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Kategorie: Personalia

Kapitän Helene Schaurecker, schiffART helene schaurecker 6/08

Helene Schaurecker, Österreichs jüngste Donaukapitänin, über Frauen am Ruder, und warum ihre „Kapitänsausbildung“ eigentlich schon als Kind begann.

„Ahoi Frau Kapitän“

Wie spricht man Sie eigentlich an: Frau Kapitän oder Kapitänin?
Der Alt-Kapitän, bei dem ich damals die Prüfung ablegte, meinte: Eines sag‘ ich Ihnen gleich, man sagt zu Ihnen Frau Kapitän und nicht Kapitänin! Inzwischen ist das nicht mehr so streng. „Käpitänin“ ist auch in Ordnung.

War immer klar, dass Sie einmal Frau Kapitän werden?
Eigentlich nicht so ganz – als meine Eltern in Schärding die Innschifffahrt gründeten, hieß es natürlich immer fest mithelfen – die Ferien waren also auch immer mit Arbeitseinsätzen verplant. Mein Plan war, im Tourismus Fuß zu fassen – deshalb machte ich auch die Tourismusschule Klessheim, dann aber reizte mich eher die Reisebranche. Nach meinem 1,5-jährigen Aufenthalt in Paris zog es mich wieder in die schöne Heimat und das Fernweh hielt sich in Grenzen. Ich ließ ich mich mit meinem französischen Freund im Jahr 2000 in Linz nieder und arbeitete beim Tourismusverband Linz. Mein Vater kaufte damals gerade ein neues, größeres Schiff für seinen Betrieb in Schärding und stellte die ms helene nach Linz. Er wollte abwarten, was dort der Markt so bringt.

Und was brachte der Markt?
Die Nachfrage war sehr gut und mein damaliger Freund und ich entschieden, die Schifffahrt hier „nebenbei“ aufzubauen. Auch nach der Trennung unserer Beziehung bestand immer mehr Nachfrage nach unserem Schiff. Bald ging dies nicht mehr nebenbei – ich kündigte meinen Job beim Tourismusverband, um mich ganz der Schifffahrt zu widmen. Bis 2004 war ich Geschäftsführerin für meinen Vater, seit 2005 bin ich selbstständig – ein „Tochter-Unternehmen“, im wahrsten Sinne.

War das auch der Wunsch der Familie?
Ich denke schon, dass meine Eltern stolz sind, dass ich in ihre Fußstapfen getreten bin – verlangt haben sie es aber nie von mir.