr. Garber, die sich von Kindheit an für alle Vorgängen in der Natur interessiert.

„Wenn man sich bewusst macht, wie viele Dinge im menschlichen Körper rund um die Uhr ablaufen, so ist das unheimlich faszinierend. Wir nehmen das ganz selbstverständlich hin und merken meist erst wenn wir krank werden, wenn also etwas plötzlich aus dem Ruder läuft, was unser Körper leistet. Ich wollte schon früh wissen, wie das alles genau funktioniert und Biologie zählte in der Schule zu meinen Lieblingsfächern. In der Unterstufe wollte ich noch Medizin studieren, doch dann bekam unsere Klasse eine neue Biologielehrerin, die zuvor in der Forschung gearbeitet hatte. Sie hat mein Interesse an einem Genetik-Studium geweckt.“ Nach dem Studium absolvierte sie einen postgradualen Lehrgang für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Für die Wissenschaftsvermittlung eine optimale Kombination. „Es gab zum damaligen Zeitpunkt nur sehr wenige Personen, die diese beiden Qualifikationen gemeinsam vorweisen konnten. Wenn man in der Wissenschaftsvermittlung tätig sein will, gibt es auch heute noch keine dezidierte Ausbildung dafür in Österreich“, so Garber. Interessierte müssten sich quasi aus einzelnen Versatzstücken selbst ihr optimales Ausbildungsprofil zusammenstellen.

Deshalb biete sie an der Universität Wien beispielsweise zwei Lehrveranstaltungen für Naturwissenschaftler an – eine zum Thema Wissenschaftskommunikation und eine zum Thema Projektmanagement. Diese sollen einen ersten Einblick in die beiden Tätigkeitsfelder geben, seien aber nicht mit einer umfassenden Ausbildung zur Wissenschaftskommunikatorin oder zum Wissenschaftskommunikator zu vergleichen. „Eine praxisorientierte Ausbildung in diesem Bereich wäre in Österreich jedenfalls begrüßenswert“, meint Dr. Karin Garber. 

Der Glaube an das eigene Können

Um mehr Frauen für Technik und Forschung zu begeistern, sollte die Interessensförderung möglichst früh ansetzen. Kinder seien von Natur aus neugierig und entdecken und erforschen ihre Umwelt. Dieser Forschungsdrang müsse mit entsprechenden Angeboten – wie sie beispielsweise das Vienna Open Lab bietet – aufrechterhalten und gefördert werden. Ganz wichtig für die Interessensbildung – und damit für die spätere Berufswahl – sei auch das Fähigkeitsselbstkonzept, also der Glaube an das eigene Können. „Wenn ein Mädchen permanent zu hören bekommt, dass Buben sich bei technischen Dingen besser auskennen, wird es irgendwann einmal selbst daran glauben. Bei uns zu Hause hat beispielsweise meine Mutter alles repariert, ich habe also vorgelebt bekommen, dass auch Frauen technisch versiert sind. Viele Berufsbilder sind in der Öffentlichkeit wenig präsent und die Schüler können sich nur schwer vorstellen welche diversen Berufsbilder nach der Absolvierung eines bestimmten Studiums verfolgt werden können.“ Im Bereich der Molekularbiologie gäbe es allerdings ohnehin mehr weibliche als männliche Studierende, die Begeisterung für dieses Berufsfeld sei demnach bereits vorhanden. Allerdings verschiebe sich das Verhältnis in den oberen Positionen wieder und hier gelte es die Vereinbarkeit von Kind und Beruf – für beide Geschlechter –möglich zu machen. 

Österreichs erfolgreichstes Mitmachlabor

Sehr stolz ist Dr. Karin Garber auf die tolle Entwicklung des Vienna Open Labs und das Team, das diesen Erfolg zu verantworten hat. Garber hatte das Glück, von Anfang an mit dabei sein zu dürfen. Begonnen hat das engagierte Projekt Ende 2004 in einem kleinen Kellerlabor am Institut für Strukturbiologie, in dem sporadisch Kurse für Schulklassen angeboten wurden.

„Parallel dazu bemühten wir uns um die Finanzierung, um das Ganze auf eine professionellere Stufe zu heben was mit der Übersiedlung an das Institut für Molekulare Biotechnologie und der offiziellen Eröffnung des Labors 2006 auch gelungen ist“, erinnert sich Garber. Der zur Verfügung stehende Laborraum für 20 Personen war bald voll ausgelastet und so galt es wieder Gelder für die Erweiterung aufzustellen. 2013 wurde expandiert und neben dem ersten, ein zweites Labor errichtet. Mittlerweile besuchen über 13.500 junge Menschen jährlich die angebotenen Praktika. Damit ist das Vienna Open Lab nicht nur das erfolgreichste Mitmachlabor Österreichs, sondern kann auch mit den größten deutschen Mitmachlaboren mehr als mithalten. Dr. Garber, die ihre naturwissenschaftliche Ausbildung nicht verleugnen kann, arbeitet klar und strukturiert. Wichtig ist ihr auch ein hohes Maß an Transparenz. Entscheidungen müssen begründbar und für alle Beteiligten nachvollziehbar sein. Das Feedback und die Erfahrungen des Teams fließen daher in ihre Planung mit ein. Für die Leitung ihres Teams, aber auch im Zusammenhang mit den Besucherinnen, sei außerdem das Gespür für andere Menschen und deren Bedürfnisse wichtig.

Die Freude der Kinder als Ansporn

An ihrer Tätigkeit schätzt Karin Garber die Abwechslung und den Umstand, dass Ergebnisse häufig direkt beobachtbar sind. „Wenn wir beispielsweise einen neuen Kurs entwickeln und man sieht, mit welcher Freude sich die Tutoren an die Vermittlungsarbeit machen, beziehungsweise wie gut die Inhalte von den Besuchern angenommen werden. Meine Bürotür ist aus Glas und ich beobachte regelmäßig, wie Besucher freudestrahlendes das Labor verlassen und höre, wie Kinder begeistert Ihren Eltern vom Praktikum berichten. Es freut mich auch, dass ich neben den vielen organisatorischen Aufgaben noch Zeit habe an den Experimenten mit zu tüfteln und bei Konferenzen oder im Austausch mit Wissenschaftlern Neues zu lernen – da kommt dann wieder mein kindlicher Entdeckungsdrang durch. All das führt dazu, dass ich auch nach fast 15 Jahren im Geschäft noch jeden Tag gerne zur Arbeit gehe. Und was empfiehlt sie jungen Frauen, die sich für Forschung interessieren? „Wenn das Interesse im Bereich der Lebenswissenschaften liegt, lade ich sie ein, bei uns in Vienna Open Lab vorbeizuschauen und einen Kurs zu besuchen. Hier haben sie die Gelegenheit kurz in das Arbeitsfeld hinein zu schnuppern und wissenschaftliche Arbeitsweisen kennen zu lernen. Danach können Sie vielleicht besser abschätzen, ob sie eine Karriere als Forscherin oder als Wissenschaftler anstreben sollen.“

Foto: Vienna Open Lab

 

 

 

Bettina Ganghofer ist seit 2018 alleinige Geschäftsführerin des Salzburger Flughafens. Davor war sie acht Jahre in unterschiedlichen Funktionen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG beschäftigt. 

 

Zu Beginn ihrer Tätigkeit im Oktober des Vorjahres stand das Kennenlernen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – „und ich wurde mit großer Herzlichkeit vom Team Flughafen Salzburg empfangen. Und da jeder Flughafen etwas anders ist, bin ich natürlich auch dabei, die Salzburger Spezialitäten dieses wunderschönen W.A. Mozart Flughafens zu entdecken, von der neuen VIP-Lounge bis hin zu großartig organisierten Wintersamstagen, von den Vorfelddiensten bis hin zum Tower. Ich habe mir mittlerweile einen sehr guten Überblick verschaffen können und viele schöne und interessante Momente erleben dürfen“, so Ganghofer.

Aber nicht alles ist immer nur schön, die Insolvenzen der Air Berlin und im weiteren Lauf des letzten Jahres die der Fly Niki belasteten natürlich die Entwicklung des Flughafen. „Da hoffe ich auch im Sinne der Mitarbeiter dieser langjährigen Kunden, dass die Zukunft gute Lösungen für alle bringt“, betont Bettina Ganghofer. Fasziniert ist die Managerin vor allem von der Themenvielfalt, die der Flughafen zu bieten hat: Veranstaltungsterminal, anstehende Pistensanierung, Nachhaltigkeit und vor allen Dingen der Dialog mit den Kunden, den Gästen, der Mitarbeiterschaft und den Nachbarn.

Bereits seit 10 Jahren ist Claudia Gamon politisch tätig. Bei der EU-Wahl kandidiert sie für die NEOS und ist damit die einzige weibliche Spitzenkandidatin. 

 

Gemeinschaft, Zusammenhalt, Vereinigung – für Claudia Gamon geht es bei der Europäischen Union ganz klar um eine Einheit, in der sich alle Bürger und Bürgerinnen frei bewegen können. Damit einher gehen staufreie Grenzübergänge: „Sie symbolisieren für mich die Freiheit überall in Europa ohne Hindernis studieren, arbeiten, wohnen und hinreisen zu können. Das ist eine ungeheure Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt.“

Die Vision der NEOS folgt dieser Ansicht: „Es ist die Vision der Vereinigten Staaten von Europa. Unser Weg dorthin ist radikal realistisch. Wir gehen ihn mit progressiv durchdachten Konzepten und dem Willen zur immer tieferen Zusammenarbeit jener, die diese Vision teilen und bereit sind Europa in wesentlichen Bereichen neu zu gründen.“

Sie kennt sowohl die Kunden- als auch die Agenturseite. Seit einigen Monate ist sie wieder im Kreativbusiness tätig. Ein ABW-Interview mit Claudia Froschauer, Head of Strategy bei primeconcept+.

 

Seit bald einem halben Jahr sind Sie Head of Strategy bei primeconcept+ – was fasziniert Sie an Ihrer neuen Tätigkeit? 

Filme waren immer schon meine Leidenschaft. Und die Abwechslung ist einfach großartig. Besonders gefällt mir an dieser Position, dass ich mich um die Transformationsprojekte im Unternehmen kümmern kann. Nach 15 Jahren in leitender Funktion in verschiedensten Branchen (Media, Stahlindustrie und zuletzt Bank- und Finanzdienstleistung), widme ich mich jetzt voll und ganz dem Kernthema Markenaufbau  und -führung.

Ich kann kreativ sein, bei Filmproduktionen mitwirken und hier eben auch meine Expertise als Markenspezialistin ausleben. Wir verwandeln uns gerade von der Filmproduktionsfirma zur Agentur für bewegende Markenführung. Am Unternehmen zu arbeiten, die zwei Geschäftsführer dabei zu unterstützen den Wandel so effizient wie möglich zu gestalten, das Team ins Boot zu holen, sich weiter zu entwickeln: All das sind spannende Herausforderungen, die sich mit meiner Leidenschaft für Strategiearbeit und Geschäftsmodell-Entwicklung sowie für den Aufbau von integrierter Kommunikation in Unternehmen optimal ergänzt. Zu gestalten, etwas zu bewegen, etwas Wertvolles zu erschaffen, macht eben nicht nur Sinn, sondern auch verdammt viel Spaß. ;) 

Bitte beschreiben Sie uns Ihre konkreten Aufgabengebiete, wie hilfreich ist Ihre Marketingerfahrung? 

Als Head of Strategy bin ich für das große Ganze verantwortlich. Ich übernehme die strategische Beratung. Sowohl für unsere Kunden bei der Konzepterstellung von konkreten Filmproduktionen, als auch in der Beratung von Branding Prozessen arbeite ich mit unserem internen Team und den Experten aus unserem Netzwerk zusammen. Ich bin ein kommunikativer Mensch, arbeite am liebsten mit unterschiedlichen Menschen.

In einer Welt, in der es keine subjektive Wahrheit gibt, hilft mir insbesondere auch meine branchenübergreifende Markenerfahrung dabei, ganz kompromisslos und mutig im Sinne der Marke zu agieren. Denn es gefällt nicht zwingend gleich jeder Vorschlag auf den ersten Blick. Richtig spannend wird es dann, wenn die Kunden zu Beginn erst einmal irritiert sind. Dann wissen wir: Unsere Methode wirkt, denn sie bewegt. 

Um die Marken-DNA zu eruieren und das Reason Why der Marke abzuleiten, nutze ich meinen Methodenkoffer. Dieser beinhaltet Tools aus den Bereichen Kommunikation, Marketing, Innovationsmanagement und Coaching. Zum Einsatz kommt, was das jeweilige Unternehmen benötigt. Insbesondere das Warum der Marke ist uns wichtig. Nur damit lassen sich Geschichten erzählen, die langfristig begeistern.

Alles andere sind schnell verpuffende Kurzzeit-Effekte. Wobei dabei die Kommunikation und damit die lösungsorientierte Zukunftsgestaltung vorrangig im Mittelpunkt stehen und ich persönlich auch in diesem Bereich meine besondere Leidenschaft und daher auch künftig verstärktes Aufgabengebiet für Unternehmen sehe. 

In welchen Bereichen sehen Sie derzeit die größten Chancen für Agenturen, wo die größten Hürden? 

Ich habe ja die Seiten gewechselt. Als Auftraggeberin kenne ich die Vor- aber auch Nachteile von Spezial- und Full Service Agenturen nur zu gut. Für mich waren immer schon Expertise und Handschlagqualität wichtig, die sich vor allem durch transparente Kommunikationswege auszeichnet. Full-Service-Agenturen konnten mich in diesem Punkt nie wirklich überzeugen. Top-Qualität in allen Bereichen zu bieten, geht immer zu Lasten von Preis und Ressourcen. 

In Zeiten wie diesen wird oftmals auch in der Agenturszene von Konzentration und Disruption gesprochen. Dazu habe ich aber eine klare Meinung: Fusionen, Totgeburten und Neuerfindungen in der Agentur-Szene gab es schon immer. Die Branche ist und bleibt eine volatile und Agenturen neigen dazu, sich selbst zu kannibalisieren. Damit hat Corona wenig zu tun.

Es liegt an der fehlenden Spezialisierung und dem Mut zur Lücke. Beides braucht es, um schlank organisiert und dadurch schlagkräftig sein zu können, meiner Meinung nach. Statt massiven Overhead-Kosten besser ein Netzwerk an verlässlichen Partnern, wie z.b. Texter, Fotografen etc. abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden. 

Was Agenturen erfolgreich macht, lässt sich meiner Meinung nach leicht zusammenfassen: Entweder positioniert man sich als breit aufgestellte externe Marketingabteilung für Unternehmen. Oder man geht den Weg wie primeconept+: mit Fokus auf ein Spezialgebiet , mit einem konkreten, greifbaren Produkt (in unserem Fall hochwertige Filme), mit einer smarten Kompetenz-Cloud bestehend aus Experten, sowie mit gezielten strategischen Kooperationen. Das geniale an Spezialagenturen wie uns ist, dass wir flexibel und zugleich gezielt agieren können. 

Wie hilfreich ist der Umstand, dass die Agentur im Wirtschaftsstandort Linz angesiedelt ist? 

Unsere Kunden sind in ganz Österreich daheim. Wir profitieren von unserem Netzwerk und haben ein loyales, vielseitiges Bestandskunden-Portfolio in den Bereichen der verarbeitenden Industrie, Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheitswesen, Interessenvertretung und FMCG u.v.m. Auch wenn der Standort für uns unerheblich ist: Oberösterreich als innovativer Wirtschaftsstandort und mit seinem großen Einzugsgebiet bedingt durch zahlreiche international exportorientierte Industriebetriebe hat natürlich großes Potenzial. 

Ihre Startegien in diesen herausfordernden Zeiten? 

Maximale Leidenschaft, kompromisslose Strategiearbeit im Sinne der Marken, Perspektiven-Wechsel und Out-of-the-box-Denken. Dafür sind wir bekannt und das wollen wir noch weiter kultivieren. Wir beginnen, wo Werbung aufhört – indem wir bereits ab Beginn der Akquise in die Konzepterstellung investieren. Warum? Weil nur so purposeful business mit sinnvollen Ergebnissen möglich ist.

Als Filmproduktionsfirma hat primeconcept schon immer gut durchdachte Geschichten erschaffen. Damit diese Geschichten bei der Zielgruppe auch wirklich ankommen, basiert jedes Projekt auf umfassendem strategischem Know-how und das wird nun bei primeconcept + stärker angeboten. Das kürzlich ergänzte Plus im Firmennamen steht für eben diese Weiterentwicklung und Schärfung des Portfolios im Bereich Strategie. 

Unser Wachstum und die enge Verknüpfung mit der Tochterfirma involve ist primeconcept+ ganz natürlich entstanden.Digitale Erlebnisse zu schaffen, gehört heutzutage natürlich zu bewegender Markenführung. Gemeinsam nutzen wir digitale Kanäle, um Menschen für Marken und Ideen zu begeistern. Dabei immer im Mittelpunkt: Der Mensch. Unsere KundInnen haben im Herbst verstärkt unsere Hilfe im Bereich Brand Management angefragt – das haben wir genutzt. 

Wie gelingt es eine Marke stark zu machen? 

Die meisten Marken werden heute durch eine fulminante Story gepusht. Aber nach kurzer Zeit geht ihnen die Luft aus, weil die Substanz fehlt. Für uns ist wichtig, dass eine Marke Sinn stiftet und ihr Versprechen hält. Das gelingt mit der richtigen Strategie. Wir sind überzeugt, jede Marke braucht ein klares Warum.

Denn: eine Marke ist mehr als nur ein Logo, ein Produkt oder eine Leistung. Eine Marke braucht ein klares Warum und besteht aus einem funktionalen und auch emotionalen Nutzenversprechen. Darin steckt auch das wesentliche Erfolgspotenzial von Unternehmen. Und genau das ist es auch, was wir in Zeiten wie diesen brauchen. Unsere Gesellschaft erlebt einen Wandel.

Corona verändert uns nachhaltig – nicht nur unser Konsumverhalten, sondern unsere gesamte Wertewelt. Warum? Kommunikation hat natürlich viel mit Werten zu tun! Wenn sich das Wertegefüge ändert, dann hat das Einfluß auf das Entscheidungsverhalten also konkret, wie reagiert jemand auf die Kommunikation vom Unternehmen. Nun ist es wichtig vor allem eben auch die emotionalen Bedürfnisse von Menschen zu stillen. 

Wir verstehen das als Chance und als klaren Auftrag, mehr denn je authentisch zu sein, auch und gerade in der Kommunikation erfordert das eine andere Tonalität. 

Waren es oftmals der maximale Genuss und die Lust auf „höher, weiter, mehr”, der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Exklusivität, so geht es jetzt mehr um Stabilität, Sicherheit, Planbarkeit und aber auch Gemeinschaft und Zusammenhalt. Verlässlichkeit wird auch in der Kommunikation wichtiger. Klare transparente Kommunikation mit einem echten Wert: Das ist der Megatrend. 

Zu glauben, man brauche momentan nichts in Werbung zu investieren, ist ein schwerer Irrtum. Es braucht Unternehmen, die sich mit einem starken, authentischen Warum präsentieren. Dafür ist es für Unternehmen nun notwendig die Kommunikation zu überprüfen und nicht gänzlich einzustellen. Wo physischer Rückzug aufgrund des Lockdowns vorherrscht, ist die digitale Präsenz immer wichtiger. 

Wir helfen Unternehmen dabei sich z.b. zu überlegen, wie der Gemeinschaftssinn gestärkt wird, mehr Stabilität vermittelt werden kann und schauen, dass Sie die Kundenbrille aufsetzen bei all Ihren Überlegungen und sich eben dabei die Frage zu stellen “Was nutzt meinen KundInnen jetzt besonders?!” 

So nutzen wir derzeit mit gezielten Fragen, die Budget Shifts z.B. durch den Wegfall von Messen, dass wir gemeinsam mit Unternehmen Formate und dafür Storys zu entwickeln, die eben Sinn machen. Es fällt derzeit durchaus leichter “oft festgefahrene” Einsatzebenen zu hinterfragen und zu verändern. Das macht richtig Spaß. 

Purposeful Business bedeutet für uns, wie man den Nutzen bei anderen maximieren kann und zwar eben neben der funktionalen Ebene auch auf der emotionalen Ebene. 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag in Corona Zeiten aus? 

Wir haben schnell reagiert und FFP2-Masken schnell zur Pflicht gemacht, ebenso regelmäßige Tests auf Firmenkosten. Die Arbeit am Filmset erfolgt ebenfalls unter strengster Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienebestimmungen. Wir vermissen den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden, die durch die virtuellen Meetings nicht ersetzt werden können. Aber es läuft und man gewöhnt sich rasch an alles, wenn die Begeisterung stimmt. 

Wenn morgen der „Corona-Spuk“ vorbei und ein ganz normales Leben wieder möglich wäre, was würden Sie als Erstes tun? 

Ich würde Freunde und Familie einpacken und ans Meer fahren, am Strand ein Picknick machen und dabei die Sorglosigkeit genießen. Und Kino! Darauf freue ich mich auch schon wieder! Ich bin aber auch dankbar: Corona hat uns gezeigt, was wirklich wichtig ist im Leben. So vieles war eine Selbstverständlichkeit. Ob ein gemütliches Abendessen im Lieblingsrestaurant, kulturelle Besonderheiten, wie Konzerte, oder Feierlichkeiten, wie Hochzeiten, Kindergeburtstage, Ostern: All das ist heute nicht mehr „selbstverständlich” und und wir erleben vieles wieder mit mehr Wertschätzung und Bedeutung, dass empfinde ich persönlich als einmalige Chance für die Gesellschaft. 

Foto: primeconcept+

Seit 2009 arbeitet sie bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich,  im Jahr 2013 übernahm sie die Leitung des Konzernmarketings. Ein Austrian Business Woman-Interview.

 

Wie die Mutter einer kleinen Tochter die Vereinbarkeit von Kind und Karriere lebt und was ihr im Business-Alltag besonders wichtig ist, hat sie ABW erzählt.  

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Tätigkeit:

Die Tätigkeit im Konzernmarketing ist sehr abwechslungsreich. Nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Töchterfirmen, die wir neben den oö Raiffeisenbanken betreuen sondern auch wegen der unterschiedlichen Aufgabenfelder, die das Konzernmarketing beinhaltet. So ist neben der klassischen Marktkommunikation für Privat- und Firmenkunden auch die klassische Unternehmenskommunikation Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Kurz um: Ein Mix aus Kampagnen-Konzeption, Kommunikationskonzepten, Projektmanagement. Herausfordernd ist, dass jeder Tag andere ist. Oftmals sehr kurzfristig Themen anfallen und man sehr flexibel agieren muss und auch kann.

Wie würden Sie Ihre Arbeitsweise beschreiben.

Ich bin eine Vollblut-Marketerin mit Leidenschaft. Mein hoher Anspruch an mich selbst gilt auch meinem Team. Dies ist oftmals nicht so einfach. Hart aber herzlich bezeichnet mich wohl am Besten. Ich bin ein 100 Prozent Mensch! 100 Prozent Familie und 100 Prozent Beruf gehen sich aber leider nicht ganz aus. Ich habe gelernt Kompromisse einzugehen, zu priorisieren und ad-hoc je nach Situation zu entscheiden, wo es mehr von mir Bedarf. 

Wie vermarktet man eine Bank „optimal“?

Im Finanzdienstleistungsmarketing ist es wichtig, dass man Bankprodukte und deren Nutzen erlebbar macht. Man muss die Themen mit „Emotionen“ versehen und aufmerksamkeitsstarke vor allem aber glaubwürde Botschaften konzipieren. Dabei ist es wichtig, sich auf die Kernwerte der Marke zu konzentrieren und dabei authentisch zu bleiben.

Die Beratung bzw. der Berater selbst ist allerdings das wichtigste im Kaufentscheidungsprozess und in Wahrheit kann man nur auf die Kompetenz und die Vorteil durch eine pers. Betreuung langfristig beim Kunden punkten. Wobei die online-Abschlussfähigkeit von „einfachen Produkten“ unabdingbar sein wird. Es soll dem Kunden so einfach wie möglich gemacht werden seine Bankprodukte zu nutzen. 

Ist Werbung typisch weiblich?

Nein, der Mix macht es aus. In meinem Team sind wir zur Hälfte weiblich und männlich. Und das ist gut so, denn insbesondere bei der Konzeption einer Werbelinie sind unterschiedliche Sichtweisen sehr wichtig.

Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?

Für mich ist die Loyalität eines Mitarbeiters das wichtigste Kriterium einer guten Mitarbeiter-Chef Beziehung. Offenheit und klare Worte sind für mich wichtig und ich selbst würde mich als sehr teamorientierte Chefin mit einem partizipierenden Führungsstil beschreiben. Allerdings bedingt dies Mitarbeiter, die auch gerne eigenverantwortlich arbeiten und sich nicht „scheuen“ offen Themen anzusprechen.

Welchen Stellenwert haben Frauen/Unternehmerinnen für die Raiffeisenlandesbank OÖ?

Frauen sind in ihren Zielen, Bedürfnissen und Anforderungen so vielseitig wie das Leben. Deshalb fokussiert sich Raiffeisen OÖ nicht auf eine Frauenlinie, sondern will für Frauen nachhaltigen Nutzen stiften. Die Bank ist persönlicher Ansprechpartner und verlässlicher Begleiter in allen finanziellen Angelegenheiten. Auf unserer Webseite gibt es dazu viele spannende Themen und Porträts erfolgreicher Managerinnen.

Wie gehen Sie mit Stress-Situationen um, wo tanken Sie Kraft für den Arbeitsalltag?

Das war ein langer, doch auch schmerzhafter Prozess. Vieles habe ich ausprobiert, aber das effizienteste war und ist die Bewegung in der Natur und der Sport (Radfahren und Wandern). Als „WorkingMum“ ist allerdings das Thema Stress anders behaftet. Vieles hat sich relativiert und natürlich ist unsere Tochter Emma eine wahre Kraft-Quelle. Man sieht was wirklich wichtig ist im Leben und ehrlich gesagt, man muss sich genug Kraft für die Kindererziehung „bewahren“ um die Balance zw. Familie und Beruf halbwegs meistern zu können.

Welche Tipps geben Sie jungen Frauen, die im Marketing Karriere machen wollen?

Berufs- bzw. Projekt-Erfahrung sammeln so viel und unterschiedlich wie geht. Ein Job im Marketing bedarf einiges an Durchsetzungsvermögen, Überzeugungsarbeit. Da es im Marketing und der Werbung im Besonderen keine objektive Wahrheit gibt. 

Ihr ganz persönlicher „Business“-Leitsatz:

Klingt dramatisch – ist aber immer wieder gut „sich ins Bewußtein zu rufen, wenn z.B. die Projekte überhandnehmen oder Diskussionen nicht so laufen, wie man es ev. erwartet!“ Du kannst den Wind nicht verändern, aber die Segeln anders setzten!“ Privat ist und bleibt mein persönliches Motto: „Carpe Diem – Nutze den Tag “ Lass die Tage nicht ungenützt verstreichen und genieße jeden einzelnen Tag, als wäre es Dein letzter.

Foto: Foto Strobl

Nach 15 Monaten mit „Corona“ als dominierendem Thema ist die Reiselust der Österreicherinnen und Österreicher riesig groß. Helga Freund, Vorstandsmitglied der Verkehrsbüro Group, weiß, was die Urlauber wünschen.

Auch wenn manches noch unklar ist – der Countdown läuft“, zeigt sich Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa und Vorständin Verkehrsbüro Group, sichtlich erleichtert und auch zuversichtlich. Wie groß das Urlaubsbedürfnis der Österreicherinnen und Österreicher ist, hat Ruefa im Rahmen einer Kundenumfrage bereits Ende 2020 erhoben: Nicht weniger als 98 Prozent der online befragten Kundinnen und Kunden (5000 Online-Interviews) gaben an, 2021 zumindest einmal auf jeden Fall in den Urlaub fahren zu wollen.

„Und scheinbar haben viele schon die Koffer gepackt – jede Info zu touristischen Öffnungsschritten führt bei uns zu einer Welle an Anfragen und zu unserer großen Freude von Tag zu Tag zu mehr Buchungen“, so Freund.

Der geglückte Start Spaniens zu Ostern (hier vor allem Mallorca), der Re-Start des Tourismus in Griechenland ab Mitte Mai, der vorgezogene Start in Italien schon zu Pfingsten – und besonders die Ankündigung, dass mit 19. Mai 2021 die Reiserestriktionen in Österreich fallen – das alles hat zum einem richtigen Boost geführt.

„Natürlich liegen wir noch weit unter den Rekordwerten von 2019 – aber gerade für Österreich-Buchungen kurzfristig und vor allem für Juli und August sind wir sehr positiv gestimmt“, so Freund.

Last Minute mit Service, Sicherheit und Stornobedingungen 

Nachdem in den vergangenen Jahren immer früher gebucht wurde, um sich Preisvorteile und Wunschurlaub gut zu sichern, gehen die Touristiker für den Sommer 2021 von einem klaren „Last Minute Sommer“ aus. „Es ist ganz klar, dass viele noch zuwarten wollen und viele Fragen haben – wir beraten hier intensiv und wirklich tagesaktuell“, so Freund, die den „Grünen Pass“ als absolut wichtig und gut erachtet – wünschenswert in einer Kombination mit einer gesamteuropäischen Lösung statt eines Fleckerlteppichs.

„Tourismus ist einfach international – das muss unser aller Ziel sein, hier möglichst schnell klare Vorgaben und Richtlinien für alle zu bekommen – sei es für Reisende wie auch für alle, die im Tourismus tätig sind“, spricht sich Freund für große Lösungen aus. In den Reisebüros selbst ebenso wie bei den Beratungsgesprächen via Telefon, Video oder Chat werden daher auch die Themen Sicherheit und Stornobedingungen immer wichtiger.

„So schwer uns die Krise auch getroffen hat und sicherlich noch einige Jahre beschäftigen wird – der für uns sehr positive Aspekt: die Expertise und Serviceleistungen unserer Mitarbeiter ist gefragt wie nie. Reisen im oder über ein Reisebüro zu buchen erfreut sich immer größerer Beliebtheit, man geht mit den Vorteilen einer Pauschalreise einfach auf Nummer sicher“, so Freund.


Positiv für die Urlauber: Die Stornobedingungen sind durch Corona wesentlich konsumentenfreundlicher – weil viel kurzfristiger – geworden. „Aktuell bieten fast alle Veranstalter attraktive Flex-Tarife an, bei denen bis wenige Tage vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen kostenfrei storniert werden kann. Das hilft natürlich sehr bei der Buchungsentscheidung.

Allerdings sehen wir ganz klar: Unsere Kunden wollen buchen und wirklich wegfahren, nicht stornieren!“ Freund rät zusätzlich zu den Stornobedingungen gerade heuer zum Abschluss entsprechender Reiseversicherungsprodukte, die teilweise auch Coronarisiken explizit versichern.

Selbstfahrer und Flugreisen 

Ein Trend aus dem Jahr 2020 ist gekommen, um – zumindest heuer noch – zu bleiben: Reisen mit dem eigenen Auto steht bei ganz vielen wieder am Programm, und dabei steht Österreich wieder hoch im Kurs. Aber auch in Richtung Kroatien und Italien werden sich viele heimische Urlauber wieder mit dem eigenen Auto aufmachen – wenn es denn „wieder Meer“ sein darf.

Spannend auch: Deutschland und die Schweiz stehen ebenso auf der „Wanna do“-Liste der Urlauber mit Auto. Bei den Flugreisen haben die beiden Mittelmeer-Giganten Griechenland und Spanien erwartungsgemäß auch im Sommer 2021 die Nase vorne. Aber auch Badereisen ans Rote Meer in Ägypten sowie in die Türkei stehen bei vielen auf der Wunschliste – beide Destinationen haben in den vergangenen Saisonen mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis gepunktet und kämpfen derzeit mit sehr strikten Lockdowns um die touristische Sommersaison.

Weiters gut gefragt ganz im östlichen Mittelmeer: Zypern. „Im Moment sehen die Kapazitäten für Griechenland und Spanien recht gut aus. Wir sind in ständigem Austausch mit den Airlines, die hier nicht zum Nadelöhr werden dürfen – und schon zugesagt haben, Kapazitäten auch kurzfristig aufzustocken“, führt Freund weiter aus.

Tipps zur Inspiration für Griechenland und Portugal

Dass es neben den „Rennstrecken in Rhodos, Kos oder Kreta“ vor allem kleinere Inseln sein werden, die viele österreichische Urlauber heuer mit „kleinen, feinen Hotels ohne Trubel oder Gedränge“ begeistern können, davon ist Freund überzeugt. „Wir haben hier drei besondere Produkte in Griechenland am Start, von denen ich mir heuer sehr viel verspreche.

Die Sommerakademie in Zakynthos, die nach all den Coronabelastungen so viel interessantes und inspirierendes Programm für Geist, Seele und Körper bietet. Dann unser Charter nach Skyros – der einzige Charter auf dieses Kleinod der nördlichen Sporaden. Wunderbar urig, ursprünglich, wild und liebenswert – einfach Griechenland wie in den 1980ern. Und dann haben wir auf der so schönen grünen Insel Thassos erstmals unsere „Body&Mind“-Programme am Start – für alle, die in wunderbarer Umgebung richtig in Schwung kommen wollen“, so Freund.

Aber auch für alle, die es in den Westen zieht, hat Freund einen Tipp: „Portugal hat in den vergangenen Monaten eine Corona-Achterbahnfahrt hinter sich – zuerst richtig gut, dann zu Jahresbeginn mussten sie massiv kämpfen – aber jetzt sind die Portugiesen top da und scheinen die Infektionslage nachhaltig gut zu managen.

Wir finden, dass Portugal auf jeden Fall eine Reise wert ist – allen voran Porto, das Dourotal und der Alentejo legen wir all jenen ans Herz, denen der Sinn nach Abwechslung steht – hippe City, wunderschöne Strände und Kulinarik vom Feinsten. Das perfekte Anti-Corona-Programm!“, freut sich Freund.

Foto: Ruefa/Jürg Christandel

Tourismusprofi Helga Freund blickt anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von ABW zurück auf ihre Karrierestationen während dieser Zeitspanne.

 

Helga Freund startete ihre Karriere im Tourismus bei Idealtours in Brixlegg. Vor rund 24 Jahren wechselte sie dann zu Eurotours. Vor zehn Jahren folgte der erste von mehreren Karrieresprüngen, als sie die Leitung des  Bereichs Touristik übernahm. Vor etwa fünf Jahren wurde die gebürtige Tirolerin Mitglied der Geschäftsführung der Tochtergesellschaft Eurotours GmbH und verantwortete die Touristik mit Hoteleinkauf, Reiseveranstalter-Vertrieb, Incoming bis hin zu Produktgestaltung und Yield-Management.

Helga Freund wusste offenbar früh, wohin die Reise gehen soll. Mehr darüber hat sie ABW erzählt.

„Nach meiner Schulausbildung habe ich das Tourismus College besucht und anschließend bei einem Reiseveranstalter, der im Outgoing Bereich tätig ist, in verschiedenen Abteilungen Erfahrungen gesammelt. Weil ich mich weiterentwickeln wollte habe ich dann zu Eurotours gewechselt um dort neben Outgoing auch im Incoming tätig zu werden. Vom Hoteleinkauf, über Vertrieb, Operations bis zum Aufbau des damals jungen Geschäftsfeld Direktvertrieb durfte ich alles verantworten.
 
Also, alles von der Pike auf lernen und aktiv gestalten. Dadurch ist Tourismus zu meiner großen Leidenschaft geworden“. Ihre Aufgabe als CCO macht ihr richtig Freude: „Reisen ist positiv besetzt. Diese positive Assoziation in touristische Konzepte umsetzen zu können, ist eine der spannendsten Herausforderungen die man sich beruflich stellen kann. Produkte zu entwickeln, Qualität sicher zu stellen, nachhaltige Kundenbindung zu betreiben, macht viel Freude. Da ist kein Arbeitstag wie der andere. Da wird es nie langweilig. Unsere rund 400 Mitarbeiter haben ein Durchschnittsalter von 33 Jahren. Das bedeutet: Bei uns geht es jung, dynamisch und motiviert zu. Das alles macht den Reiz einer tollen Aufgabe aus.“

Ansporn und Verpflichtung
Eurotours arbeitet im B2B-Bereich mit 1200 Reiseveranstalter in 60 Ländern zusammen und ist einer der führenden Direktreiseveranstalter in Mitteleuropa. Vertreten in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Tschechien und Polen: Vom Familienurlaub über Wellness Reisen, Kreuzfahrten, Städtereisen, Fernreisen, Winter-und Badeurlaub hat das Unternehmen nahezu alles.
 
Angeboten werden Vertriebslösungen sowie Reisepakete für touristische Unternehmen und Busreiseveranstalter an. „Bei Kunden- und Vorteilsprogrammen für Handels- und Tankstellenketten, Banken und im Bereich Media sind wir auch sehr erfolgreich. Wir organisieren maßgeschneiderte touristische Lösungen für Vereine, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialwerke. Wir arbeiten ständig an innovativen Produkten. Unsere Reiseangebote  sind preisgünstig und auf qualitativ hohem Niveau. Sie werden sehr gut angenommen. Noch ein weiteres Lob erhalten wir von unseren Kunden: Kundenzufriedenheitswerte von 97 Prozent zeichnen unsere Arbeit aus. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich und muss ständig aufs Neue erkämpft werden.“

Immer einen Schritt voraus
Als Geschäftsführerin Touristik ist Helga Freund für Einkauf, Business Development, Vertrieb, Produktion und Operations verantwortlich. „Sich ständig auf verändernde Marktentwicklungen im Tourismus einzustellen und intelligente Produkte zu entwickeln, als Trendsetter im Markt den Wettbewerbern immer einen Schritt voraus zu sein, ist nicht nur eine anspruchsvolle Aufgabe sondern bringt auch Spaß. Besonders wenn man den Erfolg dann auch an unseren guten Geschäftsergebnissen sieht.“ Auch 2014 konnte das Unternehmen den Umsatz wieder steigern: „Wir wachsen kontinuierlich und sind zufrieden.“

„Deutschland macht Urlaub“
2015 ist der Fokus darauf ausgerichtet, die Marke Post Reisen in Deutschland auszubauen. „Wir starten mit rund 400 Reiseangeboten, die auf der Homepage www.postreisen.de ständig aktualisiert  werden und buchbar sind. Zug um Zug wollen wir dieAngebote weiter ausbauen. Wir haben das Projekt seit Anfang des Jahres in einigen, ausgewählten Regionen in Deutschland gestartet. Dadurch erreichen wir zur Zeit zehn Millionen Haushalte. Ziel ist es nach der Startphase das Projekt auf ganz Deutschland auszudehnen. Dann reden wir über alle deutsche Haushalte und 80 Millionen Einwohner. Wir wollen attraktive, preiswerte Reisen bequem von zu Hause aus buchbar machen. Unser mit der Deutschen Post DHL entwickelter Slogan lautet: „Deutschland macht Urlaub“. Mit diesem Anspruch ist alles gesagt.“ Daneben werden insbesondere in Tschechien und Polen die Direkvertriebs-Aktivitäten weiter ausgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Forcierung des weiteren Ausbaus der Internet Plattform justaway.com in Deutschland und Polen sein.
 
Foto: Ruefa/Jürg Christandel

 

Sie steht an der Spitze der Kunstuni Graz (KUG): Elisabeth Freismuth im ABW-Interview über Studieren als Massenphänomen, den Einfluss der Wirtschaft auf die Universitäten sowie Visionen und Herausforderungen.

 

Auf welchen Bereichen liegt dieses Jahr Ihr strategischer Fokus?

Mit unserem 200-Jahr-Jubiläum im Studienjahr 2016/17 haben wir unterstrichen, dass wir die älteste von Österreichs traditionsreichen Musikuniversitäten sind. In der Art und Weise, wie wir dieses Fest begangen haben, konnten wir uns, denke ich, unter diesen Institutionen klar als Innovationstreiber positionieren.

Die Profilierung wollen wir 2018/19 noch einmal nachschärfen, um als die innovative Musik- und Theateruniversität des Kulturlandes Österreich international First Choice für die interessantesten Studieninteressierten und künftigen Lehrenden zu werden. Politisch gilt es hingegen gemeinsam mit unseren österreichischen Mitbewerbern, den hohen und zugleich autonomen Wert von Kunst und Kultur gegenüber markt- und verwertungsorientierten politischen Positionen zu stärken. Dass mit Eva Blimlinger die Rektorin einer Kunstuniversität der Österreichischen Universitätenkonferenz vorsteht, ist in diesem Kontext  ein wichtiger Aspekt.

Hinter der Erfolgsgeschichte des Instituts Allergosan steht eine Powerfrau, dank der die probiotische Medizin einen wahren Siegeszug rund um den Globus angetreten hat: Anita Frauwallner. 

 

Ein privater Schicksalsschlag war es, der das Interesse von Anita Frauwallner für Darmerkrankungen weckte. Ihr Mann, ein Mediziner in den besten Jahren, zog sich bereits während der Maturareise eine heimtückische Diarrhoe zu, die sich im Laufe der Jahre zu einer tödlichen Erkrankung entwickelte. „Mein Mann hatte zur damaligen Zeit sicherlich die absolut beste Betreuung, doch Fortschritte machte er trotz der Behandlungen nicht. Deshalb wollte auch ich ihm helfen und habe nach Alternativen zur klassischen Schulmedizin gesucht“, so Anita Frauwallner.

In Deutschland besuchte sie zahlreiche Kurse, studierte Fachliteratur, befasst sich intensiv mit Homöopathie und Ernährungsmedizin. Vergeblich. Den entscheidenden Kampf verlor sie dennoch, mit knapp 40 Jahren verstarb ihr geliebter Mann. „Danach wollte ich nichts mehr über den Darm und seine Erkrankungen wissen“, erinnert sich Frauwallner an diese Zeit. Doch es kam alles ganz anders.

Zufall oder Schicksal – sie lernte einen Mikrobiologen kennen. Sein Spezialgebiet: Darmbakterien. „Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Die Mikrobiomforschung. Es war faszinierend. Nach den ersten Vorträgen des Experten war mir klar: Hätte ich das alles Jahre früher gewusst, hätte mein Mann vielleicht nicht sterben müssen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ich ihm mit meinem heutigen Wissen hätte helfen können.“

Renate Forte hat Pegasus Incoming von Beginn an aufgebaut – und ist rund 27 Jahre später immer noch sehr erfolgreich und stolz darauf, dass sie ein großes Netzwerk rund um den Globus hat.

Vor rund 37 wurde die Pegasus Reisen AG als voll lizenzierter Reiseveranstalter aus der Taufe gehoben, gegründet wurde auch eine Incoming Abteilung, die von Renate Forte geführt. Später wurden die Aktivitäten geteilt und Renate Forte gründete später die Firma Pegasus Incoming Ltd. Ihre ersten Schritte in die Brache setzte renate Forte quasi schon als Teenager: „Schon während meiner Schulzeit half ich in Ybbs an der Donau bei einem lokalen Busbetrieb als Reiseleiterin für Tagesausflüge aus und habe so in den Beruf hineingeschnuppert. Als ich dann zum Studium nach Wien ging, arbeitete ich nebenbei beim Verkehrsbüro als Reiseleiterin für Städteflüge. So lernte zu die meisten europäischen Hauptstädte gut kennen und erweiterte meine Sprachkenntnisse.“ 1980 erhielt sie bei Pegasus Reisen das Angebot, als Chefreiseleiterin die neuen Kolleginnen und Kollegen zu schulen und ein Jahr später die Möglichkeit, die Incomingabteilung aufzubauen und zu leiten. 1990 gründete sie ihre eigene Firma, Pegasus Incoming. „Seither widme mich ganz und mit Begeisterung dem Incomingtourismus.“

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