Führung in der Krise: So bleiben Sie auf Kurs

Viele Führungskräfte wirken in stabilen Zeiten souverän. Sie moderieren Meetings, erreichen Zielvorgaben und präsentieren sich mit Selbstbewusstsein. Doch diese Fassade gerät ins Wanken, wenn die Rahmenbedingungen ins Rutschen kommen. In der Krise trennt sich die echte Führung von der gepflegten Illusion. 

Die Welt verändert sich in atemberaubendem Tempo. Lieferketten reißen. Märkte verhalten sich unberechenbar. Gesellschaftliche Konflikte und politische Spannungen dringen tief in die Wirtschaft ein. Und genau in diesen Momenten offenbart sich die Qualität von Führung. Wer dann zaudert, verliert. Wer jedoch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn der Ausgang nicht sicher ist, wird zum Anker im Sturm.

 

„Wer Angst vor Fehlern hat, trifft keine Entscheidungen.“

 

Krisen stellen keine Ausnahme dar. Sie sind längst Teil des unternehmerischen Alltags. Das verlangt von Führungskräften mehr als operative Stärke. Es braucht innere Klarheit. Die Fähigkeit, auch unter Druck den Kurs zu halten. Den Mut, Entscheidungen zu treffen, die nicht allen gefallen, aber notwendig sind.

Den Überblick behalten

Führung in der Krise ist nicht die Stunde der Lauten. Es ist die Zeit der Klaren. Menschen, die sich selbst führen können, bevor sie andere führen. Menschen, die Konflikte nicht scheuen, sondern gestalten. Menschen, die zuhören können, ohne den Überblick zu verlieren.

In meiner Arbeit als Executive Interim Manager sehe ich Unternehmen von innen. Ich komme dann, wenn es brennt. Wenn Führung versagt hat oder nicht mehr greift. Und immer wieder zeigt sich: Es sind nicht fehlende Strukturen, die zum Problem werden. Es sind fehlende Haltungen. Führung wird oft mit Position verwechselt. Doch die beste Strategie nützt nichts, wenn sie nicht getragen wird. Wer führt, trägt Verantwortung. Und zwar nicht nur für das, was getan wird, sondern auch für das, was unterlassen wird. Das ist unbequem. Aber genau das macht Führung aus.

 

„Frauen, die in Verantwortung stehen, zeigen in schwierigen Momenten oft eine bemerkenswerte Klarheit.“

 

Besonders auffällig: Frauen, die in Verantwortung stehen, zeigen in solchen Momenten oft eine bemerkenswerte Klarheit. Sie führen integrativer, näher an den Menschen. Sie müssen sich nicht beweisen, sondern sie handeln. Sie sprechen weniger von Macht, aber zeigen mehr Wirkung. Das ist keine romantische Zuschreibung, sondern eine Beobachtung aus zahlreichen Projekten. Und ein Plädoyer dafür, mehr weibliche Führung in den Mittelpunkt zu stellen.

In Krisenzeiten zählt Substanz

Gute Führung beginnt nicht bei Prozessen, sondern bei der Person. Wer sich selbst nicht kennt, wird in der Krise zum Spielball. Wer seine Werte nicht reflektiert hat, weicht bei Gegenwind. Wer nur über Kontrolle führen kann, verliert in der Unsicherheit. Deshalb ist Selbstführung keine Privatangelegenheit, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor.

Frauen haben oft einen klareren Zugang zu dieser Form der Selbstführung. Vielleicht, weil sie seltener auf klassische Karrierewege vertrauen konnten und deshalb eigene Wege gehen mussten. Vielleicht, weil sie früh gelernt haben, mit Zweifeln und Zweiflern umzugehen, eigenen und fremden. Fakt ist: Frauen bringen in vielen Fällen mehr Substanz in die Führung ein. Nicht weil sie müssen, sondern weil sie es können.

In Krisenzeiten zählt genau das: Substanz. Kein Theater, kein Zögern, kein Delegieren von Verantwortung. Unternehmen brauchen Führungskräfte, die bereit sind, sich in den Sturm zu stellen. Die zuhören, aber entscheiden. Die analysieren, aber auch handeln. Die nicht nach Anerkennung streben, sondern nach Wirkung.

Eine zentrale Herausforderung dabei: die Angst vor Fehlern. Viele Führungskräfte blockieren sich selbst, weil sie glauben, sie dürften sich keine Schwäche leisten. Doch genau diese Haltung lähmt. Wer Angst vor Fehlern hat, trifft keine Entscheidungen. Wer nicht entscheidet, verliert an Führung. Dabei ist der Fehler nicht das Problem. Das Problem ist, nichts daraus zu machen.

Fehler sind nicht das Ende von Führung, sondern oft ihr Anfang. Wer sie offen anspricht, schafft Vertrauen. Wer sie gemeinsam analysiert, fördert Lernen. Und wer sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, zeigt Stärke. Frauen gehen mit Fehlern häufig reflektierter um. Sie suchen nicht nach Schuldigen, sondern nach Lösungen. Auch das ist ein Führungsstil, den wir heute dringend brauchen.

Vertrauen ist wichtig

Organisationen müssen deshalb mehr ermöglichen. Sie müssen eine Kultur fördern, in der Verantwortung nicht mit Status gleichgesetzt wird. In der jede und jeder Verantwortung übernehmen kann, unabhängig vom Titel. Denn Krisen lassen sich nicht allein von oben lösen. Sie brauchen Menschen auf allen Ebenen, die bereit sind, sich einzubringen.

Vertrauen ist dabei der Schlüssel. Es lässt sich nicht befehlen. Es muss gelebt werden. Wer Vertrauen schenkt, bekommt Verantwortung zurück. Wer Verantwortung ermöglicht, bekommt Engagement. Wer Engagement ernst nimmt, bekommt Loyalität. Und genau diese Loyalität trägt in der Krise.

Führung braucht echte Menschen

Unternehmen, die das verstanden haben, fördern eine neue Art von Führung. Sie investieren nicht nur in Technologie, sondern in Haltung. Sie messen Erfolg nicht nur an Zahlen, sondern an Stabilität. Und sie setzen nicht auf Führung als Dekoration, sondern als Entscheidung.

Was dabei oft vergessen wird: Führung ist kein Selbstzweck. Sie ist Mittel zum Zweck. Sie soll Orientierung geben, Zusammenhalt stiften und Zukunft gestalten. Dafür braucht es nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Klarheit. Nicht mehr Druck, sondern mehr Dialog. Nicht mehr Statussymbole, sondern mehr Sinn.

In diesem Sinn: Führung in der Krise heißt, präsent zu sein. Nicht laut, aber deutlich. Nicht perfekt, aber mutig. Nicht angepasst, aber anschlussfähig. Es heißt, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es unbequem ist. Es heißt, Haltung zu zeigen, auch wenn es Gegenwind gibt. Und es heißt, Mensch zu bleiben, gerade dann, wenn die Zahlen dominieren.

Frauen bringen dafür heute viele Stärken mit. Es wird Zeit, dass wir diese Stärken nicht nur anerkennen, sondern systematisch nutzen. Führung braucht jetzt keinen neuen Stil, sondern echte Menschen. Und sie braucht den Mut, vertraute Pfade zu verlassen. Denn wer in der Krise stehen bleibt, wird überholt. Wer aber klar bleibt, inspiriert andere, mitzugehen. Das ist Führung. Und sie beginnt genau jetzt.

Zum Autor

Hartwig Görtler ist ein international erfahrener Executive Interim Manager mit über 30 Jahren Berufserfahrung, spezialisiert auf Turnaround, Restrukturierung und Wachstum im Mittelstand. Seine Zeit als Offizier der Fallschirmjägertruppe und als Leistungssportler prägte seinen klaren, direkten Führungsstil: schnelles Erfassen, strategisches Handeln und kompromisslose Umsetzung. Als passionierter Jäger und Falkner setzt er sich aktiv für Artenvielfalt ein und wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet. BVMid Top Interim Manager 2024, Mitglied im Wirtschaftsbeirat Bayern und Experte im Club AMERITUM.

Foto: Shutterstock/Gorodenkoff

PR-Expertin verstärkt das Team von UNOS

Am 1. August 2025 übernahm Lena Nagl die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation bei UNOS – Unternehmerisches Österreich. Sie folgt in dieser Funktion auf Sissi Eigruber, die die Kommunikation der UNOS in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hat und sich nun neuen beruflichen Herausforderungen widmet. 

Lena Nagl bringt über zehn Jahre Erfahrung in Kommunikation, PR und Medienarbeit mit. Bereits während ihres Studiums der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften sammelte sie Erfahrungen im Journalismus und in der PR. Beruflich war sie in verschiedenen Kommunikationsfunktionen tätig – unter anderem bei CEWE, Nestlé Österreich, parcelLab und der Swatch Group (Österreich) – und verantwortete dabei Projekte in der internen und externen Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit sowie im Marketing und Kampagnenmanagement. 

In ihrer neuen Funktion bei UNOS wird Lena Nagl für die strategische Kommunikationsausrichtung, Medienarbeit sowie den weiteren Ausbau der Sichtbarkeit von UNOS in der Öffentlichkeit zuständig sein. Ihr Ziel ist es, liberale Wirtschaftspolitik klar, verständlich und zielgerichtet zu kommunizieren und die Anliegen von Unternehmerinnen und Unternehmern noch stärker in den Fokus zu rücken. 

„Ich freue mich sehr, meine Erfahrung und Leidenschaft für Kommunikation bei UNOS einzubringen und gemeinsam für eine starke, unternehmerfreundliche Zukunft zu arbeiten“, so Lena Nagl.

Foto: UNOS/Lena Nagl

Das Comeback der Wiener Schuhmacher

„In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit zunehmend zum Kaufargument wird, erlebt das Wiener Schuhmacher-Handwerk eine stille Renaissance“, sagt Mirko Snajdr, Landesinnungsmeister der Wiener Schuhmacher. Zwar ist die Zahl der Schuhmacherbetriebe in Wien (laut Wirtschaftskammer) in den letzten zehn Jahren von 205 auf 181 leicht rückläufig. Doch gleichzeitig zeichnet sich ein neuer Trend ab: Reparieren statt Wegwerfen.

Gerade bei hochwertigem Schuhwerk gilt’s: Immer öfter wird in Wien zur Reparatur statt zum Neukauf gegriffen. Die Zahl der Reparaturbetriebe ist laut Statistik in zehn Jahren nur leicht von 130 auf 115 zurückgegangen – ein Zeichen, dass das Geschäft trotz Digitalisierung und Schnelllebigkeit stabil geblieben ist.

Neue Sohlen, neue Absätze – statt mehrere hundert Euro für ein neues Paar Schuhe bevorzugen viele Wiener eine Reparatur. Möglich gemacht wird das auch durch Initiativen wie den Reparaturbonus, der die Wiederverwendung weiter fördert. Dieser soll im Dezember erneut aufgelegt werden.

Wiener Schuhmacher-Handwerk genießt internationales Ansehen

Auch traditionell genießt das exzellente Wiener Schuhmacher-Handwerk internationales Ansehen: Besonders orthopädische Schuhmacher aus Wien sind weltweit gefragt   - Diplomaten, Botschafter und internationale Spitzenbeamte, sie alle kommen gerne nach Wien, um Maßschuhe anfertigen zu lassen. Mirko Snajdr: „Maßschuhe gelten als Ausdruck echten, handgemachten Luxus' – getragen wird dabei nicht nur ein Unikat, sondern ein Stück Wiener Handwerksgeschichte.“ Rund 60 Stunden Handarbeit stecken in einem Paar Maßschuhe, 40 Stunden für jedes Folgepaar. Die Wartezeit beträgt rund drei Monate – ein zeitlicher Luxus, der mit echter Wertigkeit belohnt wird.

„Das Comeback der Wiener Schuhmacher ist nicht nur ein Zeichen für die Wertschätzung alter Handwerkskunst, sondern auch für ein neues Konsumbewusstsein: lokal, nachhaltig, individuell – und mit internationalem Flair“, schließt Mirko Snajdr. 

Foto: Anna Trummer

Brauerei Fohrenburg: Eigentümerstruktur neu geordnet

Die Brauerei Fohrenburg in Bludenz ist ab sofort zu 99,39% Teil der Brau Union AG. Es bleiben dann noch 0,61% der Aktien in Streubesitz. Die Vorarlberger Familie Rauch, die seit den 1990er Jahren Anteile an der Traditionsbrauerei hielt, und die Brau Union AG haben die Eigentümerstruktur neu geordnet.

Damit hält die Brau Union AG nun 99,39% Anteile und stärkt den Standort als Teil ihres Netzwerks regionaler Brauereien. Bereits 2019 hatte Rauch mit 74,40% Aktien die Mehrheit an der Brauerei Fohrenburg an die Brau Union AG abgegeben. Seitdem wurde der Standort Bludenz kontinuierlich ausgebaut und auf Erfolgskurs gebracht.

Rauch: Gesicherte Zukunft für die Brauerei Fohrenburg

„Für uns als Vorarlberger war es immer das Wichtigste, dass die Brauerei Fohrenburg auch in Zukunft erfolgreich ist“, betont Jürgen Rauch, CEO von Rauch Fruchtsäfte. „Mit der neuen Eigentümerstruktur ist dies optimal gewährleistet.“

Brau Union AG: Ein Schmuckstück im Portfolio regionaler Brauereien

Auch die Brau Union AG unterstreicht die Bedeutung des Standortes Bludenz für das Unternehmen. „Mit der Brauerei Fohrenburg haben wir ein echtes Schmuckstück in unserem Portfolio regionaler Brauereien“, sagt Hans Böhm, Vorstandsvorsitzender der Brau Union AG.

„Wir vereinen viele stolze Brauereien unter einem Dach und sichern so die regionale Vielfalt in Österreich. In Bludenz haben wir in den letzten Jahren kräftig investiert – unter anderem in eine neue, hochmoderne Flaschenabfüllanlage, neue Verpackungsmaschinen, eine neue Logistikhalle und ein modernes Fuhrparkmanagement. Damit schaffen wir attraktive Arbeitsplätze, generieren Wertschöpfung in der Region und stellen sicher, dass die Brauerei Fohrenburg auch in Zukunft eine wichtige Rolle als Arbeitgeber und Innovationsstandort spielt.

Brauerei Fohrenburg: Auf Erfolgskurs in Bludenz

Wolfgang Sila, Vorstand der Brauerei Fohrenburg, blickt mit Stolz auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Die Brauerei Fohrenburg ist heute hervorragend aufgestellt. Wir haben in der Brauerei die höchste Produktivität unserer Geschichte erreicht, unsere Auslastung ist auf Rekordniveau und wir verfügen über modernste Anlagen. Das ist das Ergebnis einer großartigen Teamleistung und der starken Partnerschaft mit der Brau Union AG.“

Ein starkes Zeichen für die Region

Die Brauerei Fohrenburg bleibt damit als wichtiger Teil der österreichischen Brauwelt erhalten und steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit regionaler und nationaler Kräfte.

Foto: Philipp Steurer

Aspern Seestad: Neue Vorständin

Mit 1. September 2025 wird das Führungsteam der Seestädter Entwicklungsgesellschaft neu aufgestellt: Immobilienexpertin Sabine Müller, zuletzt Chief Innovation und Marketing Officer der value one holding GmbH, übernimmt die Vorstandsagenden von Gerhard Schuster, der mit Oktober seinen Ruhestand antritt. Gemeinsam mit Robert Grüneis, seit Jänner 2023 Teil des Vorstandsteams, wird Müller die Weiterentwicklung des neuen Wiener Stadtteils lenken.

Sabine Müller bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Immobilienwirtschaft und in nachhaltiger Stadtentwicklung mit. Bei value one – einem führenden privaten Immobilien- und Quartiersentwickler – war sie seit 2005 in leitenden Positionen tätig und verantwortete dort unter anderem richtungsweisende Projekte wie das vielfach ausgezeichnete Stadtentwicklungsquartier Viertel Zwei. Sie gilt als Expertin für innovative Nutzungskonzepte, strategische Kommunikation und nachhaltige Quartiersentwicklung.

Zusätzlich zu ihrem Engagement als Vorstandsmitglied des österreichischen Verbands der gewerblichen Immobilienprojektentwickler VÖPE ist sie sowohl bei der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ehrenamtlich tätig als auch Mitglied im Circular Economy Forum Austria.

„Die Seestadt ist eines der spannendsten urbanen Zukunftsprojekte Europas – mit dem Potenzial, Maßstäbe in Sachen Innovation, Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu setzen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem engagierten Team der Wien 3420 und den vielen Partner*innen vor Ort die nächste Entwicklungsphase aktiv mitzugestalten“, so Sabine Müller.

In ihrer neuen Funktion steuert Müller die Bereiche Vertrieb, Marketing & Kommunikation, Personal, Finanzen und Recht der Wien 3420. Ihr Vorstandskollege Robert Grüneis zeichnet für Produktentwicklung, Liegenschaftsverwaltung, Infrastruktur und Beteiligungen sowie das Stadtteilmanagement verantwortlich.

Seestadt steckt sich weiterhin große Ziele

„aspern Seestadt ist heute etwa zur Hälfte realisiert. In den kommenden Jahren werden wir die nachhaltige Stadtentwicklung im Urban Lab der Smart City Wien weiter vorantreiben. Dabei stehen wir vor Herausforderungen wie dem rasanten Klimawandel oder Umwälzungen in der Wirtschaft. Umso mehr freut es mich, dass wir mit Sabine Müller eine gleichermaßen erfahrene wie innovationsaffine Managerin gewinnen konnten“, so Gerhard Hirczi, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wien 3420, nach der Entscheidung des Gremiums. Gleichzeitig bedankt sich Hirczi beim scheidenden Vorstandssprecher für mehr als zehn Jahre erfolgreicher Führung: „In der Funktionsperiode von Gerhard Schuster hat sich die Seestadt von der Hoffnungsträgerin zum international renommierten Vorzeigeprojekt entwickelt.“

Ein ambitioniertes Arbeitsprogramm und beste Voraussetzungen sieht Wien 3420-Vorstand Robert Grüneis: „Wir haben uns sehr ehrgeizige Ziele für die weitere Entwicklung der Seestadt gesteckt und stoßen gerade Prozesse und Projekte an, die weit über die Grenzen des Stadtteils hinaus wirken und auch strahlen werden. Ich freue mich daher besonders, unsere Vorhaben gemeinsam mit einer ausgewiesenen Expertin in Standortentwicklung umsetzen zu können und heiße Sabine Müller im Namen des Teams herzlich willkommen.“ 

Seinem Vorstandkollegen Gerhard Schuster dankt Grüneis für die hervorragende Zusammenarbeit: „Nachdem ich in den letzten Jahren von seiner umfassender Projektkenntnis profitieren konnte, werden wir in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Kolleg*innen in der Wien 3420, dem Aufsichtsrat und unseren Partner*innen intensiv an der Übergabe seiner Agenden an Sabine Müller arbeiten.“

Foto: value one

Marketing heute: Geschichten, die Vertrauen schaffen.

Die aktuelle Ausgabe von Austrian Business Woman beleuchtet ein Thema, das Unternehmen heute stärker prägt denn je: Marketing und Kommunikation.

In Zeiten, in denen Märkte härter umkämpft und Zielgruppen zersplittert sind, genügt es nicht mehr, Botschaften einfach nur zu verbreiten. Sie müssen präzise inszeniert und emotional aufgeladen sein, um überhaupt noch Gehör zu finden. Marken verkaufen keine Produkte mehr, sondern Geschichten, die Vertrauen schaffen oder enttäuschen. Die Wachstum fördern oder bremsen können. Entscheidend für den Erfolg von Kampagnen sind aber immer noch Menschen, die spüren, wann eine Botschaft tatsächlich wirkt und welche Impulse notwendig sind, um sie nachhaltig zu verankern.

Unser ABW-Cover greift diese Dynamik auf: Leonardo da Vincis Salvator Mundi, neu interpretiert. Nicht der Erlöser der Renaissance, sondern eine Frau hält die gläserne Kugel, in der sich Logos globaler Marken spiegeln – McDonald’s, Nike und andere Symbole wirtschaftlicher Macht. Ein Motiv, das fast sakral wirkt und zugleich die wachsende Bedeutung des Marketings unterstreicht, das heute nicht selten wie ein modernes Heilsversprechen erscheint.

Künstliche Intelligenz treibt diese faszinierende aber auch unheimliche Entwicklung voran. Algorithmen kennen unsere Vorlieben oft genauer, als uns lieb ist. Sie sammeln Daten, erstellen präzise Vorhersagen und erzeugen damit eine neue Form von Erwartung. Doch letztlich sind wir alle es, die diese Instrumente verantwortungsvoll einsetzen sollten, Fragen stellen und bereit sein müssen, bestehende Muster zu hinterfragen. Das ist entscheidend, denn viel steht auf dem Spiel.

In einer Welt voller Unsicherheiten möchten Kunden vor allem verstehen, wofür ein Unternehmen tatsächlich steht. Haltung hat direkten Einfluss auf wirtschaftliche Stabilität. Vertrauen entscheidet darüber, ob ein Markt langfristig tragfähig bleibt oder einbricht. Wer diese Grundlagen leichtfertig verspielt, riskiert weit mehr als Zahlen in einer Bilanz.

Für diese Austrian Business Woman Ausgabe haben wir uns mit Expertinnen ausgetauscht, die genau an dieser Schnittstelle wirken. Sie sprechen über Projekte, die hohe Ansprüche stellen und über Situationen, in denen mutige Entscheidung den Ausschlag geben haben. Ihre Einblicke und Erfahrungen machen deutlich: Marketing ist weit mehr als schmückendes Beiwerk, es ist ein zentraler Hebel für unternehmerische Steuerung und Zukunftsfähigkeit. Entdecken Sie in der aktuellen ABW-Ausgabe Beispiele, die zeigen, wie Kommunikation Marken trägt, Märkte beeinflusst und Unternehmen in eine stabile Zukunft führt. Und lesen Sie, was nötig ist, damit Marketing nicht nur kurzfristig überzeugt, sondern dauerhaft Substanz schafft.

Frauenstiftung Steyr gewinnt Landespreis 2025

Die Frauenstiftung wurde mit dem vom Ausbildungsfonds der Arbeiterkammer Oberösterreich geförderten Projekt „Tech Girls Change“ mit dem 1. Preis des OÖ Landespreises 2025 „Starke Frauen. Starkes Land.“ in der Kategorie Verein/Organisation/Gemeinde ausgezeichnet. 

Das Projekt „Tech Girls Change“ stärkt weibliche Lehrlinge in technischen Berufen und verbessert genderspezifische Rahmenbedingungen in den Ausbildungsbetrieben. In praxisnahen Workshops werden Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenz gestärkt, Verbesserungsvorschläge erarbeitet und an die Ausbildungsbetriebe transferiert. In Follow-up Workshops werden umgesetzte Maßnahmen evaluiert und nächste Schritte geplant. Abschließend erfolgt eine Zertifizierung für gendergerechte Ausbildungsstandards der teilnehmenden Unternehmen. 

„Wir sind unglaublich stolz auf diese Auszeichnung. Sie zeigt, dass gezielte Investitionen in junge Frauen nicht nur deren persönliche Entwicklung fördern, sondern auch die Betriebe und letztlich unsere Gesellschaft stärken,“ sagt Klaudia Burtscher, Geschäftsführerin der Frauenstiftung Steyr.

„Viele junge Frauen erleben in technischen Berufen noch immer stereotype Zuschreibungen oder ungleiche Behandlung. Mit ‚Tech Girls Change‘ schaffen wir Räume, in denen sie gestärkt werden und aktiv an Veränderungen in ihren Betrieben mitwirken können,“ erläutert Michaela Freimüller, Projektleiterin von Tech Girls Change.

Der vom Land Oberösterreich vergebene Landespreis „Starke Frauen. Starkes Land.“ würdigt Projekte, die die einen nachhaltigen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern leisten und Frauen in ihrer Selbstbestimmung stärken.

Gefördert wird „Tech Girls Change“ vom Ausbildungsfonds der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Kooperationspartner:innen sind das TIC Steyr mit dem Netzwerk Zukunftsregion Steyr, der Verein FAZAT Steyr sowie als strategische Partner:in der ÖGB Steyr. Mit dem Projekt „Tech Girls Change“ setzen die Kooperationspartner:innen ein starkes Zeichen für Chancengleichheit und Innovation in der Arbeitswelt. Die Auszeichnung mit dem OÖ Landespreis zeigt, wie wichtig es ist, Frauen gezielt für technische Berufe zu fördern.

„Gemeinsam mit engagierten Steyrer Betrieben konnten wir dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für Frauen in der Technik nachhaltig zu verbessern. Die Zukunftsregion Steyr agiert dabei als entscheidende Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Projektpartnern“, erläutert Zukunftsregions-Chefin Daniela Zeiner und hebt hervor: „Dieses Projekt beweist eindrucksvoll, dass regionale Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg echte Veränderung bewirken kann.“ Das Projekt gilt als Vorzeigebeispiel für gelungene Zusammenarbeit zwischen Bildungsinitiativen, Interessenvertretungen und Wirtschaft.

Foto: Mathias Lauringer | soulspacestudios.at

Top-Managerinnen wegen Wirtschaftskrise unter Druck

Der Zukunft.Frauen Alumnae Club (ZFAC) führt quartalsweise eine Umfrage unter seinen rund 400 Mitgliedern durch, um ein aktuelles Stimmungsbild einzufangen. Die Auswertung für das zweite Quartal macht deutlich, dass der Druck auf Top-Managerinnen weiter zunimmt.

Während öffentlich oft über eine Arbeitszeitverkürzung debattiert wird, zeichnen die aktuellen Zahlen des ZFAC-Stimmungsbarometers ein anderes Bild – zumindest für Führungskräfte. In der aktuellen Erhebung unter den mehr als 400 ZFAC-Mitgliedern geben 89 % an, in Vollzeit tätig zu sein.

Zudem arbeiten 41 % häufig oder oft auch an Wochenenden. Das wachsende Arbeitspensum erklären 76 % der Befragten damit, dass der Druck in den vergangenen fünf Jahren „gestiegen bis stark gestiegen“ sei. Ursachen sehen die Managerinnen vor allem in der steigenden Geschwindigkeit und den immer anspruchsvolleren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Homeoffice spielt im Arbeitsalltag der Führungskräfte nur eine geringe Rolle: 42 % arbeiten selten von zuhause aus, 38 % höchstens ein bis zwei Tage pro Woche remote. Trotz des zunehmenden Drucks gelingt es vielen dennoch, in der Freizeit abzuschalten.

So geben 38 % an, „im Großen und Ganzen ganz gut abschalten“ zu können, weitere 27 % schaffen es immerhin „mit kleinen Einschränkungen“. Um neue Energie zu tanken, setzen 70 % auf Sport, Bewegung und Natur, fast 60 % schöpfen Kraft aus ihrem sozialen Umfeld. Als größten Energieräuber nennen 45 % rechtliche und regulatorische Anforderungen.

Digitale Kompetenz bleibt entscheidend
Gefragt nach den wichtigsten Management-Skills für die Zukunft, nennen 72 % der ZFAC-Mitglieder die Digitale Kompetenz an erster Stelle. 46 % halten Strategische Führung für essenziell, 37 % legen Wert auf Analyse- und Problemlösungsfähigkeiten.

Knapp ein Viertel der österreichischen Geschäftsführerinnen setzt bereits KI ein und nutzt sie als Sparringspartnerin für neue Ideen und Visionen. Bei den Führungskompetenzen rangieren Kommunikationsfähigkeiten mit 60 % ganz oben, gefolgt von Empowerment Leadership, das 40 % als zentral ansehen.

Foto: Himmelhoch/Sattlegger

Ab Herbst neu in der KELAG Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat der Kelag hat DI Andrea Domberger MBA mit Wirkung 1. Oktober 2025 zur Geschäftsführerin der Kelag Energie & Wärme bestellt. Andrea Domberger ist Absolventin der TU Wien und hat in mehreren Industrieunternehmen in leitenden technischen Funktionen gearbeitet, bei Mondi Business Paper, beim Autozulieferer Zizala und bei Mayer & Co. Fenster- und Türenbeschläge.

Bei der Miba Gleitlager Austria, einem Lieferanten für zentrale Anwendungen für die Energieerzeugungskette, ist sie als Geschäftsführerin tätig gewesen. Andrea Domberger bringt umfassende Erfahrungen aus der Industrie und eine generalistische Kompetenz im Bereich der strategischen Transformation von Unternehmen mit.

„Mit der Bestellung von Andrea Domberger verstärken wir die Geschäftsführung des Tochterunternehmens der Kelag“, sagt Reinhard Draxler, Mitglied des Vorstandes der Kelag. Andrea Domberger wird das Unternehmen gemeinsam mit Adolf Melcher, dem Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Christoph Herzeg leiten. „Diese Verstärkung erfolgt im Sinne der langfristigen Nachfolgeplanung und ist notwendig, um das geplante Investitionsprogramm umzusetzen und die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen“, erklärt Draxler.“

Die Kelag Energie & Wärme setzt gegenwärtig und in den nächsten Jahren ein umfassendes Investitionsprogramm um. Zu den großen Projekten gehören der soeben begonnene Bau der Biomasse-Fernwärme in Lustenau, der Bau des Biomasseheizwerkes für die Kärntnermilch in Spittal an der Drau, Fernwärmeprojekte im Glemmtal in Salzburg und in Zell am See und der nun vom Aufsichtsrat genehmigte Erwerb des Fernwärmesystems in der oberösterreichischen Bezirksstadt Rohrbach. „Eine weitere Herausforderung der Kelag Energie & Wärme ist die Umstellung hunderter Heizzentralen von fossiler Energie auf erneuerbare Energie“, erläutert Draxler.

Die Kelag Energie & Wärme ist der größte österreichweit tätige Anbieter von Fernwärme auf der Basis von industrieller Abwärme und Biomasse in Österreich. Das Unternehmen mit Sitz in Villach betreibt 85 Fernwärmenetze und rund 900 Heizzentralen in allen österreichischen Bundesländern und verkauft pro Jahr rund zwei Milliarden Kilowattstunden Wärme.

Foto: Andrea Domberger

Gewerkschaft und Fachverband fordern Standortstärkung

Der Wirtschaftsstandort Österreich steht nach zwei Jahren der Rezession weiterhin vor großen Herausforderungen. Die heimische Industrie kämpft mit sinkenden Auftragseingängen, hohen Energiekosten und damit verbunden dem Abbau von Arbeitsplätzen. Um den Standort wieder attraktiv und wettbewerbsfähig zu gestalten, braucht es laut Sozialpartnern der heimischen Elektro- und Elektronikindustrie ein Forcieren der industriellen Stärken im Land. Dazu müssen Zukunftssektoren identifiziert und Schlüsseltechnologien gefördert werden.

Umfassende Industriestrategie in Arbeit
Die Sozialpartner begrüßen die im aktuellen Regierungsprogramm in Aussicht gestellte umfassende Industriestrategie und sind erfreut, dass die Umsetzung zügig in Angriff genommen wird. „Unsere Unternehmen benötigen Stabilität, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Maßnahmen, die nachhaltige Entlastungen ermöglichen, sind unter anderem eine deutliche Reduktion der Bürokratie, ein Fokus auf Produkte „made in Europe“ und das Einführen eines Bestbieterprinzips, um die strategische Autonomie zu stärken und Abhängigkeiten zu reduzieren“, sagt Wolfgang Hesoun, Obmann des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie.

„Es geht uns um klare Strategien und Förderungen für die heimische Industrie, mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, die Produktivität zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen“, so Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE. 

Fokus auf Schlüsselsektoren
Als Beispiele dafür nennt er die Halbleiterproduktion, die heimische Bahnindustrie und die Recyclingwirtschaft. Ihr hohes Innovationspotenzial sei nicht nur für die künftige Wettbewerbsfähigkeit mitentscheidend, sondern trage auch maßgeblich zur Erreichung der Klimaziele bei. Neben der Stärkung des Standorts ist die Sicherung kritischer Infrastrukturen, etwa durch Innovationen im Bereich der Cybersecurity sowie den Aufbau technologischer Souveränität, ein zentrales Anliegen der EEI in Österreich. „Angesichts globaler Abhängigkeiten, insbesondere in der Mikroelektronik, sind gezielte Investitionen in heimische Schlüsseltechnologien unerlässlich, um Innovationskraft, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern“, sagt Hesoun. 

Fachkräfte gewinnen
Für die Sozialpartner ist in diesem Zusammenhang die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften ein zentraler Baustein, damit Österreichs Industrie auch in Zukunft erfolgreich sein kann. „Wir sind uns einig, dass die Stärkung des Wirtschaftsstandorts nur mit qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gelingt. Sie sind der Schlüssel für die Transformation und verantwortlich für unsere Innovationskraft“, betont Reinhold Binder.

„Für die heimische Elektro- und Elektronikindustrie sind gut qualifizierte Fachkräfte unverzichtbar. Der FEEI hat mit der Gründung der Fachhochschule Technikum Wien, die letztes Jahr ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert hat, die einzige rein technische Fachhochschule Österreichs ins Leben gerufen. Das sehr breite und praxisnahe Studienangebot wird kontinuierlich an die Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes angepasst“, erläutert Hesoun. Um auch Jugendliche für Technik zu begeistern, bespielt der Fachverband – gemeinsam mit Branchenpartnern – bereits seit 2023 zielgruppenspezifische Kanäle mit der Nachwuchskräftekampagne #JoinTheFuture.

Energiezukunft gestalten
Handlungsbedarf herrsche bei den Energiekosten, hier sollten aus Sicht der Sozialpartner Investitionsschwerpunkte gesetzt werden. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien und beim Umbau von Energienetzen müsse aber auf eine sozial- und wirtschaftsverträgliche Kostenverteilung geachtet werden. „Energiepreise betreffen jede und jeden. Die Versorgungssicherheit und Leistbarkeit sind daher nicht nur Themen für den Industriestandort, sondern sind für alle österreichischen Haushalte von Bedeutung“, sagt Binder. Gewerkschaft und Fachverband erwarten sich hier politische Weichenstellungen, die unter anderem eine Reform des Merit-Order-Systems und die Möglichkeit von Preisbegrenzungen beinhalten, um eine nächste Energiepreiskrise zu verhindern.

Foto: APA-Fotoservice/FEEI/Schneider

Wittgenstein-Preis für ÖAW-Forscherin

Elly Tanaka erhält den mit 1,9 Millionen Euro dotierten Wittgenstein-Preis des Wissenschaftsfonds FWF. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gratuliert Elly Tanaka, die seit 2024 das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW leitet. Die Biochemikerin erhält den Preis für ihre Forschungsarbeit im Bereich der Regenerationsforschung, in deren Zentrum ein kleines aber zugleich spektakuläres Tierchen steht: der Axolotl.

Die im Wasser lebenden Schwanzlurche können verlorene Körperteile wie Gliedmaßen oder sogar Teile des Rückenmarks vollständig nachbilden. Damit helfen sie der Forschung von Tanaka grundlegende Fragen zur Selbstheilung des Körpers zu beantworten und liefern wegweisende Impulse für die moderne Biomedizin.

Ebenfalls ausgezeichnet werden Silvia Ramundo vom Gregor Mendel Institut der ÖAW, die vom FWF mit einem ASTRA-Preis geehrt wird, sowie die Demographin Kateryna Golovina, die einen Merit Award erhält.

Meisterin der Regenerationsbiologie

Elly Tanaka zählt heute zu den führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Regenerationsbiologie und hat mit ihren Arbeiten Kolleg:innen weltweit inspiriert. Die Jury des FWF ehrt sie für ihre „bahnbrechenden Beiträge zum Verständnis der Geweberegeneration“. Ihre Forschung habe das Feld „grundlegend verändert“, ihre Befunde sind von „großer Bedeutung für zukünftige Anwendungen in der regenerativen Medizin“.

Tanaka sagt: „Der Wittgenstein-Preis des FWF würdigt die Anstrengungen vieler Mitglieder meines Labors in der Vergangenheit und beflügelt unsere zukünftigen Ambitionen. Die Auszeichnung fällt in eine aufregende Phase der Regenerationsforschung, in der neue Entdeckungen unser Verständnis von Gewebereparatur und -plastizität rasch wandeln. Der Preis wird es mir ermöglichen, in die nächste Generation von Wissenschaftler:innen zu investieren und jungen Forschenden im Labor den nötigen Freiraum und die Ressourcen zu geben, um herauszufinden, wie Erkenntnisse vom Axolotl auf Säugetiersysteme übertragen werden können.“

„Der Wittgenstein-Preis für Elly Tanaka ist hochverdient“, erklärt ÖAW-Präsident Heinz Faßmann. „Tanaka ist eine exzellente Wissenschaftlerin und eine Pionierin der Regenerationsbiologie. Ihre Forschung an den Axolotl macht sie durch ihre anschaulichen Erklärungen und das ansprechende Forschungsobjekt auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften konnte Tanaka voriges Jahr als Direktorin des ÖAW-Instituts für Molekulare Biologie gewinnen. Ich gratuliere ihr sehr herzlich zu der Auszeichnung und bin gespannt, wohin uns ihre Erkenntnisse noch führen werden.“

Ulrike Diebold, Vizepräsidentin der ÖAW, ergänzt: „Elly Tanaka ist eine der innovativsten Wissenschaftlerinnen unserer Zeit. Sie hat bahnbrechende Entdeckungen gemacht, die ihrem Forschungsfeld, der Regenerationsbiologie, neue Dimensionen eröffneten. Ich freue mich, dass wir Elly Tanaka vergangenes Jahr als Direktorin des IMBA an die ÖAW holen konnten und gratuliere ihr sehr herzlich zum hochverdienten Preis.“

Von Harvard nach Wien

Die in den USA geborenen Elly Tanaka studierte Biochemie an der Harvard University und promovierte an der University of California, San Francisco. Während ihres Postdocs am University College London entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Regenerationsforschung – ein Thema, das sie bis heute prägt.

1999 gründete sie ihr eigenes Labor am Max-Planck-Institut in Dresden, übernahm später eine Professur und die Leitung des Zentrums für Regenerative Therapien (CRTD). 2016 wechselte sie ans Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und ist seit 2024 Wissenschaftliche Direktorin des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW.

Für ihre herausragende Forschung wurde Tanaka vielfach ausgezeichnet, u. a. mit einem ERC Advanced und Synergy Grant, dem Schrödinger-Preis der ÖAW sowie der Aufnahme in EMBO, Leopoldina, ÖAW und die US National Academy of Sciences. Aktuell leitet die Biochemikerin das FWF-Projekt „Regenerative Strategien zur Herzreparatur“. Zuletzt konnte sie im Mai 2025 mit ihrem Team im Fachjournal „Nature“ einen wissenschaftlichen Durchbruch publizieren, der mit dem Positionscode für nachwachsende Gliedmaßen im Genom zu tun hat. Das IMBA, an dem Tanaka als Direktorin tätig ist, ist das größte Institut der ÖAW. Dreizehn Forschungsgruppen arbeiten dort daran verschiedenste molekulare Prozesse in Zellen zu entschlüsseln – um mit Grundlagenforschung die Therapie von Krankheiten voranzutreiben.

Foto: Johannes Hloch

Neue Marketingleiterin für Gewista

Der Außenwerber Gewista hat mit Bettina Schuckert eine erfahrene Marketingleiterin gewonnen. Die Wienerin bringt über zwanzig Jahre Führungserfahrung aus nationalen und internationalen Konzernen mit. Zuletzt war sie CEO von Dentsu Austria, wo sie ein Team von 200 Mitarbeitenden leitete und besonders die Bereiche New Business und Wachstum forcierte.

Davor verantwortete sie das Marketing und die Kommunikation bei der Kika/Leiner-Gruppe sowie das strategische Marketing bei Penny Österreich. Bei Gewista, dem führenden Anbieter für Out-of-Home-Werbung in Österreich, soll Schuckert ihre Expertise künftig einbringen, um die Marktposition weiter zu stärken. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sie sich im Werberat, ist Präsidentin des Effie-Boards der IAA Austria und gilt als bestens vernetzt in der heimischen Kommunikationsszene. 

Foto: Digitalsports Fotografie

Personal-Intensivwoche der Bundespolizei

Die Kraftanstrengung Personalaufnahme setzt sich bei der Bundespolizei auch in diesem Sommer fort. Seit Anfang Juli 2025 gab es in verschiedenen Bundesländern Ausmusterungen und Angelobungen Hunderter Inspektorinnen und Inspektoren sowie neu aufgenommener Aspirantinnen und Aspiranten.

Zusätzlich beendeten mehrere Hundert neue Dienstführende ihre sechsmonatige Zusatzausbildung und unterstützen ab sofort den essenziellen Mittelbau in der Kommando- und Entscheidungsstruktur, sowohl im uniformierten Wachkörper als auch im Kriminaldienst und im Staatsschutz. 

Die Zielvorgabe ist klar: Jede freigewordene Stelle (hauptsächlich wegen Ruheständen) wird schnellstmöglich nachbesetzt, weil so das Allzeithoch im Personalstand der Polizei (über 32.000) gehalten werden kann. Da in fast allen Bundesländern der Personalstand gedeckt ist (teilweise sogar übererfüllt), ist diese Zielvorgabe auch realistisch umsetzbar. In Wien und Vorarlberg werden auch weiterhin zusätzliche Turnusse eingeleitet, um die hohen Abgänge durch Ruhestände auch mittelfristig kompensieren zu können. 

Intensiv-Woche für Ausmusterungen

Der Wesenskern der Sicherheitsexekutive sind die Polizistinnen und Polizisten, die tagtäglich für die innere Sicherheit einschreiten und der Bevölkerung zur Seite stehen. Sie sind das tragende Fundament einer friedlichen und sicheren Gesellschaft und der Grund, warum sich Österreich das weltweit sicherste Land nennen darf (ausgenommen dreier Inselstaaten, siehe „Global Peace Index“). Für das Innenministerium ist deshalb – trotz notwendiger Sparvorgaben – klar, dass die Reihen der Polizistinnen und Polizisten fortwährend gestärkt und die Polizeischulen dort, wo Bedarf besteht, jetzt und in Zukunft gut gefüllt werden müssen. 

Die vergangenen sieben Tage beweisen, dass dies auch weiterhin gelingt: Ende Juni 2025 begannen ca. 350 Aspirantinnen und Aspiranten mit der Grundausbildung für den Dienst in der Landespolizeidirektion Wien. Zusätzlich traten 152 fertige Inspektorinnen und Inspektoren sowie etwa 320 neu ernannte dienstführende Beamtinnen und Beamte ihren Dienst für die Polizei Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland an. 

In Salzburg schlossen 43 Polizistinnen und Polizisten mit Erfolg ihre Ausbildung zu dienstführenden Beamten ab. 

Auch in Vorarlberg gibt es seit Ende Juni zusätzliche Unterstützung, es beendeten 27 dienstführende Beamtinnen und Beamte ihre Zusatzausbildung in der Sicherheitsakademie.

Am 3. Juli stellte Kärnten 80 Polizistinnen und Polizisten, die die Polizeigrundausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, in den Dienst. Dazu kamen 42 neue Dienstführende. 

Am 4. Juli feierten schließlich in Tirol vier Polizei-Grundausbildungskurse mit 79 Polizistinnen und Polizisten und zwei Ausbildungskurse für dienstführende Polizeibeamte mit 55 Polizistinnen und Polizisten ihre erfolgreichen Abschlüsse. Weitere 55 Aspirantinnen und Aspiranten wurden zusätzlich angelobt und beginnen ihre Ausbildung in der Sicherheitsakademie.

Ausblick: Bereits am 8. Juli gibt es die nächste Ausmusterung in der Steiermark, wo etwa 75 Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihren Dienstführendenkurs abschließen. 

Das ergibt zusammengefasst, allein für die vergangenen sieben Tage:

  1. Mehr als 400 Aspirantinnen und Aspiranten, die mit der Polizeischule beginnen und bereits in wenigen Monaten im Rahmen einer langen Praxisphase die Regulärkräfte unterstützen (die meisten davon für den Einsatzort Wien);
  2. Etwa 310 Neo-Polizistinnen und -Polizisten, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und ab sofort im Regulärdienst als uniformierte Exekutivbedienstete den Streifendienst der Sicherheitsexekutive verstärken (die meisten davon für den Einsatzort Wien);
  3. Mehr als 560 frisch ausgebildete dienstführende Beamtinnen und Beamte für die Kommandostrukturen der Polizeiinspektionen und Kommanden, aber auch für ermittelnde Dienststellen. 

Volle Klassen – volle Bewerbungsbögen

Der Beruf der Polizistin und des Polizisten ist weiterhin attraktiv: Aktuell befinden sich mehr als 4.000 Polizeischüler in der zweijährigen Grundausbildung, welche quartalsmäßig in Turnussen startet: Im Jahr 2024 begannen 2.588 Frauen und Männer ihre Ausbildung – ein Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.737). Auch 2025 bleibt das Interesse hoch: Etwa 1.500 Polizeischüler haben bereits oder werden heuer noch die Grundausbildung starten. 880 Aufnahmen erfolgten bereits im März und Juni, im September sind weitere 330 Aufnahmen geplant, inklusive 16 Personen aus der Justizwache, die das Ressort wechseln. 

Aufgrund der intensiven Recruiting-Maßnahmen, online und offline, zählt das Innenressort mehr Bewerbungen denn je für den Polizeiberuf. Durch die vielen tausenden Bewerbungen ist es der Exekutive möglich, die notwendig hohen geistigen, körperlichen, aber auch sozialen Erfordernisse an die zukünftigen Exekutivbediensteten aufrecht zu erhalten. 

Ein wertvolles Werkzeug für das wirksame Recruiting ist das zielgruppenaffine Begegnen und Bedienen von Erwartungshaltungen: etwa durch das Ansprechen von Zielgruppen durch gezielte Inhalte auf Social Media, durch weniger Bürokratie mittels moderner Online-Bewerbung („One Click“) oder auch das persönliche Gespräch am Recruiting-Stand mit ehrlichem und realistischem Austausch zwischen Interessierten und Polizisten.

Das proaktive Anbieten von Ansprechpartnerinnen für interessierte Bewerberinnen mit frauenspezifischen Fragen ist zentraler Teil des Female Recruiting der Bundespolizei, das auch Wirkung zeigt: Über 40 Prozent der Auszubildenden in den Polizeischulen sind im Jahr 2025 weiblich. 

Hintergrund: Dienstführende Beamte

„Dienstführende“ ist der wichtigste Karriereweg, den Inspektorinnen und Inspektoren nach gewisser Zeit in Rang und Dienst einschlagen können. Der Sprung in die silbernen Schulterdistinktionen der „Chargen“, wie diese Dienstführenden auch genannt werden, gelingt nach einer kompetitiven Auswahlprüfung, bei der man sich durch Fachwissen von den Konkurrentinnen und Konkurrenten absetzen muss, einer darauffolgenden mehrmonatigen Ausbildung in der Sicherheitsakademie und schließlich einer bestandenen Dienstprüfung, bei der Fachwissen und die Eignung zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe vor einer dreiköpfigen Kommission bewiesen werden müssen. 

Die dienstführenden Beamten sind der Mittelbau der Führungsstruktur der Bundespolizei und das Rückgrat, wenn es um den fachlich korrekten Dienstvollzug und die effiziente Planung und Organisation in der tagtäglichen Dienstverrichtung dieses großen Wachkörpers geht.

Mit den Dienstgraden „Bezirksinspektor“ bis „Chefinspektor“ sind sie außerdem die Brücke zwischen den leitenden Beamtinnen und Beamten (Polizeioffiziere) und den mit roten Schulterdistinktionen ausgestatteten „eingeteilten“ Bediensteten, den Inspektorinnen und Inspektoren des Streifendienstes. 

Auch die Reihen des Kriminaldienstes – vom Bezirkspolizeikommando über die Landeskriminalämter bis hin zu Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz – bestehen zu weiten Teilen aus dienstführenden Beamtinnen und Beamten. Aus diesem Grund ist der Rang „Dienstführende“ oder „Dienstführender“ sowohl wichtig für das Funktionieren der komplexen Polizeiarbeit als auch ein wichtiger Karriereschritt für viele Inspektorinnen und Inspektoren. 

Weitere Informationen zu Aufnahme und Karriere bei der Polizei: https://www.polizeikarriere.gv.at/

Bild: BMI/Makovetz

Mohr Morawa verstärkt Geschäftsführung

 Bei der österreichischen Buchauslieferung Mohr Morawa kommt es zu Beginn des Sommers zu mehreren personellen Veränderungen. Frau Prok. Antoinette Henriquez, seit sechs Jahren im Rahmen der Geschäftsleitung für den Bereich Kundenservice und Prozessmanagement verantwortlich, übernimmt mit Anfang Juni gemeinsam mit Herrn Rainer Fritthum die Geschäftsführung. Davor war sie bereits 19 Jahre Geschäftsführerin des Lesezirkels und der Business Subscription Services und ist seit 35 Jahren in der Morawa-Gruppe tätig. KmR Wolfgang Rick, geschäftsführender Gesellschafter der Morawa Group, zieht sich aus der Geschäftsführung bei Mohr Morawa zurück, bleibt aber, genauso wie bisher auch, unverändert als Mehrheitseigentümer tätig.

Frau Mag.phil. Magdalena Rick, bisherige Assistentin der Geschäftsführung erhält die Prokura und übernimmt den Bereich Einkauf und Vertrieb im Rahmen der Geschäftsleitung und folgt damit Herrn Peter Kargl nach, der sich nach mehr als 35 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand verabschiedet. Die Position der Vertriebsleitung übernahm bereits im Mai Herr Markus Gottsbachner und folgte damit Frau Deborah Söregi nach.

„Wir sind sehr stolz darauf auch im Management auf engagierte und talentierte Mitarbeitende aus unseren Reihen setzen zu können. Das ist seit Jahren eine sehr erfolgreiche Unternehmenspolitik“, sagt KmR Wolfgang Rick, geschäftsführender Gesellschafter der Morawa Group.

Foto: Mohr Morawa

Vertrag zwischen China und zentralasiatischen Ländern

Peking, 19. Juni 2025 – In einer historischen Premiereveranstaltung fand der zweite China-Zentralasien-Gipfel erstmals in einem zentralasiatischen Land statt: In Astana, der Hauptstadt Kasachstans, versammelten sich am Dienstag die Staats- und Regierungschefs Chinas sowie der fünf zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Dabei wurde ein bedeutender diplomatischer Meilenstein gesetzt: Die sechs Länder unterzeichneten den Vertrag über dauerhafte gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Dieser soll, so Chinas Präsident Xi Jinping in seiner Grundsatzrede, den Grundsatz der ewigen Freundschaft zwischen den Staaten gesetzlich verankern. Xi bezeichnete den Vertrag als „Meilenstein für heute und Fundament für morgen“.

Der chinesische Präsident würdigte zudem den besonderen Geist der Zusammenarbeit zwischen China und Zentralasien, der sich durch gegenseitige Achtung, Vertrauen, Nutzen und Unterstützung auszeichne – ein gemeinsames Streben nach Modernisierung durch hochwertige Entwicklung. Der Weg zu diesem institutionalisierten Gipfeltreffen begann im Jahr 2020, als China einen Kooperationsmechanismus mit den zentralasiatischen Staaten vorschlug.

Im Jahr 2022, zum 30-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen, wurde auf einem virtuellen Gipfel die Anhebung des Formats auf Ebene der Staats- und Regierungschefs beschlossen. Bereits 2023 fand in der chinesischen Stadt Xi’an das erste Treffen in dieser Form statt – mit dem Ergebnis, dass der Gipfel künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus wechselseitig in China und Zentralasien stattfinden soll. Zwei Jahre später, so Xi, seien die damaligen Vereinbarungen vollständig umgesetzt worden. Die Zusammenarbeit werde stetig ausgebaut, die Freundschaft vertiefe sich zunehmend.

Eine aktuelle Umfrage des chinesischen Senders CGTN zeigt, dass 90 Prozent der Befragten in dem China-Zentralasien-Mechanismus keinen Ausdruck geopolitischer Rivalität sehen, sondern einen partnerschaftlichen Rahmen zur Förderung von Stabilität, Entwicklung und Zukunftsorientierung. In diesem Kontext hat China mit allen fünf zentralasiatischen Staaten umfassende strategische Partnerschaften etabliert und Kooperationsdokumente im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative (BRI) unterzeichnet. Parallel dazu wurde die Vision einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft auf bilateraler Ebene vorangetrieben – Ausdruck des hohen gegenseitigen Vertrauens und der gemeinsamen Entschlossenheit, die Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil zu vertiefen, wie Sun Weidong, Generalsekretär des China-Zentralasien-Mechanismus, betonte.

Ein zentraler Fokus des Gipfels in Astana lag auf der Weiterentwicklung der BRI. Xi rief dazu auf, die Zusammenarbeit im Sinne des China-Zentralasien-Geistes mit neuer Energie und konkreten Maßnahmen zu intensivieren. Ziel sei es, die hochwertige Entwicklung der Belt-and-Road-Initiative zu fördern und den Aufbau einer regionalen Gemeinschaft mit geteilter Zukunft weiter zu verfolgen. Die Idee der BRI wurde im Jahr 2013 ebenfalls in Astana erstmals vorgestellt – mit der Vision eines gemeinsamen Wirtschaftsgürtels entlang der historischen Seidenstraße.

Seither haben China und Zentralasien in den Bereichen Handel, digitale Wirtschaft und Konnektivität eng zusammengearbeitet. China ist heute nicht nur der wichtigste Handelspartner, sondern auch eine bedeutende Investitionsquelle der Region. Laut Daten der chinesischen Zollverwaltung erreichte der bilaterale Handel im Jahr 2024 einen Rekordwert von 94,8 Milliarden US-Dollar, während die kumulierten Direktinvestitionen Chinas in der Region 30 Milliarden US-Dollar überschritten. 92,4 Prozent der Befragten einer weiteren CGTN-Umfrage sehen in der BRI ein wertvolles internationales öffentliches Gut, das die strategische Partnerschaft zwischen China und Zentralasien stärkt.

Xi rief in Astana zu einer Optimierung des Kooperationsrahmens auf, um ihn zielgerichteter, effizienter und intensiver zu gestalten. Die Kooperation soll sich künftig besonders auf die Bereiche reibungsloser Handel, industrielle Investitionen, Konnektivität, umweltfreundlicher Bergbau, Modernisierung der Landwirtschaft sowie Personalaustausch konzentrieren. Darüber hinaus sollen vermehrt Projekte vor Ort umgesetzt werden. China kündigte zudem die Einrichtung dreier Kooperationszentren an – mit Schwerpunkten auf Armutsbekämpfung, Bildungsaustausch sowie Desertifikationsprävention und -bekämpfung. Zusätzlich soll eine Kooperationsplattform zur Förderung des grenzüberschreitenden Handels entstehen.

Vor dem Hintergrund eines zunehmend protektionistisch geprägten globalen Umfelds würdigte Cui Zheng, Direktor des Forschungszentrums für Russland, Osteuropa und Zentralasien an der Liaoning-Universität, das Kooperationsmodell in einem Beitrag für CGTN als wegweisend. Die Partnerschaft zwischen China und Zentralasien stelle ein neues diplomatisches Modell dar – eines, das auf gegenseitigem Respekt, gegenseitigem Nutzen und der Stärkung der Stimme des Globalen Südens basiere.

Foto: Shutterstock/YIUCHEUNG

Branchenpreise „Goldener Schani“ und „Goldene Jetti“

Wien, 18.06.2025 – Im Rahmen des traditionellen Sommerfests der Wiener Tourismuswirtschaft, das heuer im Allianz-Stadion in Hütteldorf gefeiert wurde, fand die Verleihung der Branchenpreise „Goldener Schani“ und „Goldene Jetti“ für die schönsten Schanigärten und beeindruckendsten Freizeitmöglichkeiten in Wien statt. Es war heuer ein knappes Rennen unter den Nominierten, nach einem öffentlichen Onlinevoting ermittelte eine Jury aus Wirtschaft, Verwaltung, Design und Architektur aus den Bestgereihten die Sieger. „Wobei wir heuer die Gewichtung etwas verändert haben und die Stimmen der Gäste höher bewertet haben, denn schlussendlich sind es die Besucherinnen und Besucher, die entscheiden, ob ein Schanigarten erfolgreich ist“, so Dominic Schmid, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien.

Branchenpreis “Goldener Schani”

In drei Kategorien wurden die schönsten Schanigärten ermittelt, der erste Platz bei den klassischen Schanigärten geht an das „El Gaucho am Rochusmarkt“ im dritten Bezirk. Die Kategorie „Im Grünen“ bringt mit „Gugumucks Gartenbar“ in der Wiener Schneckenmanufaktur (1100 Wien) eine kulinarische Delikatesse ins Rampenlicht. Bei den „Versteckten Juwelen“ setzte sich eine altbekannte Größe am Wiener Gastroparkett durch: Das „Amerlingbeisl“ in der Stiftgasse (1070 Wien). Und schließlich in der Kategorie „Über den Dächern“, in der die beliebtesten Rooftops der Stadt gewählt werden: „Chez Bernard“, in der obersten Etage des Hotel Motto, in der Mariahilfer Straße (1060 Wien).

„Wir konnten im letzten Jahr in Wien einen neuen Nächtigungsrekord erzielen und das kommt nicht von ungefähr. Die Wiener Tourismus- und Freizeitbranche arbeitet immer enger zusammen und schafft es so, unseren Gästen – den Wienerinnen und Wienern genauso wie den Besuchern – ein umfassendes Erlebnis zu bieten. Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft sind immer enger verwoben und schaffen es dadurch, noch attraktivere Angebote und Erlebnisse zu kreieren. Dieser Erfolg beruht auf harter Arbeit und genau das feiern wir mit unseren Branchenpreisen: Erfolgreiche Arbeit für unsere Gäste“, so Schmid.

Branchenpreis „Goldene Jetti“

Weiters wurde mit der „Goldenen Jetti“ der zweite Branchenpreis vergeben. Prämiert wurden Unternehmen, die mit ihren innovativen, kreativen, außergewöhnlichen und erfolgreich umgesetzten Konzepten, Produkten, Veranstaltungen oder Einrichtungen das Wiener Freizeitangebot und somit die Lebensqualität in Wien wesentlich und nachhaltig bereichern. Namensgeberin für den Preis ist das Wiener Original „Jetti Tant“. Sie kümmerte sich einst in den Familien um die Freizeitgestaltung der Kinder.

In der Kategorie „Kultur & Erlebnis“ setzte sich, passend zum heurigen Ehrenjahr des berühmten Wiener Komponisten, das „Johann Strauss Museum – New Dimensions“ durch. Eine innovative Dauerausstellung, die sich dem Werk und Leben sowie den Errungenschaften seiner Familie widmet, öffnete im Herzen der Stadt. Das Museum bietet nicht bloß eine Retrospektive; es verschmelzen Entertainment und Information zu einer multimedialen Symphonie.  

Weit bekannt und bei Jung´und Alt´ beliebt ist auch der Gewinner in der Kategorie „Körper & Geist“: Der „Waldseilpark Kahlenberg“ hat sich in den letzten Jahren als beliebter Freizeit-Hotspot etabliert und damit die Attraktivität des Kahlenbergs weiter gesteigert. 

„Der Tourismus ist für Wien ein immens wichtiger Wirtschaftszweig. Und Tourismus ist weit mehr als internationale Gäste und Hotels, er ist ein Zusammenspiel aus verschiedensten Angeboten und Möglichkeiten. Zu den wichtigsten Faktoren gehören neben den Unterkünften und der Gastronomie auch die Freizeitmöglichkeiten und kulturellen Angebote. Deshalb zeichnen wir mit der Goldenen Jetti in diesem Bereich besondere Angebote aus. Ich freue mich, dass wir heuer ein erfolgreiches neues Projekt gemeinsam mit einer etablierten und fixen Größe mit der Jetti auszeichnen können. Denn es ist dieses Zusammenspiel aus Bekanntem und Neuem, das Wien so unvergleichlich macht“, so Schmid.

Foto: Florian Wieser/WKW

Cyberangriffe gefährden jedes vierte Unternehmen

Wien, 10. Juni 2025 – Eine neue Studie von Mastercard unter mehr als 1.800 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa – darunter auch Österreich – offenbart einen besorgniserregenden Trend: Ein Viertel (25 %) der Unternehmen wurde bereits Opfer von Cyberangriffen. Besonders hohe Raten verzeichnen Irland (38 %), Dänemark (35 %) und Frankreich (29 %).

Da digitale Betrugsmaschen immer professioneller werden, stehen insbesondere KMU und Gründer:innen vor wachsenden Herausforderungen beim Schutz vor Cyberbedrohungen. Die 23 Millionen KMU in Europa machen 99 % aller Unternehmen aus und sichern etwa drei Viertel aller Arbeitsplätze. Sie sind somit ein zentraler Faktor für wirtschaftliches Wachstum und Stabilität.

Cybersicherheitswissen oft ein Schwachpunkt
Trotz der zunehmenden Bedrohungen geben noch 47 % der befragten Unternehmer:innen an, unsicher im Umgang mit Cyberbedrohungen zu sein. Die Konsequenzen: 11 % der Befragten haben infolge von Betrug finanzielle Verluste erlitten, 9 % haben sogar Kund:innen verloren.

Viele europäische Unternehmer:innen zeigen sich zurückhaltend, was die Zukunft betrifft: 49 % geben an, dass sie aus Sorge vor Cyberangriffen zögern, ihr Unternehmen auszubauen. Zudem befürchtet jede:r Vierte (25 %), im Fall eines erfolgreichen Angriffs die Geschäftstätigkeit einstellen zu müssen.

Auffällig ist auch die Altersverteilung: 36 % der befragten Unternehmer:innen der Gen Z denken täglich an potenzielle Angriffe, im Vergleich zu 27 % bei Millennials und 25 % bei der Babyboomer-Generation. 61 % der Gen Z sehen Cyberbedrohungen als wesentliches Hemmnis für das Unternehmenswachstum.

Mastercard stärkt digitale Resilienz 
„Cyberbedrohungen zählen zu den größten Herausforderungen für KMU. Umso wichtiger ist es, gezielt aufzuklären und konkrete Lösungen anzubieten“, so auch Michael Brönner, Country Manager von Mastercard in Österreich. „Unser Ziel ist es, kleine Unternehmen mit den Tools, Partnerschaften und dem Wissen auszustatten, die sie benötigen, um in einer digitalen Welt sicher zu wachsen.“

Das vor einem Jahr gegründete European Cyber Resilience Centre (ECRC) in Waterloo, Belgien, steht exemplarisch für diesen Ansatz: In enger Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitsbehörden, Zentralbanken und der Industrie entwickelt Mastercard hier innovative Schutzmaßnahmen, Echtzeitlösungen und Trainingsangebote für KMU in ganz Europa.

Über das Mastercard Trust Center erhalten KMU zudem Zugang zu praxisnahen Sicherheitslösungen – von Risikoscans (RiskRecon via My Cyber Risk) bis hin zu ID Theft Protection Services. Gemeinsam mit Partnern wie CyberMonks und VikingCloud wurde zudem ein digitaler Marktplatz aufgebaut, der maßgeschneiderte Lösungen für Cybersicherheit und Risikomanagement bietet – einfach, zugänglich und effektiv.

Methodik:
Die repräsentative Umfrage wurde im Auftrag von Mastercard vom unabhängigen Institut Opinium zwischen dem 16. Dezember 2024 und dem 3. Januar 2025 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.830 Gründer:innen von KMU (mit weniger als 250 Mitarbeitenden) in 18 europäischen Ländern befragt – darunter Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich.

Foto: Mastercard

Rotary Club Wien feiert 100-jähriges Jubiläum

Ein Jahrhundert im Zeichen des Engagements: Der glanzvolle Jubiläumsabend am 5. Juni 2025 ehrte den ältesten Rotary Club Österreichs und versammelte prominente Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Diplomatie und Kultur.

Wien (LCG) – In der festlichen Kulisse des Gartenpalais Liechtenstein kamen am Donnerstagabend rund 300 geladene Gäste zusammen, um das 100-jährige Jubiläum des Rotary Club Wien zu feiern. Dabei wurde nicht nur das langjährige Bestehen des Clubs gewürdigt, sondern auch der Blick in die Zukunft gerichtet: auf kommende Projekte, internationale Zusammenarbeit und den fortwährenden Einsatz für humanitäre Ziele.

„Seit bereits hundert Jahren steht der Rotary Club Wien für Gemeinwohl, globalen Dialog und zivilgesellschaftliches Engagement“, freut sich Clubpräsident Andreas Blaschke. „Dieses besondere Jubiläum ist Anlass zur Rückschau, zugleich aber auch ein Auftrag für die kommenden Generationen!“

Visionen für die Zukunft

Nach der offiziellen Begrüßung durch den amtierenden Präsidenten Andreas Blaschke würdigte Erika Krenn-Neuwirth, Governorin des Rotary-Distrikts 1910, die Rolle des Clubs als Brückenbauer in einer zunehmend fragmentierten Welt. Der Abend setzte darüber hinaus inhaltliche wie emotionale Akzente – etwa mit der Festrede von Helga Rabl-Stadler, langjährige Präsidentin der Salzburger Festspiele, die angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen einmahnte, die Wertehaltung von Rotary einzubringen und einen Diskurs in Gang zu setzen.

Einen besonders bewegenden Moment bot zudem der Beitrag des Polio-Überlebenden Johann Fellinger. Im großen Kontext der Rotary-Initiative „End Polio Now“ stellte seine persönliche Geschichte einen eindrucksvollen Beweis dar, wie ein Leben trotz Beeinträchtigung gelingen kann.

Historie trifft Gegenwart

Im Anschluss präsentierte Oliver Rathkolb die neue Festschrift „100 Jahre Rotary Club Wien“, deren Grundlage das jüngst entdeckte, lückenlos erhaltene Clubarchiv bildet. Die Gäste erhielten faszinierende Einblicke in die gesellschaftliche Bedeutung des Clubs – von den Anfängen in der Zwischenkriegszeit bis hin zur digital vernetzten Gegenwart.

Auch die junge Generation kam zu Wort: Im sogenannten „Generationendialog“ teilten junge Rotarier ihre Ideen für ein solidarisches Morgen – ein starkes Signal, dass die rotarische Bewegung nicht im Rückspiegel lebt, sondern sich den Herausforderungen von heute aktiv stellt. Ein Beispiel dafür: die Initiative „100 Jahre – 100 Projekte“, ins Leben gerufen von Thomas Gangl, die Projekte in Bildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe unterstützt – ganz im Sinne der rotarischen Maxime „Service Above Self“.

Foto: © leisure communications/Roland Rudolph