Interviews

Die Corona-Pandemie hat für einen Stillstand der Kongressbranche gesorgt. Tröstlich: Jetzt geht es langsam wieder aufwärts.

 

Die wirklich großen Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern werden ab dem kommenden Jahr wieder stattfinden, sagt die Direktorin des Austria Center Vienna, Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner, im ABW-Interview.

Die Zukunft der Kongresse werden Hybridveranstaltungen sein, sagten Sie in unserem letzten Interview. Wie sieht es diesbezüglich mit den Fortschritten des Modernisierungskonzeptes aus?

Die neuen virtuellen Formate werden den klassischen Kongress vor Ort niemals ersetzen, weil der persönliche Kontakt für das Netzwerken und praktische „Hands On-Workshops“ unerlässlich ist. Die sogenannten Hybridveranstaltungen bieten in naher Zukunft eine hervorragende Möglichkeit, die Balance zwischen „Kongressfeeling“ und möglichst vielen internationalen Teilnehmern zu schaffen.

Alle großen Säle bei uns wurden mittlerweile mit Kamerasystemen ausgestattet, um Vorträge live zu streamen. Besonders große Bedeutung kommt unserem neuen virtuellen Studio zu, wo Diskussionsformate mit Live-Zuschaltungen von Gästen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen, Produktpräsentationen und Live-Abstimmungen realisiert werden können.

Das Studio ist in einem Saal integriert, dadurch können Veranstaltungsteilnehmer vor Ort UND virtuell gleichzeitig teilnehmen. Durch die Auswahl zwischen einer riesigen LED-Wall und einem Green Screen sind die Möglichkeiten grenzenlos und die Ergebnisse sehr beeindruckend! 

Die Vorständin der IAKW-AG über die Folgen von Corona für den Kongress-Standort Wien und warum hybride Veranstaltungen zukunftsbestimmend sein werden.

 

Ihr Blick zurück auf das Corona-Jahr:  Gibt es – trotz Corona – auch Positives zu berichten?

Wir haben die Zeit genutzt, um unser laufendes Modernisierungsprojekt schneller umzusetzen. Statt 2022 werden wir nun schon 2021 fertig werden, da wir heuer weniger Bauunterbrechungen einplanen mussten. Mit einer neuen multifunktionalen Veranstaltungsfläche unter dem donauSEGEL, dem Panoramawalk und einem neuen Zugangsgebäude werden wir international noch wettbewerbsfähiger werden. 

Wie stark ist das Austria Center Vienna von der Krise betroffen? Kann man den Schaden schon beziffern?

Die genauen Zahlen liegen uns erst 2021 vor, aber bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wir heuer rund 80 % der ursprünglich gebuchten Veranstaltungen nicht realisieren konnten. Uns ist es glücklicherweise gelungen, die Mehrzahl der Veranstaltungen in die Folgejahre verschieben zu können und damit langfristig die Kunden an Wien und unser Haus zu binden.

Die aktuelle Situation zeigt uns aber auch sehr schmerzlich, wie wichtig der Kongresstourismus für den gesamten Standort Wien ist. Von den internationalen Veranstaltungen, die bei uns jährlich stattfinden, sind laut dem Institut für höhere Studien über 3.000 Arbeitsplätze in Österreich abhängig – vor allem im Bereich der Stadthotellerie und der Gastronomie.  

Das Kongress-Business war als erste Branche von Verboten betroffen. Die finanziellen Einbußen sind gewaltig. Susanne Baumann-Söllner über digitale Besucher, neue Konzepte und künftige Veranstaltungen. 

 

Die derzeitige Situation ist für die gesamte Veranstaltungsdestination Wien eine noch nie dagewesene Herausforderung“, sagt Dr. Susannen Baumann-Söllner. Als Österreichs größtes Veranstaltungszentrum sei man vor allem auf internationale Großkongresse spezialisiert. Normalerweise bringe man jährlich weit über 100.000 Kongressgäste nach Wien, was immense positive Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft habe – laut IHS spreche man über einen BIP-Effekt von über 500 Millionen Euro. „Die letzten Jahre waren durchgehend sehr erfolgreich für unser Haus und unter normalen Umständen hätten wir 2020 diese guten Ergebnisse nochmals übertroffen. Uns trifft die Krise auch insofern besonders hart, weil das Kongress-Business die erste Branche war, welche von Verboten betroffen war. Und es dürfte auch eine der letzten sein, welche wieder im gewohnten Umgang hochgefahren werden kann“, vermutet die Managerin.

Schaden ist noch nicht abschätzbar

Die Höhe des Gesamtschadens werde man erst in ein bis zwei Jahren seriös bewerten können. Es werde entscheidend sein, wie lange die derzeitige Situation noch anhalte. „Die ersten Wochen der Krise waren wir vollauf damit beschäftigt, in Abstimmung mit den Veranstaltern Kongresse in die nächsten Monate und Jahre zu verschieben. Dies ist uns bisher sehr gut gelungen und wir konnten so den Schaden für uns als Kongresszentrum sowie für die gesamte Kongressdestination Wien entsprechend reduzieren. Wien hat einen extrem guten Ruf als Kongressstandort und ist seit Jahren unter den Top 3 weltweit – gemeinsam mit Barcelona und Paris. Damit dies so bleibt, sind wir in laufender Abstimmung mit Kunden, Partnern, der Stadt Wien und den anderen Kongresszentren vor Ort“, so Baumann-Söllner. 

Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner ist seit sieben Jahren Vorstand IAKW-AG und wartet alle Jahre wieder mit eindrucksvollen Erfolgsbilanzen auf – auch 2019. 

 

Mit dem Rückenwind von drei Rekordjahre in Folge sind wir heuer in unser erstes Umbaujahr gegangen - mit dem donauSEGEL setzen wir das größte Modernisierungsprojekt der Unternehmensgeschichte um. Dies passiert bei laufendem Betrieb, daher war uns klar, dass durch den Umbau die Veranstaltungszeiten etwas eingeschränkt werden. Trotz Umbaus blieb und bleibt die Nachfrage nach unserem Haus sehr groß, daher wird es auch heuer wieder ein stärkeres Jahr als ursprünglich erwartet“, erzählt Susanne Baumann-Söllner.

Der Umbau bei laufendem Betrieb sei natürlich eine große Herausforderung, daher freue es sie besonders, wie toll das Team diese Aufgabe meistert. Dabei liege man voll im Kosten- und Zeitplan. Die Arbeiten seien bereits sehr weit fortgeschritten: Die Überdachung des Vorplatzes des Austria Center Vienna wird schon im Winter fertiggestellt sein, damit im März der erste Kongress unter dem donauSEGEL stattfinden kann.

Susanne Baumann-Söllner leitet seit 2012 das Austria Center Vienna und kann Jahr für Jahr Rekordzahlen vermelden: 2018 wurde erstmals die 120.000 Teilnehmer-Marke erreicht. 

 

Ihnen obliegt seit 2012 die Leitung der IAKW AG – eine Zwischenbilanz nach mehr sechs Jahren?

Ich habe damals im Dezember 2012 die Leitung übernommen, 2013 beherbergte unser Haus gerade einmal vier internationale Großkongresse. Dabei ist unser Haus für internationale Kongresse bis zu 20.000 Personen absolut ideal, außerdem bringen internationale Gäste der Stadt und dem Land eine unglaubliche Umwegrentabilität! Gemeinsam mit den Mitarbeitern habe ich daher die Bedürfnisse dieser großen Kongresse erhoben und Strategien erarbeitet, um eine bessere internationale Auslastung zu erreichen. Durch gezielte Modernisierung von Gebäude, Räumlichkeiten und Technik sowie dem Fokus auf hohe Qualität konnten wir in den vergangenen Jahren jeweils Rekordzahlen bei Umsätzen und Teilnehmern erreichen. 2017 haben wir erstmals über 100.000 internationale Teilnehmer gezählt und damit die Zahl innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Heuer knacken wir mit 18 Kongressen die 120.000er Marke. Zusätzlich beherbergen wir den EU-Ratsvorsitz, was uns noch weitere 130 Veranstaltungen bringt. 

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit? Welche Ziele haben Sie für heuer?

Es ist unglaublich spannend, ein Haus und ein Team, das unseren Kunden höchste Qualität bietet, zu entwickeln. Internationale Kongresse buchen drei bis zehn Jahre im Voraus, das erfordert auch ein entsprechendes Vordenken, was Trends und auch neue Generationen an Teilnehmern benötigen. Damit leisten wir einen ganz wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des Kongressstandortes Wien.  Dabei müssen wir immer am Ball bleiben, denn das Kongressgeschäft ist ein international hart umkämpftes Umfeld. Umso mehr freut es mich, dass wir trotz großer internationaler Konkurrenz diese sehr positive Entwicklung nehmen konnten. An unserem nächsten großen Schritt arbeiten wir auch schon seit Jahren, nämlich an der Vorbereitung unseres großen Modernisierungsprojektes, das 2019 startet. Unter dem „donauSEGEL“ der neuen Überdachung unseres Vorplatzes, können auf 4.200 Quadratmetern – das entspricht etwas mehr als einem halben Fußballfeld - individuelle Veranstaltungsformate realisiert werden. In der veranstaltungsfreien Zeit entsteht hier ein neuer urbaner Treffpunkt für alle Wienerinnen und Wiener. Ein architektonisches Landmark entsteht, welches international seinesgleichen sucht. Dadurch werden wir zukünftig in der Lage sein, noch mehr internationale Teilnehmer nach Wien zu holen! 

Seit rund fünf Jahren ist Susanne Baumann-Söllner Vorstand der IAKW-AG, die für die Erhaltung und Verwaltung des Vienna International Centers und den Betrieb des Austria Center Vienna zuständig ist. 

 

Unter Baumann-Söllners Führung hat das Austria Center Vienna in den vergangenen fünf Jahren einen sehr erfolgreichen Kurs eingeschlagen. Baumann-Söllner: „Das Austria Center Vienna ist Österreichs größtes Konferenzzentrum. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren den Fokus auf internationale Verbandskongresse gelegt. Wir bewegen uns hier in einem international sehr umkämpften Markt, der zum Glück Wachstumspotential hat. Je mehr Kongresse wir für uns gewinnen, umso höher ist die Umwegrentabilität für die Destination Wien: Kongressbesucher geben mit 538 Euro am Tag doppelt so viel wie ein normaler Tourist aus. Außerdem bringen gerade große wissenschaftliche Kongresse viele Wissenschaftler nach Wien, die sich vor Ort mit den Instituten und der Industrie vernetzen. Somit stärken wir den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Österreich.“

Der Aufsichtsrat der IAKW-AG bestätigt Susanne Baumann-Söllner als Verantwortliche für den gesamten Kongressbereich und als Sprecherin des Vorstands für die kommenden fünf Jahre. 

 

Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist für den Betrieb des Austria Center Vienna, Österreichs größtes Konferenzzentrum, zuständig. Darüber hinaus obliegt dem Unternehmen die Erhaltung und Verwaltung des Vienna International Centre.

Fortführung des erfolgreichen Kurses 
Unter der Führung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner hat das Austria Center Vienna in den vergangenen fünf Jahren einen sehr erfolgreichen Kurs eingeschlagen: Das Unternehmen fokussiert sich auf die Akquirierung von internationalen Großkongressen und bietet seinen Kunden höchste Qualität bei allen Leistungen. Dank dieser Strategie hat es das Team um Baumann-Söllner geschafft, 2016 mit 11,9 Mio. Euro den höchsten Umsatz in der 30-jährigen Unternehmensgeschichte zu erzielen. Das Haus zählt im harten internationalen Wettbewerb wieder zu den absoluten Top-Locations für internationale Großkongresse und auch die vorläufigen Zahlen für das laufende Geschäftsjahr sind vielversprechend. Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner wurde nun vom Aufsichtsrat für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Rekordjahr 2018 mit 18 Kongressen und EU-Ratspräsidentschaft
"2018 werden wir 18 internationale Kongresse abwickeln und einen Großteil der für die Republik wichtigen Veranstaltungen im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft beherbergen. Davon erwarten wir uns eine weitere merkliche Umsatz- und Teilnehmersteigerung. Die große Nachfrage bestätigt den von uns eingeschlagenen Weg, der im kommenden Jahr noch besseres Kundenservice und eine weitere Modernisierung des mittlerweile 30 Jahre alten Austria Centers bringen wird“, so Baumann-Söllner. 

Foto: IAKW AG

Ende 2012 wurde Susanne Baumann-Söllner Vorstand der IAKW-AG. Ihr Ziel – das Austria Center Vienna wieder auf Erfolgskurs zu bringen – hat sie erreicht: 2016 wurde der höchste Umsatz erwirtschaftet.

 

Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center ­Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Büros und Meetingräumen sowie rund 22.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongress­wesen. Die IAKW-AG und damit das Austria Center Vienna stehen unter der Leitung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner. Die studierte Wirtschaftspädagogin, Wirtschaftstreuhänderin und Finanzanalystin arbeitete zunächst als Steuer- und Unternehmensberaterin und war danach im Bundesministerium für Finanzen als Beraterin mehrerer Minister und als Abteilungsleiterin für Steuerpolitik und Abgabenlegistik tätig. Mit 1. Dezember 2012 wurde sie zum Vorstand der IAKW-AG, die für die Erhaltung und Verwaltung des Vienna International Centre und den Betrieb des Austria Center Vienna zuständig ist, bestellt. Mit 1. Jänner 2013 übernahm Baumann-Söllner auch die Vertretung der Republik Österreich im gemeinsamen Ausschuss zur Finanzierung größerer Reparaturen und Erneuerungen im Amtssitz der Internationalen Organisationen – Vienna International Centre (VIC).

Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner ist seit etwas mehr als drei Jahren Vorständin der IAKW-AG die das Austria Center Vienna betreibt. Das Erfolgsrezept der Powerfrau sind Großkongresse. 

 

Wie viele Veranstaltungen/Kongresse finden durchschnittlich pro Jahr im Austria Center Vienna statt?

Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen und verfügbaren 22.000 m2 Freiflächen das größte Kongress- und Veranstaltungszentrum in Österreich für bis zu 20.000 Teilnehmern. Unser Kerngeschäft ist die Abwicklung von internationalen Großkongressen mit bis zu 20.000 Personen – vorwiegend aus dem medizinischen Bereich – und internationalen Firmenkundenveranstaltungen. Zusätzlich finden bei uns viele nationale Veranstaltungen – von Firmentagungen über Messen, Hauptversammlungen oder Galaveranstaltungen statt. Durchschnittlich sind das pro Jahr rund 150 bis 200 Veranstaltungen mit insgesamt 150.000 Teilnehmern.

Julia Auckenthaler ist Leiterin des Bereichs Veranlagung bei der Tiroler Versicherung. Ein ABW-Gespräch über ihren Karriereweg, männerdominierte Branchen und die vielen Vorteile ihres Jobs.

 

Welche beruflichen Schwerpunkte stehen 2018 für Sie im Fokus?

In der TIROLER ist das Thema Solvency II inzwischen vollständig im Alltag angekommen. In den letzten Jahren war die Implementierung von SII für die Versicherungsbranche eine große zusätzliche Herausforderung, vor allem, weil das Regulativ für das Geschäft nicht nur sinnvolle Vorgaben beinhaltet. 2018 gilt es für mich wie jedes Jahr, besonders kritisch auf externe Einflussfaktoren zu achten und zum Unternehmen passende, nachhaltige Veranlagungsentscheidungen zu treffen. 

Die VBV-Vorsorgekasse hat sie zum Veranlagungsvorstand berufen. Michaela Attermeyer zählt zu den gefragtesten Persönlichkeiten im europäischen Altersvorsorge- und Pensionskassengeschäft.

 

Ich habe als Vorständin in der VBV-Vorsorgekasse die Verantwortung für die Veranlagung. Gleichzeitig bin ich in der VBV-Pensionskasse Bereichsleiterin – ebenfalls für den Bereich Veranlagung“, erörtert Mag. Michaela Attermeyer ihre neue Funktion. Für die betriebliche Altersvorsorge von 3,4 Millionen Menschen zu sorgen und so viel Sozialkaptal treuhändig zu veranlagen ist für sie eine wunderbare Herausforderung

„In der VBV-Gruppe veranlagen wir über unsere Pensionskasse und Vorsorgekasse mehr als zehn Milliarden Euro für unsere Kunde. Mein Ziel ist es – wie schon bereits in der Vergangenheit – langfristig für unsere Berechtigten eine sehr gute Performance zu erzielen“, so Attermeyer. Die Energie, die Dynamik und die Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders schätzt. „Man spürt im Unternehmen, dass wir seit Jahren führend am Markt sind – da wird bewusst weiter gedacht, da gibt es den Mut Neues zu probieren und nach vorne zu blicken.“

Demokratisch und fordernd

Ihr Business-Highlight 2018 war eindeutig ihre neue Aufgabe. „Mir ist es persönlich sehr wichtig gewesen, hier rasch einen guten Überblick zu bekommen um mit meinen Mitarbeitern optimal arbeiten zu können und die notwendigen Entscheidungen fundiert treffen zu können“, so die Finanzexpertin, die an ihren Mitarbeitern schätzt, wenn diese ihre Verantwortung wahrnehmen und bestmöglich umsetzen. „Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, von Kollegen und Teams zu sprechen und auch so zu führen: Jeder muss bereit sein, Entscheidungen in seiner Zuständigkeit auch selbst zu treffen und mit voller Kraft an den gemeinsamen Zielsetzungen mitzuwirken.“ Als Vorgesetzte beschreibt sie Ihren Führungsstil als demokratisch und fordernd. Sie höre sich stets Meinungen an, analysiere und treffe auf dieser Basis ihre Entscheidungen.

Welche Eigenschaften sind nötig, um als Managerin im Finanzbereich erfolgreich zu sein? „Neben der guten Ausbildung, der beruflichen Disziplin und Durchsetzungskraft in einer immer noch recht männlich dominierten Branche braucht man vor allem Hartnäckigkeit – und wenn man in der Veranlagung tätig ist zudem eine gewisse Ruhe und einen strategischen Weitblick für langfristige Entscheidungen. Bei uns geht es um nachhaltige Investments mit langfristiger Auswirkung“, so Attermeyer, die stets das große Ganze vor Augen hat – optimal für die Kunden zu arbeiten und den Berechtigten einen entsprechenden Nutzen zu bieten.

Zur Person

Prok. Mag. Michaela Attermeyer CPM ist seit Oktober 2018 Vorständin der VBV-Vorsorgekasse AG. Nach ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie in einer der Vorgängergesellschaften der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, zunächst als Mitarbeiterin in der Kundenberatung, später als Leiterin des Vertriebs tätig. Bereits 1998 wechselte sie ins Investment-Controlling und übernahm ab 2000 die Funktion der Bereichsleitung Veranlagung. 2005 leitete sie übergangsweise den Bereich Veranlagungsrisikomanagement der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, bevor sie 2006 zur Bereichsleiterin Veranlagung der VBV-Pensionskasse bestellt wurde. Von 2013 bis 2018 war Michaela Attermeyer auch Geschäftsführerin der VBV-Asset Service GmbH. 

Foto: VBV-Vorsorgekasse

Seit November 2018 ist sie Mindshare CEO und blickt auf äußerst erfolgreiche Zeiten zurück – und dann kam Corona.

 

In der Krisenzeit wurden deshalb kurzerhand Strukturen und Arbeitsprozesse geändert. Mit Erfolg. Die Kunden voll des Lobes für die Agentur.


Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 war Anfang des Jahres sehr positiv und unsere Erwartungen lagen weit über dem Vorjahr. Da unsere Geschäftsentwicklung stark an die wirtschaftliche Entwicklung im Allgemeinen und die Werbebudgets unserer Kunden im speziellen abhängt, haben wir im Frühjahr Maßnahmen gesetzt, um den Geschäftserfolg zu stabilisieren. Die positive Entwicklung des Marktes vor allem im dritten und vierten Quartal hat uns ein Ergebnis gebracht, das über dem Vorjahr liegt“, fasst Ursula Arnold, das Corona-Geschäftsjahr zusammen.

Christine Antlanger-Winter ist Chefin von Google Österreich, zuvor war sie CEO der Media-Agentur Mindshare. Austrian Business Woman im Gespräch mit der erfolgreichen Medienexpertin.

 

Von Mindshare zu Google – was ist das Besondere an Ihrem neuen Job?

Die Rolle geht mit einer Vielfalt an Themen einher – mit österreichischen und internationalen Partnern, internen Google Teams und Leadership, sowie verschiedensten Unternehmen zum Thema Digitalisierung und den Chancen, die daraus für die österreichische Wirtschaft entstehen. Die Innovationskraft von Google als Technologieunternehmen ist dabei immer präsent – vieles können wir sehr rasch gestalten, planen und umsetzen. Diese Dynamik beflügelt mich und mein Team. Den Impact, den Google auch im Bereich Gender Equality und auch Diversity hat, ist mir ein ganz besonderes Anliegen. 

Sind Österreichs Unternehmen fit für die digitale Zukunft?

Einige österreichische Unternehmen sind heute sehr gut aufgestellt, sind global Spitze und teilweise Weltmarktführer in ihren Branchen – und da gehört oft auch der richtige Einsatz von Technologie dazu.Vor allem heimische KMU bekunden aber oft noch Mühe die Möglichkeiten wahr zu nehmen, welche sich ihnen dank neuer Technologien bieten.

So zögern viele noch bei der erfolgreichen und proaktiven Gestaltung der digitalen Transformation, welche ihnen erlauben würde nicht nur lokal erfolgreich zu sein, sondern dank technologischem Einsatz und Innovation global Erfolg und Wachstum erzielen zu können. Ich würde mir daher wünschen, dass mehr österreichische Betriebe diesen Prozess mit mehr Mut und Optimismus angehen und viel mehr die Chancen als die Risiken in diesem Wandel erkennen.

Vor 15 Jahren ging Christine Antlanger-Winter bei Mindshare Austria an Bord, seit Februar 2018 ist sie CEO des Unternehmens. Die Erfolgsgeschichte einer Frau, die ihre Agentur zum absoluten Innovationsleader machen möchte. 

 

Bereits seit 2003 ist Antlanger-Winter bei der Mediaagentur Mindshare an Bord, seit zehn Jahren hat sie als Mitglied der Geschäftsführung die Managementverantwortung für die digitale Entwicklung von Mindshare verantwortet. Als Chief Strategy und Digital Officer hat sich ihre Verantwortung ab 2015 auf Marketing und Strategie erweitert, bevor sie ab 2017 als Deputy CEO fungierte.

Die Absolventin der FH Hagenberg kann auf zahlreich gewonnene Awards verweisen. Mindshare wurde unter anderem bereits drei Mal in Folge laut dem medianet.xpert-Rating 2018, 2017 und 2016 in der Kategorie Mediaagentur zur „Beste Mediaagentur“ und in der Kategorie Digitalagentur zur „Beste Digitalagentur“ 2017 und 2016 gekürt - 2018 wurde es um Haaresbreite der 2. Platz.

Austrian Business Woman im Gespräch mit Mag. Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG.

 

Ihr Résumé des vergangenen Geschäftsjahres?

Natürlich hatte uns Corona wie alle fest im Griff. Die ÖBB ist aber ein starkes Team, und es ist dieser Teamgeist, der uns sicher durch die Krise getragen hat und trägt.

Aber natürlich ist es eine Herausforderung, alle beisammen zu halten und durch Homeoffice & Co nicht auseinander zu fallen. Gleichzeitig stehen wir vor der wichtigen Aufgabe, in der Pandemie den Verkehr aufrecht zu erhalten und Ansteckungen zentraler Einheiten zu verhindern. Und nicht zuletzt haben wir dafür Sorge zu tragen, auf unseren Bahnhöfen das Ansteckungsrisiko bestmöglich zu minimieren. Das alles ist uns gut gelungen, die Bahn ist und bleibt eine stabile Mobilitätspartnerin.

Doch auch in der längerfristigen Planung hat Corona neue Herausforderungen gebracht. Die ÖBB stehen vor einem großen Generationenwandel, das bedeutet, wir müssen auch während der Pandemie unsere nächste Generation ausbilden. Hier haben unsere Kollegen der Aus- und Weiterbildung volle Arbeit geleistet und rasch auf online umgestellt.

Was tun die ÖBB im Bereich der Nachhaltigkeit?

Sehr, sehr viel. Es ist eines unserer wichtigsten Themen. Wir können in Österreich die Klimaziele nur durch die Bahn – durch massive Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene – erreichen. Das ist eine große Herausforderung für unsere Infrastruktur, der wir uns aber sehr gerne und sehr engagiert stellen. Natürlich ist es auch ungemein wichtig, dass wir als Unternehmen selbst im Bereich Nachhaltigkeit ein Vorbild sind.

So haben wir bereits 2018 als eines der ersten Bahnunternehmen der Welt auf 100 Prozent Grünstrom umgestellt, 2019 folgten dann alle Bahnhöfe, Werkstätten, Büros und weitere Anlagen. Unser Strom kommt aus Wasserkraft, Sonne und Wind – und diese Ressourcen bauen wir auch selbst aus. Wir haben insgesamt zehn Wasserkraftwerke, deren Kapazitäten an die Anforderungen der Zukunft angepasst werden. Wir haben in Wilfleinsdorf das erste Solarkraftwerk für Bahnstrom gebaut, und laufend folgen weitere Photovoltaikanlagen.

Bereits jetzt werden mehr als 90 Prozent der Transportleistungen auf unseren Schienen elektrisch erbracht. Und bis 2030 soll der Diesel- und Benzinverbrauch der Infrastruktur AG auf Null gesunken sein.

Dazu sorgen wir auch für die Umwelt in unserem engeren Umfeld: Wir geben Grünflächen der Natur zurück, und wir kümmern uns auch mit Hilfe von professionellen Imkern um die 4,4 Millionen „Schienen-Bienen“, die bei uns wohnen und arbeiten. Und sehr wichtig: Wir verzichten auf den Einsatz von Glyphosat, um unsere Schienenanlagen im Sinne der Verkehrssicherheit frei von Unkraut zu halten. Auch hier haben wir in Europa eine Vorreiter-Rolle.

Welche Maßnahmen werden in Bezug auf Lehrlings- und Frauenförderung gesetzt?

Die Förderung von Frauen ist mir ein besonderes Anliegen, und entsprechend haben wir hier auch sehr effiziente Programme. Wir sind als Infrastrukturbetreiber mit rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein sehr Technik-lastiges Unternehmen. Damit ist auch klar, warum unser Frauenanteil mit knapp 10 Prozent leider unterdurchschnittlich ist. Natürlich ist es in diesem fordernden Umfeld eine Herausforderung, den Frauenanteil deutlich anzuheben – eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.

Denn Diversität in unserer Mitarbeiterstruktur ist die Voraussetzung, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Die Digitalisierung unseres Arbeitsumfeldes spielt hier eine bedeutende Rolle. Denn das Bild von ölverschmierten Männern, die schwere Stahlteile durch die Gegend tragen, ist ein Klischee von gestern.

Heute sind es „digitale Zwillinge“ unserer Infrastruktur im Computer, 3-D-Drucker und Virtual Reality, die uns den Weg in die Zukunft weisen – und es Frauen erleichtern, in die Welt der Bahn-Infrastruktur einzusteigen. Die Digitalisierung ermöglicht zudem flexiblere Arbeitsmodelle, die Frauen entgegenkommen. 

Die Digitalisierung kann hier zu einem „Gamechanger“ werden – allerdings ist das kein Selbstläufer. Mit effizienten Strategien müssen hier geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Vorteile auch nutzen zu können. Es ist entscheidend, von Einzelmaßnahmen zu einer umfassenden, schlagkräftigen und effizienten Strategie zur Frauenförderung zu kommen.

Wir haben ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt, um diese Ziele auch zu erreichen. So wie wir im Bereich des Umweltschutzes zum größten Klimaschutz-Konzerns Österreichs geworden sind, wollen wir auch bei der Diversität mit gutem Beispiel voranschreiten. Unglaublich wichtig ist die Unterstützung der Frauenförderung durch das Top-Management. 

Deshalb haben die ÖBB eine Gleichstellungspolicy und Diversity Charta. Diese sieht für die ÖBB-Infrastruktur einen Frauenanteil von 10,5% bis 2023 vor. Die Zielerreichung wird halbjährlich durch Diversity Bericht überprüft. Für uns, die ÖBB-Infrastruktur, ist Diversität eine enorme Chance. Ausgangsbasis war eine umfassende, faktenbasierte Aufbereitung des Status Quo mithilfe des Frauen-Karriere-Index (FKi) als Analyse- und Managementinstrument. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden sehr effektive Maßnahmen entwickelt.

Die Maßnahmenerarbeitung orientierte sich an strategischen Ansatzpunkten, darunter:

Arbeitszeitflexibilisierung, frauenspezifische Ausgestaltung bereits bestehender Maßnahmen, Informationsoffensiven zu bestehenden Angeboten sowie Regionalisierung und flächendeckende Ausrollung von Maßnahmen (auch über digitale Lösungen).

Und zu den Lehrlingen: Die sind unsere Zukunft. Die Mitarbeiter der Zukunft, die wir dringend benötigen. Und wir arbeiten daran, immer besser zu werden. Das zeigt unsere neue Kampagne: Next Level: Wir bringen die Lehrlingsausbildung in allen Bereichen auf eine neue Stufe. Aktuell bilden wir über 2.000 Jugendliche in 27 unterschiedlichen Lehrberufen aus.

Jahr für Jahr nehmen wir rund 600 neue Lehrlinge auf und wir garantieren ihnen eine Ausbildung auf Top-Niveau. Daneben gibt es fairen Lohn, genügend Freizeit, 5.000 km Freifahrt mit den Zügen der ÖBB durch ganz Österreich und gute Jobchancen – rd. 75% der Lehrlinge werden aktuell übernommen und starten bei uns im Unternehmen ihre berufliche Karriere.

Wir wissen, dass für die Berufswünsche oftmals noch traditionelle Bilder prägend sind. Wir versuchen deshalb als technisches Unternehmen ganz gezielt junge Frauen zu erreichen, um sie für unsere Lehrberufe und Jobs zu begeistern. Und es zeigt sich schon, dass es wirkt: immerhin sind fast 20% der Lehrlinge Frauen. Das ist deutlich mehr als im gesamten Konzern.

In welche Richtung wird sich das Mobilitätsverhalten der Österreicherinnen und Österreicher entwickeln?

Der Trend geht eindeutig zu umweltfreundlichen Lösungen, also zum Öffentlichen Verkehr. Das zeigt der Erfolg des Klimatickets der Bundesregierung, das zeigen aber auch die Zahlen der Fahrgäste, die auf unseren Schienen und in unseren Bahnhöfen unterwegs sind. Auf der Weststrecke haben wir in den vergangenen Jahren seit dem Ausbau in vielen Segmenten eine Verdoppelung feststellen können. Ein Beweis der These, dass ein gutes Angebot auch Nachfrage schafft. Und die gleiche Entwicklung werden wir auf der Südstrecke sehen, wenn die Großbauprojekte Koralmstrecke 2025 und Semmering-Basistunnel 2028 fertig sein werden. Wenn man dann erstmals direkt mit der Bahn von Graz nach Klagenfurt reisen kann – und das mit 45 Minuten in einer Zeit, mit der kein Auto mitkommt – dann wird das zu einem massiven Zuwachs führen. Und die Fahrtzeit von Wien nach Klagenfurt in etwas mehr als zweieinhalb Stunden hat das gleiche Potential.

Ihre Wünsche und Ziele für dieses Jahr?

Ja, zuallererst einmal das Ende der Pandemie und endlich die beiden letzten Weihnachtsfeiern mit den Kolleginnen und Kollegen nachfeiern. Außerdem wünsche ich uns allen viel Kraft und Energie für das kommende Jahr, denn wir haben das größte Bahn-Ausbaupaket umzusetzen und werden damit unsere Infrastruktur noch fitter für die Zukunft zu machen.  

Außerdem wünsche ich mir, wie schon angesprochen, möglichst viele Frauen für die Bahn zu begeistern – nicht zuletzt, um den großen Generationenwechsel zu meistern. Und einen Wunsch darf ich auch nach Brüssel senden: Um den Mobilitätswandel auch grenzüberschreitend zu einem Erfolg zu machen, dürfen unsere Bahnprojekte nicht an den nationalen Grenzen enden.  

80 Prozent der Güter, die Österreich durchqueren, sind grenzüberschreitend unterwegs. Doch die Bahn ist im Güterverkehr gegenüber der Straße enorm benachteiligt: viele Kosten des LKW-Verkehrs zahlt die Allgemeinheit. Neben finanziellen Aspekten kommt noch eine Vielzahl an anderen Hürden hinzu. Während ein einziger LKW mit einer Zulassung und einem Führerschein von Nordwest- bis Südosteuropa durchqueren kann, muss ein Zug auf derselben Strecke 10 Mal Lokführer wechseln und 6 verschiedene Kontrollsysteme passieren. Mein größter Wunsch ist wohl: einen Zug durch Europa zu fahren muss so einfach sein wie einen LKW.

Foto: Sebastian-Philipp

Als CEO der Union Biztosító in Ungarn weiß Gabriella Almássy ganz genau welche Eigenschaften nötig sind, um als Managerin Karriere zu machen.

 

Frau Almássy, normalerweise sind Top-Positionen in der Versicherungsbranche immer noch von Männern dominiert. Sind Sie auch in Ungarn als Chefin der Union Biztosító in einer Ausnahmestellung?

Das war in der Vergangenheit so, aber in Ungarn ist es in der Versicherungsbranche keine Besonderheit mehr, eine Frau als CEO zu haben. Neben der UNION gibt es noch drei weitere solche Unternehmen. Das Besondere an der UNION ist jedoch, dass gleich drei der vier Vorstandsmitglieder Frauen sind.

Welche Führungsqualitäten sollten Ihrer Meinung nach Manager haben und gibt es hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen? 

Ich denke, die wichtigsten Führungsqualitäten sind Flexibilität, eine schnelle Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit, was meiner Meinung nach eher weibliche Eigenschaften sind. Diese Fähigkeiten wurden auch vorher benötigt, aber die Pandemie hat noch mehr verdeutlicht, wie schnell sich die Marktbedingungen und die Welt, in der wir leben, ändern können. 

Ich möchte auch die Work-Life-Balance hervorheben, die im Zusammenhang mit einem attraktiven, erfolgreichen Arbeitsplatz immer wichtiger wird. Meiner Meinung nach ist die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts auch eine Fähigkeit, die bei Frauen eher instinktiv funktioniert.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Mir sind Fokus und Prioritäten, schnelles und flexibles Reagieren sowie klare, unmissverständliche und ehrliche Kommunikation sehr wichtig. Ich würde auch das Streben nach Einfachheit betonen, egal ob bei Prozessen, Lösungen oder interner und externer Kommunikation.

Wenn Sie über Ihren persönlichen Karriereweg sprechen. Was hat sich aus Ihrer Sicht als förderlich und was als hinderlich erwiesen?

Ich bin in meiner Karriere Schritt für Schritt vorangekommen und seit dem 1. Jänner 2020 bin ich Vorstandvorsitzende der UNION Biztosító. Die Tatsache, dass ich in meinem Job immer das tun konnte, was mir wirklich Spaß gemacht hat, war sehr von Vorteil. Mit einer Familie und Kindern hätte ich es auch anders nicht machen können. 

Wie gehen Sie als Versicherungsunternehmen, dessen Hauptaufgabe es ist, Risiken des täglichen Lebens zu versichern, mit der Corona-Krise um? 

Das Wichtigste war es, den operativen Betrieb des Unternehmens zu gewährleisten und dabei die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden immer im Blick zu haben. Ich denke, dass die UNION in dieser Hinsicht gut gearbeitet hat. Am 16. März 2020 ist das Unternehmen zu 97% auf Home Office umgestiegen, und wir haben viele neue, vorher schon geplante Lösungen eingeführt, die für unsere Kunden komfortabel und gleichzeitig sicher waren. Wir haben unsere Strategie nicht geändert, aber wir haben die Umsetzung der wichtigsten Lösungen beschleunigt und die weniger wichtigen Dinge zurückgestellt. 

Das erforderte echte Teamarbeit, und ich bin sehr stolz auf meine Kollegen. Wir haben aus den positiven Erfahrungen und operativen Lösungen der Pandemie gelernt und auch für unseren normalen operativen Betrieb übernommen.

Wie haben Sie persönlich die Pandemie erlebt?

Neben den Belastungen, die das Coronavirus für alle Gesellschaften gebracht hat, hat es auch dazu geführt, dass viele unnötige Dinge aus unserem Leben verschwunden sind. Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert, sei es die Führung der Versicherungsgesellschaft oder das Privatleben.

In dieser Hinsicht habe ich eine positive Erfahrung gemacht, trotz aller sonstigen Schrecken der Pandemie. Ich lebe im Grunde gerne so bewusst auf das Wesentliche reduziert.

Wir haben gehört, dass die Gesundheitsvorsorge und die Krankenversicherung für die UNIONeine wichtige Rolle spielen. Glauben Sie, dass COVID einen Wandel im Gesundheitsbewusstsein der Menschen bewirkt hat? 

Ja, die UNION ist in der Tat Marktführer in der Krankenversicherungen in Ungarn, und wir wollen den Markt auch weiterhin dominieren. Heute ist die Krankenversicherung in Ungarn hauptsächlich eine betriebliche Gruppenversicherung, die von Arbeitgebern als Zusatzleistung für ihre Mitarbeiter angeboten wird.

Ein interessanter Trend ist, dass sich auch immer mehr kleinere Unternehmen, KMUs, für betriebliche Krankenversicherungsprodukte interessieren. Diese Krankenversicherungen sind zu einer Grundvoraussetzung geworden, um qualifizierte Fachkräfte zu halten. Die Pandemie hat das noch einmal verstärkt.

Ein weiteres wichtiges Thema ist generell Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Wie wichtig ist das für Sie?

Es macht mich sehr stolz, dass sich die UNION nunmehr seit über einem Jahrzehnt dem Thema CSR widmet. Wir konzentrieren uns auf versicherungsbezogene Werte, wie Menschen, die Zukunft, Nachhaltigkeit und die Schaffung von nachhaltigen Werten.

Die Unterstützung, die wir dabei leisten, ist vielfältig: Neben finanziellen Hilfen unterstützen wir unsere Partner auch mit Sachspenden sowie kommunikativer und persönlicher Hilfe im Rahmen von ehrenamtlichen Aktivitäten. Auch Bildung und gemeinsame Programme spielen eine besondere Rolle in unserer CSR-Strategie, und wir halten es für besonders wichtig, Verbindungen zwischen unseren Kollegen und denjenigen zu schaffen, denen wir helfen. UNION Biztosító unterstützt derzeit sieben Stiftungen. Die engagierte Arbeit meiner Mitarbeiter wurde bereits mit mehreren Auszeichnungen belohnt.

Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?

Das lokale Unternehmertum innerhalb der VIG-Gruppe bedeutet für uns neben mehr Spielraum und Handlungsfreiheit gleichzeitig auch mehr Verantwortung, aber ich bin glücklich, so zu arbeiten. Das lokale Unternehmertum verschafft uns einen Marktvorteil, denn es ist wichtig, schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können, schnell Entscheidungen zu treffen und flexibel zu sein. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das wir der VIG-Gruppe verdanken.

Wenn Sie sich nicht gerade mit Versicherungen beschäftigen, was sind Ihre privaten Interessen? 

In meiner Freizeit spiele ich gerne Tennis und genieße es auch sehr zu reisen. Nicht nur in der übrigen Welt, sondern auch in Ungarn gibt es viele schöne Orte, die es sich lohnt zu besuchen.

Zur Person:

Gabriella Almássy schloss ihr Studium als Aktuarin an der Corvinus Universität in Budapest ab und hat Abschlüsse in Programmiermathematik (Eötvös-Loránd-Universität Budapest), EU Studies (der Wirtschaftshochschule Budapest BGF) und International Business (Ruskin University, Cambridge).

1998 begann sie ihre Karriere im Versicherungswesen bei der AHICO Biztosító, wo sie Erfahrungen als Aktuarin sowohl im Lebens- als auch im Nichtlebensbereich sammelte. Ab 2006 setzte sie ihre Karriere in der versicherungsmathematischen Abteilung der K&H Biztosító fort. Gabriella Almássy war bis 2015 Chefaktuarin des Unternehmens und gleichzeitig Leiterin des Risikomanagements, später wurde sie Leiterin des Nicht-Leben-Produktmanagements, Risikomanagements und des Aktuariats.

Seit November 2015 war sie bei der UNION Biztosító als Vorstandsmitglied für das Nicht-Leben-Geschäft zuständig, ab April 2018 dann auch für das Lebensversicherungsgeschäft. Seit 1. Jänner 2020 ist sie CEO der Union Biztosító. Sie hat zudem eine aktive Rolle in mehreren Arbeitsgruppen des ungarischen Versicherungsverbands MABISZ.

Foto: Union Biztosító

Seit 17 Jahren ist Eva Aichmaier bei Bahlsen, seit September 2016 leitet sie das Österreich-Geschäft des Familienunternehmens. Eine überaus süße Erfolgsgeschichte.

 

Ob Messino, Chokini, Leibniz Butterkekse oder Pick Up – die Bahlsen-Welt ist ihre Leidenschaft. Wer mit Mag. Eva Aichmaier spricht, bemerkt sofort: Diese Managerin liebt ihren Job. Und das seit nunmehr 17 Jahren. „Wichtig ist für mich, dass es spannend bleibt und ich mich weiterentwickeln kann“, so Aichmaier.

Bei Bahlsen hatte sie von Beginn an spannende Herausforderungen, alle eineinhalb Jahre konnte sie einen neuen Verantwortungsbereich oder neue Aufgaben übernehmen. Eva Aichmaier betreute seit ihrem Start im Unternehmen alle Brands, übernahm dann zusätzlich Category Management und im Jahr 2006 die Marketing Leitung.

Die Betriebswirtin schloss 2008 und 2010 berufsbegleitend das Executive MBA PGM der WU-Wien ab und leitete ab 2011 internationale Brand-Strategieprojekte für die Gruppe. 2013 erblickte ihr Sohn das Licht der Welt, nach einer siebenmonatigen Karenz leitete Aichmaier dann die Marketing-Abteilung in Teilzeit. Im September 2016 übernahm sie als Managing Director die Leitung des Bahlsen Österreich-Geschäfts. 

Die promovierte BOKU Absolventin war Geschäftsführerin des WWF Österreich und Mitgestalterin der Initiative „Mutter Erde". Im November wechselte die ORF-Nachhaltigkeitsverantwortliche zur Caritas Österreich.

 

Als Kommunikations- und Fundraisingleiterin der Caritas Österreich ist Dr. Hildegard Aichberger seit November 2018 für die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising verantwortlich. Dazu zählt einerseits die Positionierung und strategische Weiterentwicklung der Marke Caritas über Werbung, Social Media, Internet und Öffentlichkeitsarbeit. Andererseits liegen private Spenden, Einnahmen aus Unternehmenskooperationen, Stiftungen sowie die Freiwilligenarbeit und die Young Caritas in ihrem Verantwortungsbereich. 

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