Interviews

Für sie ist klar: Ein Politiker muss nicht nur gut reden, sondern vor allem gut und aufmerksam zuhören können.

 

Ein wertschätzender Umgang mit den Menschen und ein ehrliches Interesse an ihren Anliegen, Sorgen und Ideen sind für Monika Vonier zentral.

Wie gewinnen Sie, als Politikerin, das Vertrauen der Menschen?

Austausch mit den Bürgern und Transparenz sind aus meiner Sicht zwei zentrale Schlüssel. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen das im direkten Gespräch sehr gut beurteilen können. Neben dem Dialog ist größtmögliche Transparenz ein wichtiger Punkt.

Ihre politischen Ziele und Visionen?

Wir in Vorarlberg haben uns zum Ziel gesetzt, „der chancenreichste Lebensraum für unsere Kinder“ zu sein. An diesem Zielbild arbeiten wir kontinuierlich in allen Bereichen. Ein zentraler Bereich ist sicherlich die Bildung. Wir wollen allen Kindern die gleichen Startchancen geben und keines zurücklassen.

Jedes Kind soll nach seinen Fähigkeiten, Talenten und Interessen gefördert werden. Dabei setzen wir auf vielfältige Wege und Initiativen. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, brauchen wir diese klugen Köpfe. So wollen wir mit der MINT-Strategie junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern. Gerade die duale Ausbildung spielt in Vorarlberg eine wichtige Rolle. Es ist erfreulich, dass sich in Vorarlberg jeder zweite Jugendliche für eine Lehre und damit für beste Zukunftsperspektiven entscheidet. 

Ein weiterer Punkt ist die Gleichstellung von Frauen und Männern. Hier wurde schon viel erreicht, aber es gibt auch noch einiges zu tun. Zum Beispiel, wenn es um Frauen in Führungspositionen geht.

Was kann getan werden, um das schlechte Image von Politikern zu verbessern? 

Daran gilt es täglich zu arbeiten und mit positiven Beispielen in der Praxis zu überzeugen. Die Menschen erwarten und dürfen von der Politik zu Recht erwarten, dass trotz unterschiedlicher Standpunkte und ideologischer Ansätze am Ende gute Lösungen gefunden werden. Ich bin überzeugt, dass es in der Politik auf allen Ebenen viele Menschen gibt, die ihre politische Aufgabe und Verantwortung sehr ernst nehmen und sich tagtäglich nach bestem Wissen und Gewissen dafür einsetzen. Auf diese Kräfte müssen wir bauen. 

Klar ist: Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen und Positionen. Der Streit darüber ist ein wesentliches Element der Demokratie. Entscheidend ist aber, dass dies bei allen Unterschieden in der Sache mit gegenseitigem Respekt, Kompromissbereitschaft und Vernunft geschieht.  Angesichts der großen Herausforderungen - Stichwort Ukraine-Krieg, Inflation usw. - darf es nicht nur um die nächste Schlagzeile gehen. Gerade jetzt brauchen wir mehr Kooperationsbereitschaft und einen pragmatischen Zugang zur Lösung von Problemen. Kurzum: Mehr Miteinander statt Gegeneinander.

Wodurch kann der soziale Zusammenhalt gefördert werden?

Das Ehrenamt spielt in Vorarlberg eine große Rolle. Das Ehrenamt und die Vereine sind sicher auch ein Stück weit der Kitt unserer Gesellschaft. Wenn ich sehe, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren und damit aktiv an einer positiven Zukunft unserer Gesellschaft mitwirken, dann stimmt mich das zuversichtlich. In Vorarlberg wollen wir dieses vielfältige Engagement und die Beteiligung der Bürger auf allen Ebenen bestmöglich unterstützen und fördern und damit auch den Zusammenhalt weiter stärken. 

Im politischen Alltag können wir alle einen Beitrag leisten, indem wir nicht an der Verhärtung von Positionen mitarbeiten, sondern gegensteuern und uns konstruktiv und verbindend einbringen. Wichtig sind aus meiner Sicht auch Eigenverantwortung, Solidarität, mehr Bewusstsein, dass jeder ein Teil des Ganzen ist und einen Beitrag zu einer positiven Zukunft leisten kann.

Welche Ziele haben Sie in Bezug auf Klima und Energie?

Wir befinden uns in einem großen Transformationsprozess. Es muss uns gelingen, die Menschen, alle Bereiche der Gesellschaft und auch die Wirtschaft, vom großen Industriebetrieb bis zum kleinen Unternehmen, auf diesem Weg mitzunehmen. Die klima- und energiepolitischen Ziele sind ambitioniert, jetzt gilt es, sie Schritt für Schritt umzusetzen. In Vorarlberg haben wir bereits vor Jahren enkeltaugliche Maßnahmen definiert und mit der Energieautonomie plus weiterentwickelt. Diese großen Projekte werden in Vorarlberg oft parteiübergreifend getragen, was ich für sehr wichtig halte.

Mit unserem Projekt Mission Zero V und dem Ziel der klimaneutralen Verwaltung wollen wir auch selbst einen konkreten Beitrag leisten. In allen Strategien, wie der neuen Tourismusstrategie oder der Agrarstrategie, spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Wir tragen hier eine große Verantwortung für die nächsten Generationen. Der Klimawandel muss mit aller Kraft bekämpft werden. Auch hier darf es nicht zu einem Gegeneinander von Wirtschaft und Umwelt kommen.

Die Wirtschaft ist hier als Motor für Innovation, Forschung und Entwicklung zu sehen. Große Potenziale sehe ich im Bereich der Kreislaufwirtschaft und neuer, zukunftsorientierter Geschäftsmodelle. Wichtig ist, dass wir in zentralen Bereichen und Zukunftsprojekten schneller in der Umsetzung werden. Zum Beispiel beim Ausbau der Wasserkraft und bei strategisch wichtigen Projekten brauchen wir eine Beschleunigung, wenn wir die Ziele auch wirklich erreichen wollen. In Vorarlberg haben wir zudem das „Klimaforum der Volkspartei“ gegründet und stehen in engem Austausch mit Institutionen und Unternehmen und setzen gemeinsam Initiativen.

Foto: Alexandra Serra

 

Ein ABW-Interview über Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens, der politischen Stabilität und des sozialen Zusammenhalts in Österreich.

 

Vertrauen hat man vor allem in Menschen. Daher ist der persönliche Kontakt, das Gespräch sehr wichtig. Im Austausch und im gegenseitigen Zuhören entsteht eine Beziehung zueinander. Darüber hinaus glaube ich, dass Demokratiebildung und Demokratiebewusstsein eine große Rolle spielen, um das Vertrauen der Bürger in die Politik zurückzugewinnen“, so Dr. Brigitta Pallauf. Nur wer weiß, wie die Institutionen funktionieren, nach welchen Prinzipien sie arbeiten und wer welche Aufgaben hat, kann sich auch entsprechend einbringen. „Ich sehe es als unsere Aufgabe als Abgeordnete, auf die Salzburgerinnen und Salzburger zuzugehen, den Landtag als offenes Haus für alle zu gestalten und möglichst viele Angebote zur politischen Bildung zu schaffen - von den Kindern bis zu den Senioren. Daher wollen wir unser breites Angebot - vom Jugendlandtag über Demokratiewerkstätten, Landtagsführungen und Bürgerräte - weiter ausbauen, um noch mehr Menschen zu erreichen“, so die Landtagspräsidentin, die betont, dass politische Stabilität oft vom Selbstverständnis der handelnden Akteure abhängt.

Wir müssen Vorbilder sein

„Was sind meine Motive, in die Politik zu gehen? Warum mache ich das? Ich glaube, dass wir dem Beruf wieder mehr Ansehen verschaffen müssen, und das geht am besten, wenn wir uns alle unserer Vorbildfunktion bewusst sind, uns anständig verhalten und verantwortungsvoll mit unserem Amt und unseren Kollegen umgehen. Es liegt an uns, mit gutem Beispiel voranzugehen, unser Bestes zu geben und verantwortungsvolle Arbeit zu leisten. Der respektvolle Umgang mit den politischen Mitbewerbern spielt für mich dabei eine wesentliche Rolle. Sprache schafft Wirklichkeit, daher sind Respekt, Achtung vor den Anliegen und eine grundsätzliche Wertschätzung der Menschen in ihrer Vielfalt unabdingbar“, so Pallauf.

Begeisterung für das Ehrenamt

Um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken, empfiehlt die Politikerin, „aufeinander zuzugehen“. Dazu brauche es aber Bewegung von allen Seiten. Es sei Aufgabe der Politik, den wichtigen ersten Schritt zu tun. Darüber hinaus müssten alle „mitgenommen“ werden, um positive Veränderungen zu erreichen. „Wir wollen Veränderungen mit Zuversicht angehen! Um den sozialen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, sollte das Ehrenamt attraktiver gemacht werden. Ehrenamtliche Tätigkeit, sei es in der Volkskultur, bei Blaulichtorganisationen oder in der Sozialarbeit, ist für mich ein wesentlicher Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Aber für viele Menschen ist freiwilliges Engagement mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen nicht mehr so gut vereinbar. Deshalb sind wir in der Politik gefordert, konkrete Anreize zu schaffen, um mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu gewinnen.

Jeder soll seine Beitrag leisten

Besonderes Augenmerk liege auf einer langfristigen Klima- und Energiestrategie bis 2050, betonte die Salzburger Landtagspräsidentin. Pallauf betont die Notwendigkeit, umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen zu forcieren. Dazu zählen der Ausbau von Wasserkraftwerken, Solarenergie, nachhaltiger Tourismus und biologische Landwirtschaft. Entbürokratisierung und Verfahrensbeschleunigung sollen die Umsetzung dieser Maßnahmen deutlich beschleunigen. „Aber natürlich ist auch jeder Einzelne gefordert, seinen Beitrag zu leisten. So wie in der Demokratie jede Stimme zählt, zählt auch der Beitrag jedes Einzelnen“.

Der Mensch im Mittelpunkt

Um der sozioökonomischen Ungleichheit in Österreich entgegenzuwirken, wird allen Menschen in Notsituationen geholfen. Jeder soll unabhängig von Geschlecht, sozialem Status, Alter, Bildung, Herkunft, Einkommen und Wohnort die Hilfe bekommen, die er benötigt. „Gezielte Unterstützung für alle, die sie brauchen - aber auch Anreize und Ermutigung, sein Leben durch Arbeit und Engagement selbst zu gestalten. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Unser Land bietet in vielerlei Hinsicht Lebenschancen mit hohen qualitativen Standards und sozialer Sicherheit. Dies auch in Zeiten des gesellschaftlichen und demografischen Wandels zu erhalten, ist unser Ziel“, betont die Juristin.

Foto: Helge Kirchberger

Das österreichische Familienunternehmen ziwa, Spezialist für Gewerbeimmobilien, ist seit Jahren auf Wachstumskurs.

 

Eigentümerin und Geschäftsführerin Julia Klinglmüller führt den Betrieb, mit aktuell zehn Fachmarktzentren, in eine grüne und erfolgreiche Zukunft. Dabei legt sie großen Wert auf nachhaltiges Denken und Handeln. Mit unternehmerischem Geschick und Weitblick hat Julia Klinglmüller, MSc die ziwa Group zu einem wirtschaftlichen Vorzeigeprojekt entwickelt.

Ende 2015 übernahm sie mit nur 30 Jahren die Geschäftsführung des Familienunternehmens. Ihr Fokus auf die Bereiche: Center Management, Asset Management und Facility Management für zehn Fachmarktzentren in Niederösterreich liegt. Seit der Übernahme arbeitet Julia Klinglmüller an visionären Konzepten und fokussiert sich auf das Thema Kostenoptimierung durch Nachhaltigkeit. Mit der Marke ziwa Green deckt das Unternehmen die Energieversorgung durch die Nutzung von Dachflächen für Photovoltaikanlagen, Energie durch Ökostrom sowie E-Ladestationen für zehn Fachmarktzentren ab. Mit der Vermarktung von digitalen Werbeflächen wurde jüngst ein neues Geschäftsfeld erschlossen.

Familiengeführte Fachmarktzentren

Ein besonderes Augenmerk legt Julia Klinglmüller auf das Kostenmanagement der Shop-Partner, die für alle Eventualitäten gewappnet sein müssen: „Mit unserer Betriebskostenkalkulation gehören wir zu den Besten des Landes. Möglich ist das durch das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Geschäftspartner und durch gutes Verhandlungsgeschick.“ Das ist ein klarer Vorteil eines Familienunternehmens: der unermüdliche Einsatz für die Fachmarktzentren.

Julia Klinglmüller hat auch immer die Bedürfnisse und Wünsche der Besucherinnen und Besucher der einzelnen ziwa Parks im Blick. So ist der Branchenmix ein wichtiges Thema. „Es braucht eine gute Mischung aus internationalen und regionalen Anbietern“, so die Unternehmerin.

ziwa Green – eine Herzensangelegenheit 

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt ist ein Grundgedanke der ziwa. Die Vision ist eine grünere Zukunft. 

Mit der Marke ziwa Green setzt Julia Klinglmüller sichtbare Zeichen für Nachhaltigkeit. Mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern und dem Bezug von österreichischem Ökostrom hält das Unternehmen die Betriebskosten niedrig. „Als Familienunternehmen wollen wir die explodierenden Kosten für unsere Shop-Partner in den Griff bekommen“, so die Unternehmerin. Mit dem Ausbau von E-Ladestationen, Konzepten für komfortables Parken, Begrünung der Standorte, Parkplatzüberdachungen mit integrierten Solarpaneelen und Batteriespeichern für die gewonnene Energie wird laufend gearbeitet.

Individuell gestaltete ziwa Parks 

„Handel ist Wandel: Dieser Spruch gilt heute mehr denn je. Dieser Herausforderung stellen wir uns täglich mit viel Leidenschaft und Kreativität“, betont Julia Klinglmüller. Wie gut das gelingt, zeigen unter anderem die Foodtrucks, die seit kurzem das gastronomische Angebot in den ziwa-Parks ergänzen. Ebenso tragen über das Jahr verteilte Charity- und verschiedene Kundenaktionen dazu bei, dass alle zehn Fachmarktzentren attraktive Orte für Jung und Alt sind. 

„Wir profitieren von der größtmöglichen Nähe zu unseren Kunden. Jeder ziwa Park ist individuell auf die regionalen Bedürfnisse seines Einzugsgebietes abgestimmt“, so Klinglmüller. „Damit ermöglichen wir unseren Kunden ein Einkaufserlebnis ganz in ihrer Nähe.“ 

Geballte Frauenpower 

Gemeinsam mit ihren zehn Mitarbeiterinnen arbeitet Julia Klinglmüller mit großem Engagement an der stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens. „Dass unser Team derzeit ausschließlich aus Frauen besteht, ist Zufall und kann sich in Zukunft auch wieder ändern. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Fairness, Wertschätzung, Offenheit und einer positiven Dynamik. Jeder bringt sich mit ganzer Kraft ein“, beschreibt die Wahl-Linzerin die Unternehmenskultur.

Daneben spielen traditionelle Werte wie Handschlagqualität, Fleiß und ein hohes Qualitätsbewusstsein sowie nachhaltiges Denken und Handeln eine wichtige Rolle. All das macht die ziwa Group zu einem modernen Unternehmen am Puls der Zeit.

Kasten: Zum Unternehmen

Das Familienunternehmen ziwa ist seit 30 Jahren Spezialist für die Entwicklung von Gewerbeimmobilien mit Fokus in Österreich. Den Kern bildet das Facility-, Asset-, und Centermanagement der zehn Fachmarktzentren ziwa Parks mit knapp 100 Shop-Partnern. Die aktive und intensive Zusammenarbeit ist die Grundlage für die langfristigen Bestandsverhältnisse, in denen die Shop-Partner auch von einer laufenden Optimierung der Bewirtschaftungskosten und zukunftsweisenden Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der eigenen Marke ziwa Green profitieren. Mit innovativen, langfristig geplanten und modernen Konzepten und Ideen ist die ziwa Group immer am neuesten Stand der Dinge. 

Eigentümerin Julia Klinglmüller arbeitet als Betriebswirtin mit Schwerpunkt Immobilienmanagement gemeinsam mit den langjährigen Mitarbeiterinnen und Geschäftspartnern motiviert an der Weiterentwicklung des Unternehmens. Ein modernes und dynamisches Unternehmensbild liegt dem Konzept der Unternehmensidentität zugrunde.

Foto: ziwa

Politiker haben eine Vorbildwirkung. So legt sie ihre politische Arbeit auch an. Wo sie helfen kann, hilft sie. 

 

Die Politik muss sauber und transparent sein. Ohne Freunderlwirtschaft und Gefälligkeiten. Nicht immer sind alle mit den Entscheidungen einverstanden. Wir brauchen den Dialog. Mein Ansatz ist es, das Gespräch mit den Menschen zu suchen, möglichst im direkten Kontakt, und zu erklären, welche Überlegungen hinter einer Entscheidung stehen. So kann es auch gelingen, Vertrauen zurückzugewinnen“, sagt Selma Yildirim.

Die Korruptionsskandale von ÖVP und FPÖ hätten zu einem massiven Vertrauensverlust geführt. Das zeige sich in internationalen Indikatoren, aber auch in der Meinung der Menschen. Gerade im Bereich der Korruptionsbekämpfung gäbe es viel zu tun. „So fordern wir seit langem eine unabhängige Bundesstaatsanwaltschaft, die endlich umgesetzt werden muss. Wir haben aber auch viele andere Anträge für mehr Transparenz eingebracht. Wer ehrliche Politik macht und sich um die Umsetzung von Sachthemen kümmert, wird auch die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellen“, so die Abgeordnete, die vor wachsender sozialer Ungleichheit warnt, da diese zu Spannungen in der Gesellschaft führe. Dies sei auch eine Gefahr für die Demokratie.

„Immer mehr Menschen wenden sich von der Politik ab, weil sie das Gefühl haben, dass einige wenige machen können, was sie wollen, und der Rest durch die Finger schaut. Dem müssen wir entschlossen entgegentreten. Mit Dialog statt Spaltung, aber auch mit Maßnahmen, die die Menschen mitnehmen. Denn wer arbeitet, soll auch gut davon leben können. Das ist derzeit leider nicht immer der Fall.

Progressive Besteuerung von Kapitaleinkommen

Die drei Grundprinzipien sozialdemokratischer Klimapolitik seien das Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2040, die sozial gerechte Ausgestaltung des Klimaschutzes und das Verständnis, dass die Bekämpfung der Klimakrise eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die nicht auf den Einzelnen abgewälzt werden dürfe. Klimaschutz brauche soziale Gerechtigkeit, denn Klimafragen seien auch soziale Fragen. Wichtig sei Verbindlichkeit: Für die Menschen und Unternehmen im Land müssten klare Vorgaben geschaffen werden, damit sie sich darauf einstellen können. „Leider ist die Bundesregierung aus ÖVP und Grünen mit dem Klimaschutzgesetz seit weit über zwei Jahren im Verzug. Das heißt, es gibt keine gesetzlichen Klimaziele und keinen Weg zur Klimaneutralität bis 2040. 

Dies ist nur mit einem Ausstieg aus der fossilen Energie möglich. Doch während konservative Parteien die Verantwortung auf den Einzelnen abwälzen, wollen wir strukturelle Veränderungen und vor allem Unternehmen in die Pflicht nehmen“, so Yildirim. Das gelte auch für die sozioökonomische Ungleichheit.

„Derzeit werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politik der Bundesregierung fördert das. Zum Beispiel gibt es bei vielen Förderungen keine soziale Staffelung, das heißt, wer mehr hat, profitiert mehr. Nötig wäre eine sozial gerechte Steuerpolitik. Die Regierung ignoriert das, wie Maßnahmen wie der Familienbonus zeigen: Besserverdienende profitieren mehr.  Erschwerend kommt die enorme Teuerung hinzu. Mittlerweile hat schon die Mittelschicht große Probleme, das tägliche Leben zu finanzieren. Die Preise für Mieten, Energie und Lebensmittel explodieren. Vermögen und Einkommen sind in Österreich extrem ungleich verteilt. Das ist schlecht für die Demokratie, aber auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Kapitaleinkommen sollten daher genauso progressiv besteuert werden wie Arbeitseinkommen. Wer mehr hat, soll auch mehr zahlen. Außerdem setzen wir uns für eine gerechte Besteuerung extrem hoher Vermögen ein.

Foto: Die Fotografen

Wie Österreich wieder an die Spitze gebracht werden kann und warum Kommunikation auf Augenhöhe so wichtig ist, verrät die NEOS Klubchefin im ABW-Interview.

 

Welche konkreten Schritte werden Sie, in Anbetracht der anhaltenden Enttäuschung vieler Bürgerinnen und Bürger über die politische Arbeit in Österreich, unternehmen, um das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen und die Kommunikation zwischen Politik und Bürgern zu verbessern?

Die Korruptionsaffären um FPÖ und ÖVP, aber auch der jahrzehntelange Filz der SPÖ haben das Vertrauen in die Politik, die Medien und alle Parteien massiv erschüttert. Auch vier Jahre nach der Ibiza Affäre sind die Schwachstellen in unserer Demokratie noch genauso vorhanden. Auch die erratische Coronapolitik der Regierung hat dem Vertrauen geschadet. Misstrauen gedeiht vor allem dort, wo es an Informationen und Augenhöhe mangelt. Aus diesem Grund setzen wir NEOS uns seit unserer Gründung für eine Abschaffung des Amtsgeheimnisses und für ein Informationsfreiheitsgesetz ein. Ganz generell muss die Politik offener und ehrlicher kommunizieren und die Menschen nicht als Untertanen behandeln.

Auch ein schärferes Korruptionsstrafrecht sowie objektive Posten- und Auftragsvergabe sind unumgänglich. Ich bin überzeugt davon, dass Vertrauen nur durch offene, transparente Politik auf Augenhöhe zurückgewonnen werden kann.

Die politische Stabilität in Österreich hat in den letzten Jahren gelitten. Welche Maßnahmen sehen Sie als notwendig an, um langfristige Stabilität und Zusammenarbeit zwischen den politischen Parteien sicherzustellen?

Die Aufgabe des Parlaments ist es, gemeinsam zu den besten Lösungen für die Menschen in Österreich zu kommen. Das geht nur über konstruktive Debatten, die auch hart geführt werden können. Denn Demokratie lebt von Rede und Widerrede. Darüber hinaus wird es in einer neuen Regierung ein gemeinsames Bekenntnis dafür brauchen, Österreich wieder an die Spitze zu bringen. Es gibt sehr viel Gutes in unserem Land, auf das wir mit Zuversicht bauen können. Das ist aber kein Freibrief dafür, sich zurückzulehnen. Von einer Reform des Bildungs- und des Pensionssystems, einer neuen Sicherheitsstrategie, hin zu einer Föderalismusreform oder dem Turbo für erneuerbare Energien: Es gibt genug zu tun. 

Der soziale Zusammenhalt und das Gefühl von Gemeinschaft sind für viele Menschen in Österreich geschwächt. Wie planen Sie, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und die gesellschaftliche Spaltung, die durch politische Polarisierung entstanden ist, zu überwinden?

Leadership ist die zentrale Aufgabe von Politikerinnen und Politikern. Davon bin ich überzeugt. Anders als einige Parteien glauben, sind Vertrauen und Zusammenhalt nicht durch teure Geldgeschenke käuflich. Stattdessen geht es darum, mit den Menschen in unserem Land auf Augenhöhe zu kommunizieren, ihnen Halt und Perspektive zu geben. Die Bevölkerung hat ein Recht auf eine ehrliche, seriöse Politik, die Leistung belohnt, Aufstieg durch Chancengerechtigkeit ermöglicht und für die Sicherheit der Menschen sorgt.

Die Klimakrise stellt eine große Herausforderung für Österreich dar. Wie beabsichtigen Sie, umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen zu fördern, um den ökologischen Fußabdruck in Österreich zu verringern und den Klimaschutz-Zielen gerecht zu werden?

Der Klimawandel ist eine der größten und drängendsten Bedrohungen unserer Lebensgrundlagen und unseres Wohlstands. Alle konstruktiven Kräfte müssen hier an einem Strang ziehen. Leider wird die Bereitschaft zu notwendiger Veränderung von der Bundesregierung nicht mitgetragen. Es fehlt beispielsweise ein Klimaschutzgesetz.

Wesentlich ist, dass wir den Weg zu Klimaneutralität nur gemeinsam mit der Wirtschaft gehen können. Drängend sind die Energiewende und ein Stopp des zügellosen Zubetonierens. Eine ambitionierte Bodenschutzstrategie fehlt aber. So verbaut Österreich nach wie vor 13 Fußballfelder pro Tag. Wir machen Druck, denn wir sehen das als Chance, unser Land und unseren Kontinent lebenswerter, aber auch wettbewerbsfähiger und freier zu machen.

 

Angesichts der wachsenden sozioökonomischen Ungleichheit in Österreich – welche politischen Strategien verfolgen Sie, um die Verteilung von Wohlstand und Chancen fairer zu gestalten und insbesondere benachteiligte Gruppen zu unterstützen?

Wir NEOS sind davon überzeugt, dass sich jeder Mensch aus eigener Kraft etwas aufbauen können soll. Das gelingt mit einem echten Aufstiegsversprechen für alle, die Österreich mit ihrer Leistung und Innovationsfreude zu dem Land machen, das es ist und noch werden kann. Grundlage dafür ist ein Bildungssystem, das allen Kindern gerechte Chancen ermöglicht und eine Entlastung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Denn für die arbeitenden Menschen muss sich ihr Beitrag auch lohnen. 

Gerade in Zeiten der Inflation müssen die Schwächsten unterstützt werden, aber nicht Milliarden an Steuergeld mit der Gießkanne ausgeschüttet werden, was die Inflation noch anheizt. Jeder der kann, muss einen Beitrag leisten, aber in einem reichen Land wie Österreich dürfen wir nicht die zurücklassen, die nicht können. Wir unterstützen alle, die sich nicht aus eigener Kraft aufrichten können und nicht jene, die ihren Beitrag nicht leisten wollen. Nur wenn Kinder- und Altersarmut bekämpft sind, können die Menschen auch aus eigener Kraft ihre Ziele erreichen.

Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

 

Die Geschäftsführerin von Milestones in Communications im ABW-Talk über Branchentrends, die Faszination Kommunikation und den Schlüssel zum Business-Erfolg.

 

Sie feiern heuer Jubiläum, sind seit 15 Jahren bei Milestones in Communications – was zählt zu den Highlights Ihrer Tätigkeit?

Abgesehen davon, dass ich miterleben durfte, wie aus einer 3-Personen-Agentur eine der größten Agenturen Österreichs mit namhaften Kunden wurde, ist eines meiner Highlights, an das ich mich gerne zurückerinnere, eine sehr erfolgreiche, mehrmonatige crossmediale Kampagne für eine Interessensvertretung. Ein perfektes Zusammenspiel von Medienarbeit, Social Media, verschiedensten Events und passenden Marketingaktivitäten. Es war schön zu sehen, wie durch gezielte Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung Verständnis für ein sehr komplexes Thema geschaffen werden konnte.

Was fasziniert Sie an der PR & Kommunikationsbranche besonders?

Ich finde es toll, meine Kunden dabei zu unterstützen, ein positives Image aufzubauen, ihre Expertise und die für sie relevanten Themen zielgruppengerecht aufzubereiten und zu kommunizieren. Und damit auch das Vertrauen in das Unternehmen zu stärken.  Die Vielfalt der Themen ist immer wieder eine schöne Herausforderung und macht meinen Alltag interessant.

War Ihr Studium hilfreich bei der Jobwahl?

Jein. Ich war eigentlich ein bisschen enttäuscht, dass das Studium der Kommunikationswissenschaft damals so praxisfern war. Das hat sich jetzt ein bisschen geändert bzw. die Fachhochschulen gleichen das ein bisschen aus. Aber es war insofern hilfreich, weil ich dort das Wahlpflichtfach Public Relations belegt habe und mein Herz dafür entflammt ist und ich wusste: Das will ich machen. 

Welche Trends sind in der Kommunikationsbranche derzeit gefragt?

Es ist klar, dass die Branche im Umbruch ist. Die Medienlandschaft ist im Umbruch, das beeinflusst unsere Arbeit und der digitale Bereich entwickelt sich ständig weiter. Globale Themen wie Klima, Energieversorgung und Diversität beeinflussen die Unternehmensstrategien und fließen somit auch in die Kommunikationsarbeit ein. Die richtige Ansprache bzw. den richtigen Kanal für die jeweilige Zielgruppe zu finden, wird durch die wachsenden Möglichkeiten immer komplexer - aber auch spannender. Wir setzen stark auf Daten-PR und verfolgen einen datengetriebenen Ansatz. Damit wollen wir unsere Erfahrungswerte in den Kommunikationsstrategien für unsere Kunden mit quantitativen und damit klar messbaren Daten anreichern und so noch zielgerichteter vorgehen. Auf Basis von Analysen entwickeln wir die passende Kommunikationsstrategie. Diese ist nicht nur sehr zielgerichtet, sondern auch klar messbar.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Milestones in Communications?

Was die „Milestones-Familie“ auszeichnet, ist ein unglaublicher Teamspirit und Zusammenhalt, den jeder Meilenstein spürt. Das ist es, was uns ausmacht. Wir sind eine bunte Mischung aus erfahrenen Kommunikatoren und Digital Natives. Alle sind sehr engagiert und mit großer Begeisterung bei der Sache. Wir unterstützen uns gegenseitig und halten zusammen. Ich glaube, das ist der Schlüssel zum Erfolg und macht unsere Arbeit so wertvoll.

Foto: Milestones in Communication

Ob Reputation und Positionierung oder Krisen- und Streitfälle – die Agentur Kapp Hebein Partner hat sich ganz der Kommunikation verschrieben. Ein ABW-Talk mit Geschäftsführerin Michaela Hebein.

 

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang und die Tätigkeitsfelder Ihrer Agentur. 

Ich bin seit 23 Jahren im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig und habe Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen strategisch beraten und operativ begleitet. Seit nunmehr fast zehn Jahren führe ich gemeinsam mit meinem Geschäftspartner die Kapp Hebein Partner GmbH. Bei der Gründung der Agentur vor zehn Jahren lagen die Schwerpunkte auf den Bereichen Reputation und Positionierung, Krisenkommunikation sowie Litigation PR und verfahrensbegleitende Kommunikation.

Was uns besonders freut: Viele Kunden der ersten Stunde vertrauen uns auch noch heute. Sie schätzen die Diskretion, dass wir zuhören, auch unangenehme Themen ansprechen und nachhaltige Kommunikationsstrategien entwickeln. Jüngst haben wir den Geschäftsbereich ESG-Kommunikation und Regulatory Affairs gegründet. Dabei beraten wir Unternehmen bei der Berichtslegung, der Corporate Governance sowie der Kommunikation zu allen Themen der Nachhaltigkeit.

Welche Leistungen werden von den Kunden primär nachgefragt?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Gemessen an den Tätigkeitsfeldern sind wir ausgewogen. Unsere Kunden schätzen, dass wir uns bei komplexen Themen schnell einarbeiten und auch rasch in der Lage sind Kommunikationsstrategien abzuleiten. In den letzten Jahren hat sich jedoch herausgestellt, dass die verfahrensbegleitende Kommunikation immer wichtiger wird. Unternehmen nehmen ein immer größer werdendes öffentliches Interesse bei Betriebsansiedelungen oder Betriebserweiterungen wahr, das auch den Ausgang des behördlichen Verfahrens beeinflussen kann. Diese Unternehmen suchen dann erfahrene Berater, die sie auf der kommunikativen Ebene unterstützen. 

Welche Kommunikationsbereiche sind besonders herausfordernd und benötigen bestmögliche Expertise?

Die Herausforderung steigt mit Komplexität und Zeitdruck, aber die bestmögliche Expertise ist in allen Bereichen gefragt. Man muss die Nuancen und Feinheiten der Themen und Sprache kennen und erkennen, inhaltlich und handwerklich auf dem neuesten Stand sein und immer mit dem großen Ganzen im Blick. Das macht für uns den Bereich ESG-Kommunikation so spannend: Wir leisten mitunter Pionierarbeit und müssen die Expertise u.a. durch die Analyse von Best Practices selbst aufbauen. 

Was fasziniert Sie an PR und Kommunikation?

Es ist eine sehr dynamische Branche mit vielfältigen Aufgabenbereichen, in der man nie auslernt. Wir haben in der Agentur ein virtuelles Jagdrevier für Kinder entwickelt, unterstützen Kunden bei Umweltverträglichkeitsprüfungen oder konzipieren Kongresse, um nur ein paar Dinge zu nennen. Da braucht es ein gut abgestimmtes Team, dem man vertrauen kann und das Ideen einbringt. Und man weiß beim Frühstück nie, wie sich der Tag entwickeln wird. Diese Unberechenbarkeit und Vielfalt machen Spaß und die PR zu einer der schönsten Professionen. 

Foto: Werner Streitfelder

Für Sigrid Krupica ist gute PR mehr als Imagepflege. Als Geschäftsführerin von Grayling kennt sie die besten Zutaten für erfolgreiche Kommunikation. Und natürlich auch die Trends, die in Zukunft das Business beeinflussen werden.

 

Kunden fragen bei der international tätigen Agentur Grayling ein breites Spektrum an Kommunikationsdienstleistungen nach: „Wir kombinieren Public Relations, Marketing, Social Media Kommunikation und Public Affairs und passen unsere maßgeschneiderten Strategien mit einem hohen Maß an Kreativität, Fingerspitzengefühl und Erfahrung an die spezifischen Herausforderungen unserer Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen an. Themen, die derzeit stark im Fokus stehen, sind beispielsweise die Attraktivität der Arbeitgebermarke oder Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, blickt Grayling-Geschäftsführerin Sigird Krupica gespannt in die Zukunft. 

Menschliche Intuition und individuelles Denken

„Ich finde KI-Anwendungen unglaublich spannend. Und gerade jetzt in der Anfangsphase von neuen Tools wie ChatGPT (Textentwicklung) oder Dall-E (Bildkreationen) können Marken damit durchaus das eine oder andere kreative Experiment wagen - zum Beispiel in der Social-Media-Kommunikation. Angst, dass diese Anwendungen Menschen in der Kreativ- oder Medienbranche arbeitslos machen, habe ich nicht. Im Gegenteil: Menschliche Intuition und individuelles Denken werden noch wichtiger für die Qualität des Endprodukts. Natürlich birgt der Einsatz von KI-Lösungen auch Risiken. Sowohl im ethischen als auch im rechtlichen Bereich stehen wir derzeit vor großen ungelösten Fragen. Bevor KI-Tools ihre Kinderkrankheiten überwunden haben, müssen wir uns alle ernsthaft damit auseinandersetzen“, so die Agenturleiterin.  

Immer auf dem neuesten Stand

Einige KI-Anwendungen sind bei Grayling schon länger fester Bestandteil, etwa die App Deepl, die für die schnelle Übersetzung kurzer Texte genutzt wird, oder die Kamera im Konferenzraum, die bei hybriden Meetings den Bildfokus automatisch auf die Person richtet, die gerade spricht. 

„Darüber hinaus beobachten wir das Thema KI sehr genau. Als internationale Agentur haben wir zudem das große Glück, auf die Expertise unseres Innovation Hubs in London zurückgreifen zu können. Von dort erhalten wir regelmäßig Updates zu den neuesten Trends. Spätestens mit der von Microsoft - übrigens ein Grayling-Kunde - angekündigten Integration von ChatGPT in verschiedene Office-Anwendungen wird KI vollends zum Begleiter im Arbeitsalltag werden", ist sich Sigrid Krupica sicher und verrät ihr Rezept für erfolgreiche PR-Arbeit: Diese basiert auf Kommunikationsstrategien, die sich an den wirtschaftlichen und operativen Zielen einer Marke orientieren. Ich halte nichts von Kommunikation um der Kommunikation willen. Richtig gemachte PR ist viel mehr als reine Imagepflege. Gute Kommunikation treibt Veränderungen voran, schützt die Reputation, sorgt für Gesprächsstoff, erzeugt Aufmerksamkeit, schafft Öffentlichkeit und ermöglicht unternehmerisches Wachstum. Nur so schafft man entscheidenden Kundennutzen - und sichert den ROI“.

Foto: Grayling/Peter Rigaud

Als Head of Marketing und Innovation bei IP Österreich ist sie die richtige Ansprechpartnerin, wenn es um das Thema KI im Unternehmen geht.

 

Was Claudia Schabata-Ostermann von den neuesten Entwicklungen hält, verrät sie im ABW-Interview.

Was halten Sie von Künstlicher Intelligenz im Marketing-Business? 

Ich glaube, dass KI im Marketingbereich grundsätzlich sehr wertvoll sein kann und in den nächsten Monaten immer wertvoller werden wird. Sie kann helfen, Marketingstrategien zu verbessern. Allein in unserer Branche ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten der Werbeauslieferung. Personalisierte Werbung, bessere Kundenansprache, effektivere Kampagnen, effizientere Prozesse, bessere Datenanalyse - um nur einige Aspekte zu nennen. 

Zu den Chancen und Risiken habe ich die KI ChatGPT selbst befragt:

Chancen:

  • Personalisierung: KI kann helfen, personalisierte Werbebotschaften zu erstellen, die auf dem individuellen Verhalten und Interessen der Verbraucher basieren, was zu einer höheren Engagement-Rate führen kann.
  • Effizienz: KI kann helfen, den Prozess der Datensammlung und Analyse zu automatisieren, was Zeit und Ressourcen spart und eine schnellere Reaktionszeit auf Veränderungen ermöglicht.
  • Vorhersagen: KI kann helfen, Vorhersagen über zukünftige Trends, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Verbrauchern zu treffen, was Unternehmen dabei helfen kann, ihre Marketingstrategien zu optimieren und ihre Zielgruppen besser zu verstehen.

Risiken:

  • Datenschutz: KI benötigt Daten, um effektiv zu arbeiten, aber es besteht die Möglichkeit, dass diese Daten missbraucht werden können. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie die Datenschutzgesetze einhalten und die Daten der Verbraucher sicher aufbewahren.
  • Bias: KI-Modelle können aufgrund von ungleichen Datensätzen oder unbewussten Vorurteilen in den Daten verzerrt sein. Dies kann zu diskriminierenden Ergebnissen führen, was für Unternehmen schwerwiegende rechtliche und Rufschäden verursachen kann.

Künstliche Intelligenz kann menschliche Kreativität nicht vollständig ersetzen und das Fehlen menschlicher Kontrolle kann sich als Nachteil erweisen, insbesondere wenn es darum geht, Beziehungen zu Kunden aufzubauen.

Es ist wichtig, dass Unternehmen die Potenziale und Risiken von KI im Marketing-Business sorgfältig abwägen und sicherstellen, dass sie verantwortungsvoll und ethisch mit KI umgehen.

  

Sind bei IP Österreich bereits KI-Systeme im täglichen Einsatz?
Unsere Partnerwebsite österreichprogramm.at verwendet einen Chatbot.

Ansonsten verwenden wir in Einzelfällen Open Source für kleine Grafiken und Texte. Aber wir beobachten natürlich die Entwicklungen und ich gehe davon aus, dass auch wir in den nächsten Jahren verstärkt mit KI arbeiten werden. Auch für unsere Werbeprodukte ergeben sich durch KI natürlich spannende neue Möglichkeiten - Stichwort Contextual Video Tagging, Emotional Video Tagging etc.

 

Welche KI-Werkzeugen sind Ihnen vertraut?

Chat GPT, Canvas, Chatbots.

Foto: Christoph Meissner/IP Österreich

Seit November letzten Jahres ist die Marketing- und Kommunikationsexpertin CEO von dentsu Austria. Was sie über Machine Learning und den Einsatz von KI in Unternehmen denkt, verrät sie im ABW-Interview.

 

„Wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen, meinen wir eigentlich neuronale Netze und maschinelles Lernen. Und das hat unser Leben längst verändert. Wir sehen das in den sozialen Medien oder im Bereich der Kampagnenoptimierung, sowohl im Paid- als auch im Owned-Bereich. Derzeit entwickelt sich Machine Learning unglaublich schnell in immer mehr Anwendungsbereichen, die das Marketing grundlegend verändern und noch weiter verändern werden“, sagt Bettina Schuckert.

Die Spitze des Eisbergs sei aktuell Chat GPT, denn Chat GPT wird unter anderem sowohl Corporate Content als auch Search stark verändern. „Das Tool ist schon heute in der Lage, vollautomatisch und dynamisch Texte für Webseiten, E-Mail-Kampagnen, aber auch Banner und Social Media Posts zu erstellen. Damit wird die Personalisierung und Automatisierung auf ein neues Level gehoben, da ungleich mehr Varianten und Versionen automatisch und unglaublich schnell erstellt werden können. Das wird in naher Zukunft auch unser Suchverhalten verändern - weg von der Suche mit Begriffen in einem Eingabefeld, hin zu einer scheinbar natürlichen Unterhaltung. Man darf gespannt sein“, so die Agenturchefin.

Qualitätskontrolle durch Menschen 

Jede Chance birgt jedoch auch Risiken, denn maschinelles Lernen erfolgt immer auf der Grundlage der Daten, mit denen es gelernt wird. Sind diese Daten falsch, verzerrt oder ethisch fragwürdig, wird der Algorithmus falsche, verzerrte oder ethisch fragwürdige Lösungen produzieren. „Der Faktor Mensch zur Qualitätskontrolle und -sicherung wird auch in Zukunft entscheidend sein. Darauf werden wir bei dentsu und Merkle immer achten. Und wir sind auch fest davon überzeugt, dass diese neue Technologie die Expertise unserer Kolleginnen und Kollegen nicht ersetzen wird“.

Wir sind am Puls der Zeit 

Bei dentsu und Merkle sei man in Sachen KI am Puls der Zeit, so Schuckert. „Wir haben mehrere hundert Experten in unserem Netzwerk, die sich mit dem Thema in all seinen Facetten beschäftigen - nicht nur am Reißbrett, sondern auch in zahlreichen Kundenprojekten. Denn über die Anwendungen von Microsoft, Salesforce, Adobe etc. haben eigentlich alle Nutzer dieser Software direkten Zugriff auf Algorithmen und maschinelle Lernfähigkeiten. Wir arbeiten mit unseren Kunden an Projekten zur Optimierung ihrer Kommunikation mittels Machine Learning, testen verschiedene Optionen, entscheiden, was das nächste beste Angebot oder die nächste beste Aktion ist, was man dem Kunden zu welchem Zeitpunkt auf welchem Kanal zeigt, wie sich die Website dynamisch an den User anpasst, wir optimieren damit Mediaspendings und vieles mehr“.

Foto: Digitalsports Fotografie

Warum KI den Arbeitsalltag im Kommunikationsbusiness erleichtern wird und welche Grenzen und Risiken noch länger Thema sein dürften, weiß die Geschäftsführerin der PR-Agentur REICHLUNDPARTNER.

 

Es ist unumstritten: KI bringt sehr viel Potential für die PR. Allerdings heißt es zurzeit noch abwarten, bis die vorhandenen Tools zu tauglichen Kommunikationswerkzeugen ausgereift sind. Was wir zurzeit beobachten, ist ein großer Technologiewettbewerb, dessen Vorreiter sich noch weisen wird“, so Daniela Strasser, die seit bald fünf Jahren Geschäftsführerin der erfolgreichen PR-Agentur ist.

Gute Strategie ohne KI 

Die größten Chancen sieht Strasser in der Unterstützung administrativer und operativer Aufgaben. Etwa beim Monitoring, bei datengetriebenen Kommunikationskampagnen oder bei der Suche nach den richtigen Journalisten. „Für uns ergibt sich daraus der Vorteil, dass wir mehr Zeit gewinnen, um kreative Ideen und Kommunikationsstrategien für unsere Kunden zu entwickeln. Denn das Herzstück unserer Kommunikationskonzepte ist die passgenaue Strategie - und die kann uns keine KI liefern“, so die PR-Expertin.

Ein Risiko sei sicherlich, dass es derzeit keine direkte Regulierung von KI gebe. KI durchforste beim Schreiben das Internet, ohne die Quellen zu überprüfen. Dadurch seien Fehlinformationen oder diskriminierende Texte möglich. Menschen müssten daher immer als letzte Instanz die Daten überprüfen und die Einhaltung der Pressegrundsätze kontrollieren.

Chat-GPT ist bereits im Testeinsatz 

KI ist für die Kommunikationsprofis mit Büros in Wien und Linz kein Neuland. „Als zukunftsorientierte Agentur testen wir laufend den Einsatz von KI in der Pressearbeit. Wir setzen KI projektweise zur Auswertung von Medienberichten ein und testen laufend weitere Tools. So basiert beispielsweise unser Monitoring auf KI-Systemen. Außerdem setzen wir Chat-GPT testweise bei der Formulierung von Pressetexten zu einfacheren Themen ein. Dabei können einzelne Sätze aus dem Chat-GPT als Anregung für den Pressetext dienen. Allerdings fehlen Kompetenzen wie Feingefühl, Sprachnorm und Formulierungen im Wording des Kunden“, sagt Daniela Strasser.

Foto: REICHLUNDPARTNER

Seit 17 Jahren ist die Linzer Agentur „Die jungen Wilden“ überaus erfolgreich. Über die Faszination der Branche und die Erfolgsrezepte für gute Werbung hat ABW mit der Geschäftsführerin gesprochen.

 

Bitte beschreiben Sie uns das Erfolgsrezept Ihrer Agentur. 

Der Fokus unserer Agentur liegt auf strategischer Kommunikation mit Konzept und kreativen Lösungen. Unsere besonders kundennahe Betreuung unterscheidet uns von anderen Werbeagenturen. Von Anfang an setzen wir auf „one face to the client“ und sind damit seit 17 Jahren erfolgreich. In unserem 17-köpfigen Team haben wir durch regelmäßigen Austausch den Vorteil, dass jeder alles über jeden einzelnen Kunden weiß. Auf folgende drei Punkte lege ich besonderen Wert: Zuhören ist wohl eine der wichtigsten Fähigkeiten in unserer Branche. Es ermöglicht uns, unsere Kunden zu verstehen. Kunden und Partnern auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam zu einem Ergebnis kommen.

Was macht für Sie die Faszination von Marketing und Werbung aus? 

Zum einen lerne ich in meinem Beruf jeden Tag spannende Themen, Projekte und vor allem tolle Menschen kennen. Es wird also nie langweilig. Die Kombination aus kreativem Denken und Strategieentwicklung macht die Arbeit für mich so faszinierend. Andererseits verändern sich in einer immer schnelllebigeren Gesellschaft auch die Ansprüche der Kunden ständig. Marketer und Werber müssen sich den Kundenbedürfnissen anpassen und schnell und flexibel reagieren. Das fordert unsere Kreativität immer wieder in neuen, spannenden Projekten heraus.

Die gängige Werbung sieht derzeit ziemlich alt aus – würden Sie uns recht geben? Und was tun die „Jungen Wilden“ dagegen? 

Nun kommt es darauf an, was man unter gängiger Werbung versteht. Wenn Sie unter klassischer Werbung die klassische Werbung verstehen, dann kommt mir das nicht unbedingt alt vor. Natürlich sind Online-Marketing und Social Media in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Meiner Meinung nach ist es aber wichtig, eine Balance zwischen klassischer und neuer Werbung zu finden. Für uns als Werbetreibende stehen die Ziele und Bedürfnisse unserer Kunden an erster Stelle. Wir bedienen unsere Kunden mit der gesamten Klaviatur der Werbung. Wir bei DJW sind jung und frisch. Wir neigen gerne den Kopf und schauen nach links und rechts.

Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Agentur – eher im Digitalbereich oder der klassischen Werbung? 

Ich setze hier keine Prioritäten. Denn ich bin überzeugt: Das eine geht nicht ohne das andere. Deshalb kombinieren wir bei „Die Jungen Wilden“ digitale und klassische Werbung, immer angepasst an die Ziele und Bedürfnisse unserer Kunden, und bieten so eine effiziente und effektive Balance. Dabei setzen wir auf eine ganzheitliche Betreuung unserer Kunden: von der Markenpositionierung bis hin zu Social Media Kampagnen. Vor allem unser Social Media Team hat sich im letzten Jahr kontinuierlich verstärkt und betreut unsere Kunden unter anderem mit Content Creation, Consulting, strategischem Ad Management sowie Reporting. Mit unserem Fokus auf Infotainment (Information und Entertainment) konnten wir im vergangenen Jahr unter anderem Fressnapf als Neukunden überzeugen.

Ihre beruflichen Pläne und Ziele in diesem Jahr? 

Auch in Zukunft möchte ich für unsere Kunden schöne und sympathische Werbung gestalten. Natürlich freue ich mich auch darauf, unsere Kunden mit unseren kreativen Ideen zu begeistern. Vor allem aber wünsche ich mir, dass ich weiterhin viel Freude an meiner Arbeit, an meinem Schaffen und an der Arbeit im Team habe.

Foto: diejungenwilden

Die Gründerin und Geschäftsführerin der mehrfach ausgezeichneten Agentur Himmelhoch PR ist sich sicher: Künstliche Intelligenz wird bald so selbstverständlich im Arbeitsalltag eingesetzt werden wie heute Rechtschreibprogramme.

 

„Künstliche Intelligenz wird immer mehr Einzug in die Agenturen halten - vor allem, weil die Technologie große Fortschritte macht. Chatbots wie ChatGPT zur Erstellung von Texten und DALL-E 2 zur textbasierten Generierung von Grafiken werden massentauglich. Jeder kann diese Programme einfach und sofort nutzen. Allerdings fehlt den künstlich erzeugten Texten noch die individuelle Anpassung an das jeweilige Medium. Hier sind wir Menschen noch im Vorteil, weil wir über Erfahrung und Detailwissen verfügen, über das die KI (noch) nicht verfügt. Deshalb wird KI die Arbeit von Kommunikationsexperten nicht ersetzen, sondern ergänzen. Und das ist eine Chance für uns Agenturen“, ist die Gründerin von Himmelhoch PR überzeugt.

KI-gestützte Anwendungen würden schon in naher Zukunft einfache Routineaufgaben übernehmen, die Agentur zum Beispiel bei der Ideenfindung und der Erstellung unterschiedlichster Bild-, Grafik- und Textformate unterstützen. Die Qualität werde sich rasant verbessern. „Und künstliche Intelligenzen der nächsten Generation werden im Handumdrehen - nach unseren Vorgaben - professionelle und ansprechende Texte schreiben und wir werden sie ganz selbstverständlich in unsere täglichen Prozesse integrieren“, so Mag. Eva Mandl.

Noch sind KI-Stories nicht einzigartig 

Für die Kommunikationsexpertin ist es wichtig, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um Chancen und Risiken richtig einschätzen zu können. „Als Agentur experimentieren wir derzeit mit KI-Systemen zur automatisierten Texterstellung oder zur textbasierten Generierung von Grafiken. Wir befinden uns aber noch in der Testphase. Ich persönlich nutze zum Beispiel ChatGPT zur Inspiration und aus Neugier. Gute und individuelle Texte kommen von uns. Wenn man ChatGPT bittet, eine Pressemitteilung zu formulieren, schreibt die künstliche Intelligenz zwar einen allgemeinen, menschenähnlichen Text, aber keine einzigartige Geschichte, die genau zum Unternehmen passt.“

KI ist schon länger im Einsatz
Die Agentur Himmelhoch setzt schon lange auf die Unterstützung von KI im Tagesgeschäft. Zum Beispiel mit Chatbots für den Kundendialog auf der Website. Oder für die Erfolgsmessung der Medienpräsenz. „Wir kaufen KI-Dienstleistungen von Medienbeobachtern zu, die zum Beispiel automatisiert die Tonalität von Medienberichten analysieren“, sagt Mandl und betont, dass KI-Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Grafiken in naher Zukunft so normal sein wird, wie es Rechtschreibprüfprogramme heute sind. KI könne uns in vielerlei Hinsicht unterstützen - beim Storytelling, beim Schreibprozess, bei der Formulierung, bei der Grammatik und vielem mehr.

Gründung einer Digitalagentur 
Ohne digitale Kompetenzen wird es auch in der PR-Branche schwer, Fuß zu fassen. Bei Himmelhoch müssen mittlerweile alle Beraterinnen und Berater über gute digitale Kenntnisse verfügen. „Dialoggruppen sind für uns längst nicht mehr nur Journalisten, sondern auch Blogger und Influencer. Die digitalen Kanäle sind mittlerweile genauso wichtig wie die klassischen Medien. Außerdem haben wir - Himmelhoch gemeinsam mit Helmut Kosa von &Us - im Juni 2022 die Wonne Digitalagentur GmbH gegründet, eine digitale Kreativagentur. Geschäftsführerin ist Carina Nistl. Die Leistungen der Agentur reichen von Content-Strategien über digitale Kampagnenplanung bis hin zur Content-Produktion“, so Eva Mandl.

Foto: Himmelhoch

Seit dem Vorjahr ist Verena Kehr General Manager von Mediaplus Austria. Ein ABW-Interview über digitale Trends und Erfolgsrezepte im Agenturbusiness.

 

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Was als einschlägige Ausbildung im Bereich Marketing & Sales anfing - Bachelor auf der FH Wien, Master am IMC Krems - mündete in eine Karriere im Bereich Mediaplanung und Kommunikation. Zuerst im Marketing bei der McArthurGlen Group, anschließend in mehreren unterschiedlichen Funktionen bei Mediaplus Austria, die ich auf dem Weg von einer 5-Personen Agentur zur besten Mediaagentur des Landes begleiten und gestalten konnte.

Was ist das Erfolgsrezept für ausgezeichnete Media- und Kommunikationslösungen?

Es braucht ein ganzheitliches Verständnis der Problemstellung und eine wirkungsgetriebene Lösungskompetenz. Die unterschiedlichen Disziplinen verschmelzen miteinander und Mediaberatung und -planung kann nicht ohne ein Sensorium für die kreative Ausgestaltung und digitale Nutzererlebnisse stattfinden. Bei uns steht Kooperation und das Miteinander mit allen Kommunikationsexpert:innen im Markt immer im Mittelpunkt. Als Einzelkämpfer:in kommt man nicht mehr weit.

Was macht für Sie die Faszination der Agentur- und Kommunikationsarbeit aus?

Menschen zusammenzuführen und sie für eine Idee, ein Produkt- oder eine Dienstleistung zu begeistern, war schon immer meine Leidenschaft. Agenturen sind ein Schmelztiegel für Menschen ohne Scheuklappen. Es ist ein Arbeitsumfeld, dass sehr viel Abwechslung und kreative Gestaltungskraft ermöglicht. Das macht den Agenturalltag wahnsinnig spannend und bereichernd.

Welcher Leistungsbereich von Mediaplus wird von Kunden besonders gerne in Anspruch genommen?

Ich bin sehr stolz, dass wir unsere Expertise im Digitalmarketing in den letzten Jahren auf das nächste Level gehoben haben. Wir haben in neue Mitarbeiter:innen investiert, neue Abteilungen und Abläufe etabliert und neue technische Lösungen an den Start gebracht. Das hat dazu geführt, dass unsere digitale Innovationskraft sehr stark ist und von vielen Kund:innen nachgefragt und honoriert wird. Das reicht von Performance Marketing über Native Advertising bis zu Realtime Media. Dass wir im letzten Jahr die erfolgreichste Mediaagentur beim WebAd waren, ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Welche Trends im digitalen Kommunikationsbereich erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Das Thema „Echtzeit-Marketing“ und „Speed-Management“ wird an Bedeutung gewinnen. Die Anzahl tagesaktueller Daten, ob Kaufverhalten, Produktinteresse oder Kreationsakzeptanz, steigt und wird dazu führen, dass sich die Prozesse der Mediaorchestrierung und -optimierung verändern. Mittlerweile fallen 30 Prozent aller Kaufentscheidungen am gleichen Tag und diesen Entscheidungsprozessen zielgerichtet mit Kommunikation zu begegnen, ist schon eine große Aufgabe für Marketingentscheider und Agenturen.

Ihre beruflichen Pläne und Ziele für 2023?

Mediaplus ist international und auch in Österreich mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Es gibt ein gelebtes Selbstverständnis für das offene Miteinander, die Innovationsfreude und die Lust an der Weiterentwicklung. Ich möchte dazu beitragen, dass diese Werte jeden Tag mit Leben gefüllt werden und Mediaplus Austria für Mitarbeiter:innen und Kund:innen ein Ort ist, der bereichert und einen weiterbringt.

Foto: Mediaplus Austria

Sie ist Präsidentin der Österreichischen Marketing Gesellschaft (ÖMG) und Chief Marketing Officer der APA. Im ABW-Interview verrät sie, welche Chancen neue Technologien für die Branche bieten.

 

Welche Chancen bietet KI im Marketing?

KI ist ein Thema, dem sich kaum eine Branche entziehen kann. Gerade im Marketing gibt es meiner Meinung nach viele Möglichkeiten, von Content-Varianten (Anm.: es gibt eine Pressemitteilung, die KI schlägt Social Media Posts oder Blogbeiträge vor) über Inputs beim Headlining bis hin zu Datenprojekten bzw. datenbasierten Texten (standardisierte Produktbeschreibungen für Shoppingportale etc.).

Am Ende kann man immer noch verfeinern und anpassen, aber z.B. ChatGPT liefert da durchaus Brauchbares. Spannend sind auch Assistenztools, die „Speech to Text“ liefern oder bei der Bildersuche helfen. Was man nicht tun sollte, ist zu glauben, dass KI allwissend ist und immer Recht hat. KI wird von Menschen gemacht, trainiert, hat also immer einen Bias, das darf man nie vergessen. Und sie macht Fehler. Was ich im Moment anstrengend finde, ist dieser riesige, mir oft sehr unreflektiert erscheinende Hype, den ChatGPT ausgelöst hat.

Wie so oft bei neuen Technologien wird darüber diskutiert, ob KI „gut“ oder „böse“ ist. Sie ist per se weder das eine noch das andere, es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Wir sollten auf dem Boden der Tatsachen bleiben, schauen, wie wir davon profitieren können - und wir werden davon profitieren - und weder in unkritische Begeisterungsstürme noch in dystopische Zukunftsszenarien verfallen. KI ist eine große Chance, wir sollten sie gut und sinnvoll nutzen. 

Sind bei der ÖMG oder der APA bereits KI-Systeme im Einsatz?

Die APA setzt in einigen ihrer Produktionssysteme und Produkte KI-basierte Tools ein. In der Medienbeobachtung unterstützen diese Systeme beispielsweise die Redakteure bei der Überwachung großer Artikelmengen, in der Redaktion wird der APA-Text-Assistent eingesetzt, der beispielsweise bei der täglichen Corona-Berichterstattung Daten interpretierte und einen Textvorschlag lieferte. Dieser diente als Grundlage für das Schreiben der Story und ersparte mehrere Stunden Arbeit.

Wir setzen KI-Tools auch für die automatisierte Gesichtserkennung in Bildern ein. Dafür hat sich die APA eine Governance-Richtlinie für den Umgang mit KI-gestützter Bilderkennung unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Fragen gegeben. Das sind nur einige Beispiele, alles würde hier zu weit führen. Die Österreichische Marketinggesellschaft ist als Verband eine Vernetzungs- und Informationsplattform für ihre Mitglieder und beschäftigt sich aus dieser Perspektive mit KI und den entsprechenden Tools. Klassische Produkte, bei denen diese Technologie zum Einsatz kommt, gibt es nicht. 

Welche KI-Tools haben Sie bereits genutzt?

Ich persönlich habe mit Transkriptionstools gearbeitet, um Sitzungsprotokolle oder Interviews vom gesprochenen Wort in eine Abschrift zu übertragen. Und natürlich habe ich, wie wahrscheinlich die meisten, mit ChatGPT experimentiert. Meistens samstags nachts, wenn der Server nicht überlastet war. Einerseits beeindruckend, was da alles möglich ist, mich faszinieren vor allem die inhaltlichen Variationen (schreibe ein Märchen, einen Tweet, schreibe wie ein Schüler etc.), andererseits kommt auch immer wieder ziemlich viel Unsinn heraus, wenn man Infos abfragt. Und ich habe wahrscheinlich mit einigen Tools gearbeitet, von denen ich gar nicht wusste, dass da KI drin steckt.

Foto: APA

Als CEO von BBDO Wien hat sie nicht nur eine Leidenschaft für den Aufbau von Marken und auffallend gute Kreationen, sondern auch für Zukunftsthemen, die für die Branche relevant sein könnten.

 

Ist KI im Agentur-Business schon angekommen?

Künstliche Intelligenz ist schon seit langem Teil unseres Agenturalltags, sei es in Form von Chatbots, digitalen Sprachassistenten oder Programmatic Advertising, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Von den vielfältigen Möglichkeiten, welche die Technik mit sich bringt, profitieren wir in der Agentur schon seit vielen Jahren. Aufgrund des Durchbruchs von ChatGPT ist diese Thematik momentan wieder präsenter im aktuellen Diskurs, vor allem hinsichtlich der berechtigten Frage, wem überhaupt die Rechte an den von dem Programm produzierten Inhalten gehören.

Welche Chancen und Risiken sehen Sie?

Für uns Kreative ist es sehr hilfreich, dass es immer wieder neue Impulse aus der KI-Welt gibt – diese neuen Denkanstöße nutzen wir als Inspiration beim Entwickeln von neuen Ideen, aber auch um zu verstehen, in welche Richtung wir uns zukünftig weiterbewegen werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass wir ein vorausschauendes Bewusstsein für die Unterschiede zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz entwickeln. Wie wir bei ChatGPT beispielsweise sehen, agiert künstliche Intelligenz vernunftbasiert – das heißt, sie muss mit Daten gefüttert werden und lernt auf Basis dessen, welche Worte am ehesten aufeinander folgen sollten und entwickelt nach diesem Schema Texte und Inhalte. Und genau dieser Mechanismus steht klar im Widerspruch zu dem Kern unseres Geschäfts, der Kreativität. Denn diese speist sich im Gegensatz zu KI aus Intuition, Empathie und Moral, mit dem Ziel, Sehnsüchte zu bedienen und Herzen zu berühren – und das geht nur, wenn wir selbst Emotionen spüren. Das kann KI bis dato nicht. 

Was bedeutet der Einsatz von KI für kreative Berufsbilder?

Kreative Berufe sind stetig im Wandel, mit oder ohne KI. Unsere Anpassungsfähigkeit stellen wir kontinuierlich unter Beweis, sei es während wirtschaftlichen Krisen, einer Pandemie oder nun mit künstlicher Intelligenz. Denn nur wer mit der Zeit geht und sich verändert, bleibt auch relevant.

Die aktuellen Diskussionen über künstliche Intelligenz zeigen, dass sich zusätzlich zur Technologie auch andere Disziplinen weiterentwickeln müssen. Unter anderem in den Bereichen Kunst und Kreativität hat sich enorm viel getan, beispielsweise die Veränderungen im Nutzungsverhalten. Die Sorge, dass KI unsere Jobs gefährdet und kreative Menschen ersetzen wird, teile ich jedoch nicht. Eher wird es darauf hinauslaufen, beides zu vereinen und die Vorteile daraus zu ziehen. 

„No Humans, No Delays, No Budget“, die KI-Agentur Uncreative Agency sorgt aktuell mit diesen Versprechen für Aufsehen. Inwieweit müssen sich herkömmliche Agenturen verändern, um am Zahn der Zeit zu bleiben?

Veränderungsfreude ist Teil unserer BBDO-Agentur-DNA. Das Auftauchen von KI-Agenturen ist so gesehen eine Chance, noch zukunftsorientierter zu denken und aus den unterschiedlichen Zugängen und Outputs das Beste herauszufiltern. Das ist natürlich abhängig von den Aufgabenstellungen und Briefings der Kunden und vor allem von der Frage, welches Maß an Individualität und schöpferischer Höhe tatsächlich gebraucht wird.

Spannend wird es, wenn KI- und herkömmliche Agenturen zueinanderfinden und sich gegenseitig verstärken. Trotz allen Fortschritts wird es letztendlich aber immer noch menschliche Kreative brauchen, um Intuition, Emotionen und Empathie mit Strategie zu vereinen und das große Ganze im Blick zu behalten: Kreationen dieser Art machen langfristig den Unterschied. 

Foto: Vienna Paint

Die Integration von KI und Machine Learning wird in der Agentur weiter ausgebaut, sagt die Geschäftsführerin von PHD Media Austria im ABW-Interview.

 

„Es ist zu erwarten, dass anwenderfreundliche KI-Lösungen weiter Einzug in das Agenturgeschäft halten werden, denn es gibt viele Bereiche, in denen künstliche Intelligenz Chancen bietet. Dazu gehören die Automatisierung von Prozessen, die Optimierung von Kampagnen und die effizientere Nutzung von Daten“, sagt die Mediaagenturchefin.

„KI-Systeme helfen dann, Aufgaben schneller und zum Teil präziser zu erledigen. Zu den Risiken gehört die Frage der Verantwortung und Haftung bei Fehlern der KI-Systeme. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz von KI im Agenturgeschäft sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Diese gilt es im Blick zu behalten und sorgfältig abzuwägen, um die Potenziale von KI-Lösungen voll auszuschöpfen und gleichzeitig negative Auswirkungen zu minimieren“, so Anja Hettesheimer.

KI erstellt Investmentprognosen

Derzeit werden KI-Lösungen bereits eingesetzt, um kleinere Datenlücken in der Modellierungsdatenbank zu füllen und Prognosen für Kunden zu erstellen. Wenn man zum Beispiel über eine Modellierungsdatenbank verfügt, die viele Branchen und Länder umfasst, gibt es immer wieder fehlende Datenpunkte (zum Beispiel keine Werte für eine Branche in einem Land), die eine KI auf Basis der restlichen Datenbasis ergänzen kann.

„Diese Art von KI ist seit Jahren in unserem Investmentplaner im Einsatz und hilft uns, Investitionsprognosen auch für Kunden zu erstellen, die sich keine Modellierung leisten wollen. Mit der ständig wachsenden Datenbasis wird auch die KI immer besser“, so die Medienexpertin.

In naher Zukunft werde die Integration von KI und maschinellem Lernen weiter ausgebaut, da sich noch interessante Entwicklungen und Möglichkeiten bei der Erstellung von Kommunikationsstrategien ergeben werden.

„Unsere Mitarbeiter testen auch verschiedene kostenlose KI-Lösungen wie Chat GPT oder Dall E, um herauszufinden, in welchen Anwendungsbereichen sie nützlich sein können. Das kann von der Makroprogrammierung bis hin zu vorformulierten Mails, Posts oder Abfragen zu Fachthemen reichen. Wichtig ist aber immer die Endkontrolle durch den Experten“.

Foto: PHD Media Austria

Die Pädagogin ist Leiterin des Zentrums für Inklusiv- und Sonderpädagogik ASO in St. Pölten und seit bald zehn Jahren politisch aktiv. Sie ist überzeugt: Jede überstandene Krise macht uns stärker.

 

„Politik bedeutet für mich, für ein besseres Leben der Menschen zu kämpfen. Jeder muss ein eigenständiges und sinnerfülltes Leben führen können. Die Rahmenbedingungen dazu, muss die Politik schaffen. Das sehe ich als meine Aufgabe“, sagt Kathrin Schindele. Damit sie ihrer Aufgabe nachkommen könne, werde sie auch in Zukunft, so wie schon jetzt, das Gespräch mit den Bürgern suchen. Denn nur, wenn ich wisse, wo der Hut brenne, könne sie als Politikerin auch gezielt handeln und sich für die Bevölkerung einsetzen.

„Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass die gelebte Demokratie die Zukunft der Politik gestalten wird“, so die Lehrerin, für die Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Gerechtigkeit die Gebote der Stunde sind. Auf diese Triebkräfte müssten alle aktuell setzen, damit die schwierigen Situationen der Gegenwart gemeistert werden können. Denn die Zeiten seien überaus herausfordernd: „Die Teuerung hat Österreich fest im Griff. Mit immer stärker steigenden und anhaltenden hohen Preisen, steigt auch der finanzielle Druck auf die Menschen. Mehr oder weniger nachhaltige Anti-Teuerungsmaßnahmen werden deswegen auch beschlossen. Für mich besteht die größte Herausforderung zurzeit darin, Mitmenschen, die ihre Situation als völlig aussichtslos betrachten, wieder Mut zu machen.“ 

Verschiedene Sichtweisen und Meinungen

Speziell die geballte Ladung an Bad-News sorge seit geraumer Zeit für Verwirrung, Ängste und Frust. „Nach dem Konsumieren von Negativschlagzeilen nehme ich mir immer Zeit, um diese auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen und richtig einzuordnen. Vorschnell auf negative Nachrichten zu reagieren kann oft ein großer Fehler sein und deshalb suche ich auch regelmäßig den Austausch mit anderen Personen. Verschiedene Sichtweise und Meinungen helfen mir um mich zielgerichtet zu verhalten und treffsicher zu handeln“, sagt Schindele. Trotz der vielen Negativschlagzeilen, die zurzeit leider gehäuft auftreten, sei es sehr wichtig, dass man sich vor Augen halte, dass es nach wie vor Gutes auf dieser Welt gebe. „Wesentlich dabei ist auch zu akzeptieren, dass sich nicht alles ändern lässt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass uns jede bewältigte Krise stärker macht.“ 

Foto: Herbert Käfer

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