Interviews

Daniela Wolf war Leiterin des E-Learning und & Web -Support Centers an der Ferdinand Porsche FernFH. Dann nahm sie eine Auszeit und engagierte sich im Sozialbereich.

 

Sie ist Co-Gründerin einer Programmierschule für Geflüchtete. Ende 2017 kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik an die FernFH zurück. Ein ABW-Gespräch über die Leidenschaft für Informatik, Hilfprojekte und wie man Lampenfieber überwinden kann.

Bitte beschreiben Sie kurz Ihre derzeitige Tätigkeit?

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ferdinand Porsche FernFH, wo ich auch als Lehrende im Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik tätig bin. Meine Forschungsgebiete sind Informatikdidaktik, Computer-Science-Education, E-Learning sowie ICT in der Bildung und Flüchtlingsintegration. 
Ich beschäftige mich auch mit E-Learning und neuen Technologien zur Förderung sozialer bzw. digitaler Inklusion marginalisierter Gruppen sowie verschiedener Aspekte der Informatiklehre. Das lebe ich einerseits als Co-Gründerin von refugees{code} (einer Programmierschule für Geflüchtete) und andererseits durch die Vorbereitung meiner Promotion an der TU Graz aus. 
Daneben bin ich Initiatorin von Austrian Edupreneurs, einem Ort für Veranstaltungen und Bildung rund um das Thema EdTech. Mein Ziel ist es, die lokale EdTech-Szene zu stärken und zu vernetzen. Dazu betreibe ich die Plattform austrianedupreneurs.com, organisiere Events und biete Beratung. Ich will so einen „Raum für mehr Vorbilder schaffen“ und Mut für eine EdTech-Gründung machen. 

Wann erwachte bei Ihnen das Interesse für Informatik? Gab es dafür spezielle Gründe?

Als kleines Mädchen wollte ich Tischlerin und Dekorateurin werden. Studieren wollte ich nicht. Durch die Schule wurde der Wunsch nach einem Studium größer und größer. Geträumt habe ich davon, Auslandsreporterin, Schriftstellerin, Anwältin, Raumplanerin oder Webdesignerin zu werden. Diese Träume habe ich während der Handelsakademie verworfen, weil ich eine beeinträchtigte Dame betreut habe und etwas Soziales machen wollte. Durch das Maturaprojekt habe ich meine Begeisterung für informationstechnologische und multimediale Fächer wieder entdeckt. Erfolgreich studiert habe ich daraufhin Informatikmanagement, Informatikdidaktik, Angewandtes Wissensmanagement und eEducation. Ich wollte IT-Trainerin werden.

Wie kann man junge Frauen für technische Berufe/die Forschung begeistern?

Indem man ihnen Anerkennung ihrer Leistung gibt, ihnen Informationen, Unterstützung und Ermutigung bietet und als gutes Vorbild vorangeht.

Welche Eigenschaften sind nötig, um in Ihrem Bereich erfolgreich zu sein?

Wer sich schon einmal sehr tief und intrinsisch motiviert an einem ernsteren Problem abgearbeitet und sich durchgebissen hat, ist sicher gut für den Bereich Forschung und Technologie gewappnet. Man muss ein hohes Maß an Selbstmotivation haben und sich stetig weiterentwickeln. 

Schon der Einstieg ins Studium gestaltete sich für mich holpriger als für manche meiner Kolleginnen und Kollegen. Von meiner Familie durfte ich nur wenig Unterstützung erwarten. Den Weg zu meinem Studienabschluss musste ich schon selbst organisieren. Zu Beginn stellte sich mir vor allem die Frage der Finanzierung. Viele meiner Freundinnen, Freunde und Studienkolleg(inn)en bekamen reichlich Unterstützung von ihren Eltern. Geld wäre nie ein Punkt gewesen, an dem ihr Studienvorhaben hätte scheitern können. Für mich war das eine große Sorge. Die staatliche Förderung – wie die Studienbeihilfe – erleichterte die Situation ungemein. Nichtsdestominder reichte auch dieses Geld oft hinten und vorne nicht aus, und so war ich gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten. Ich habe mich zum Beispiel gleichzeitig als Assistentin an der Lehre beteiligt und mich mit meinen Flüchtlingsprojekten „Welcomingtours.at“ und refugees{code} um das Gute bemüht. Ich habe weibliche Studierende im Informatikstudium gecoacht und inspiriert. All das hat mir dabei geholfen, eine selbstständige Persönlichkeit zu werden. Ich weiß, was Durchhaltevermögen ist und wie hart das Ringen um echte Erfolge und Geld sein kann. Ich habe in Grundzügen eine Ahnung von Selbstverantwortung und Führungsverhalten. Wer sich solchen Herausforderungen gestellt hat, der oder dem merkt man das bei der späteren Arbeit auch an.

Wie beurteilen Sie die entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich?

Ich finde, dass es in Österreich sehr viele Ausbildungsmöglichkeiten für die Größe des Landes gibt. Ich habe allerdings immer wieder festgestellt, dass es sehr schwierig ist durch das Dickicht dieser vielen Möglichkeiten zu finden und vor allem, sich zu entscheiden. Außerdem - wer bei uns durch eine Ausbildung geht, weiß, dass Lehrende im deutschsprachigen Raum deutlich kritischer und schlechter ausgebildet sind als im internationalen Vergleich. Natürlich gibt es einzelne Pioniere im Klassenzimmer. Das beruht jedoch viel auf persönlichem Einsatz einzelner Lehrpersonen.

Wie beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise?

Ich habe die Gabe mich in Projekte zu bohren und das immer lösungsorientiert und unglaublich selbstständig. Ich analysiere gerne alles und jeden und bin sehr neugierig. Außerdem lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Aber es kann auch mal vorkommen, dass ich verunsichert bin und Angst habe, nichts richtig zu machen. Gleichzeitig liebe ich es, wenn jemand behauptet: „Das geht nicht.“ Dann beweise ich ihr/ihm das Gegenteil. Wo andere Probleme sehen, suchen wir Informatiker(innen) nach Lösungen.

Was macht die besondere Faszination Ihrer Tätigkeit aus?

Das ich meine eigene Nische gefunden habe. Ich kann mir meine Tätigkeit so einrichten, dass sie zu mir passt, dass ich meine Stärken voll einsetzen kann und dass mich meine Tätigkeit jeden Tag aufs Neue inspiriert. Um aber wirklich diese eigene Berufung zu leben und richtig aufzublühen in dem, was ich tue, habe ich aktiv gesucht. Das war ein ganzes Stück Eigenarbeit.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Als ich meine Schüchternheit überwunden habe und für Welcomingtours.at und refugees{code} vors Rampenlicht getreten bin. Öffentliche Präsentationen und Auftritte sind aber auch heute noch immer wieder aufregend für mich. Ich sage dann zu mir selbst: Jetzt musst du die Rede/Präsentation halten, jetzt gehst du nach vorne und hältst sie. Man kann sich quasi selbst zwingen, seine Unsicherheit zu überwinden.

Was würden Sie heute anders/besser machen?

Die Zeit nicht so eng zu takten, dass überhaupt keine Luft mehr drinnen ist und viel öfter dorthin zu gehen, wo die Menschen gar nichts haben.

Ihr Rat an Frauen, die sich für Wissenschaft und Forschung interessieren?

Wir sollten meiner Meinung nach vieles ausprobieren, um herauszufinden, wo unsere Leidenschaften und unsere Stärken liegen und welche Themen und Probleme uns interessieren, bis wir wissen, wo unser Platz ist. Diese Phase gehört einfach dazu. Ansonsten sollte man offen sein und Neues ausprobieren. Wenn wir glücklich und voller Enthusiasmus sind, dann reißen wir auch andere Menschen mit und können so wirklich die Welt verändern.

Foto: Stephan Huger

Anfang des Jahres hat Dr. Margot Hohl die Position der Unternehmenssprecherin in der Styria Media Group übernommen. Sie verantwortet damit die externe und interne Kommunikation des international tätigen Medienkonzerns mit Sitz in Graz.

 

ABW sprach mit der gebürtigen Kärntnerin über ihre neuen Aufgaben.                             

Sie sind seit Jänner Unternehmenssprecherin der Styria Media Group – was genau sind Ihre Aufgabengebiete?

Neben den klassischen Aufgaben von Unternehmens- bzw. Pressesprechern gegenüber der Öffentlichkeit, den Branchenmedien etc. zählt die interne Kommunikation zu den Agenden unseres Teams. Diese haben wir gerade in den vergangenen beiden Jahren für die rund 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Marken und Services in Österreich stark weiterentwickelt. Darüber hinaus ist das 150-Jahr-Jubiläum der Styria Media Group heuer eine ebenso wichtige wie spannende und erfüllende Aufgabe für die Konzernkommunikation. Von Publikationen und Postings über die entsprechende Positionierung auf dem Markt bis hin zu großen Feierlichkeiten und vielen kleinen Bausteinen, die 2019 für uns alle zu etwas Besonderem machen.

In welchem Bereich sehen Sie besondere Herausforderungen?

Im Allgemeinen darin, dass unsere Branche im völligen Wandel ist. Nicht nur hinsichtlich der immer noch so genannten Neuen Medien. Sondern auch, weil sich die Ansprüche unseres Gegenübers – seien es Leser, User oder zusammengefasst die Öffentlichkeit – jeden Tag ändern. Im Speziellen ist es eine Herausforderung, die Menschen in einem beinahe schon übersättigten Markt für Inhalte zu begeistern, sie mitzunehmen und vielleicht damit Horizonte zu erweitern. Natürlich auch die eigenen.

Wie würden Sie Ihre Arbeitsweise beschreiben?

Intuitiv, aber mit Struktur und einer fundierten Basis, an der man ständig arbeiten muss.

Welche Tipps geben Sie jungen Frauen, die in der Kommunikationsbranche Karriere machen wollen?

Mit den Tipps ist es immer so eine Sache. Generell würde ich Frauen keine anderen Tipps geben als Männern. Ich glaube, wer Karriere machen will, muss schon von Grund auf etwas machen, das sie/er liebt, das sie/ihn begeistert und täglich neu beflügelt. Dann kommen die Schritte vorwärts fast von allein, weil sie im Grunde eine Begleiterscheinung sind, die schlussendlich aus Perspektive der anderen aber im Vordergrund steht. Ich persönlich könnte nichts und niemanden nach außen hin und vor mir selbst vertreten, hinter dem ich nicht zu 100 Prozent stehen kann. Das macht Authentizität aus. Die Leute spüren das genau. Alles andere wäre unecht und nicht lange haltbar. 

Was macht für Sie die Faszination Kommunikation und PR aus?

Kommunikation ist schlicht das Leben – es gibt kein gesellschaftliches Zusammenleben, kein Kommitment ohne Kommunikation. PR ist das Privileg, Kommunikation auf das Positive zu fokussieren. Und gute PR ist, wenn sie dabei auch noch authentisch bleibt. Das muss das höchste Ziel sein.

Ihr ganz persönlicher Business-Leitsatz?

Chancen sind nichts wert, wenn man sie nicht nutzt.

Zur Person: 

Geboren 1983 in Wolfsberg (Kärnten), Studium Germanistik/Deutsche Philologie in Klagenfurt und Halden/Norwegen, Promotion 2010. Ab 2002 Journalistin (u. a. Kleine Zeitung), ab 2010 PR (Kleine Zeitung), seit 2016 Konzernkommunikation der Styria Media Group, seit 2018 als Head of Corporate Communication, seit 2019 zusätzlich als Unternehmenssprecherin.

Foto: Marija Kanizaj

Schon in frühen Kinderjahren hat sie ihr Spielzeug „zerlegt“.  Später wollte sie in Erfahrung bringen, wie elektronische Geräte funktionieren und begann, die Kaffeemaschine oder das Radio zu reparieren.

 

Geendet hat das Ganze mit einem Diplomingenieur-Abschluss für Telekommunikation und dem Start eines sehr erfolgreichen beruflichen Werdegangs.

DI Miriam Hernandez-Carreres ist Spezialistin für Gebäudesystemlösungen und Ansprechpartnerin für Systemintegratoren, Planungsbüros sowie Endkunden bei Schneider Electric. Parallel arbeitet sie noch bis Ende Februar als Produkt Managerin und Produkt Applikation Ingenieurin. Ab März 2019 wird sie eine Leitungsposition bei einem neuen Konzern übernehmen.

Die Mutter einer Tochter ist eine sehr positiv eingestellte und geradlinige Persönlichkeit. Sie hat stets eine klare Strategie, die ihr hilft, persönliche und beruflichen Ziele zu erreichen. „Mit einem klaren Ziel vor Augen versuche ich dieses auf kürzestem Wege zu erreichen ohne den nötigen Rundumblick zu verlieren. Zudem versuche ich die Sichtweisen aller Beteiligten zu beleuchten, um so am Ende ein Ergebnis zu erzielen, welches mich, mein Unternehmen und vor allem die Kunden zufriedenstellt.“

Sie studierte Telematik an der TU Graz, forscht und gibt ihr Wissen an Studenten weiter. Ein ABW-Interview mit der Wissenschafterin und Mutter einer kleinen Tochter Theresa Rienmüller.

 

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Health Care Engineering mit Europaprüfstelle für Medizinprodukte. Die Biomedizinische Technik stellt ganz allgemein eine Schnittstelle zwischen Medizin, Biologie und Technik dar. Wir befassen uns mit der Analyse, Modellierung und Simulation biophysikalischer und biomedizinischer Prozesse. Meine Aufgaben umfassen im Wesentlichen die drei Bereiche Lehre, Forschung und Administration.

Dipl.-Wirtschaftsing. (FH) Daniela Schlüsselberger stand schon immer unter Strom, war bereits als Kind fasziniert von Elektrotechnik. 

 

Als sie 1999 eine Lehre als Elektroinstallateurin begann, wurde sie von den männlichen Kollegen wie ein Alien behandelt. Doch sie gab nie auf. Heute ist sie beim Verbund für elektrotechnische Anlagenteile von Wasserkraftwerken verantwortlich. Eine Erfolgsgeschichte.

Bitte beschreiben Sie kurz Ihre derzeitige Tätigkeit?

Mein berufliches Tun spielt sich rund um die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft ab. Als Projektleiterin beschäftige ich mich mit einer Vielzahl von Aufgabenstellungen. Einerseits begleite ich gerade Ausschreibungsverfahren für die Erneuerung von diversen elektrotechnischen Anlagenteilen in einer Vielzahl von Wasserkraftwerken in Österreich. Vorweg erstelle ich dafür die technischen Konzepte.

Nach erfolgreicher Vergabe des Erneuerungsauftrages, komme ich quasi wieder „back to he roots“. Ich begleite den kompletten Erneuerungsumbau. Das bedeutet für mich, dass sich mein Arbeitsumfeld in die diversen Kraftwerksstandorte verlegt wo das Projekt während der Implementierungsphase begleite und mit der technischen Abnahme die Projekte abschließe. Als Elektroenergietechnikerin biete ich in meiner Gesellschaft ebenso support im Bereich der Elektroenergietechnik an.

Nach dem Studium startete sie ein sechswöchiges Praktikum bei Henkel – und blieb beim Konzern. 25 Jahre später wurde sie als erste Frau an die Spitze von Henkel Österreich und Osteuropa bestellt.

 

Barbara Mucha traf die Spitzenmanagerin und sprach mit ihr über Wege zur Karriere, wichtige Mentoren und die Vereinbarkeit von Familien und Beruf.

Das geräumige Büro von Birgit Rechberger-Krammer befindet sich im obersten Stockwerk des Henkel-Hauses in Wien Erdberg. Obwohl nicht südseitig gelegen, ist es gleißend hell, denn die weiße Fassade des traditionsreichen Fabriksgebäudes vis avis reflektiert die Sonne. An der Wand oberhalb des Besprechungstisches hängt ein dreidimensionales Kunstwerk – die weiße Dame von Persil. Eine Reklame aus den 1920er Jahren, verewigt auf Leinwand. Ein kleiner Bronze-Buddha ruht auf einem Glastisch in der Ecke, die Hinterlassenschaft von Henkel-Präsident Günter Thumser, dessen Nachfolge Rechberger-Krammer 2017 antrat.

„Eigentlich habe ich mir nach dem Studium ein Praktikum gesucht, um mir noch einen schönen Sommer zu machen“, erzählt die Managerin über ihre ersten Kontakte mit dem Unternehmen. Dass sie einmal Henkel-Chefin in Österreich sein würde, hätte sie sich niemals erträumt. „Ich habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt, vielleicht beruflich auch etwas anderes zu machen, sofern es nicht mehr gepasst hätte.“

Dazu kam es nie, es passte immer. Rechberger-Krammer übernahm regelmäßig neue Verantwortungsbereiche im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel: Nach acht abwechslungsreichen und spannenden Jahren in Vertrieb und Marketing, baute sie fünf Jahre lang den Vertrieb des Osteuropa-Geschäfts auf, verantwortete dabei auch den großen russischen Markt. Sie schaffte Strukturen, rekrutierte fähige Mitarbeiter und gab ihr Wissen weiter.

Von 2005 bis 2008 war sie General Managerin in Tschechien, bis wieder der Ruf aus Österreich kam. Birgit Rechberger-Krammer übernahm die Agenden eines Kollegen, verantwortete fünf Jahre das strategische Marketing, auch der meisten CEE Länder. 2014 beschloss sie, ins Henkel Headquarter nach Düsseldorf zu wechseln, global verantwortlich für den Bereich Home Care.

Eine lehrreiche, aber auch sehr anstrengend Zeit, denn die Familie blieb in Österreich. „Ich bin immer Montag in der Früh nach Deutschland geflogen und am Donnerstagabend zurück, um dann am Freitag von Wien aus zu arbeiten“, sagt die Managerin. Mit ihrem Mann hatte sie sich bereits zur Geburt des gemeinsamen Sohnes darauf geeinigt, dass vor allem er sich um das Kind kümmern werde. Auch die Eltern waren eine große Hilfe. „Für meine Eltern war es das erste Enkelkind und für meine Schwiegereltern das letzte, mit großem Abstand. Beide Familien haben uns sehr unterstützt in all den Jahren und tun es auch noch heute.“

Der Job erfordert vollen Einsatz

Seit 2017 ist Birgit Rechberger-Krammer wieder in Österreich. Eineinhalb Jahre war sie für die osteuropäischen und lateinamerikanischen Märkte zuständig, seit Jänner dieses Jahres trägt sie ausschließlich die Verantwortung für das Europageschäft für Wasch- und Reinigungsmittel von Henkel. Ihr Terminkalender ist bereits bis Weihnachten verplant. Sie versuche, zwei bis drei Tage pro Woche in Wien zu sein, nicht immer gelinge es ihr, so Rechberger-Krammer.

Der Job erfordert vollen Einsatz – bis zu 60 Arbeitsstunden pro Woche: Sie verbringt viel Zeit im Flugzeug, bis zu vier Stunden täglich bei Videokonferenzen, steht ständig in Kontakt mit der Firmenzentrale und den Managern der unterschiedlichen europäischen Länder. Vertrauen sei wichtig. Sehr wichtig. „Man lernt mit der Zeit, wie oft man vor Ort sein muss. Erst wenn man die Mitarbeiter gut kennt, kann man viele Dinge auch virtuell erledigen“, so die Henkel-Präsidentin, deren Karriere auf den Säulen Disziplin, Arbeitsfleiß und dem persönlichen Antrieb, es besser zu machen, aufbaut.

„Ich hatte das große Glück, auch zwei Mentoren im Unternehmen zu haben. Als ich nach der Uni bei Henkel als erste Frau im Vertrieb startete, hatte ich einen väterlichen Kollegen, der mir gute Ratschläge gegeben hat. Später war es mein Chef Günter Thumser, mit dem ich vierzehn Jahre lang zusammengearbeitet habe, von dem ich viel lernen durfte.

Foto: Henkel Österreich

 

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Wien soll sowohl für die Wienerinnen und Wiener, als auch für alle in- und ausländischen Gäste stets attraktiv, lebens- und liebenswert sein: Das ist das größte Anliegen der stadt wien marketing gmbh. 

 

Das Unternehmen wurde vor bald 20 Jahren gegründet, um im Auftrag der Stadt Wien Events in der Bundeshauptstadt zu unterstützen, zu fördern und durchzuführen.Gerlinde Riedl, seit rund eineinhalb Jahren Mitglied der Geschäftsführung, im ABW-Talk.

Was umfasst Ihr Aufgabenbereich?

Ich teile die Geschäftsführung mit Michael Draxler, einem absoluten Profi im Eventbereich, der das Unternehmen über viele Jahre erfolgreich mitaufgebaut hat. Während er sich um das budgetäre und operative Geschäft kümmert, bin ich für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, das Sponsoring und die Kommunikation zuständig. Ich bin sozusagen das Gesicht nach außen. Wenn es um kreative Leistungen geht, arbeitet sowieso das ganze Team im Unternehmen mit.  

Sie ist in einer politischen Familie aufgewachsen, hat sich immer für politik interessiert. Heute ist sie Abgeordnete zum Europäischen Parlament.

 

„An Politik bin ich seit jeher interessiert: Ich bin in einer politischen Familie aufgewachsen und erinnere mich gerne daran, wie ich gemeinsam mit meinem Vater im Wahlkampf SPÖ-Wahlplakate aufgehängt und bei Verteileraktionen aktiv mitgeholfen habe.  Mein Interesse für Politik begleitet mich also schon seit Kindertagen“, erzählt Karoline Graswander-Hainz, die es höchst bedenklich findet, dass in einem vermögenden Land wie Österreich die Schere zwischen Arm und Reich wieder größer wird.

Mit Dr. Cordula Donner hat sich Bürgermeister Michael Ludwig erstmals eine Frau zur Leitung der wahrscheinlich wichtigsten Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik ins Wiener Rathaus geholt. 

 

Sie sind die erste Frau, die in Wien das Büro des Bürgermeisters leitet  – was sind Ihre konkreten Aufgabengebiete?

Unser Bürgermeister hat viele Visionen und Ideen, um das Leben für die Menschen in unserer Stadt noch lebenswerter zu machen. Dazu braucht er ein Umfeld, das im Hintergrund nicht nur Termine und Tagesordnungen koordiniert, sondern laufend alle für seine Arbeit  wichtigen Informationen und Entscheidungsgrundlagen aufbereitet. Ein Team, das Recherchen anstellt, Ideen aufgreift, sie weiter entwickelt und dafür sorgt, dass Projekte im Zusammenspiel mit den einzelnen Ressorts koordiniert ablaufen. Nicht zu vergessen all die persönlichen Anfragen und Beschwerden, die es auch immer wieder gibt.

2017 kehrte Karin Seywald-Czihak, nach einem Jahr als Marketingleiterin von General Motors Austria, zur ÖBB zurück, ist seither Geschäftsführerin der ÖBB-Werbung. 

 

Mehr als zehn Jahre war sie in verschiedensten Marketingpositionen bei der ÖBB aktiv, unter anderem als Marketingleiterin des ÖBB-Personenverkehrs. Als Prokuristin der ÖBB Werbung war sie bis 2016 für die großen ÖBB-Werbekampagnen verantwortlich. Nach einem Jahr als Marketingleiterin von General Motors Austria kehrte Karin Seywald-Czihak 2017 zur ÖBB zurück, ist seither Geschäftsführerin der ÖBB-Werbung. 

Seit dem 2017 sind Sie Geschäftsführerin der ÖBB-Werbung – Ihr bisheriges Résumé?

Es ist ein sehr spannendes und inspirierendes Jahr. Wir haben bereits vieles, das wir uns vorgenommen haben auf den Weg gebracht, aber es liegt immer noch ein großer Teil des Weges vor uns. Denn sowohl im Vertrieb als auch im Agenturbereich der ÖBB Werbung arbeiten wir an Projekten, die nachhaltige Wirkung in unserem Portfolio haben werden. 

Sie blickt auf eine über 25-jährige Erfahrung im Finanzbereich zurück. Seit zwei Jahren verantwortet sie im Vorstand der Raiffeisen Centrobank AG unter anderem die Bereiche Risikomanagement und Finanzen.

 


Wir sind mit dem Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres sehr zufrieden“, sagt Mag. Marie-Valerie Brunner. Einerseits gelinge es der Raiffeisen Centrobank immer besser, Kunden von den vielen Vorteilen der hauseigenen Zertifikate zu überzeugen. Immer mehr Kunden würden deshalb die Anlageprodukte für ihre persönlichen Sparziele und zur Sicherung ihres langfristigen Vermögensaufbaus kaufen.

„Die vielen Initiativen, die wir in Richtung besserer Mediennutzung zur Erklärung der an sich einfachen Funktionsweise von Zertifikaten unternommen haben, werden sehr gut angenommen, die zweisprachigen Erklärvideos – mit unseren hauseigenen Experten als Laiendarstellern – tausendfach angeklickt, der innovative Zertifikate-Finder auf unserer neuen Website oft und wiederholt besucht, das alles freut uns sehr.

Auch die Nachfrage nach Schulungen für Kundenberater nimmt stetig zu, weshalb wir unser gut ankommendes bisheriges Angebot in diesem Bereich gerne noch verstärken wollen. Andererseits erleben wir eine neue und verstärkte Belebung des Kapitalmarkts auf der Aktienseite unseres Geschäftsmodells, der Konjunkturzyklus ist zwar ein wenig abgeflacht, aber weiterhin zeigen die Unternehmenszahlen und das konjunkturelle Umfeld viele weitere und vielversprechende Wachstumschancen auf.

Susanne Baumann-Söllner leitet seit 2012 das Austria Center Vienna und kann Jahr für Jahr Rekordzahlen vermelden: 2018 wurde erstmals die 120.000 Teilnehmer-Marke erreicht. 

 

Ihnen obliegt seit 2012 die Leitung der IAKW AG – eine Zwischenbilanz nach mehr sechs Jahren?

Ich habe damals im Dezember 2012 die Leitung übernommen, 2013 beherbergte unser Haus gerade einmal vier internationale Großkongresse. Dabei ist unser Haus für internationale Kongresse bis zu 20.000 Personen absolut ideal, außerdem bringen internationale Gäste der Stadt und dem Land eine unglaubliche Umwegrentabilität! Gemeinsam mit den Mitarbeitern habe ich daher die Bedürfnisse dieser großen Kongresse erhoben und Strategien erarbeitet, um eine bessere internationale Auslastung zu erreichen. Durch gezielte Modernisierung von Gebäude, Räumlichkeiten und Technik sowie dem Fokus auf hohe Qualität konnten wir in den vergangenen Jahren jeweils Rekordzahlen bei Umsätzen und Teilnehmern erreichen. 2017 haben wir erstmals über 100.000 internationale Teilnehmer gezählt und damit die Zahl innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Heuer knacken wir mit 18 Kongressen die 120.000er Marke. Zusätzlich beherbergen wir den EU-Ratsvorsitz, was uns noch weitere 130 Veranstaltungen bringt. 

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit? Welche Ziele haben Sie für heuer?

Es ist unglaublich spannend, ein Haus und ein Team, das unseren Kunden höchste Qualität bietet, zu entwickeln. Internationale Kongresse buchen drei bis zehn Jahre im Voraus, das erfordert auch ein entsprechendes Vordenken, was Trends und auch neue Generationen an Teilnehmern benötigen. Damit leisten wir einen ganz wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des Kongressstandortes Wien.  Dabei müssen wir immer am Ball bleiben, denn das Kongressgeschäft ist ein international hart umkämpftes Umfeld. Umso mehr freut es mich, dass wir trotz großer internationaler Konkurrenz diese sehr positive Entwicklung nehmen konnten. An unserem nächsten großen Schritt arbeiten wir auch schon seit Jahren, nämlich an der Vorbereitung unseres großen Modernisierungsprojektes, das 2019 startet. Unter dem „donauSEGEL“ der neuen Überdachung unseres Vorplatzes, können auf 4.200 Quadratmetern – das entspricht etwas mehr als einem halben Fußballfeld - individuelle Veranstaltungsformate realisiert werden. In der veranstaltungsfreien Zeit entsteht hier ein neuer urbaner Treffpunkt für alle Wienerinnen und Wiener. Ein architektonisches Landmark entsteht, welches international seinesgleichen sucht. Dadurch werden wir zukünftig in der Lage sein, noch mehr internationale Teilnehmer nach Wien zu holen! 

Die ehemalige Stadt Wien-Marketing-Chefin hat gemeinsam mit Wolfgang Hanreich die Geschäftsführungsagenden der DDSG übernommen.

 

Rund 16 Jahre lang leitete Mag. Barbara Forsthuber die Geschäfte der stadt wien marketing gmbh. 2017 wechselte sie in den Immobilienbranche. Seit 15. Jänner 2019 ist sie mit an Bord der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH. Gemeinsam mit Wolfgang Hanreich, der bereits seit 2012 am Steuer des Unternehmens steht, führt sie künftig die Geschäfte des Schifffahrtsunternehmens. 

Barbara Forsthuber studierte Publizistik- und Politikwissenschaften und war als freie Journalistin für die Tageszeitung Kurier sowie für die Bild und Arbeiterzeitung tätig. Ab 1995 wirkte sie als Mediensprecherin von Vizebürgermeisterin Grete Laska im Wiener Rathaus und erweiterte ihre Erfahrungen in Werbung und im Eventbereich bei den Agenturen Compress und The Agency.

2002, zunächst für die Agenden Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, in der Folge Prokuristin und Geschäftsführerin – übernahm sie die Agenden in der stadt wien marketing gmbh. Mit Barbara Forsthuber gehört nun ein absoluter Business-Profi, der Großveranstaltungen organisierte und Partner- und Sponsorengelder lukrierte, zum Team der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH.

Foto: Stadt Wien Marketing

 

Die VBV-Vorsorgekasse hat sie zum Veranlagungsvorstand berufen. Michaela Attermeyer zählt zu den gefragtesten Persönlichkeiten im europäischen Altersvorsorge- und Pensionskassengeschäft.

 

Ich habe als Vorständin in der VBV-Vorsorgekasse die Verantwortung für die Veranlagung. Gleichzeitig bin ich in der VBV-Pensionskasse Bereichsleiterin – ebenfalls für den Bereich Veranlagung“, erörtert Mag. Michaela Attermeyer ihre neue Funktion. Für die betriebliche Altersvorsorge von 3,4 Millionen Menschen zu sorgen und so viel Sozialkaptal treuhändig zu veranlagen ist für sie eine wunderbare Herausforderung

„In der VBV-Gruppe veranlagen wir über unsere Pensionskasse und Vorsorgekasse mehr als zehn Milliarden Euro für unsere Kunde. Mein Ziel ist es – wie schon bereits in der Vergangenheit – langfristig für unsere Berechtigten eine sehr gute Performance zu erzielen“, so Attermeyer. Die Energie, die Dynamik und die Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders schätzt. „Man spürt im Unternehmen, dass wir seit Jahren führend am Markt sind – da wird bewusst weiter gedacht, da gibt es den Mut Neues zu probieren und nach vorne zu blicken.“

Demokratisch und fordernd

Ihr Business-Highlight 2018 war eindeutig ihre neue Aufgabe. „Mir ist es persönlich sehr wichtig gewesen, hier rasch einen guten Überblick zu bekommen um mit meinen Mitarbeitern optimal arbeiten zu können und die notwendigen Entscheidungen fundiert treffen zu können“, so die Finanzexpertin, die an ihren Mitarbeitern schätzt, wenn diese ihre Verantwortung wahrnehmen und bestmöglich umsetzen. „Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, von Kollegen und Teams zu sprechen und auch so zu führen: Jeder muss bereit sein, Entscheidungen in seiner Zuständigkeit auch selbst zu treffen und mit voller Kraft an den gemeinsamen Zielsetzungen mitzuwirken.“ Als Vorgesetzte beschreibt sie Ihren Führungsstil als demokratisch und fordernd. Sie höre sich stets Meinungen an, analysiere und treffe auf dieser Basis ihre Entscheidungen.

Welche Eigenschaften sind nötig, um als Managerin im Finanzbereich erfolgreich zu sein? „Neben der guten Ausbildung, der beruflichen Disziplin und Durchsetzungskraft in einer immer noch recht männlich dominierten Branche braucht man vor allem Hartnäckigkeit – und wenn man in der Veranlagung tätig ist zudem eine gewisse Ruhe und einen strategischen Weitblick für langfristige Entscheidungen. Bei uns geht es um nachhaltige Investments mit langfristiger Auswirkung“, so Attermeyer, die stets das große Ganze vor Augen hat – optimal für die Kunden zu arbeiten und den Berechtigten einen entsprechenden Nutzen zu bieten.

Zur Person

Prok. Mag. Michaela Attermeyer CPM ist seit Oktober 2018 Vorständin der VBV-Vorsorgekasse AG. Nach ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie in einer der Vorgängergesellschaften der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, zunächst als Mitarbeiterin in der Kundenberatung, später als Leiterin des Vertriebs tätig. Bereits 1998 wechselte sie ins Investment-Controlling und übernahm ab 2000 die Funktion der Bereichsleitung Veranlagung. 2005 leitete sie übergangsweise den Bereich Veranlagungsrisikomanagement der nunmehrigen VBV-Pensionskasse, bevor sie 2006 zur Bereichsleiterin Veranlagung der VBV-Pensionskasse bestellt wurde. Von 2013 bis 2018 war Michaela Attermeyer auch Geschäftsführerin der VBV-Asset Service GmbH. 

Foto: VBV-Vorsorgekasse

Die promovierte BOKU Absolventin war Geschäftsführerin des WWF Österreich und Mitgestalterin der Initiative „Mutter Erde". Im November wechselte die ORF-Nachhaltigkeitsverantwortliche zur Caritas Österreich.

 

Als Kommunikations- und Fundraisingleiterin der Caritas Österreich ist Dr. Hildegard Aichberger seit November 2018 für die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising verantwortlich. Dazu zählt einerseits die Positionierung und strategische Weiterentwicklung der Marke Caritas über Werbung, Social Media, Internet und Öffentlichkeitsarbeit. Andererseits liegen private Spenden, Einnahmen aus Unternehmenskooperationen, Stiftungen sowie die Freiwilligenarbeit und die Young Caritas in ihrem Verantwortungsbereich. 

Sie ist ein Mensch, der gegen Ungerechtigkeiten auftritt. Das hat sich schon in der Schule gezeigt, und das setzt sich fort. Irgendwann kamen Menschen mit ihren Anliegen und sie hat versucht sich einzusetzen und weiterzuhelfen.

 

Daran fand sie Gefallen, das war ihr Weg. Seit mehr als zehn Jahren ist die gebürtige Wienerin nun schon Nationalratsabgeordnete. 

„Nur maulen und matschkern ist mir zu wenig – ich mach was dagegen“, ist der Leitspruch von Angela Lueger. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, das Bild des Politikers in der Öffentlichkeit zu ändern. „Wir Politiker sind nicht faul und korrupt. Wir sind Menschen, die sich aus Überzeugung für die Anliegen der Menschen einsetzen. Denn das Um und Auf ist es, stets ein offenes Ohr zu haben, aktiv auf die Menschen zuzugehen. Das versuche ich tagtäglich, besonders auch bei Gesprächen mit Bewohnern im Grätzel, in meinem Fall im 21. Bezirk.“

Verantwortung zu übernehmen, Dinge mitentscheiden zu können, Ungerechtigkeiten zu beseitigen und sich für Benachteiligte einzusetzen, das alles bietet ihr die Arbeit in der Politik. Es gehe darum Missstände aufzuzeigen, um sie zu verändern. Darüber hinaus biete diese hochspannende Tätigkeit die Möglichkeit, sich mit interessanten und hochrangigen Persönlichkeiten auszutauschen, mit denen man normalerweise nicht so leicht in Kontakt treten könne. Die Arbeit als Politikerin biete auch ständig neue Herausforderungen.

„Als langjähriges Mitglied des parlamentarischen Innenausschusses bedeutet es aktuell für mich eine große Motivation, nun als Vorsitzende dieses Ausschusses die wichtigen Agenden der inneren Sicherheit übernommen zu haben. Noch nie zuvor wurde diese Position mit einer Frau besetzt!“, so Lueger, die weiß, dass es Frauen in der Politik nicht leicht haben. „Solange es noch keine gelebte Gleichstellung in der Politik gibt, müssen Frauen ihre Anliegen in eigenen Frauengremien aufbereiten. Und das bedeutet zusätzlichen Arbeitsaufwand und zusätzliche Verpflichtungen, die den männlichen Kollegen erspart bleiben. Trotzdem sehe ich leider nach wie vor eine Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau. Und solange es zu keiner Gleichberechtigung kommt, wird es auch zu keiner Weiterentwicklung der Gesellschaft kommen. Die Frauenquote ist ein Mittel zum Zweck, aber solange wir noch nicht in einer gendergerechten Gesellschaft leben ist diese Quote notwendig. Sonst würde sich schlichtweg nichts bewegen.“ 

Enthusiasmus und Leidenschaft

Welche Eigenschaften sind nötig, um in der Politik erfolgreich zu sein? „Durchhaltevermögen! Falls eine Sache nicht sofort gelingt: hinfallen, aufstehen und weiterkämpfen! Empathie sowie Gerechtigkeitssinn: Es geht darum, die Menschen mitzunehmen, damit niemand auf der Strecke bleibt. Eine Riesenportion Enthusiasmus ist auch notwendig: Man muss von seiner Sache überzeugt sein, damit man dafür Mehrheiten findet und dafür kämpfen kann. Im Laufe meiner politischen Karriere habe ich gemerkt, dass einen Themen, an denen man dran bleibt, auch nicht mehr loslassen.“ Ihr Tipp für politisch ambitionierte Frauen: „Mitarbeiten und aktiv mitgestalten kann jede, die es ehrlich meint, aber auch bereit ist, viel Zeit zu investieren.“

Foto: Markus Sibrawa

Mitverantwortlich für das Erwachen des politischen Interesses war ihre Mutter, die als erste Landessekretärin einer Gewerkschaft in Österreich Pionierarbeit leistete.

 

„Mir war früh klar, dass es notwendig ist und sich auszahlt, sich für Dinge, die einem wichtig sind, einzusetzen. Gerechte Arbeitsbedingungen, faire Löhne, soziale Sicherheit, Solidarität, Kampfgeist – das waren einige der Ziele und Werte, die ich aus meinem Elternhaus mitbekommen habe“, so Gaby Schaunig.

In den vergangenen Jahren sei es gelungen, zahlreiche Mühlsteine der Vergangenheit, die Kärnten belastet haben, aus dem Weg zu räumen – die HETA-Haftungen, risikoreiche Finanzgeschäfte, Geldflüsse in Event- und PR-Politik. „Mit all dem haben wir aufgeräumt und Kärnten auf einen positiven Sanierungskurs geführt. Jetzt geht es darum, das Land und die Menschen bestmöglich auf die Digitalisierung vorzubereiten, die alle Gesellschaftsbereiche grundlegend verändern wird. Das tun wir mit Investitionen in Bildung, Qualifizierung, Forschung und Entwicklung, Infrastruktur“, sagt die Landeshauptmann-Stellvertreterin, die in Kärnten keine Anzeichen von Politikverdrossenheit erkennen kann.

Die Juristin und Mutter einer Tochter hat eine beachtliche politische Karriere gemacht. In ihren Ämtern geht es ihr vor allem darum, richtige Entscheidungen für Land und Menschen zu treffen. 

 

Ein ABW-Interview über die Faszination Politik, Entbehrungen und Visionen.

Schildern Sie uns bitte kurz Ihren politischen Werdegang. Wann erwachte das Interesse für die politische Arbeit?

Schon in jungen Jahren, denn ich stamme aus einer politisch geprägten Familie. Mein Vater war geschäftsführender Gemeinderat und Bauernbundfunktionär auf Ortsebene, da wurde immer auch zu Hause am Küchentisch diskutiert. Das hat sich dann immer weiter fortgezeichnet, so auch, als ich gleich nach Jusstudium und Gerichtsjahr als Rechts- und Sozialreferentin zum NÖ Bauernbund kam, oder als ich mich in den Jahren 2010 bis 2015 als Gemeinderätin in meiner Heimatgemeinde engagieren durfte. 

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