Barbara Komarek, NÖ Bahnen: Mit Volldampf in die Zukunft

Die Niederösterreich Bahnen-Geschäftsführerin Barbara Komarek spricht im ABW-Interview über das Geschäftsjahr 2020, Highlights des Sommers und warum Mut in Zeiten wie diesen besonders wichtig ist.

 

Wir alle sind in sämtlichen Lebensbereichen mit einer völlig neuen und bis März 2020 unvorstellbaren Situation konfrontiert worden“, sagt Barbara Komarek. Rasches, überlegtes und agiles Handeln sei das Gebot der Stunde gewesen – im beruflichen wie im privaten Bereich. Die Managerin weiß: Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in die Werte des Unternehmens und der gesamten Belegschaft ist Garant für das sichere Navigieren in diesen unsicheren Zeiten.

Urlaub in der Region boomte

Die Corona Kurzarbeit habe es dem Unternehmen ermöglicht, das Geschäftsjahr 2020 aus heutiger Sicht und in der Branche – Eisenbahn/Seilbahn/Tourismus – mit einem „blauen Auge“ zu überstehen. Und das, obwohl die Rückgänge schmerzlich waren: „Als kritische Infrastruktur Eisenbahn waren wir auch während des Lockdowns im öffentlichen Verkehr unterwegs. Die Fahrgastrückgänge in den Monaten März bis Mai betrugen in diesem Bereich bis zu 90 Prozent. Bei den touristischen Bahnen war der Saisonstart mit 4. Juli natürlich verspätet und der Totalausfall des Frühjahrs nicht mehr aufzuholen. Mit den Fahrgastzahlen im Sommer und Herbst sind wir angesichts der Platzkontingentierungen in unseren Zügen aber trotzdem zufrieden. Bei den Seilbahnen haben wir im Sommer einen regelrechten Ansturm erlebt: Der Urlaub zuhause in der Region und das Erlebnis vor der eigenen Haustüre waren besonders nachgefragt“, so Komarek

Kampf gegen die Mutlosigkeit

Und zu welchen Einsichten hat die Krise geführt? „Jederzeit auf Linie bleiben! Klare und rasche Entscheidungen treffen, stets klare und konsistente Kommunikation nach innen und nach außen und strategische Ziele weiterhin konsequent verfolgen“, sagt die Niederösterreich Bahnen Geschäftsführerin, deren größte Sorge derzeit ist, dass die Menschen die Zuversicht und den Optimismus verlieren, da ehrlicherweise heute niemand wisse, wann man Corona tatsächlich im Griff haben werden. Man müsse daher ankämpfen gegen die Mutlosigkeit und als Unternehmen immer aktiv und dynamisch bleiben, auch wenn derzeit vieles nicht oder nur in eingeschränkter Form möglich sei.

Heute von einer Zeit nach Corona zu sprechen, hält sie für den falschen Fokus. „Wir müssen Schritt für Schritt und Tag für Tag aktiv gestalten, die sich bietenden Chancen ergreifen und neue Möglichkeiten nutzen. Mit und ohne Corona. Meine Vorsätze für 2021: Mit Volldampf in die Zukunft!

Foto: NB_Monihart


Drucken   E-Mail