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Business-Knigge: Siezen oder das „Du“ anbieten?

Als Unternehmerin hat man immer wieder kniffelige Entscheidungen zu treffen: Wen stelle ich ein, wen entlasse ich, welche neuen Wege schlage ich mit meiner Firma ein? Gerade die Beziehung zu den Mitarbeitern ist hier oft ein heikles Thema. Man will einerseits als Respektsperson wahrgenommen werden, andererseits möchte man auch eine vertrauenswürdige Ansprechpartnerin sein. Und in der deutschen Sprache nimmt einem bereits die Grammatik die Entscheidung ab, für welche Richtung man sich als Führungskraft entscheidet. Im Englischen beispielsweise muss man sich mit dieser Thematik erst gar nicht auseinandersetzen.

Grammatik matters

Denn die bewusste oder willkürliche Entscheidung für das „Du“ oder „Sie“ hat großen symbolischen Charakter und kann psychologische Barrieren errichten oder im Gegenteil niedrige Hierarchien verkörpern. Und das Anbieten des „Du’s“ stellt das Erreichen eines bestimmten Levels an Vertrauen und Intimität dar, den man sich erst mal erarbeiten muss. Gerade Frauen greife oft auf das Siezen zurück, da sie das Gefühl haben, ansonsten ihres Geschlechts wegen weniger Respekt entgegengebracht zu bekommen. Doch ist das die richtige Strategie für eine erfolgreiche berufliche Zusammenarbeit? 

Authentizität ist wichtig

Wichtig ist natürlich, dass der Führungsstil zur eigenen Persönlichkeit passt: Manche Menschen sind von Natur aus eher distanziert und fühlen sich wohler, wenn sie ihren persönlichen Freiraum klar abgrenzen können. Ist man hingegen eine sehr kommunikative Person, wirkt ein legeres „Du“ einfach authentischer als alle zu siezen. Auch das Alter spielt hier eine Rolle: Unter gleichaltrige Kollegen, gerade wenn man noch unter 35 ist, ist das „Du“ mittlerweile auch am Arbeitsplatz sehr geläufig. Besteht hingegen ein gröberer Altersunterschied zu seinem Gesprächspartner, wird man viel eher das „Sie“ in den Mund nehmen, um dem Kollegen seinen Respekt zu signalisieren. 

Egal, für welche Ansprache man sich nun entscheidet: Es ist wichtig, sich des großen Effekts dieser kleinen Formulierung bewusst zu sein und sie mit Bedacht zu verwenden. Und im Zweifelsfall ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen und das „Sie“ zu wählen. Denn manche Kollegen könnten sich durch ein unbedachtes „Du“ auch beleidigt fühlen.

Foto: Shutterstock/Goran Bogicevic